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Enthüllung der Informationsstele „Das KZ-Außenlager Lichterfelde“ am 14.10.15

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Enthüllung der Informationsstele „Das KZ-Außenlager Lichterfelde“ am 14.10.15 Berlin-Steglitz (C) Ulrich Stamm
Enthüllung der Informationsstele „Das KZ-Außenlager Lichterfelde“ am 14.10.15

Die Stele, nach einem Entwurf von Karin Rosenberg, erinnert an eines von vielen Außenlagern des Konzentrationslagers Sachsenhausen, an die Täter und an die Opfer. Für die Stele konnte Frauke Kerstens, freie Mitarbeiterin in der Gedenkstätte Sachsenhausen, als Autorin gewonnen werden.Die Stele wird am Mittwoch, den 14. Oktober 2015, 14 Uhr, an der Wismarer Straße 26-36, 12207 Berlin, nahe der „Säule der Gefangenen“, der Öffentlichkeit übergeben. Zur Einführung spricht Prof. Dr. Günter Morsch, Leiter der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen - Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.

Das KZ-Außenlager Lichterfelde

Vom 23. Juni 1942 bis 21. April 1945 existierte an der Wismarer Straße 26-36 das KZ-Außenlager Berlin-Lichterfelde, eines von mehr als 80 Außenlagern des Konzentrationslagers Sachsenhausen.Bereits ab Dezember 1941 begannen Häftlinge, die täglich aus dem Oranienburger Hauptlager gebracht wurden, mit dem Aufbau des Lagers. Ausschlaggebend für diesen Standort war die Verlegung der „Bauleitung Groß-Berlin der Waffen-SS und Polizei“, der Koordinierungsstelle für Berliner Bauprojekte der SS und für den Wiederaufbau durch Luftangriffe zerstörter Gebäude an die Wismarer Straße. In wenigen Monaten errichteten die Gefangenen Baracken als Häftlingsunterkünfte, Gebäude für die Lagerleitung, für Wachmannschaften und den SS-Bauhof sowie ein großes Materiallager mit Garagen und Werkstätten.Nach der Fertigstellung lebten insgesamt rund 1.500 Häftlinge in dem Außenlager, die aus dem Deutschen Reich, der Sowjetunion, aus Polen, Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Griechenland, Luxemburg und der Tschechoslowakei stammten. Sie waren gezwungen, bei mehr als 40 SS-Dienststellen, Ministerien aber auch in Privathäusern von NS-Funktionären im gesamten Berliner Stadtgebiet zu arbeiten. Dabei führten sie hauptsächlich Reinigungs-, Renovierungs- und Bauarbeiten aus oder mussten nach Luftangriffen Trümmer wegräumen. Außerdem leisteten sie auch bei so genannten kriegswichtigen Privatfirmen Zwangsarbeit. „In Berlin und Lichterfelde war die Arbeit schwer, aber das Leben erträglich“, notierte Rudi Wunderlich später in seinen Erinnerungen über seine Zeit in dem Außenlager.Täglich wurden die Häftlinge in die Arbeitskommandos eingeteilt. Zu Fuß oder per LKW, S-Bahn oder Straßenbahn ging es dann zur Arbeitsstelle, wo unter der Woche ein zwölf- bis fünfzehnstündiger Arbeitstag zu absolvieren war; nur samstags wurde halbtags gearbeitet. Während der Kommandos kamen die Häftlinge immer wieder mit Außenstehenden in Berührung. Dadurch konnten sie an zusätzliche Nahrungsmittel kommen, um den permanenten Hunger zu bekämpfen oder auch eine Flucht vorzubereiten. Es sind mehrere Ausbruchsversuche dokumentiert, mindestens fünf waren erfolgreich, unter ihnen die von Franz Primus und Josef Pietschmann im Mai 1944.Bewacht wurden die Häftlinge in dem mit einem elektrisch geladenen Stacheldrahtzaun umgebenen Lager von dem 7. SS-Totenkopf-Wachbataillon. Das Kommando im Außenlager hatte zunächst der berüchtigte SS-Hauptscharführer Gustav Sorge, nach dessen Ablösung die Führung häufiger wechselte.Aus dem Außenlager Lichterfelde kamen mindestens 41 Häftlinge zu Tode, unter ihnen 29 Opfer eines Luftangriffs auf das Gebäude des Reichssicherheitshauptamts sowie der 22-jährige Wilhelm Nowak, der nach einem misslungenen Fluchtversuch auf dem Appellplatz des Außenlagers im Beisein aller Häftlinge erhängt wurde.Am 21. April 1945 löste die SS das Außenlager auf, nachdem sie die Häftlinge zuvor ins KZ Sachsenhausen zurückgebracht hatte. Gemeinsam mit ihren Kameraden aus dem Hauptlager wurden die Männer anschließend auf den Todesmarsch getrieben.Frauke Kerstens

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