Logo
Diese Seite drucken

Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 31.März 2020

(0 Stimmen)
Indizes vom 30.03.2020 (C) finanzen.net Indizes vom 30.03.2020 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Die Volatilität an den europäischen Aktienmärkten war auch zum Start in die neue Woche unverändert hoch. Nach einem schwachen Start drehte der DAX am Nachmittag deutlicher ins Plus. Wie überall, bleibt auch an der Börse die Coronavirus-Pandemie das bestimmende Thema. Heute gab es jedoch einige positive Nachrichten. So soll nach Aussage aus dem Handel die tägliche Zuwachsrate an Neuerkrankungen in Deutschland leicht gesunken sein. Nach den Schreckensnachrichten der vergangenen Tage aus Südeuropa seien zudem die Todesfälle in Italien und Spanien leicht rückläufig.

An der Börse wird darauf gehofft, dass die getroffenen Maßnahmen nun greifen und damit das Schlimmste möglicherweise bald überwunden sein könnte. Allerdings ist auch klar, dass sich die Zuwachsraten in den USA noch im Steigen befinden, und von dort in den kommenden Tagen schlechte Nachrichten zu erwarten sind. 

Der DAX legte um 1,9 Prozent auf 9.816 Punkte zu und handelte damit deutlich über dem Tagestief bei 9.454 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 1,4 Prozent auf 2.766 Punkte. Vor allem die deutlich anziehenden Kurse an der Wall Street zogen die Indizes am Nachmittag ins Plus.

Mit dem Zusammenbruch der globalen Nachfrage fielen die Ölpreise auf den tiefsten Stand bei 18 Jahren, weil zugleich auf der Angebotsseite keine Förderanpassungen abzusehen sind.

Positiv wurde zudem an der Börse gewertet, dass die chinesische Notenbank überraschend die Zinsen gesenkt hat. "Es ist gut, dass die Staaten und Notenbanken an einem Strang ziehen", sagte ein Händler. Australien hat ein Fiskalpaket aufgelegt, auch Singapur und Südkorea wollen der Krise mit neuen konjunkturfördernden Maßnahmen trotzen. JP Morgan meint, "das Schlimmste könnte bereits hinter den Märkten liegen".

Bankaktien nach EZB-Empfehlung stark unter Druck

Für Verunsicherung bei den Finanzwerten sorgte unter anderem, dass die Europäische Zentralbank den Banken empfohlen hat, bis Oktober auf Aktienrückkäufe zu verzichten. Auch Dividenden sollen sie keine ausschütten. Damit sollen die Institute mehr Puffer für die Krise aufbauen. So haben die Unicredit wie auch die ABN sofort reagiert und die Dividendenzahlungen gestrichen. Zudem hat die niederländische Bank mitgeteilt, dass sie aufgrund der im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krise erwarteten Kosten einen Verlust für das erste Quartal 2020 erwartet. Der Stoxx-Aktienindex der Banken verlor 3,1 Prozent und stellte damit das Schlusslicht, die Aktien der ABN und der ING gehörten mit Abschlägen von 9,9 bzw. 8,8 Prozent zu den größten Verlierern.

Der Sektor der Pharma-Werte gehörte dagegen mit einem Plus von 3,3 Prozent zu den Gewinner in Europa. Historisch betrachtet ist der Sektor für die Analysten der Societe General nicht teuer und gelte in stürmischen Zeiten als sicherer Hafen.

Gewinnwarnung von ABB belastet - Drägerwerk-Kurs steigt weiter

Bei den Industriewerten verloren ABB 5,8 Prozent. Den Grund lieferte eine Gewinnwarnung. "Das ist angesichts des Virus nicht unerwartet, führt aber nochmals deutlich vor Augen, dass es keinen Grund gibt, auf eine Konjunkturerholung zu spekulieren", meint ein Händler. ABB hat den am 5. Februar abgegebenen Ausblick zurückgezogen und rechnet mit einem Rückgang in allen Geschäftsbereichen, sowohl bei den Aufträgen als auch bei den Margen. Das Minus der ABB-Aktie ging auch auf das Konto des Dividendenabschlags von 0,80 Franken.

Im DAX sackten MTU um 8,4 Prozent ab. Nachdem der Triebwerksspezialist ohnehin unter der Krise der Luftfahrtindustrie leidet und wohl die Dividende ausfallen lassen wird, ist das Papier nun auch noch von Alphavalue auf "Sell" abgestuft worden.

Für die Airbus-Aktie ging es um 10,6 Prozent nach unten. Nachdem die Billigfluglinie Easyjet bis auf weiteres ihre gesamte Flotte am Boden lassen wird, drohte Berichten zufolge der Gründer der Airline dem Vorstand, die Bestellungen von Airbus-Flugzeugen zu stornieren. An der Börse geht die Sorge um, dass weitere Bestellungen storniert werden könnten. Zudem hat der europäische Luftfahrtkonzern beschlossen, den Großteil seiner Produktion bis zum 9. April in Spanien aussetzen.

Drägerwerk stiegen um weitere 4,6 Prozent. Grund ist die anhaltend hohe Nachfrage für Beatmungsgeräte des Medizintechnik-Unternehmens. Um 9,6 Prozent nach oben schossen Getinge. Das schwedische Medizintechnikunternehmen müsste ähnlich wie Drägerwerk von der steigenden Nachfrage für Beatmungsgeräte profitieren, heißt es. Getinge habe normalerweise sogar einen höheren Marktanteil als Drägerwerk. Eckert & Ziegler gewannen nach einer Dividendenerhöhung 4,7 Prozent.

(Quelle: finanzen.net)

@StadtReporter. Alle Rechte vorbehalten.