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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 11. Juli 2019

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Täglich aktuelle Börsennachrichten aus Frankfurt/Main (C) finanzen.net Täglich aktuelle Börsennachrichten aus Frankfurt/Main (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Während am Mittwoch an der Wall Street neue Rekordhochs gefeiert wurden, kamen die Aktienmärkte in Europa nicht in Schwung. Nur kurz profitierten hier die Börsen von der Rede von Fed-Chef Jerome Powell vor dem US-Repräsentantenhaus. Dessen Aussagen wurden dahingehend interpretiert, dass die US-Notenbank Ende des Monats die Zinsen senken wird. Doch steigende Kurse am Nachmittag wurden rasch zu Verkäufen genutzt. Am Ende des Tages schlossen die Indizes mehrheitlich im Minus. Der DAX gab um 0,5 Prozent auf 12.373 Punkte nach, der Euro-Stoxx-50 schloss 0,2 Prozent leichter bei 3.502 Zählern. Die Bundesanleihen konnten einen Teil der zuvor gesehenen Verluste wieder aufholen, Gold gewann 0,8 Prozent auf 1.409 Dollar.

US-Notenbankchef Jerome Powell stand vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses turnusgemäß Rede und Antwort. Für Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, ließ Powell letztlich keinen positiven Grundtenor hinsichtlich des weiteren Konjunkturverlaufs zu. Damit wurde verbal der rote Teppich für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte Ende Juli ausgerollt. Der Notenbankchef unternahm demzufolge nichts, um die Markterwartungen an eine baldige Zinssenkung zu dämpfen. 

Start der Wirbelsturmsaison verteuert Öl

Aufwärts ging es mit den Ölwerten, der europäische Subindex gewann 0,6 Prozent. Wie jedes Jahr startet im Sommer die Wirbelsturmsaison in den USA. Der erste größere tropische Sturm, der sich in den kommenden Tagen zu einem Hurrikan mausern kann, ist Barry. "Im Golf von Mexiko haben bereits einige Ölunternehmen angefangen, die Mannschaften zu evakuieren und die Produktion einiger Ölplattformen einzustellen", heißt es von der ING. Zudem sind die Rohöllagerbestände in den USA in der vergangenen Woche überraschend stark gesunken. Die Preise für das Barrel der Sorten WTI und Brent steigen jeweils um über 3 Prozent.

Keine guten Nachrichten gab es aus China für die Automobilhersteller, der europäische Sub-Index schloss 0,7 Prozent im Minus. Der chinesische Automarkt kommt nicht in Schwung. Die Absätze fielen im Juni bereits den zwölften Monat in Folge. Analysten hatten ursprünglich auf eine Markterholung zur Jahresmitte gehofft. Jetzt jedoch sagen einige, dass es in nächster Zeit nicht so weit sein wird und senken ihre Prognosen. In Deutschland hoffen Unternehmen aus der Branche noch immer auf ein anziehendes Geschäft im zweiten Halbjahr. Sollte dies ausbleiben, könnte eine Serie von Gewinnwarnungen wie im Vorjahr folgen.

FMC für US-Wachstum gut positioniert

Fresenius Medical Care (FMC) legten um 1,7 Prozent zu. Die Analysten von Bryan Garnier wiesen darauf hin, dass das US-Gesundheitsministerium neue Bezahlmodelle für die Behandlung von Nierenerkrankungen ankündigen könnte. Die Trump-Administration wolle die Behandlung der Patienten zwecks Kostensenkung von der Klinik in deren Zuhause verlagern. FMC verfüge bei Heimdialyse nach der Übernahme von NxStage über eine starke Position und sei für weiteres Wachstum bereit.

Deutz blieben den dritten Tag unter Druck und verloren weitere 6,9 Prozent. Vorstandschef Frank Hiller hatte jüngst erklärt, die Spitze der Nachfrage sei überschritten. Nun regieren Analysten verschnupft, Berenberg stuft den Wert ab - andere Häuser begnügen sich mit dem Senken des Kursziels. Die Analysten von Hauck & Aufhäuser stufen das Risiko-Chance-Verhältnis für die Aktie als attraktiver ein, da an der Börse nun eine Gewinnwarnung eingepreist sei.

Airbus zogen um 1,4 Prozent an und notierten zwischenzeitlich auf Rekordhoch. Wegen der Probleme mit dem Modell 737 Max musste Konkurrent Boeing im ersten Halbjahr Airbus bei den Auslieferungen erstmals an sich vorbeiziehen lassen. Die Aussichten für den europäischen Hersteller sind günstig, weil Kunden statt der 737 Max nun das Konkurrenzmodell A320neo bestellen. Airbus ist weiterhin auf Kurs, in diesem Jahr so viele Flugzeuge auszuliefern wie noch nie.

(Quelle: finanzen.net)

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