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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 31. Juli 2019

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Indizes vom 30.07.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 30.07.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Europas Aktienmärkte sind am Dienstag kräftig unter die Räder gekommen. Neben Gewinnwarnungen und schwachen Konjunkturdaten belasteten auch neue Tweets von US-Präsident Donald Trump. Dieser hat China gewarnt, dass die Konditionen einer Vereinbarung nach einem Sieg bei den nächsten Präsidentschaftswahlen wesentlich schlechter wären als dies jetzt der Fall sei. Offenbar versucht Trump auf diesem Weg, Druck auf China auszuüben. Heute sollen die Handelsgespräche zwischen beiden Ländern in Schanghai wieder aufgenommen werden. Die Erwartungen im Handel sind gering.

Der DAX verlor 2,2 Prozent auf 12.147 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,7 Prozent auf 3.463 Punkte nach unten. Auch die Konjunkturdaten enttäuschten. Von Schweden über Österreich bis Frankreich fiel das BIP-Wachstum etwas schwächer als erwartet aus. "Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch die anderen europäischen Länder im zweiten Quartal enttäuschen werden", sagte ein Händler. Die BIP-Zahlen für den gesamten Euroraum werden am Mittwoch veröffentlicht.

Auf der Devisenseite neigte das Pfund weiter zur Schwäche, wenngleich es sich von den Tagestiefs gegen den Dollar im Verlauf etwas erholte und zum Börsenschluss bei 1,2149 umging. Die Finanzmärkte preisen zunehmend die Möglichkeit eines harten Brexit Ende Oktober ein. Zwar beteuert der neue Premierminister Boris Johnson, er halte daran fest, es könne mit der EU einen neuen Deal geben, so die Commerzbank. Aber gleichzeitig erkläre er den Backstop und das bestehende Austrittsabkommen als tot, und er scheine sein Kabinett auf einen No-Deal Brexit einzustimmen.

Unternehmenszahlen enttäuschen auf breiter Front

Die Deutsche Lufthansa hat im zweiten Quartal unter dem Strich weniger verdient und weniger umgesetzt als erwartet. Überkapazitäten und der aggressive Wettbewerb auf der Kurzstrecke in Europa, vor allem in Deutschland und Österreich, verhagelten dem Konzern die Bilanz. Für die Aktie ging es um 6 Prozent nach unten. Im Gefolge notierten Air France-KLM 2,3 Prozent tiefer und Ryanair verloren 3,8 Prozent.

Heidelbergcement hat den operativen Gewinn im ersten Halbjahr mit Hilfe von Preiserhöhungen auf vergleichbarer Basis um knapp 6 Prozent gesteigert. An der Börse wurde teils mehr erhofft, die Aktie schloss 3,3 Prozent leichter.

Trockenheit in Europa und Kanada sowie Überschwemmungen und Regenfälle im Mittleren Westen der USA haben die Umsatzentwicklung von Bayer im zweiten Quartal deutlich beeinträchtigt. Zudem verlangen immer mehr US-Bürger von Bayer Schadensersatz für Krebserkrankungen, die sie auf den Unkrautvernichter Glyphosat zurückführen. Alles in allem keine guten Nachrichten, der Wert verlor 3,7 Prozent.

Die Aktien von Versorger RWE hielten sich mit Abgaben von 0,7 Prozent im Vergleich besser. Der Grund hierfür waren gute Zahlen. Die Gewinnprognose für das Gesamtjahr wurde deutlich erhöht nach einer besseren Entwicklung des Energiehandels.

Gewinnwarnungen aus dem Automobilsektor

Die Automobilbranche hat in diesem Quartal Gewinnwarnungen quasi am Fließband geliefert. Am Vorabend war es Schaeffler. Das im SDAX notierte Unternehmen musste die Jahresprognose senken und trägt damit der Verschlechterung der Marktbedingungen für die Sparte Automotive OEM, besonders in China und Europa, Rechnung. Wenngleich nicht überraschend, gaben Schaeffler um 0,9 Prozent nach. Daneben hat die EDAG Engineering Group AG ihren Ausblick für 2019 gesenkt, für die Aktie ging es um 4,8 Prozent nach unten.

Besonders negativ überraschte Grenke, die Aktie brach um 15,3 Prozent ein. "Hier gerät die Wachstumsstory auf den Prüfstand", so ein Händler. Das Unternehmen rechnet im laufenden Jahr mit einem geringeren Gewinn. Nach einem soliden Ausblick gewannen Dialog Semiconductor gegen den Trend 0,4 Prozent.

Kräftig unter Druck standen die Aktien der Siemens-Tochter für erneuerbare Energien, Siemens Gamesa. Die Titel fielen in Madrid um 17,7 Prozent, nachdem sich der Gewinn im dritten Quartal nahezu halbierte, obwohl der Umsatz sogar leicht gesteigert wurde. Nach gesenkter Umsatzprognose gaben Reckitt Benckiser 3,2 Prozent nach.

Gegen den allgemeinen Trend gewannen BP 3,1 Prozent nach Zahlen. Der britische Ölkonzern hat die gesunkenen Gewinnerwartungen der Analysten deutlich geschlagen. Auch die Zahlen von Air Liquide (plus 0,8 Prozent) gefielen. Die Aktie des Asset Managers GAM Holding gewann 5,7 Prozent mit der Ernennung eines neuen CEO und der Beilegung eines Rechtsstreits mit einem ehemaligen Fondsmanager.

(Quelle:finanzen.net)

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