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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 22.Februar 2020

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Indizes vom 21.02.2020 (C) finanzen.net Indizes vom 21.02.2020 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Mit einem kräftigen Minus haben die europäischen Aktienmärkte am Freitag den Handel beendet. Dabei legten die Indizes eine regelrechte Berg- und Talfahrt hin. Am Morgen sorgten zunächst schwache Einkaufsmanager-Indizes aus Asien für Verkäufe. Leicht positiv wurden dann die Daten aus Frankreich und aus Deutschland aufgenommen. Unter Druck kamen die Aktien dann am Nachmittag mit den US-Daten. Dort überraschte der US-Dienstleistungssektor von Markit negativ, der unter die Expansionsschwelle von 50 gefallen ist. Dies sorgte für Verkaufsdruck an den US-Börsen. Für die US-Anleihen und das Gold ging es in der Folge nach oben.

Übergeordnet belastete weiterhin die Sorge um die Ausbreitung des Coronavirus. So steigt die Zahl der Infizierten in China weiter und auch in anderen Ländern nimmt deren Zahl zu. Die Auswirkungen auf den Konsum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt sind momentan noch nicht absehbar. Allerdings wird immer deutlicher, dass die Lieferketten aus dem asiatischen Bereich nicht mehr so reibungsfrei funktionieren. 

Der DAX fiel um 0,6 Prozent auf 13.579 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gab um 0,6 Prozent auf 3.800 Punkte nach.

Corona-Virus belastet zusehends das Wachstum

Die LBBW versucht die Auswirkungen der Corona-Epidemie auf die Volkswirtschaften zu quantifizieren. Gegenüber Aktien wird die Bank etwas vorsichtiger. Die Eindämmungsmaßnahmen werden die Konjunktur in China 2020 mit Sicherheit belasten, hieß es. In ihrem Hauptszenario geht die LBBW von einem "saisonüblichen" Abklingen der Epidemie in China ab März/April aus. Das chinesische BIP-Wachstum dürfte im ersten Quartal wegen Covid-19 rund 2 Prozentpunkte niedriger ausfallen.

In den Folgequartalen sollte es dann zu Nachholeffekten kommen. Im Gesamtjahr 2020 dürfte die Epidemie China dennoch etwa 0,5 Prozentpunkte Wachstum kosten. Die Experten revidieren deshalb die BIP-Prognose für China für 2020 von 5,7 Prozent auf 5,2 Prozent. Die Epidemie belastet über Nachfrageausfälle in China, Produktionsausfälle ausländischer Unternehmen in China, ausfallende Zulieferungen an Unternehmen weltweit und fallende Touristenzahlen auch andere Länder und macht hier Prognoserevisionen beim BIP für 2020 erforderlich.

Die "Umsatzwarnung" des Airline-Branchenverbands IATA drückte Fluggesellschaften ins Minus. Lufthansa fielen um 1,3 Prozent, IAG um 1,0 und Air France-KLM sogar um 3,3 Prozent. Der Verband erwartet einen Einbruch der Reisetätigkeit im Jahr 2020 um bis zu 13 Prozent. Die Erlöse dürften wegen des Coronavirus im asiatisch-pazifischen Raum um 27,8 Milliarden US-Dollar einbrechen, global wird eine Summe von 29,3 Milliarden Dollar genannt.

Chinas Pkw-Absatz bricht ein

Die chinesischen Pkw-Verkaufszahlen für die ersten beiden Februarwochen zeigten einen drastischen Rückgang von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unicredit-Chefökonom Andreas Rees schrieb in einem Kommentar, der Einbruch sei eine direkte Folge des Coronavirus-Ausbruchs, der dazu geführt hat, dass die Feiertage zum Neujahr verlängert und die Autohäuser entsprechend länger geschlossen waren. Außerdem blieben Kunden weg, um eine Ansteckung zu vermeiden. Der Sektor der Automobilwerte in Europa verlor 1,9 Prozent.

Bei den Autowerten und -Zulieferern standen zudem die Viertquartalszahlen von Valeo im Blick. Für Evercore sind sie im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Beim Ausblick seien allerdings mögliche negative Auswirkungen durch den Coronavirus ausgeklammert worden. Für die Aktie ging es um 4,8 Prozent nach unten.

Allianz erfreuten mit etwas besseren Geschäftszahlen und legten um 1,2 Prozent zu. Die Dividende ist höher als erwartet ausgefallen und positiv wurde auch das Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro aufgenommen, hieß es im Handel. Der Ausblick sei wie erwartet konservativ. Die Analysten von JP Morgan kritisierten nur etwas die Kosten-Schaden-Quote.

Für die Aktie der Unicredit ging es um 3,9 Prozent nach unten. Negativ wurde von Manuela Meroni, Analystin bei der Banca IMI, ein möglicher Abgang von CEO Jean Pierre Mustier gewertet. Der CEO der italienischen Bank gelte als ein Spitzenkandidat für die Position des Chief Executive bei der HSBC, berichtete Bloomberg.

(Quelle: finanzen.net)

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