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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 19.März 2020

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Indizes vom 18.03.2020 (C) finanzen.net Indizes vom 18.03.2020 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Am Mittwoch ging es mit den Kursen an Europas Börsen wieder gen Süden. Am Markt herrscht weiter Panikstimmung. Immer mehr Analysten setzen auf eine bevorstehende schwere Rezession. Eine "Mutter aller Rezessionen" wie man sie seit dem Krieg nicht mehr erlebt habe, erwartet Gabriel Felbermayr, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). EZB-Chefin Lagarde hält einen BIP-Einbruch in der Eurozone von mehr als 5 Prozent für möglich.

Bei Goldman Sachs ist die globale BIP-Prognose zumindest mit 1,25 Prozent Jahreswachstum noch positiv, allerdings auch von 1,9 Prozent drastisch gekürzt. Für das zweite Quartal sieht das Haus eine drastische Rezession, die nur durch Aufholeffekte bis Jahresende wieder teilweise gutgemacht wird. S&P Global erwartet für ganz Asien-Pazifik 2020 ein Wachstum von unterhalb 3 Prozent.

US-Regierung fordert massives Konjunkturprogramm

Die US-Regierung drängt derweil auf ein Fiskalprogramm mit einem Volumen von 1,2 Billionen Dollar. Dieses soll direkte Zahlungen an die US-Bürger von jeweils 1.000 Dollar enthalten. Der DAX verlor 5,6 Prozent auf 8.442 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gab um 5,7 Prozent nach auf 2.386 Punkte.

Das Pfund stand massiv unter Abgabedruck und fiel klar unter die Marke von 1,20 Dollar. Vor wenigen Tagen notierte die britische Währung noch bei über 1,30 Dollar. Im Handel war von einer Flucht in den "sicheren" Dollar-Hafen die Rede. Daneben steigen mit der Coronavirus-Epidemie die Unsicherheiten um ein Handelsabkommen mit der EU nach dem Brexit. Das Pfund stand zu Börsenschluss bei rund 1,1550 Dollar.

Deutsche Börse brachen um 9,3 Prozent ein, der LSE ging es mit Abschlägen von 6 Prozent etwas besser. Nicht nur haben viele Länder Leerverkäufe weiter eingeschränkt, hinzu gesellt sich die Befürchtung erzwungener Börsenschließungen. Mit einem Minus von 15,6 Prozent erwischte es MTU noch sehr viel schlimmer. Es wird ein Ausfall der Dividende befürchtet. JPM hat das Papier auf Underweight gesenkt. Airbus gaben in Paris 22,2 Prozent ab.

Während konjunktursensible Branchen wie Rohstoffe massiv abverkauft wurden, hielt sich der Telekomsektor mit Verlusten von 1,2 Prozent vergleichsweise gut. Die Suche nach Gewinnern der Coronakrise legt sich immer mehr auf "Stay-at-home"-Aktien fest, die vom Zuhausebleiben der Bevölkerung profitieren. Telefonica stiegen 0,2 Prozent, Telecom Italia sogar um 9,9 Prozent. Im DAX waren Beiersdorf (plus 6,1 Prozent) wegen der verstärkten Nachfrage nach Hygieneartikeln gesucht.

BMW verloren 3 Prozent. Der Autobauer rechnet wegen der Coronavirus-Krise dieses Jahr mit einem deutlichen Gewinnrückgang. VW gaben 12 Prozent nach, Infineon 15,7 Prozent. Ceconomy brachen um 15,5 Prozent ein, nachdem das Unternehmen wegen der Krise die Prognose kassiert hatte. Auch Osram (minus 8 Prozent) zog die Prognose zurück.

Sehr starke Zahlen von Inditex

Überrascht über den "relativ glimpflichen" Ausblick von Deutz bei den endgültigen Zahlen äußerte sich ein Händler: "Sie sehen zwar eine Corona-Belastung, wollen aber trotzdem weiter die Mittelfristziele bis 2022 erreichen." Dies impliziere die Erwartung einer starken Markterholung, da bereits 2019 rückläufige Auftragseingänge gebracht habe und für 2020 wegen Konjunktur und Corona ein Umsatzrückgang erwartet werde. Die Aktie rückte gegen den Markt um 3,6 Prozent vor.

Um 1,6 Prozent abwärts ging es mit den Aktien von Zara-Mutter Inditex. Analysten sprachen von starken Jahreszahlen 2019. Inditex bildet jedoch Rückstellungen für eventuelle Krisenfolgen in Höhe von 287 Millionen Euro. Entsprechend wird damit die Marge zurückgehen. Da nun schon fast 3.800 Geschäfte geschlossen sind, brach der Umsatz Anfang März um 24 Prozent ein.

(Quelle:finanzen.net)

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