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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 13.Februar 2020

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Indizes vom 12.02.2020 (C) finanzen.net Indizes vom 12.02.2020 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die Rally an Europas Börsen ist am Mittwoch ungebremst weitergelaufen. Das Coronavirus verlor weiter an Schrecken, weil die Zahl der Neuerkrankungen abnahm. Zudem hofften Marktakteure darauf, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen regional auf China beschränkt blieben und die wirtschaftliche Erholung wie bei der Sars-Epidemie durchgreifend ausfallen werde.

An der guten Stimmung änderten auch schwach ausgefallene Industrieproduktionsdaten aus der Eurozone nichts. Börsianer hakten die Daten als vergangenheitsbezogen ab und setzten stattdessen darauf, dass sich die Konjunkturindikatoren verbessern würden; unter anderem wegen der bereits verabreichten und womöglich noch kommenden Konjunkturstimuli der chinesischen Notenbank vor dem Hintergrund der negativen Folgen für die Wirtschaft durch die Virusepidemie. Auch die EZB soll angeblich bereits über Lockerungsmaßnahmen nachdenken.

Der DAX gewann 0,9 Prozent auf 13.750 Punkte - bei 13.759 wurde ein neues Rekordhoch markiert. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,7 Prozent auf 3.854 Zähler nach oben. Angetrieben wurde der DAX vor allem von Kursgewinnen der schwer gewichteten Autoaktien. Der Stoxx-600-Sektorindex war mit plus 3,8 Prozent der größte Branchengewinner. Auslöser für die Kauflust waren Aussagen von BMW, die Produktion in China am Montag wieder aufnehmen zu wollen. Die Unsicherheit über das weitere Vorgehen der Autohersteller wegen des Virusausbruchs hatte zuletzt für Risikoabschläge gesorgt. BMW legten um 4,1 Prozent zu, VW um 3,4 Prozent, Daimler um 3,2 Prozent und Conti um 6,6 Prozent.

Jenoptik, Kering und Heineken mit kräftigen Kursgewinnen

Unternehmensseitig dominierten Geschäftszahlen das Geschehen. Nach dem Zahlenausweis bei Jenoptik ging es für die Aktie um 6,1 Prozent nach oben. Jenoptik hatte im vergangenen Jahr von einer guten Nachfrage aus der Chipausrüstungsindustrie und von Akquisitionen profitiert. Für das laufende Jahr wurde weiteres Wachstum angekündigt.

Im erwarteten Rahmen fielen die Geschäftszahlen des Autozulieferers Norma aus. Die Analysten von Quirin erhöhten das Papier auf "Kaufen". Sie setzten darauf, dass der Margenrückgang zum Stillstand kommt. Die Norma-Aktie legte auch im Sog der festeren Kurse in der Autobranche um 4,4 Prozent zu.

Für die Aktie von Voltabox ging um 18,6 Prozent nach oben. Positiv wurde an der Börse gewertet, dass Voltabox die Zusammenarbeit mit e-troFit durch den Abschluss eines Rahmenvertrags langfristig gesichert hatte. Dabei geht es um die Lieferung von Hochleistungsbatteriesystemen für die Umrüstlösung von e-troFit für Dieselbusse.

Kering stiegen um 6,3 Prozent. Hier waren besonders die Gucci-Zahlen sehr stark ausgefallen - und dies trotz einer Halbierung der Umsätze in Hongkong. Das organische Gucci-Wachstum von 10,5 Prozent schlug die Prognose von 8,6 Prozent deutlich. Die Marke Gucci trägt rund 80 Prozent zum operativen Gewinn bei Kering bei. Die Kurse der Wettbewerber legten ebenfalls zu: Hugo Boss um 1, LVMH um 3 und Burberry um 2,8 Prozent.

Heineken-Zahlen überzeugen

Als besser als erwartet wurden die Geschäftszahlen des Bierbrauers Heineken bezeichnet, für die Aktie ging es um 5,2 Prozent nach oben. Noch wichtiger als die Zahlen für das abgelaufene Jahr sei der Ausblick, hieß es. Und für 2020 gehe Heineken von einem Anstieg des operativen Gewinns auf organischer Basis im mittleren einstelligen Prozentbereich aus.

Auf Enttäuschung stießen dagegen die Geschäftszahlen von ABN Amro. Die Citigroup geht von sinkenden Konsenserwartungen für den Gewinn 2020 aus. Der Gewinn habe die Erwartungen um 29 Prozent verfehlt und liege 24 Prozent unter den Schätzungen der Citigroup. ABN Amro verbilligten sich um 5,8 Prozent.

Bei Akzo Nobel fielen Umsatz und Margen laut Marktteilnehmern innerhalb der erwarteten Spannen aus. Das könne aber bereits Befürchtungen entkräften, dass die Konsensschätzungen zu positiv seien für das Spezialchemieunternehmen, hieß es. Der Kurs legte um 2,9 Prozent zu.

Rovio brachen um 17,6 Prozent ein. Der Videospieleanbieter hatte im vierten Quartal einen Verlust ausgewiesen nach einem deutlichen Gewinn im Vorjahr. Grund für den Einbruch waren die hohen Kosten für den Spiele-Streamingdienst Hatch, der nur auf eine geringe Resonanz gestoßen war. Die Finnen prüfen nun strategische Alternativen.

(Quelle: finanzen.net)

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