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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 3. Dezember 2019

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Indizes vom 02.12.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 02.12.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Mit einem Abverkauf sind Europas Börsen in die neue Woche gestartet. Belastend wirkte ein Tweet von US-Präsident Donald Trump, wonach Brasilien und Argentinien beschuldigt werden, Profiteure des starken Dollars zu sein. Daher sollen gegen beide Länder Importzölle für Stahl und Aluminium wieder eingeführt. Zugleich gab es keinerlei Hinweise darauf, dass ein Phase-1-Abkommen im US-chinesischen Handelsstreit bald unterschrieben wird.

Der DAX verlor 2,1 Prozent auf 12.965 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gab um 2,1 Prozent auf 3.627 Punkte nach. Auch an der Wall Street gerieten die Kurse ins Rutschen, wenn auch weniger stark. Mit Blick auf den Trump-Tweet belastete weniger der realwirtschaftliche Schaden einer solchen Maßnahme, sondern die Befürchtung, dass sich der internationale Handelskonflikt wieder zu verschärfen droht. Vielleicht gerate ja schon bald wieder die EU ins Fadenkreuz von Trump, so ein Teilnehmer.

Schwacher US-ISM-Index erwischt Anleger auf dem falschen Fuß

Dazu kam ein unter den Erwartungen ausgefallener ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA. Dieser lag bei 48,1 und damit noch unter dem Vormonatswert. Analysten hatten dagegen mit einem Anstieg auf 49,4 gerechnet. Der Euro reagierte auf die schwachen US-Daten mit Aufschlägen und stand bei Börsenschluss bei knapp 1,1080 Dollar.

Am Morgen hatten noch ein anziehender Caixin-Einkaufsmanagerindex sowie ein wieder über die Expansionsschwelle von 50 gestiegener offizieller Einkaufsmanagerindex aus China die Stimmung gestützt. Die Wirtschaftsdaten ließen Marktteilnehmer hoffen, dass die Weltwirtschaft bald wieder anziehen wird und keine Rezession droht. Voraussetzung ist allerdings, dass es zu einer Entspannung im US-chinesischen Handelskonflikt kommt.

Opec könnte Ausweitung der Förderkürzungen beschließen

Die überraschend starken China-Daten hatten zeitweise die Konjunkturwerte gestützt. Der Sektor der Basic Resources im Stoxx-600 hielt sich mit minus 0,3 Prozent zusammen mit Öl und Gas (minus 0,8 Prozent) noch am besten. Hinzu kam die Spekulation, dass beim Opec-Treffen am Donnerstag und Freitag eine Ausweitung der bereits geltenden Förderkürzungen beschlossen werden könnte. Die Preise für Brent und WTI zogen um mehr als 1 Prozent an.

Tagesverlierer im DAX waren RWE mit Abgaben von 5,4 Prozent. Hier machte sich auch die Wahl von Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans an die SPD-Spitze negativ bemerkbar. Großer Gewinner bei einem Auseinanderbrechen der Großen Koalition wären die Grünen. Wie ein Händler mit Verweis auf eine Analysten-Studie anmerkte, dürften RWE und Rheinmetall (minus 1,2 Prozent) unter einem stärkeren grünen Gewicht leiden, während VW (minus 0,4 Prozent) wegen des Ausbaus der Elektromobilität profitieren sollten.

Lufthansa zeigt Qatar Airways kalte Schulter

Lufthansa hielten sich mit einem Minus von 1,2 Prozent vergleichsweise gut, kamen allerdings von ihrem Tageshoch klar zurück. Zum einen verzichtet die Gewerkschaft Verdi auf einen Streik bei LSG am Montag. Zum anderen könnte Fantasie auf eine Anteilsaufstockung durch Qatar Airways aufkommen. Der Chef der Airline Akbar Al Baker sagte vor Journalisten in Doha laut Handelsblatt: "Wenn es eine Möglichkeit gibt, in Lufthansa zu investieren, dann würden wir das gerne machen." Die Lufthansa reagierte allerdings abweisend auf die Aussagen.

Bei Prosieben-Aktien (plus 1,4 Prozent) steht eine mögliche Anteilsaufstockung durch Mediaset im Raum. Mediaset (minus 1,7 Prozent) hatte zuletzt in zwei Schritten gut 15 Prozent der Aktien an dem deutschen Fernseh- und Internetunternehmen erworben. Prosieben-Vorstandschef Max Conze sagte am Wochenende im Interview mit der Süddeutschen Zeitung, ihn würde es nicht überraschen, wenn Mediaset den Anteil noch weiter aufstocken würde. Allerdings ist er selber gegen eine Fusion. Auch bestätigte er die Prognose für das Gesamtjahr.

(Quelle.finanzen.net)

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