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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 15. November 2019

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Indizes vom 14.11.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 14.11.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Bei einem insgesamt sehr ruhigen Geschäft standen Europas Börsen am Donnerstag unter leichtem Abgabedruck. Vom Umfeld gab es gemischte Impulse, die die Anleger zu kleineren Gewinnmitnahmen animierten: Aus Japan kamen schwache Wachstumsdaten, während in China schwächere Daten zur Industrieproduktion veröffentlicht wurden. Impulse für Einzelaktien kamen weiter von der nun langsam endenden Berichtssaison.

Tendenziell positiv war der Anstieg des deutschen Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal (plus 0,1 Prozent). "Das Wachstum ist eine große Überraschung und kommt unerwartet", kommentierte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank. Insgesamt sei es aber nicht mehr als eine schwarze Null. Deutschland schrammt damit nach offizieller Lesart zwar an einer sogenannten technischen Rezession vorbei, doch ändert dies nichts an der insgesamt schwierigen wirtschaftlichen Situation.

Der DAX verlor 0,4 Prozent auf 13.180 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 gab um 0,3 Prozent auf 3.689 Punkte nach. Die Bundesanleihen tendierten etwas fester.

Daimler will Personalkosten senken

Der neue Daimler-Chef Ola Källenius will mit umfangreichen Kostensenkungen und strategischen Anpassungen zurück in die Erfolgsspur. Alleine bei Mercedes-Benz Cars sollen die Personalkosten in den kommenden drei Jahren um über 1 Milliarde Euro gesenkt werden, kündigte er anlässlich einer Investoren-Konferenz an. Bei der zuletzt schwachen Rendite ist angesichts auch der Aufwendungen für den Umbau kaum Besserung zu erwarten. Die Daimler-Aktie fiel um 4,5 Prozent angesichts der wenig erbaulichen Aussichten.

Merck KGaA verloren 3,3 Prozent. Der Gewinn verfehlte im vergangenen Quartal die Erwartungen knapp. Sowohl den Umsatzausblick als auch den Ausblick für das bereinigte operative Ergebnis hat Merck dagegen nach oben genommen.

Für RWE ging es um 2,5 Prozent nach unten. Und das, obgleich die Geschäftszahlen von Aktienhändlern sowie Analysten allgemein als positiv eingestuft wurden. Händler vermuteten Gewinnmitnahmen.

Nach einem volatilen Verlauf schlossen Henkel 0,4 Prozent fester. Die Zahlen hätten voll im Rahmen der Markterwartungen gelegen, hieß es von der DZ Bank. Erneut sehr enttäuschend sei das Geschäft in der Sparte Beauty Care verlaufen. Positiv hervorzuheben sei aber der sehr kräftige Anstieg des freien Cashflows in den ersten neun Monaten des Jahres.

Für 3i ging es an der Londoner Börse um 4,6 Prozent nach unten. Hintergrund war die Entwicklung des Net Asset Value (NAV) im ersten Halbjahr. Mit 873 Pence sei er zwar 7,1 Prozent höher als im Vorjahr, so Barclays. Damit liege der NAV aber 3,4 Prozent unter dem Mittelwert der erwarteten Spanne zwischen 860 und 947 Pence, hieß es.

Spekulation treibt Qiagen - Platzierung belastet CTS Eventim

Von starken Zahlen sprach ein Marktteilnehmer mit Blick auf Bouygues. Der französische Mischkonzern hat den Nettogewinn im den ersten neun Monaten um etwa 10 Prozent gesteigert und damit stärker als erwartet. Der Umsatz wuchs um 9 Prozent. Bouygues gewannen 0,8 Prozent.

Qiagen schnellten um 14 Prozent nach oben. Auslöser war ein Bloomberg-Bericht über ein mögliches 8-Milliarden-Dollar-Gebot für Qiagen durch den US-Laborzulieferer Thermo Fisher Scientific. "Das hätte industrielle Logik und wäre ein sehr, sehr guter Zeitpunkt", sagte ein Händler.

Eine Platzierung belastete dagegen CTS Eventim, die Aktie des Ticketvermarkters schloss 5,9 Prozent niedriger. Wie CTS mitteilte, hat die KPS Stiftung 4,2 Millionen Aktien an institutionelle Aktionäre verkauft. KPS will die Beteiligung über die nun abgeschlossene Platzierung hinaus zunächst nicht weiter reduzieren.

Bei K+S ist laut Händlern noch keine durchgreifende Erholung in Sicht. "Das dritte Quartal hat sich zwar vergleichsweise gut entwickelt", meinte ein Marktteilnehmer, der Konzern habe aber die Prognose für den operativen Gewinn kassiert und drossele die Kaliproduktion weiter. Der Kurs fiel um 5,4 Prozent.

Gut kamen die Geschäftszahlen von Burberry an. Für die Aktie ging es in London um 3,3 Prozent nach oben. Dass der Modehersteller auf Margendruck aufgrund der Proteste in Hongkong hinweise, sei eingepreist, hieß es. Wichtiger sei der Anstieg des Vorsteuergewinns gegenüber dem Vorjahr.

Höhere Rückstellungen als erwartet bei Raiffeisen

Als ordentlich wurden die Zahlen von Raiffeisen Bank International bezeichnet. Allerdings sind die Rückstellungen höher als erwartet ausgefallen. Auch liegt die harte Kernkapitalquote CET1 mit 13,7 Prozent unter der Schätzung von Morgan Stanley (MS) von 14,1 Prozent. Die Aktie gab um 3,0 Prozent nach.

Adler Real Estate reagierten mit einem Anstieg von 9,3 Prozent auf den Zwischenbericht. In den ersten neun Monaten stieg der Gewinn (FFO) um 12,9 Prozent.

Ebenfalls nach Geschäftszahlen gewannen Hapag-Lloyd 7,5 Prozent, während Cancom im TecDAX 2,7 Prozent niedriger schlossen. Nach einer Gewinnwarnung knickte der Kurs des Brennstoffzellenexperten SFC Energy um 23,8 Prozent ein.

 

(Quelle:finanzen.net)

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