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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 18.Juli 2020

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Indizes vom 17.07.2020 (C) finanzen.net Indizes vom 17.07.2020 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. An diesem Freitag hielt der Sondergipfel der Europäischen Union die Anleger in Reserve, so dass sich der Leitindex der Eurozone mit einem Plus von 0,01 Prozent auf 3365,60 Punkte kaum vom Fleck bewegte. Auf dem Gipfel steht das Hilfsprogramm zur Bewältigung der Corona-Krise zur Debatte.

In Paris sank der Leitindex CAC 40 um 0,31 Prozent auf 5069,42 Punkte. In London aber stieg der FTSE 100 um 0,63 Prozent auf 6290,30 Punkte. Hier halfen deutliche Kursgewinne bei schwer gewichteten Aktien aus dem Rohstoffsektor.

Ob auf dem EU-Gipfel rasch eine Einigung gelingt, bleibt fraglich. Kanzlerin Angela Merkel hatte die Erwartungen an eine schnelle Entscheidung über das milliardenschwere EU-Wiederaufbaupaket gedämpft. Dabei drängt die Zeit. Fachleute rechnen wegen der Corona-Krise mit einem noch tieferen Absturz der Wirtschaftsleistung im Euroraum. Wie die Europäische Zentralbank mitteilte, erwarten von ihr befragte Experten für dieses Jahr eine wirtschaftliche Schrumpfung im Währungsraum um durchschnittlich 8,3 Prozent. In der vorherigen Befragung drei Monate zuvor war nur ein Rückgang um 5,5 Prozent erwartet worden.

 

Doch selbst bei einer Einigung bleibt die weitere Entwicklung unsicher. "Ob die Aktienbörsen im Euroraum davon profitieren können, erscheint zumindest mit Blick auf die kommenden Monate fraglich", hieß es in einem Kommentar der Landesbank Baden-Württemberg. "Hier überwiegen nach unserer Einschätzung die Risiken. So dürfte es wohl länger als erhofft dauern, bis die Gewinne der Unternehmen wieder ihr Vorkrisen-Niveau erreichen können."

Stärkster Gewinner waren europaweit die Autowerte, die 1,55 Prozent zulegten. Hier stützte vor allem das Plus der Aktien von Daimler in Höhe von gut vier Prozent, nachdem die Stuttgarter einen überraschend niedrigen Quartalsverlust gemeldet hatten.

Aber auch der Nutzfahrzeughersteller Volvo (Volvo AB (B)) kam mit seinem Zahlenwerk gut an, wenngleich die Tagesgewinne am Ende auf knapp ein Prozent zusammenschmolzen. Zwar war der Umsatz eingebrochen, doch Analyst Jose Asumendi von der US-Bank JPMorgan fand trotzdem lobende Worte. Kostensenkungsmaßnahmen hätten sich positiv bemerkbar gemacht. Auch Staatshilfen in der Corona-Krise hätten gestützt.

Gefragt waren zudem Technologiewerte. Hier ragten Aktien von Ericsson (Ericsson (Telefon AB LMEricsson) (B)) mit einem deutlichen Aufschlag von gut 11 Prozent hervor. Der Netzwerkausrüster war dank der hohen Nachfrage nach Produkten für den Aufbau des 5G-Netzes bislang gut durch die Corona-Krise gekommen. Der Umsatz im zweiten Quartal blieb im Vergleich zum Vorjahr stabil und der operative Gewinn legte zu. Gut schlugen sich ferner die Versorger. Die Deutsche Bank hatte in einer Branchenstudie die Kursziele zahlreicher Einzelwerte erhöht.

Am Ende des Feldes lagen die Reise- und Luftverkehrswerte, die 1,12 Prozent einbüßten. Die Corona-Krise hatte die asiatische Fluggesellschaft Cathay Pacific (Cathay Pacific Airways) im ersten Halbjahr tief in die roten Zahlen gerissen.

Unter den weiteren Einzelwerten ragten Yara (Yara International ASA) mit einem Aufschlag von 6,6 Prozent hervor. Der norwegische Düngerhersteller hatte im zweiten Quartal beim operativen Gewinn besser als als erwartet abgeschnitten. Außerdem kündigte das Unternehmen einen Aktienrückkauf an.

(Quelle:finanzen.net)

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