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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 12. Juli 2019

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Indizes vom 11.07.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 11.07.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag im Minus geschlossen. Dabei erinnerte vieles an den Vortag. Während dort die Indizes mit Blick auf die Notenbankpolitik auf Rekordhoch kletterten, haderten die Investoren in Europa. Am Mittwoch war der S&P-500-Index erstmals in seiner Geschichte über die 3.000-Punkte-Marke gestiegen, am Donnerstag dann kletterte der Dow-Jones-Index über 27.000 Punkte. Mancher europäische Anleger blickt da neidvoll über den Atlantik.

In Deutschland dagegen überraschten drei Unternehmen mit Gewinnwarnungen. Auch wenn die Namen nicht in der ersten Reihe zu finden sind, überraschte die Häufung. Zudem waren es nicht die ersten Unternehmen, die auf die Absatzschwäche der Automobilindustrie oder aber auf die bereits zu spürenden Auswirkungen des US-chinesischen Handelskonfliktes verwiesen. Und es ist zu befürchten, dass in den kommenden Wochen weitere Unternehmen ihre Ausblicke senken. Der DAX schloss 0,3 Prozent tiefer bei 12.332 Punkten, das war bereits der fünfte Verlusttag in Folge. Der Euro-Stoxx-50 gab 0,1 Prozent auf 3.497 Zähler nach.

Gewinnwarnungen ernüchtern

Die Prognose gesenkt haben die Maschinenbauer Krones und Aumann sowie die Deutsche Beteiligungs AG. Krones brachen um 20,5 Prozent ein, Aumann um 18,5 Prozent und Deutsche Beteiligung verloren 9,2 Prozent. Die Titel der Aumann-Mutter MBB stürzten um 8,5 Prozent ab. Die Gewinnwarnungen rechtfertigen laut Händlern die vorsichtige Haltung gegenüber Zyklikern.

Sowohl Krones als auch Aumann litten unter anderem darunter, dass Kunden ihre Aufträge auf später verschieben. Dies heißt, dass dort geplante Produktionskapazitäten nicht benötigt werden, und die beiden Maschinenbauer in Folge nicht ausgelastet sind. Wann sich dies ändert, bleibt ungewiss.

Südzucker gaben nach Geschäftszahlen 1,2 Prozent nach. Der Zuckerproduzent hat im ersten Geschäftsquartal vor allem wegen eines Verlusts im Segment Zucker operativ signifikant weniger verdient und ist unterm Strich in die roten Zahlen gerutscht.

Fielmann gaben 4,2 Prozent ab. Der Zwischenbericht des Brillenanbieters falle "nicht überzeugend" aus, sagt ein Marktteilnehmer. Allerdings dürften auch Fielmann von der Nachfrage nach Aktien mit einem stabilen Geschäftsmodell profitieren. Fielmann hatte Gewinn und Umsatz gesteigert und die Prognose bekräftigt.

Positive Schlagzeilen kamen derweil von Gerresheimer, der Kurs schnellte um 13,8 Prozent empor. Der operative Gewinn auf bereinigter EBITDA-Basis liegt über den Erwartungen.

Ölpreisrally stützt Ölwerte

Ölaktien präsentierten sich gegen den Trend fest, der europäische Sektorindex klettert um 0,6 Prozent und führte die Branchenindizes an. Grund ist der Anstieg der Ölpreise auf neue Siebenwochenhochs. Zum einen sind die Öllagerbestände in den USA viel stärker zurückgegangen als erwartet. Zum anderen treiben die Spannungen im Persischen Golf die Preise, nachdem iranische Streitkräfte laut Presseberichten einen britischen Tanker kapern wollten. Zudem hat die Wirbelsturmsaison im ölreichen Golf von Mexiko begonnen.

Fresenius Medical Care (FMC) legten um 4,3 Prozent zu. Berenberg bewertet die möglichen US-Gesetzesänderungen bei der Behandlung von Nierenerkrankungen im Endstadium als positiv für das Unternehmen. Jegliche Umsatzverluste in FMCs eigenem Geschäft dürften mehr als kompensiert werden durch vermehrte Heimdialyse sowie den Weg hin zu einem pauschalen Pro-Kopf-Zahlungsmodell für Medicare-Patienten, so die Analysten. Der Kurs der Mutter Fresenius stieg um 3,2 Prozent.

(Quelle:finanzen.net)

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