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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 1. August 2019

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Indizes vom 31.07.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 31.07.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Europas Börsen haben am Mittwoch mit kleinen Aufschlägen geschlossen. Die Anleger hielten sich zurück vor der geldpolitischen Entscheidung der US-Notenbank am Abend. Im Konsens wird erwartet, dass die Fed den Leitzins um 25 Basispunkte senken wird. Allerdings liegt die Erwartung eines großen Zinsschritts von 50 Basispunkten immerhin bei rund 20 Prozent. Eine sehr schwache Lesung des Chicago-Einkaufsmanagerindex für Juli sorgte möglicherweise für erhöhte Lockerungsfantasie. In diesem Umfeld legte der DAX um 0,3 Prozent auf 12.189 Punkte zu, der Euro-Stoxx-50 gewann 0,1 Prozent auf 3.467 Punkte.

Nicht einfacher wird die Arbeit für die US-Notenbank durch die anhaltenden verbalen Interventionen von US-Präsident Donald Trump. Dieser fordert lautstark einen großen Zinsschritt durch die Fed. Übergeordnet belasteten unverändert die Gefahr eines chaotisch verlaufenden Brexits, die ungelöste Krise im Persischen Golf und der weiter schwelende Zollstreit zwischen den USA und China. Die Handelsgespräche in Schanghai sind derweil ergebnislos beendet worden und sollen nun Anfang September fortgesetzt werden. Für die Einzelwerte lieferte die Berichtssaison die entscheidenden Impulse.

 

Air France-KLM haussieren nach Zahlen

 

Air France-KLM gewannen 8,4 Prozent. Laut Bernstein sind die Umsätze im zweiten Quartal leicht über den Erwartungen ausgefallen. Der operative Gewinn habe die Schätzungen aber gleich um 27 Prozent geschlagen. Im Gefolge stiegen Lufthansa um 1,2 Prozent. Der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus rückte nach besseren Zahlen leicht um 0,3 Prozent vor. Außerordentliche Zuwächse erzielte Airbus erneut im Flugzeuggeschäft.

Der positive Nachrichtenfluss aus dem Ölsektor setzte sich derweil fort. Der österreichische Ölkonzern OMV überzeugt im zweiten Quartal auf der Ertragsseite. So sei der bereinigte Nettogewinn mit 510 Millionen Euro 28 Prozent oberhalb des Konsens ausgefallen, so die Jefferies-Analysten. OMV gewannen 4,4 Prozent.

Osram hat auch das dritte Quartal mit einem Verlust abgeschlossen. Unter dem Strich stand aus fortgeführten Geschäften ein Fehlbetrag von 35 Millionen Euro. Für Osram läuft seit vergangener Woche das 3,5 Milliarden Euro schwere Übernahmeangebot von Bain und Carlyle, was die Aktie stützte. Sie schloss 1,5 Prozent fester.

Nach einem dynamischen Wachstum im zweiten Quartal und überproportionalen Gewinnsteigerungen hat Puma (plus 8,4 Prozent) die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Im Gefolge stiegen Adidas 3,7 Prozent. Metro verloren 3,9 Prozent auf 14 Euro. Weiter im Blick stehe das Gebot von EP Global für die Gruppe, hieß es im Handel. Es sehe nicht danach aus, als ob das 16-Euro-Gebot je Anteilsschein erfolgreich sein werde.

 

Wachstum von L'Oreal gut - aber nicht gut genug

 

Luxusgüter und Kosmetikprodukte haben L'Oreal im ersten Halbjahr zu deutlich mehr Umsatz und Gewinn verholfen. Die Markterwartung war allerdings auch extrem hoch. So sprachen die Analysten der Citi von einer hohen Qualität der Zahlen. Allerdings habe das organische Wachstum die Konsenserwartungen leicht verfehlt. Für die Aktie ging es um 2,2 Prozent nach unten, im DAX gaben Beiersdorf um 1,3 Prozent nach.

Aston Martin befinden sich weiterhin im freien Fall. Die Aktien brachen um weitere 12,3 Prozent ein, nachdem das Unternehmen im Rahmen der Halbjahreszahlen einen Verlust vermeldete. Seit dem Börsengang im Herbst vorigen Jahres sind die Aktien auf ein Viertel ihres IPO-Wertes gefallen. FiatChrysler gewannen dagegen nach guten Zahlen und einem bestätigten Ausblick 2,9 Prozent.

Aktien von Essilorluxottica notierten trotz einer Milliardenübernahme 3,5 Prozent höher. Der Brillen-Hersteller legte starke Zahlen zum zweiten Quartal vor. So unterstrichen die Analysten von RBC, dass sowohl Umsatz als auch EBIT besser ausgefallen seien. Dazu kauft Essilor für über 7 Milliarden Euro einen Mehrheitsanteil an Grandvision, zu der auch die Optikerkette Apollo gehört. Die Aktie von Grandvision stieg um 7,1 Prozent.

 

Online-Geschäft bei Next läuft

 

Beim britischen Einzelhandelsunternehmen Next kaufen die Kunden vermehrt Online. Die Internet-Umsätze legten im zweiten Quartal um 12 Prozent zu, während sie in den Geschäften um 4,2 Prozent sanken. Positiv überraschte der Preisanstieg, was zum Teil daran lag, dass es beim Saisonverkauf zu einem geringeren Preisabschlag kam. Nach dem sehr starken zweiten Quartal haben die Liberum-Analysten ihre Schätzungen um 2 Prozent angehoben. Für die Aktie ging es um 8 Prozent nach oben.

Auf der Devisenseite erholte sich das Pfund leicht auf 1,2220 Dollar. Die Commerzbank hält es zwar weiter für wahrscheinlicher, dass der neue Premierminister Boris Johnson blufft und das Risiko ohne Abkommen aus der EU auszutreten letztlich nicht eingehen wird. "Allerdings ist nicht auszuschließen, dass er bis kurz vor Ablauf der Frist am 31. Oktober pokern und so maximalen Druck auf die EU ausüben will", heißt es. Die Analysten vermuten, dass London erst einlenken wird, wenn das Pfund Richtung Parität gegen den Euro fallen wird. Aktuell wird für 1 Pfund noch 1,0981 Euro bezahlt.

(Quelle:finanzen.net)

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