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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 17. August 2019

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Indizes vom 16.08.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 16.08.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN.Die europäischen Börsen haben den Freitag mit deutlichen Gewinnen beendet. Es war ein recht ruhiger Handelstag, der eine turbulente Woche beendete. Am Nachmittag kam aber Kursfantasie mit einem Bericht des Magazins Spiegel auf, wonach die deutsche Regierung bereit ist, im Fall einer Rezession die schwarze Null im Bundeshaushalt aufzugeben. Im übrigen sahen Teilnehmer die Gewinne als eine Gegenbewegung nach den herben Verlusten der jüngsten Zeit. An den grundlegenden Themen hat sich nichts geändert: die verfahrene Lage in Hongkong, der US-chinesische Handelsstreit, der bevorstehende Brexit und die schwache Wirtschaft. Diese Gemengelage könne die Erholung schnell wieder zum Erliegen bringen, warnten Händler.

Der DAX stieg 1,3 Prozent auf 11.563 Punkte, der Euro-Stoxx-50 notierte mit 3.329 Punkten 1,4 Prozent über Vortagesschluss. Der kleine Verfall an den Derivatebörsen spielte keine besondere Rolle bei der Kursfindung. An der Londoner Börse verzögerte sich die Kursstellung am Freitag. Aufgrund technischer Probleme ging der Handel erst eine Stunde und 40 Minuten später los. Der FTSE-100 schloss 0,7 Prozent höher.

Börsianer setzen auf Zentralbanken

Wenigstens von einem Konfliktherd kamen leichte Entspannungssignale. Denn China wird nach Angaben einer Staatszeitung die Proteste für mehr Demokratie in Hongkong nicht ähnlich niederschlagen wie jene am Tiananmen-Platz in Peking 1989. Die brutale Niederschlagung der Proteste kostete China seinerzeit internationales Ansehen und stürzte das Land in eine Wirtschaftskrise.

Unterstützung für die Aktienmärkte kam auch aus den USA. Denn dort entfachten mögliche Zinssenkungen trotz noch immer robuster Konjunkturlage die Fantasie. Der Präsident der Federal Reserve Bank of St. Louis, James Bullard, sieht die US-Wirtschaft nach wie vor gut aufgestellt, auch wenn der Handelsstreit zwischen den USA und China die konjunkturellen Aussichten unsicherer werden lasse. Dessen ungeachtet preist der US-Zinsterminmarkt einen großen Zinsschritt der US-Notenbank immer deutlicher ein.

Für den europäischen Technologiesektor kamen ebenfalls positive Signale aus den USA: Im Handel wurden die Ausblicke der US-Technologiekonzerne Applied Materials und Nvidia für die europäischen Wettbewerber als positiv gewertet. So teilte Nvidia mit, dass das Geschäft nach einem schwierigen Jahr wieder normal verlaufen werde. Europäische Techwerte legten 1,7 Prozent zu: AMS gewannen 1,2 Prozent, STMicro 2,1 Prozent, Infineon 2 Prozent oder Wirecard 3,1 Prozent.

Unternehmensmeldungen waren rar: Das operative Geschäft des Einkaufszentrenbetreibers Deutsche Euroshop verläuft stabil. Allerdings verfehlte das Unternehmen im ersten Halbjahr die Erwartung der Analysten beim Betriebsergebnis (FFO) knapp. Die Aktie notierte 1,9 Prozent im Minus.

Für die Aktie von Nordex ging es mit einem Minus von 9,2 Prozent bereits den zweiten Tag in Folge deutlich nach unten. An der Börse macht man sich darüber Sorgen, ob der hohe Auftragsbestand zulasten der Marge geht. Die Analysten von Independent Research wiesen zudem auf den hohen Goodwill in der Bilanz hin.

Baumot ziehen weiter an

Nach dem Plus des Vortages ging es für die Aktie von Baumot am Freitag um weitere 1,3 Prozent nach oben. Auslöser für das Kaufinteresse war die bereits seit längerem erwartete Nachricht, dass das Kraftfahrtbundesamt die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für die BNOx-Systeme erteilt hat. Manz erholten sich von den jüngsten Verlusten und gewannen 8,6 Prozent.

Ansonsten bewegten Analystenkommentare die Kurse: So hat Bank of America-Merrill Lynch Bayer auf Kaufen hochgenommen, für den Wert ging es um 2,6 Prozent nach oben. Bei K+S gab es zwei Kurszielsenkungen, die Aktie verlor 1,1 Prozent. Nach dem Absturz am Vortag erholten sich 1&1 Drillisch um 8,4 Prozent und United Internet um 14 Prozent. Bei United stützte auch eine Kaufempfehlung. Negative Analystenstimmen drückten SGL Carbon um 4,3 Prozent.

 

(Quelle:finanzen.net)

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