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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 25. Juli 2019

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Indizes vom 24.07.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 24.07.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Nach dem deutlichen Plus des Vortages haben die europäischen Aktienmärkte am Mittwoch eine Verschnaufpause eingelegt. Die Stimmung blieb aber gut - getragen von der Hoffnung auf eine Entspannung im Handelsstreit. Dazu gesellten sich Hoffnungen auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik durch EZB und US-Notenbank. Anleger setzten darauf, dass die EZB am Donnerstag Zinssenkungen oder gar quantitative Lockerungen ankündigen wird.

Die Vorzeichen dafür hatten sich mit schwachen Konjunkturdaten verbessert. So hatte die Aktivität der deutschen Privatwirtschaft im Juli langsamer als im Vormonat zugenommen, wobei die Industrie entgegen den Erwartungen noch tiefer in die Rezession gerutscht war. An den Anleihemärkten schossen die Kurse in der Folge nach oben, der Bund-Future stieg auf Rekordhoch. 

Für den DAX ging es um 0,3 Prozent auf 12.523 Punkte nach oben, der Euro-Stoxx-50 schloss mit 3.533 Zählern praktisch unverändert. Mit Blick auf die erhoffte Lockerung der EZB-Geldpolitik ging der Euro bereits in die Knie und näherte sich dem Jahrestief bei 1,1107 an. Das Pfund erholte sich derweil auf 1,2495 Dollar. Ob sich dies als nachhaltig erweist, wurde indes bezweifelt. Boris Johnson, der einen harten Brexit nicht ausschließt, wurde zum neuen Premierminister in Großbritannien gekürt.

Die Nachricht, dass Vale die Produktion in einer Mine wieder anfahren wird, drückte auf die Eisenerzpreise sowie den Minensektor. Im Handel wurde befürchtet, dass die Rally der Eisenerzpreise damit erst einmal vorbei sein könnte. Nach Dammbrüchen hatte Vale die Produktion in mehreren Minen einstellen müssen. Belastend auf den Sektor wirkte zudem eine negative Sektorstudie durch Liberum. Rio Tinto verloren 4,6 Prozent, BHP 4 Prozent und Anglo American 2,6 Prozent.

Konzernumbau beschert Deutscher Bank gut 3 Milliarden Euro Verlust

Ein schwaches Abschneiden der Unternehmens- und Investmentbank hatte der Deutschen Bank im zweiten Quartal einen deutlichen Ertragsrückgang beschert. Vor allem im Aktienhandel, den die Bank im Rahmen ihres Konzernumbaus einstellen wird, verzeichnete das Institut einen Einbruch. "Der Verlust ist noch höher als erwartet", so ein Händler. Mit knapp 3,2 Milliarden Euro liege er etwa 10 Prozent über den Prognosen. Die Aktie verlor 1,9 Prozent.

Der Vermögensverwalter DWS hatte im zweiten Quartal weitere Kundengelder eingeworben. Die Tochter der Deutschen Bank steigerte das von ihr verwaltete Vermögen und verbuchte einen höheren Gewinn. Für das Gesamtjahr sah sich die DWS auf Kurs, die eigenen Ziele zu erreichen. Die Entwicklung kam gut an, die Aktie schloss 1,8 Prozent höher.

Metro verloren trotz besserer Geschäftszahlen 0,8 Prozent. Management und Aufsichtsrat empfahlen die Ablehnung des EPGC-Angebots. EPGC hatte sich bereits über 32 Prozent der Aktien gesichert. Kurz- bis mittelfristig scheine das Angebot attraktiv, doch ohne die Unterstützung der langfristigen Aktionäre Schmidt-Ruthenbeck und Beisheim sei die Mindestannahmeschwelle von 67,5 Prozent außer Reichweite, so Warburg.

Thyssenkrupp legten 3 Prozent zu. Der Aufsichtsrat soll Druck beim Konzernumbau machen, auch soll dieser die Ablösung von CEO Guido Kerkhoff erwogen haben. Covestro gewannen trotz leicht schwächerer Geschäftszahlen 3,3 Prozent. Allerdings hatte das Unternehmen die Prognose bestätigt, was offenbar stützend wirkte.

Aston Martin steht nicht hoch im Kurs

Aston Martin scheint unter Autofahrern momentan nicht hoch im Kurs zu stehen - wie auch die Aktie an der Börse nicht. Während die Analysten von Jefferies mit einem Absatz im zweiten Quartal von 1.430 Autos gerechnet hatten, waren es nur 1.385. Für die kommenden Monate wurde die Sportwagenschmiede vorsichtiger und senkte den Absatzausblick für 2019. Der Kurs brach um 25,9 Prozent ein.

Der überraschende Abgang von Clariant-CEO Ernesto Occhiello drückte die Aktie 1,2 Prozent. Nach nur zehn Monaten im Amt hatte der Italiener das Handtuch geworfen. Occhiello begründete seine Entscheidung mit persönlichen Gründen. Beobachter befürchteten allerdings, dass die geplante Zusammenlegung von Teilen von Clariant und Sabic gefährdet sein könnte.

ITV erholten sich um 6,6 Prozent. Das Medienunternehmen hatte zwar schwache Geschäftszahlen vorgelegt. Allerdings war der Rückgang der Werbeeinahmen um 5 Prozent etwas glimpflicher als erwartet ausgefallen. Zudem will das Unternehmen nun den Sparkurs verschärfen.

Deutsche Telekom gewannen 0,5 Prozent. Das US-Justizministerium will offenbar die geplante Fusion der US-Tochter T-Mobile US mit ihrem Wettbewerber Sprint genehmigen. Eckert & Ziegler setzten die Rally des Vortages fort und gewannen 14,2 Prozent. Koenig & Bauer sah sich derweil bei den Konzernzielen 2019 auf Kurs - die Aktie gewann 8,6 Prozent.

 

(Quelle: finanzen.net)

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