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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 15.April 2020

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Indizes vom 14.04.2020 (C) finanzen.net Indizes vom 14.04.2020 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Nach dem langen Osterwochenende haben sich Europas Börsen am Dienstag freundlich präsentiert. Stützend wirkten die jüngsten Wirtschaftsdaten aus China. Dort sind zwar die Ex- und Importe im März weiter zurückgegangen, jedoch in einem geringeren Tempo und auch nicht im befürchteten Rahmen. Aber auch von der Corona-Pandemie in Europa gibt es Daten, die zuversichtlich stimmen. So gehen die Fallzahlen bei Neuerkrankungen in Südeuropa weiter zurück.

Auch stieß der Auftakt der US-Berichtssaison bei den Anlegern überwiegend auf positive Resonanz. Der Euro-Stoxx-50 gewann 0,9 Prozent auf 2.918 Punkte, für den DAX ging es 1,2 Prozent auf 10.697 nach oben. Die deutschen Anleger mussten sich allerdings zeitweise in Geduld üben. Gleich für mehrere Stunden konnte wegen eines technischen Problems auf Xetra nicht gehandelt werden. Auch die Wiener Börse hatte technische Probleme.

 

Am Ölmarkt gaben Brent und WTI deutlich nach. Und das, obgleich sich die Opec im Verbund mit anderen Ölförderländern am Wochenende auf eine Fördersenkung um 9,7 Millionen Barrel pro Tag geeinigt hat. Dies dürfte allerdings zu wenig sein. Einige Experten bezifferten den Nachfragerückgang aufgrund des Coronavirus auf rund 30 Millionen Barrel täglich und bleiben daher skeptisch mit Blick auf eine nachhaltige Preiserholung.

Trump rechnet mit weiteren Förderkürzungen

US-Präsident Donald Trump hat mit der Ölförderung im eigenen Lande ein starkes Interesse an einer Stabilisierung des Ölmarktes. Per Twitter teilte er mit, dass die Opec und die kooperierenden Ölländer an einer Senkung um 20 Millionen Barrel am Tag arbeiteten. Der Öl- und Gassektor verlor 2,1 Prozent.

Während sich in einigen Ländern der Eurozone Lockerungen der Ausgangssperren abzeichnen, überraschte Frankreich am Vorabend. So hat das Land die seit vier Wochen geltende Ausgangssperre wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum 11. Mai verlängert. Präsident Emmanuel Macron sagte, Lockerungen der Maßnahmen erfolgten anschließend schrittweise. Er forderte die Franzosen auf, sich weiter "verantwortungsvoll" an die Regeln zu halten. Die Pariser Börse schloss 0,4 Prozent fester.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel berät am Mittwoch mit den Ministerpräsidenten über eine mögliche Lockerung Corona-bedingter Einschränkungen. Eine wichtige Grundlage der Beratungen bilden die Empfehlungen der Nationalakademie Leopoldina.

Für Generali ging es 2,1 Prozent nach oben. Positiv wertete Equita die bestätigte Dividende des Versicherers von 0,96 Euro je Anteilsschein. Diese soll in zwei Tranchen ausgezahlt werden. Die Ankündigung wurde von den Anlegern mit Erleichterung aufgenommen, hatte doch unlängst die Aufsichtsbehörde EIOPA die Einstellung von Dividendenzahlungen wegen der Coronaviruskrise gefordert.

Renault beendet Joint Venture mit Dongfeng

Französische Autotitel lagen schwach im Markt. Renault gaben 2,8 Prozent nach, während es für Peugeot gleich um 5,9 Prozent nach unten ging. Renault hatte mitgeteilt, aus dem verlustmachenden Joint Venture mit Dongfeng auszusteigen. Eigentlich sei dies eine positive Nachricht, hieß es im Handel. Allerdings bleibe den Franzosen damit kaum mehr als der Heimatmarkt. Und der dürfte schwer von Corona in Mitleidenschaft gezogen werden.

Aktien von Kreuzfahrtveranstaltern wie Carnival, die 5,7 Prozent fielen, und Tui mit minus 7,9 Prozent waren weiter nicht gefragt. Da Kreuzfahrtreedereien ihre Schiffe oft unter Billigflaggen betreiben, ist die Aussicht auf Staatshilfen eher gering. Dazu hat Carnival den Stopp ihrer Reiseaktivitäten bis Ende Juni verlängert.

Osram haussierten dagegen mit Aufschlägen von 12 Prozent auf 37,25 Euro. Damit schloss die Aktie nicht mehr so weit unterhalb des AMS-Angebotspreises von 41 Euro je Anteilsschein. Das Osram-Papier war im Jahrestief bis auf 20,50 Euro gefallen, da Anleger erhebliche Zweifel am Zustandekommen der Übernahme hatten. Es wurde bezweifelt, ob AMS die für die Transaktion nötige Finanzierung erhalten würde. Diese Bedenken scheinen sich aber zunehmend aufzulösen. AMS gewannen 2,5 Prozent.

(Quelle: finanzen.net)

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