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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 25. März 2020

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Indizes vom 24.03.2020 (C) finanzen.net Indizes vom 24.03.2020 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Dienstag stark erholt. Der DAX stieg um 11 Prozent auf 9.701 Punkte und schloss auf dem höchsten Stand seit dem 11. März. "Zumindest aus kurzfristiger Sicht könnte der Boden nun da sein", sagte ein Marktteilnehmer. Fundamental sorgte die Ankündigung praktisch unbegrenzter Anleihekäufe durch die US-Notenbank für eine Absicherung der Kurse nach unten. "Die Fed schießt damit aus allen Rohren", sagte Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axitrader, der sich von der US-Notenbank an Mario Draghis berühmten "Whatever it takes"-Moment während der Euro-Krise erinnert fühlte. Der Euro-Stoxx-50 legte um 9,2 Prozent zu.

Die zunehmende Risikobereitschaft zeigte sich auch am Dollar, der nach Tagen der Stärke etwas nachgab. Der Euro erholte sich auf 1,0785 Dollar. Davon profitierte wiederum der Goldpreis, der 3,5 Prozent auf 1.622 Dollar je Feinunze zulegte.

Nach dem Crash nun rekordverdächtige Plus-Zeichen

Viele Aktienkurse legten rekordverdächtige Tagesgewinne hin, so Daimler mit einem Plus von über 27 Prozent. Daimler hat die Finanzstärke des Konzerns betont und mitgeteilt, man benötige trotz der Krise keine Staatshilfen. Im Windschatten zogen VW um 19 Prozent an und BMW um 14,5 Prozent. Der Sektorenindex im europäischen Stoxx-Universum erholte sich um 15,4 Prozent.

Gesucht waren auch die Werte der Versicherungsbranche. Im DAX stiegen Munich Re um gut 20 Prozent und Allianz um knapp 16 Prozent, Scor gewannen gut 22 Prozent - und im MDAX zogen Hannover Rück um 17 Prozent an. Die Branchentitel profitierten von der Entspannung bei ihren Kapitalanlagen mit der Erholung auf der Aktien- und den Notenbankkäufen auf der Anleihenseite. Der Stoxx-Branchen-Index schnellte um 15,1 Prozent nach oben.

Unter den Bankenwerten gewannen ING gut 20 Prozent und Julius Bär knapp 19 Prozent. Im Ölsektor erholten sich BP um knapp 22 Prozent, obwohl der Ölpreis selbst im Verlauf wieder deutlich unter die Tageshochs zurückfiel.

Dauer des "Shut-Down" bleibt entscheidend

Aus technischer Sicht könnte der DAX nun das Zwischenhoch bei knapp 10.000 Punkten ansteuern. "Allerdings bleibt die Coronaviruskrise weiterhin der bestimmende Faktor", so ein Marktteilnehmer. Deutlich steigende Fallzahlen bei Neuerkrankungen oder ein langer "Shutdown" der Wirtschaft könnten neue Kurseinbrüche auslösen, warnte er. Bei einem nur kurzen "Shutdown" könnte der Boden allerdings tragfähig sein, meinte er.

Einbruch der PMI wurde erwartet

Im Blick stand auch der massive Einbruch der europäischen Einkaufsmanagerindizes (PMI). Der Index der Eurozone brach auf 31,4 ein. Die Industrie in Deutschland rutschte zwar auf 45,7 ab, was aber weniger dramatisch als befürchtet war. Viele Anleger hatten sich bereits nach ZEW- und Ifo-Index auf einen Einbruch in die "tiefen 30er" eingestellt.

Für einen "Schluckauf" sorgten daher nur die Daten aus Frankreich, wo der wichtigere Servicebereich auf 29 abstürzte. "Unter dem Strich sind wir aber nicht einmal unter die Tiefpunkte der Finanzkrise um 2009 gefallen, was die eigentlich positive Überraschung ist", sagt ein Händler. Denn in China seien die Indexwerte ins Bodenlose auf neue Allzeittiefs gestürzt.

Starke Gewinne bei Thyssenkrupp und Nordex

Im MDAX stiegen Thyssenkrupp um gut 26 Prozent, auch CTS Eventim, Hochtief und Hannover Rück sowie Siltronic legten um zweistellige Prozentwerte zu.

Einzelaktien mit guten Nachrichten wurden doppelt gefeiert: So sprangen Nordex um gut 33 Prozent nach oben nach einem guten Ausblick, selbst wenn dieser unter dem Vorbehalt der Coronaviruskrise stand. Schaeffler stiegen um 13,4 Prozent: Der Autozulieferer hält am Dividenenvorschlag von 0,45 Euro je Aktie fest. Mit LPKF ging es gut 23 Prozent höher, nach vier Jahren Ausfall soll wieder eine Dividende gezahlt werden.

Prosiebensat1 stiegen um 8,5 Prozent, nachdem Mediaset die Beteiligung um 4,25 Prozent auf insgesamt knapp 20 Prozent ausgebaut hatte. Im Handel war von einem "smarte move" der Italiener die Rede, die die Gunst der Stunde für ihren Vorteil nutzten.

 

(Quelle: finanzen.net)

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