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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 28.Februar 2020

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Indizes vom 27.02.2020 (C) finanzen.net) Indizes vom 27.02.2020 (C) finanzen.net)

FRANKFURT/MAIN. Die Angst vor einer Coronavirus-Pandemie hat Europas Börsen am Donnerstag schwer belastet. Für Verunsicherung sorgten neben den besonders außerhalb Chinas steigenden Fallzahlen Meldungen wie die über eine Neuinfektion einer zuvor bereits als geheilt entlassenen Patientin in Japan oder über einen in den USA infizierten Mann, bei dem der Ansteckungsweg bislang nicht nachvollziehbar ist. In Japan werden alle Schulen geschlossen.

Der DAX verlor 3,2 Prozent auf 12.367 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 3,4 Prozent auf 3.456 Punkte nach unten. Auch an der Wall Street fielen die Kurse weiter stark. Wegen der Coronavirus-Epidemie rechnet Goldman Sachs im laufenden Jahr nur noch mit einem Nullwachstum bei den Unternehmensgewinnen im S&P-500. Die Analysten reagieren damit auf die erwarteten negativen Einflüsse des Virus auf die Weltwirtschaft.

"Das, was wir an der Börse im Moment erleben, ist irgendwo zwischen Angst und Panik", sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Er verwies allerdings auch darauf, dass die Notenbanken für eine zumindest temporäre Beruhigung an den Börsen sorgen könnten. "Die Spekulationen auf eine Zinssenkung sind bereits in vollem Gang", sagte er mit Blick auf die US-Notenbank.

Ungebremst abwärts ging es auch am Donnerstag mit den Hauptleidtragenden der Corona-Krise, Tourismus- und Fluglinienaktien. Easyjet fielen um 7,7 Prozent, Tui um 9,2 Prozent, Lufthansa um 6 Prozent, Air France-KLM um 7,2 Prozent und IAG um 7,9 Prozent. Für die Fraport-Aktie ging es um 5,2 Prozent nach unten.

Bayer-Dividende leicht unter den Erwartungen

Daneben stand die Berichtssaison im Blick. Die Zahlen von Bayer lagen im Rahmen der Erwartungen. Die Dividende bleibt bei 2,80 Euro, hier war etwas mehr erwartet worden. Am Markt stand aber vor allem das Warten auf einen möglichen Vergleich im Glyphosat-Streit in den USA im Blick. Bank of America sprach zudem von einem schwachen Ergebnisausblick. Der Kurs fiel um 4,3 Prozent.

Gute Zahlen legten der Zementhersteller Lafargeholcim und der französische Handelskonzern Carrefour vor. Lafarge verloren 0,6 Prozent und Carrefour schlossen unverändert. Nach Zahlen und einem hohen Abschlag auf die neuen Aktien in der Kapitalerhöhung verloren Aston Martin 9 Prozent.

Die Aktien von WPP brachen um 16,2 Prozent ein. Die Zahlen der weltgrößten Werbeagenturholding fielen enttäuschend aus, hieß es im Handel. "Die Konjunktur im Werbesektor kommt einfach nicht auf die Beine", sagte ein Händler. Dies belastete den Mediensektor, der mit einem Abschlag von 4,9 Prozent einer der größten Verlierer in Europa war.

Im Versorgersektor kamen die Zahlen des französischen Energiekonzerns Engie an der Börse gut an, für die Aktie ging es um 2,3 Prozent nach oben. Die Analysten der Societe Generale stellten heraus, dass das EBITDA sowie der Nettogewinn oberhalb der Markterwartung ausgefallen sind. Drax gewannen 1 Prozent. Der britische Versorger habe zwar keine guten Zahlen für 2019 vorgelegt, wolle jedoch seine Kohle-Kraftwerke schon deutlich früher vom Netz nehmen als geplant.

AB Inbev mit schwachen Zahlen und Coronavirus-Warnung

Die Aktie des weltgrößten Brauereikonzerns AB Inbev brach um 11 Prozent ein. Laut den Analysten der DZ Bank ist der Gewinn je Aktie von 0,87 Dollar im vierten Quartal deutlich unter der Markterwartung von 0,94 Dollar ausgefallen. Auch der Jahresstart dürfte die Erwartungen nicht erfüllen. AB Inbev selbst warnt, dass sich der Virusausbruch in China im laufenden Quartal erheblich negativ auswirken wird.

Zalando gaben um 8,8 Prozent nach. Und das obgleich die Geschäftszahlen von der Citigroup als solide eingestuft wurden. Die Unternehmensprognose für 2020 decke sich mit den Erwartungen. Das Partnerprogramm funktioniere auch weiterhin gut, wobei 40 Prozent der Aufträge durch Zalando erfüllt würden.

Für die Aktie von Qiagen ging es dagegen um 2,1 Prozent nach oben. Während viele Unternehmen unter dem Ausbruch des Coronavirus leiden, könnte Qiagen davon profitieren. Das Unternehmen hat einen Schnelltest zur Erkennung des Coronavirus entwickelt. Dabei geht es darum, innerhalb einer Stunde festzustellen, ob es sich um das neue Virus oder aber einen anderen Erreger handelt, der schwere Atemwegssyndrome zur Folge hat.

Besser als erwartet sind die Zahlen von SMT Scharf ausgefallen. Die Aktien verloren dennoch 1,9 Prozent.

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