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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 2. August 2019

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Indizes vom 01.08.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 01.08.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. An den europäischen Aktienmärkte ging es am Donnerstag im späten Handel leicht aufwärts und verhalf den Börsen zu einem freundlichen Handelsende. Den positiven Impuls lieferte die Wall Street, wo sich die Indizes nach den starken Vortagesverlusten wieder erholten. Zur Wochenmitte hatten die US-Indizes zunächst verschnupft darauf reagiert, dass die US-Notenbank die Leitzinsen lediglich um 25 Basispunkte gesenkt hatte. Diejenigen, die auf einen größeren Schritt gesetzt hatten, wurden enttäuscht.

Der Dollar profitierte und wertete kräftig auf. Der Euro fiel zwischenzeitlich zum Greenback mit 1,1027 Dollar auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren - dies stützte den Aktienmarkt. Die Berichtssaison lieferte einmal mehr einige Überraschungen - Siemens auf der Ertragsseite eine negative. Der DAX schloss 0,5 Prozent höher bei 12.253 Punkten, der Euro-Stoxx-50 legte ebenfalls um 0,5 Prozent auf 3.490 Punkte zu.

Flut von Unternehmenszahlen

Am Morgen hatte es eine wahre Zahlenflut gegeben. Als enttäuschend wurden die Ergebnisse von Siemens bezeichnet, die Aktie war mit einem Minus von 4 Prozent schwächster DAX-Wert. Der Industriekonzern bekam die eingetrübte Konjunktur zu spüren. Vor allem dank der Windanlagen und der Medizintechnik der beiden börsennotierten Töchter legten Umsatz und Auftragseingang im Konzern zwar noch deutlich zu. Mit dem Ergebnis haben die Münchener in ihrem dritten Geschäftsquartal allerdings die Erwartungen verfehlt. Die Jahresprognose hat Bestand, die Ziele wackeln aber.

BMW gewannen 1,0 Prozent. Die Ergebnisse im zweiten Quartal sind laut Jefferies nicht überraschend. Die Analysten unterstrichen die Resilienz der genau beobachteten operativen BMW-Gewinnmarge im Autogeschäft und den schwächlichen Cashflow. Positiv kommt an, dass die Münchener nicht wie Daimler die Prognose senken mussten. Infineon (plus 2,4 Prozent) hat mehr verdient und umgesetzt als erwartet. Alle vier Segmente trugen mit leicht höheren Umsätzen zum Wachstum bei.

Societe Generale mit guten Zahlen

Zufrieden zeigten sich die Analysten der Citigroup mit der Entwicklung bei der Societe Generale (plus 5,8 Prozent). Der Nettogewinn sei sowohl über den Citi- wie auch den Konsensschätzungen ausgefallen. Damit schloss sich die SocGen an die Serie zuletzt ordentlicher Zahlen aus dem Sektor an. Stark gefragt waren auch italienische Bankentitel. Monte dei Paschi hat ein Portfolio fauler Kredite an Zerberus verkauft. Der Titel gewann 1,3 Prozent. Im Versicherungssektor hat AXA gute Zahlen vorgelegt - die Aktie stieg um 1,2 Prozent.

Geschäftszahlen von London Stock Exchange (LSE) und Euronext zogen die Aktien von Börsenbetreibern nach oben. Zudem hat die LSE den geplanten Kauf des Finanzdienstleisters Refinitiv bestätigt, was bei den Anlegern auf ein positives Echo stieß. LSE gewannen 6,5 Prozent, Euronext 3,7 Prozent und Deutsche Börse 5,3 Prozent.

Royal Dutch Shell brachen nach verfehlter Gewinnerwartung um 4,9 Prozent ein. Das Zweitquartalsergebnis zeigte zwar laut Berenberg Belastungen durch Einmaleffekte, sei aber dessen ungeachtet querbeet schwach ausgefallen. Nach zuletzt guten Zahlen aus dem Ölsektor wurden die Anleger hier auf dem falschen Fuß erwischt. Zudem standen die Öl-Futures unter Abgabdruck, in der Folge ging es für den Sektor der Ölwerte in Europa um 1,5 Prozent nach unten.

Zalando haussieren nach Zahlen

Zalando machten gleich einen Sprung von 13 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen bei der Vorlage seiner Zahlen den Ausblick auf 2019 erhöht hat. Das Geschäft des Modehändlers verbessere sich weiter, und das gute Image auf Kundenseite erhöhe die Zahl der Neukunden, hieß es im Handel.

Keine Jubelschreie lösten dagegen die Zahlen von Hugo Boss aus, die Aktie schloss 4,5 Prozent im Minus. Für die Experten von Citi waren die Zahlen "kein Desaster" in einem schwierigen Umfeld. Der Umsatz und das Ergebnis hätten leicht unter den Erwartungen gelegen, wobei dem Unternehmen die Rückkehr in das Gewinnwachstum gelungen sei.

Bei Evonik ging es nach Zahlen um 5 Prozent nach unten, Deutz brachen um 6,3 Prozent ein. Rheinmetall gewannen dagegen 5,9 Prozent - das EBIT hat sich deutlich besser als erwartet entwickelt. Nach einer Gewinnwarnung fielen Dr. Hönle um 12,5 Prozent.

(Quelle: finanzen.net)

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