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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 30. Juli 2019

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Indizes vom 29.07.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 29.07.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die europäischen Aktienmärkte traten zum Start in die Woche mehrheitlich auf der Stelle. Während die Berichtssaison eine Pause einlegte, gab es über das Wochenende eine ganze Reihe von Nachrichten aus dem Unternehmensbereich. So möchte die London Stock Exchange (LSE) Refinitiv übernehmen um sich im Bereich des höherwertigen Datengeschäfts zu stärken. Dies belastete die Aktie der Deutschen Börse, die mit der US-Devisenplattform FXall einen Bereich von Refinitiv übernehmen wollte - dies kommt nun nicht zustande.

Auf der anderen Seite hielten sich Anleger vor der geldpolitischen Entscheidung der US-Notenbank am Mittwoch bedeckt. Die meisten Volkswirte erwarten, dass die Fed den Leitzins um 25 Basispunkte senken wird. Einige Teilnehmer rechnen sogar mit einer Senkung um 50 Basispunkte. Die Entscheidung hat also, ähnlich wie die EZB-Sitzung in der vergangenen Woche, das Potenzial größere Schwankungen an den Märkten auszulösen. Der DAX schloss verlor zwei auf 12.417 Punkte, der Euro-Stoxx-50 schloss einen Punkt tiefer bei 3.524 Punkten.

Das britische Pfund baute seine Abgaben im Verlauf aus und fiel im Tagestief mit 1,2212 Dollar auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Hintergrund ist die zunehmende Sorge, dass Großbritannien die EU ohne einen Brexit-Deal verlassen wird, nach den jüngsten Aussagen von Mitgliedern der neuen britischen Regierung. Profiteur war die Börse in London, der Index legte dort um 1,8 Prozent zu.

LSE haussieren - Deutsche Börse im Minus

Für die Aktie der London Stock Exchange (LSE) ging es um 15,3 Prozent nach oben. Durch einen Kauf des Finanzdienstleisters Refinitiv will die LSE das höherwertige Datengeschäft stärken. Die Anleger sind offenbar überzeugt. Ein Kaufpreis von 27 Milliarden Dollar wäre zwar sehr hoch, laut Analysten jedoch vertretbar. Berenberg sprach von einer attraktiven Bewertung und einer soliden strategischen Logik. Die Aktie der Deutschen Börse reagierte derweil mit Kursverlusten von 2,4 Prozent auf die Nachricht. Die Eschborner befanden sich in Verhandlungen wegen eines Kaufs der Devisenplattform FXall von Refinitiv. Diese Pläne wurden nun begraben. Die Citigroup sprach von einer negativen Entwicklung für Deutsche Börse.

Novartis zählten mit einem Abschlag von 1 Prozent zu den schwächsten Werten in der Schweiz. Im Handel wurde auf ein negatives Studienergebnis verwiesen. Ein Herzmittel verfehlte in einer spätklinischen Phase-III-Studie das Behandlungsziel. Das Präparat ist in eingeschränkter Form bereits zugelassen, hätte aber bei breiterer Anwendungen ein zusätzliches Umsatzpotenzial im Milliarden-Dollar-Bereich aufgewiesen.

Die Gewinnwarnung der Sanne Group löste ein Beben in der Aktie aus, die gleich 33,8 Prozent an Wert verlor. Die Fondsverwaltungsgesellschaft sagte, dass ihr europäisches Firmen- und Privatkundengeschäft im ersten Halbjahr eine teils rückläufige Entwicklung gegenüber dem Vorjahreszeitraum liefere. Zudem wurden kaum Neukunden gewonnen. Die Analysten von Numis bemängelten, dass es auf dem Analystentag im Mai keine Hinweise gegeben habe, dass es Probleme gebe.

Deutsche Telekom profitieren von Fusion der US-Tochter

Tagessieger im DAX waren mit einem Plus von 2 Prozent Deutsche Telekom. Die Genehmigung der Fusion der Tochter T-Mobile US mit Sprint durch das US-Justizministerium treibt hier. Allerdings wollen einige US-Bundesstaaten gegen den Zusammenschluss klagen, die Fusion ist also noch nicht in trockenen Tüchern. Auch ist die Genehmigung nur unter erheblichen Zugeständnissen zustandegekommen. Beide Konzerne müssen umfangreiche Aktiva an den Satellitenfernsehanbieter Dish abgeben, der in den US-Mobilfunkmarkt einsteigt.

Der französische Pharmakonzern Sanofi hat seinen Ausblick angehoben. Für die Analysten von Bryan Garnier haben die Zweitquartalszahlen etwas über den Markterwartungen gelegen. Der Konzern habe die Betriebskosten unter Kontrolle, was zu einem Anstieg der operativen Marge auf 25,1 Prozent beigetragen habe. Für die Aktie ging es um 1,5 Prozent aufwärts. Nach einer neuerlichen Gewinnwarnung brachen SLM Solutions um 8 Prozent auf 12,22 Euro ein.

Delivery Hero legten um 5 Prozent zu. Die Aktie profitierte von der steigenden Konsolidierungsfantasie im Sektor. Der Essenslieferant Takeaway.com hat auf vorläufiger Basis eine Vereinbarung zur Fusion mit dem Wettbewerber Just Eat getroffen. Mit einem Zusammenschluss würde ein Wettbewerber wegfallen und der Preiskampf ruhiger.

(Quelle: finanzen.net)

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