HANNOVER. Sie sind verdammt flink. Kurz huschen sie über das Gras,schlüpfen ins Wasser und auf dem Foto sind nur noch Luftblasen auf der Wasseroberfläche zu sehen. Die neuen Bewohner im Dschungelpalast sind nicht ganz einfach zu fotografieren. Drei Asiatische Kurzkrallenotter (wissenschaftlich: Aonyx cinereus), auch Zwergotter genannt, leben seit kurzer Zeit am Teich im Dschungelpalast des Erlebnis-Zoo Hannover und, so der Erlebniszoo Hannover, „ erobern die Herzen im Sturm.“ Kein Wunder, die kleinen Tiere sind hochsozial, neugierig, verspielt – kurz: einfach liebenswert.
Bislang sind drei junge Zwergotterdamen vom Tierpark Gotha ins Hannöversche gezogen. Sie sollen aber nicht lange Junggesellinnen bleiben. Geplant ist, dass auch ein männliches Tier in den Erlebniszoo Hannover kommt und die Zwerotter hier eine neue Familie gründen können.
Der Erlebnis-Zoo Hannover will damit dazu beitragen, die wieselschnellen Otter langfristig zu erhalten und sie später, wenn möglich, in geeigneten Lebensräumen wieder anzusiedeln. Denn die Tiere sind in freier Wildbahn stark gefährdet. Neben der Zerstörung und Zerstückelung ihrer Lebensräume sind sie vor allem durch chlorhaltige Chemikalien aus Landwirtschaft und Industrie bedroht, die in Gewässer und Böden gelangen. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Zwergotter daher als „gefährdet“ ein.
Die neuen Zoobewohner teilen ihr Freigehege mit den Hulman-Languren. Das ist vom Zoo ganz bewusst geplant. „Tierische Wohngemeinschaften, also Vergesellschaftungen von zwei oder mehr Tierarten, bieten Raum für die natürlichen Interaktionen zwischen den Tieren und beschäftigen sie ausgiebig“, erklärt Zoo-Kurator Fabian Krause.
Zwar sind die Asiatische Kurzkrallenottern die kleinsten Otter der Welt. Dennoch wissen die drei jungen Mädels sich Respekt zu verschaffen. Es scheint, sie haben bereits zu ihren Gunsten geklärt, wer zukünftig das Sagen im Dschungelpalast hat.
„Asiatische Zwergotter sind charismatische Tiere, sehr aktiv, sie spielen viel und beschäftigen sich in ihrem Familienverband sehr stark miteinander“, beschreibt Zoo-Kurator Fabian Krause die Neulinge. Und sie sind sehr neugierig: Jeder Zentimeter ihres neuen Reiches wird ausgiebig erforscht. Die Anlage in dem einstigen Maharadscha-Palast bietet den agilen Zwergottern einen großen Teich zum Schwimmen und Tauchen, eine üppige Ufervegetation zum Verstecken, Rasenflächen und Ruinen zum Rennen und Klettern. „Es macht einfach Spaß, die flinken und äußerst geschickten Tiere zu beobachten“, so Kurator Krause in einer aktuellen Pressemitteilung des hannoverschen Zoos. Und wenn sie knurren und kichern, summen und pfeifen“, werden bestimmt viele Zoogäste am Rand stehen bleiben und die niedlichen Gesellen verfolgen. Und seitdem man keine teuren 36er Kleinbildfilme mehr verballern muss, können auch Tierfotografen mit viel digitalem Bilderausschuss gut leben.