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32.000 Neue Konzerttickets für die Elbphilharmonie

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32.000 Neue Konzerttickets für die Elbphilharmonie Elbphilharmonie Hamburg (C) Ulrich Stamm

HAMBURG.  Fünf Mal Klassik, fünf Mal Pop, drei Mal Jazz, zwei Mal Filmkonzerte mit Live-Jazz und ein Doppelprogramm aus Klassik und Pop: Mit einem attraktiven und vielseitigen Programm im Großen Saal sorgt die Elbphilharmonie dafür, dass bei den Hamburgern und ihren Gästen auch im August keine Langeweile aufkommt. Die Karten für die 16 Konzerte gehen ab Dienstag, den 26. März, 11 Uhr, online unter www.elbphilharmonie.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen in den Verkauf.

 

Gleich vier Orchester geben anlässlich des »Elbphilharmonie Sommer« ihr Debüt in Hamburg: Das National Youth Orchestra of the USA kommt unter der Leitung von Sir Antonio Pappano und mit der Mezzosopranistin Joyce DiDonato als Gast mit Musik von Berlioz und Strauss (14.8.). Das European Union Youth Orchestra, laut »Guardian« das beste Jugendorchester der Welt, bringt Mozarts Klarinettenkonzert (Solist: Andreas Ottensamer) und Werke von Connesson und Mahler mit (Dirigent: Stéphane Denève) (16.8.). Ein stark spanisch geprägtes Programm, zu dem auch Flamencogesang gehört, nimmt das Orquestra de Cadaqués zu seiner Jungfernfahrt in die Elbphilharmonie mit und ergänzt den Abend um Strawinskys Musik zu »Pulcinella« (Leitung: Gianandrea Noseda) (22.8.). Die Königliche Kapelle Kopenhagen, deren Ursprünge sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen lassen, debütiert hier mit Werken von Nielsen und Mussorgsky/Ravel (Leitung: Thomas Søndergård) sowie dem Cellokonzert von Elgar (Solist: Andreas Brantelid) (30.8.). Das Bundesjugendorchester, das zuletzt mit Kirill Petrenko in der Elbphilharmonie zu Hochform auflief, kehrt unter der Leitung von Alexander Shelley und einem Programm zwischen Walton, Gershwin und Brahms nach Hamburg zurück (18.8.).

Eröffnet wird der »Elbphilharmonie Sommer« von einem der Grand old men des Jazz, dem Saxofonisten und Flötisten Charles Lloyd. Kindred Spirits nennt er sein neues Quintett, zu dem mit Julian Lage und Martin Sewell zwei gleichermaßen spannende wie gegensätzliche Gitarristen gehören (7.8.). Gegen Ende der Konzertreihe kommt der israelische Pianist Yaron Herman, der im Frühjahr 2018 Kurator und Mittelpunkt des »Elbphilharmonie Reflektor« war, mit seinem Trio in die Elbphilharmonie zurück (28.8.). Und tags darauf führt der Saxofonist Joshua Redman ein Quartett an, mit dem er im vergangenen Jahr das Album »Still Dreaming« eingespielt hat (Ron Miles, Kornett, Scott Colley, Bass, Dave King spielt anstelle von Brian Blade Schlagzeug).

Zudem bringen zwei sehr unterschiedliche Filmvorführungen Jazz in den Großen Saal: Der fulminante Schlagzeuger Antonio Sánchez, der sich einem größeren Publikum insbesondere durch seine Zeit bei der Pat Metheny Group eingeprägt hat, begleitet den Kultfilm »Birdman« seines mexikanischen Landsmanns Alejandro González Iñárritusolo live auf dem Schlagzeug – im selben Geist der Improvisation, in dem er auf seinem Instrument für den Regisseur die Filmmusik einspielte (9.8.). Unter dem Titel »The Sweetheart & The Daredevil« steht ein Abend mit zwei US-Stummfilmen aus dem Jahr 1920, zu denen zwei Musiker aus dem Brussels Jazz Orchestra neue Musik komponiert haben. Das Sweetheart war Mary Pickford, die die Hauptrolle in »Pollyanna« spielt. Der Schauspieler Harold Lloyd, der es an Komik durchaus mit Charlie Chaplin und Buster Keaton aufnehmen konnte, galt wegen seiner gewagten Stunts als »King of Daredevil Comedy«. Er brilliert in »An Eastern Westener«. Das Brussels Jazz Orchestra, die beste Bigband Belgiens, spielt zu den beiden Filmen die Musik (10.8.).

