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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 11.Februar 2020

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Indizes vom 10.02.2020 (C) finanzen.net Indizes vom 10.02.2020 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die europäischen Aktienmärkte schlossen nach einem vergleichsweise ruhigen Handelstag leicht im Minus. An den zuletzt schon dominierenden Themen hatte sich über das Wochenende kaum etwas geändert. Mit Blick auf die Virusepidemie in China geht zwar die Hoffnung um, dass sich die Wachstumsraten bei den Neuinfektionen abschwächen, noch steigen die Opfer- und Infiziertenzahlen aber weiter. Die chinesische Zentralbank hat angekündigt, den Kampf gegen die Epidemie mit umgerechnet rund 39 Milliarden Euro zu unterstützen.

Die Konjunkturaussichten werden mittlerweile zwar wieder etwas positiver gesehen. "Die Einkaufsmanagerindizes steigen weltweit wieder und deuten eine Erholung des Wirtschaftswachstums an", sagt Ulrich Stephan, Anlagestratege der Deutschen Bank. Allerdings habe die europäische Industrie ihre Schwächephase noch nicht überwunden, ergänzte der Experte. 

Der DAX gab um 0,2 Prozent nach auf 13.494 Punkte, der Euro-Stoxx-50 verlor 0,1 Prozent auf 3.793 Zähler. Die sicheren Häfen waren gesucht, so notierte Gold in Euro nur knapp unter dem Allzeithoch. Nicht gut kam das Ergebnis der Parlamentswahl in Irland an, weil es politische Unsicherheit verbreitet. Der Börsenindex ISEQ All Share gab um 1 Prozent nach und war damit in Europa das Schlusslicht.

Merger Monday - Isra Vision fliegen

Nach einem Übernahmegebot des schwedischen Industriekonzerns Atlas Copco zu 50 Euro je Aktie schoss der Kurs des Darmstädter Spezialmaschinenbauers Isra Vision um 45 Prozent nach oben. Isra-Chef Enis Ersü ist auch Großaktionär an dem Unternehmen und hielt seit längerem nach einem Partner Ausschau. Den hat er nun gefunden. Die Analysten von Hauck & Aufhäuser raten Aktionären von Isra Vision zur Annahme des als attraktiv bezeichneten Angebots. Die A-Aktien von Atlas Copco legten um knapp 1 Prozent zu.

Im Versicherungssektor interessiert sich die französische Covea Cooperations für einen Kauf von Partner-Re, der Rückversicherungssparte der Agnelli-Holding Exor. Diese könnte dabei mit 9 Milliarden Dollar bewertet werden. Exor zogen darauf um 4,1 Prozent an. Uniqa gewannen 7,9 Prozent, nachdem Axa seine Osteuropa-Aktivitäten für rund 1 Milliarde Euro an die Österreicher verkauft. Axa schlossen daraufhin leicht höher.

Übernahmeinteresse beflügelte auch die Aktie von NMC Health, für die es um 32 Prozent nach oben geht. Marktteilnehmer sprachen von einem Short-Squeeze. Wie das Unternehmen mitteilte, hätten der Private Equity Investor KKR und auch GK Investment ihr Interesse an einem Einstieg bekundet. Das Interesse scheint bisher recht vage. Einen konkreten Vorschlag oder gar eine Offerte habe der US-Investor KKR nicht vorgelegt, so das Unternehmen. Auch gebe es bisher keine Gespräche.

Daimler will mehr Stellen abbauen

In der Autobranche stand Daimler im Blick. Ein Bericht über eine Verschärfung des Sparprogramms stützte die Aktie, die 0,4 Prozent zulegt. Wie das Handelsblatt schreibt, will der Konzern statt 10.000 bis zu 15.000 Stellen abbauen und somit das geplante Sparvolumen von 1,4 Milliarden Euro deutlich erhöhen. Am Dienstag legen die Stuttgarter die 2019er Zahlen vor.

Airbus legten leicht zu, auch hier gab es Spekulationen um eine Übername des Bombardier-Anteils am Gemeinschaftsunternehmen CSALP, das den A220 baut. Je nachdem, was Airbus bezahle und wie sich das Geschäft dann entwickle, veranschlagen die Experten von Citi die Auswirkung auf den Wert je Aktie auf eine Spanne von minus 3,50 bis plus 2,25 Euro.

Von der Berichtssaison kamen Erstquartalszahlen von Carl Zeiss Meditec, deren Aktien nach den Zahlen stark schwankten. "Die Anleger sind hin- und hergerissen", sagte ein Marktteilnehmer. Einerseits seien die Zahlen etwas besser ausgefallen als erwartet. Andererseits verkauften einige Marktteilnehmer wegen der Aussage, Carl Zeiss Meditec werde mindestens so stark wachsen wie der Markt. Sie hätten mit einem noch stärkeren Ausblick gerechnet. Die Aktie schloss 4,8 Prozent tiefer.

Teamviewer legten um 0,4 Prozent zu. Bei der DZ Bank hieß es, die Viertquartalszahlen des Softwareunternehmens hätten die Erwartungen erfüllt. Marktteilnehmer bemängelten den Ausblick, der teilweise unterhalb der Erwartung liege.

(Quelle: finanzen.net)

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