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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 13. Juli 2019

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Indizes vom 12.07.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 12.07.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Freitagnachmittag behauptet. Der DAX sank um 0,1 Prozent auf 12.323 Punkte, der Euro-Stoxx-50 ging kaum verändert aus dem Handel. Gestützt wurde die Stimmung vom fortgesetzten Rekordkurs der Wall Street. Bei den zuletzt gedrückten Zyklikern kam es zu Rückkäufen, trotz einer Gewinnwarnung von Daimler gehörte der Stoxx-Autoindex zu den führenden Gewinnern hinter dem Chemie-Index. Die zuletzt favorisieren Aktien aus den Bereichen Versorgung, Pharma und Nahrungsmittel litten dagegen unter Gewinnmitnahmen.

Daimler konnten sich vom Tagestief lösen und schlossen 0,7 Prozent im Minus, nachdem eine weitere Gewinnwarnung die Aktien im frühen Geschäft noch um mehr als 4 Prozent gedrückt hatte. Im zweiten Quartal hat Daimler operativ einen Milliardenverlust eingefahren. Grund sind höhere Kosten im Zusammenhang mit der Dieselthematik sowie zusätzliche Rückstellungen wegen eines Rückrufs von Takata-Airbags. Hinzu kommen weitere Faktoren wie die geringer als erwartet wachsenden Automobilmärkte. Ganz überraschend kam das allerdings nicht: Die DZ Bank meinte, sie habe mit der Gewinnwarnung gerechnet. 

Bei der UBS hieß es, die Abschreibungen für die Dieselthematik machten den größten Belastungsposten aus. Eine Milliarde Belastung komme vom Airbag-Problem mit Takata, und zudem gebe es einen kostspieligen Rückruf in China. All diese Faktoren herausgerechnet ergebe sich für das zweite Quartal ein bereinigter operativer Gewinn auf EBIT-Basis von 2,6 Milliarden Euro - womit Daimler im Rahmen der UBS-Erwartung liege.

Bei den anderen Autotiteln ließen sich die Anleger so auch nicht von der Daimler-Gewinnwarnung irritieren: BMW schlossen 1 Prozent und VW 1,1 Prozent fester. Peugeot stiegen um 1,9 Prozent, und bei den Zulieferern legten Conti um 2,2 Prozent zu. Noch besser im DAX lagen nur die zuletzt ebenfalls sehr schwachen Covestro mit einem Plus von 2,6 Prozent. BASF erholten sich um 1,2 Prozent. Der Stoxx-Chemie-Index gewann 1,2 Prozent, und der Auto-Index zog um 1 Prozent an.

Deutsche Bank holten ebenfalls einen Teil der jüngsten Verluste auf und stiegen um 2,5 Prozent, nachdem die UBS ihre Verkaufsempfehlung zurückgezogen und die Aktien auf Neutral hochgestuft hatte.

Nächster Kurseinbruch bei Thomas Cook

Die Aktie des britischen Reisekonzerns Thomas Cook brach um fast 60 Prozent ein auf ein Allzeittief. Das Unternehmen erwartet im zweiten Halbjahr ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern unter Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang hat sich zuletzt zwar verbessert, aber die Margen bleiben aufgrund des andauernd intensiven Wettbewerbs schwach.

Die am Morgen gemeldete und lang erwartete Geldspritze von Fosun Tourism ist für Thomas Cook überlebenswichtig, führt allerdings bei den Altaktionären zu einer massiven Verwässerung. Neil Wilson von Markets.com stellt sich zudem die Frage, wie sich die Transaktion auf den geplanten Flugverkauf auswirken werde.

AB Inbev verloren 1,1 Prozent nach einem Medienbericht, wonach sich der Börsengang der Asientochter in Hongkong verzögern könnte.

Öl steigt weiter

Mit der andauernden Ölpreisrally setzte sich die Aufwärtsbewegung der Ölwerte noch etwas fort. Preisstützend wirkten die Wirbelsturmsaison im Golf von Mexiko sowie die Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Der Tropensturm Barry habe etwa die Hälfte der Ölförderung an der US-Golfküste zum Stillstand gebracht, stellt Vanguard Markets fest. Der Sektor der europäischen Ölwerte legte um 0,1 Prozent zu.

Siemens Healthineers verloren weitere 1,4 Prozent auf 35,41 Euro, nach einer Flut negativer Analystenkommentare. Laut den Citi-Analysten geht die Sorge um, die Diagnostiksparte könnte im dritten Geschäftsquartal schlechter als im zweiten abgeschnitten haben - auch wenn die Citi-Analysten selbst keine fundamentalen Probleme ausmachen. Goldman Sachs hat das Kursziel auf 34 Euro von 34,90 Euro gesenkt, JP Morgan hat es auf 33,40 Euro von 34,10 Euro heruntergenommen, und die HSBC hat die Aktie auf "Halten" von "Kaufen" abgestuft.

 

(Quelle:finanzen.net)

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