Einer der Weltstars des Pop ist Gilberto Gil, der in besseren Zeiten als den heutigen in Brasilien fünf Jahre lang Kulturminister des Landes war. Er ist längst von der Politik zur Musik zurückgekehrt und tritt nach seinem Debüt in der Elbphilharmonie im März 2018 nun in großer Besetzung und mit der Sängerin Roberta Sá als Special Guest​ im Großen Saal auf (11.8.). Veranstaltet wird dieser Abend von der Karsten Jahnke Konzertdirektion. Wieviel Pop der Fado verträgt, die Nationalmusik Portugals, wird das Publikum beim Konzert der sehr zeitgenössischen Fado-Sängerin Ana Moura erleben (15.8.). Der wunderbare US-Indiepop-Sänger und Songschreiber Father John Misty, berühmt geworden als Schlagzeuger bei den Fleet Foxes, gastiert mit der auf Crossover spezialisierten Neuen Frankfurter Philharmonie (8.8.), veranstaltet von FKP Scorpio. Auch Everybody’s Darling Chilly Gonzales nimmt teil am prächtig klingenden August in der Elbphilharmonie, man darf annehmen wie gewöhnlich im Bademantel. Ob der Pianist dazu ein Paar der Flipflops aus dem Key Visual des diesjährigen Elbphilharmonie Sommers trägt? Deren sachte ineinander verschlungene Halteschlaufen bilden andeutungsweise die Silhouette des Gebäudes nach.

Wie das Konzert mit Chilly Gonzales ist auch der Abend mit der Wienerin Soap&Skin und dem Stargaze Ensemble (17.8.) eine Kooperation mit dem Internationalen Sommerfestival Kampnagel. Wie gut das an der Schnittstelle zwischen Kammermusik und Pop agierende Ensemble und Soap&Skin zusammenpassen, ließ sich bereits beim Internationalen Musikfest 2018 bestaunen, als beide mit weiteren Solisten David Bowies »Blackstar«-Album im Großen Saal einer neuen Lesart unterzogen.

In Eigenregie veranstaltet Kampnagel das Konzert des Aarhus Symfoniorkester & Bell Orchestre in der Elbphilharmonie, bei dem in den beiden Konzerthälften Strawinskys »Feuervogel«-Suite und die »House Music« des Bell Orchestre aufeinandertreffen. Das Bell Orchestre ist ein Sextett aus Kanada, deren prominenteste Mitglieder Sarah Neufeld(Arcade Fire) und Richard Reed Parry heißen. ihre »House Music« hat Owen Pallett für Orchester arrangiert (23.8.).

Unterstützt von nicht weniger als zehn Hamburger Chören sowie drei Gesangssolisten steuert das Philharmonische Staatsorchester Hamburg ein ganz besonderes Programm zum »Elbphilharmonie Sommer« bei. Berlioz‘ »Te deum« und »Die erste Walpurgisnacht« von Mendelssohn Bartholdy unter der Leitung von Kent Nagano erklingen an drei Abenden hintereinander im Großen Saal (24.-26.8.). Karten hierfür sind allerdings erst ab 20. Juni erhältlich, dem Tag, an dem veranstalterübergreifend auch die Einzelkarten für die Saison 2019/20 in den Verkauf gehen.

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