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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 10. Dezember 2019

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Indizes vom 09.12.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 09.12.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Bei einem sehr ruhigen Geschäft haben Europas Börsen am Montag mit Abgaben geschlossen. Die Nachrichtenlage war zu Wochenbeginn dünn, allerdings stehen wichtige Termine im weiteren Wochenverlauf an. Am Donnerstag finden zum einen Parlamentswahlen in Großbritannien statt. Zum anderen gibt die EZB ihre geldpolitische Entscheidung bekannt. Mit Spannung wird die anschließende Pressekonferenz mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde erwartet.

Der DAX verlor 0,5 Prozent auf 13.106 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es 0,5 Prozent auf 3.672 nach unten. Was die Parlamentswahlen in Großbritannien am Donnerstag betrifft, so ist die Societe Generale der Meinung, dass der Markt das Risiko einer Patt-Situation im Parlament unterschätzen könnte. Das Pfund notierte zu Börsenschluss indes weiter klar über 1,3000 Dollar, was darauf deutet, dass die Finanzmärkte auf einen Sieg der Tories unter Boris Johnson setzen.

Am Sonntag läuft zudem die Frist für weitere US-Strafzölle auf chinesische Importe mit einem Volumen von 160 Milliarden-Dollar ab. Alle Szenarien seien hier noch möglich: ein Deal, eine Verschiebung oder höhere Zölle, hieß es. Neue Zölle könnten nach Einschätzung aus dem Handel eine scharfe Abwärtsreaktion an den Börsen auslösen.

AMS gelingt mehrheitliche Übernahme von Osram

Der Lichtkonzern Osram kommt in österreichische Hände. Der deutlich kleinere Sensor- und Chiphersteller AMS brachte sein Übernahmeangebot durch und schaffte die selbst gesteckte Mindestannahmeschwelle von 55 Prozent. Der Osram-Vorstand will nun mit der Führungsspitze von AMS den Weg zu einem globalen Technologie-Führer für Sensoriklösungen und Photonik gemeinsam abstecken.

Mit Aufschlägen von 14,9 Prozent auf 44,24 Euro schlossen Osram aber deutlich über dem AMS-Gebot von 41 Euro je Anteilsschein. Offenbar setzen die Anleger darauf, dass AMS in Zukunft nachkaufen wird, um 75 Prozent der Anteile zu erwerben, damit ein Beherrschungsvertrag implementiert werden kann. Für einen Squeeze-out bräuchten die Österreicher 90 Prozent.

Der Pharmakonzern Sanofi (minus 2 Prozent) kauft das Biotech-Unternehmen Synthorx für 2,5 Milliarden US-Dollar und legt dafür eine saftige Prämie auf den Tisch: Sanofi will für alle ausstehenden Synthorx-Aktien 68 Dollar in bar zahlen, das entspricht einem Aufschlag von 172 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag.

Biotechnologie-Aktien profitierten von der Übernahmefantasie in der Branche. "Die hohe Prämie für Synthorx stützt", sagte ein Händler. Im TecDAX gewannen Carl Zeiss 10,9 Prozent, getrieben zusätzlich von einer Kaufempfehlung. Morphosys (plus 2,9 Prozent) stiegen auf ein neues Jahreshoch.

Tullow Oil brechen ein

Tullow Oil brachen an der Londoner Börse um mehr als 70 Prozent ein. Der Ölkonzern rechnet für das kommende Jahr wegen einer niedrigeren Förderung in Ghana nur noch mit einer Produktion von zwischen 70.000 und 80.000 Barrel täglich nach durchschnittlich 87.000 Barrel im laufenden Jahr. Zwischen 2022 und 2024 soll die Produktion bei täglich 70.000 Barrel liegen. Zugleich hat Tullow angekündigt, die Dividende zu streichen. Auch nimmt CEO Paul McDade mit sofortiger Wirkung seinen Hut.

Die Aktien des britischen Einzelhändlers Tesco legten um 4,6 Prozent zu. Der Konzern prüft den Rückzug aus Asien und will möglicherweise seine Supermärkte in Thailand und Malaysia verkaufen. "Damit kann er sich stärker auf die Kerngeschäftsfelder konzentrieren", so ein Marktteilnehmer.

Im Übernahmekampf um Just Eat hat die niederländische Prosus ihre Offerte erneut angehoben. Das Unternehmen bietet nun 740 Pence je Just-Eat-Aktie in bar. Die Aktien von Prosus schlossen wenig verändert, Just Eat gewannen 0,5 Prozent auf 781 Pence. Citigroup glaubt nicht an den Erfolg des Prosus-Gebots. Erst bei 830 Pence sei Just Eat fair bewertet.

 

(Quelle:finanzen.net)

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