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„Geh aus, mein Herz…“

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Heute vor 350 Jahren starb der Kirchenliederdichter Paul Gerhardt

GRÄFENHAINICHEN/HANNOVER. Geh aus, mein Herz, und suche Freud…“ Wer kennt es nicht, dieses bis heute viel gesungene Kirchenlied? Wie bei vielen anderen bekannten und häufig gesungenen Kirchenliedern, wie z.B.

Ich singe dir mit Herz und Mund

Ich steh an deiner Krippen hier

Befiehl du deine Wege

Du, meine Seele, singe

stammen die Texte von dem nach Martin Luther bedeutendsten protestantischen Kirchenliederdichter: Paul Gerhardt. Aus der evangelischen Kirchenmusik sind die Lieder Paul Gerhardts als immer neue Inspirationsquelle nicht wegzudenken. In der Seelsorge, insbesondere auch in Krankenhaus und Hospiz, gehören seine Texte zum unersetzlichen Schatz der Liedgebete. In der breiten Öffentlichkeit allerdings nimmt die Vertrautheit mit dem Werk und der Person Paul Gerhardts ab. Damit droht eine prägende Gestalt deutscher Kirchen- und Kulturgeschichte in Vergessenheit zu geraten. Dieser Tendenz entgegen zu wirken, dient auch die Ausrufung des Jahres 2026 als Paul Gerhardt-Gedenkjahr im Zusammenhang mit dem Gedenken an Gerhardts 350.Todestag. Geboren wurde Gerhardt am 22. März 1607 in Gräfenhainichen (Gräfenhainichen ist eine Stadt im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt). Man geht davon aus, dass er, wie damals üblich, einen Tag nach seiner Geburt, in der Kirche seines Geburtsortes, der evangelischen Stadtkirche St. Marien, getauft wurde. Gerhardt immatrikulierte sich im Jahr 1628 im Bereich Theologie und an der philosophischen Fakultät der Universität Wittenberg. Er wirkte als Propst in Mittenwalde/Mark, Pfarrer an der St. Nikolai-Kirche in Berlin sowie in Lübben (Spreewald). In Lübben lebte er bis zu seinem Tod am 27. Mai 1676 in bescheidenen Verhältnissen. Er wurde am 7. Juni 1676 im Chorraum nahe dem Altar seiner letzten Wirkungsstätte beigesetzt, die seit 1930 seinen Namen trägt. Gerhardts Geburtsstadt Gräfenhainichen ehrte ihn mit der klassizistischen Paul-Gerhardt-Kapelle, die in den Jahren 1830-1844 mit Spenden aus der Bevölkerung gebaut wurde. Die heute bekannten Werke Paul Gerhardts, 139 deutsche Liedtexte und Gedichte, sowie 15 lateinische Gedichte, wurden unter anderem von Johann Crüger, Johann Georg Ebeling und Johann Sebastian Bach vertont. Paul Gerhardts Dichtungen haben nicht nur die Zeiten überdauert, sondern sind grenzübergreifend zwischen konfessionellen und sprachlichen Schranken geworden. Sie wurden in die holländische, französische, englische, spanische, aber auch in afrikanische, asiatische und in andere Sprachen übersetzt.

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