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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 10.April 2020

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Indizes vom 09.04.2020 (C) finanzen.net Indizes vom 09.04.2020 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Am Gründonnerstag ist es an den europäischen Aktienmärkten nach oben gegangen. Unterstützung kam am Nachmittag aus den USA. Dort hat die Fed ein riesiges Notfallkreditprogramm über 2,3 Billionen Dollar aufgelegt. Damit sollen die negativen Folgen der Corona-Pandemie abgefedert werden. Dass Hilfen nötig sind, zeigten die neuen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. In der Berichtswoche meldeten sich dort 6,6 Millionen Menschen arbeitslos, damit summiert sich die Zahl für die vergangenen drei Wochen auf etwa 17 Millionen Arbeitssuchende.

Daneben sorgte die Diskussion um ein Ende des Lockdowns in Deutschland für eine bessere Stimmung. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält erste Schritte raus aus dem Corona-Stillstand der Wirtschaft nach den Osterferien für möglich. Auch in Italien und in der Schweiz werden die Forderungen nach einem Kick-Start der Wirtschaft angesichts abnehmender Infektionszahlen lauter.

 

Der DAX gewann 2,2 Prozent auf 10.565 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 1,5 Prozent auf 2.893 Punkte. Wichtig für die kommenden Woche wird, ob sich die EU-Finanzminister über die Feiertage auf ein Hilfspaket einigen können. Das Treffen der EU-Finanzminister war am Vortag zunächst ergebnislos verschoben worden. Uneinigkeit besteht weiterhin über die Instrumente zur Finanzierung der riesigen Hilfspakete. Der Vorschlag, gemeinsame Corona-Bonds aufzulegen, stößt bei der Bundesregierung, aber auch Ländern wie den Niederlanden und Österreich, auf Widerstand. Sie lehnen eine Vergemeinschaftung von Schulden ab.

Öl volatil - Saudis steigen bei Öl-Unternehmen ein

Mit der Aussicht auf eine Opec-Förderkürzung schwankt der Ölpreise im Vorfeld deutlich. Der Preis für ein Barrel Brent steigt um 1,6 Prozent auf 33,34 Dollar, nachdem er kurz zuvor noch über 36 kostete. Russland und Saudi-Arabien haben sich nach Angaben informierter Personen prinzipiell darauf verständigt, die Ölförderung zurückzufahren. Demnach sieht die Einigung vor, dass die Saudis ihre tägliche Produktion im April um 4 Millionen Barrel reduzieren und Russland 2 Millionen. Bisher wären dies nur 6 Millionen Barrel, die Hoffnung des Marktes liegt darüber. Zur Zeit arbeiten Saudi-Arabien und andere Produzenten weltweit an einem Konsens, insgesamt 20 Millionen Barrel Tagesproduktion vom Markt zu nehmen.

Derweil hat Saudi-Arabien die von der Coronavirus-Pandemie und den niedrigen Ölpreisen verursachten Bewertungsverluste der Ölkonzerne offenbar genutzt. Der saudische Staatsfonds habe sich Anteile im Wert von rund einer Milliarde US-Dollar an vier großen europäischen Ölkonzernen gesichert, sagten mit den Vorgängen vertraute Personen. Die Anteile an Equinor, Royal Dutch Shell, Total und Eni seien allesamt in den vergangenen Wochen über den Markt gekauft worden, sagten die Informanten. Sie fügten hinzu, der Public Investment Fund (PIF) könne noch weitere Aktien hinzukaufen. Der Sektor der europäischen Ölwerte stieg um 0,3 Prozent.

Unter den europäischen Indizes stellte der Sektor der Reise- und Luftfahrtunternehmen mit einem Plus von 4,5 Prozent den größten Gewinner. Dort ging es für die Aktie von Sodexo um 12,9 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen im ersten Geschäftshalbjahr Gewinn und Umsatz gesteigert hat. Das französische Foodservice- und Gebäudemanagement-Unternehmen erwartet, dass sich die Coronavirus-Krise im zweiten Geschäftshalbjahr auf das eigene Geschäft auswirken wird. Aber auch für Carnival ging es erneut um gut 9 Prozent nach oben.

SAP okay - Lizenzen schwach, Cloud heiter

Die gesenkte Prognose von SAP belastete den Kurs nicht, er stieg um 4,8 Prozent. SAP habe trotz gesenkter Prognose den Ausblick nicht vollständig zurückgezogen, so die Analysten der Citigroup. Das sollte positiv aufgenommen werden, so die Analysten. Mehr als zwei Drittel der Umsätze bei SAP seien "recurring", also wiederkehrend.

Mit Blick auf die Erstquartalszahlen von SAP heißt es von den Analysten, dass die Umsätze in etwa den Konsens-Erwartungen entsprächen, aber besser als von der Citi selbst erwartet seien. Einem Einbruch der Lizenzeinnahmen stehe eine gute Entwicklung des Cloud- und Support-Geschäfts entgegen. Etwas schlechter als erwartet habe sich indes das Betriebsergebnis entwickelt. Dies spiegele in etwa die schwächere Entwicklung bei den Lizenz-Umsätzen wider.

Positiv beurteilten Marktteilnehmer die Perspektiven von UBS und Credit Suisse (CS). Die beiden Banken splitten zwar die Dividende, von dem vielfach von allen Banken geforderten Dividendenausfall kann aber keine Rede sein. Die UBS hat nach ersten Berechnungen im ersten Quartal 1,5 Milliarden Franken verdient, deutlich mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Kurse von UBS und CS gewannen um 4,4 und 5,6 Prozent. Der Index der europäischen Banken legte um 2,2 Prozent zu.

Gerresheimer reagierten positiv auf ihre Geschäftszahlen, der Kurs gewann 5,3 Prozent. Die Zahlen bewegen sich laut Marktteilnehmern zwar nur im Rahmen der Erwartungen. Gut kam aber der trotz Corona-Krise bestätigte Ausblick an.

 

(Quelle:finanzen.net)

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