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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 4.April 2020

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Indizes vom 03.04.2020 (C) finanzen.net Indizes vom 03.04.2020 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. An den europäischen Aktienmärkten ging es zum Wochenausklang wieder abwärts. Der Euro-Stoxx-50 gab um 0,9 Prozent auf 2.663 Punkte nach. Besonders in Mailand und Paris kam es zu stärkeren Verlusten, der italienische MIB-30 fiel um 2,1 Prozent und der französische CAC-40 um 1,6 Prozent. Der DAX kam mit kleinen Abschlägen davon, er gab um 0,5 Prozent auf 9.526 Punkte nach.

Unter starken Druck gerieten die Öl- und Gasaktien sowie die Versicherungstitel. Der Stoxx-Index der Öl- und Gaswerte fiel um 4,6 Prozent, obwohl sich die Ölpreise weiter erholten. Der Kurs des Euro-Stoxx-50-Schwergewichts Total fiel um 7,6 Prozent, ein Grund für das schwache Abschneiden der Pariser Börse. Der Kurs des italienischen Ölkonzerns Eni gab um 5,2 Prozent nach.

Nicht viel besser sah es bei den Versicherungen aus, ihr Sektor-Index verlor 4,1 Prozent. Die Europäische Versicherungsaufsicht hat die Branchenunternehmen aufgefordert, angesichts der Unsicherheit über die Folgen der Coronavirus-Krise Dividendenzahlungen und Anteilsrückkäufe vorübergehend auszusetzen.

Munich Re hatte gerade erst bestätigt, eine Dividende von 9,80 Euro je Aktie auszuschütten. Auch bei Allianz rechneten Börsianer zumindest bislang mit einer Dividendenzahlung. Munich Re verloren 3,3 Prozent, für Allianz ging es um 1,4 Prozent nach unten. Aegon sackten um 8,5 Prozent und Zurich Insurnace um 9,0 Prozent ab.

Pharmas und Finanzdienstleister fest - Deutsche Börse und Fresenius vorn

Besser sah es wieder bei den Pharmawerten aus. Ihr Branchenindex gewann 0,9 Prozent. Stark im Markt lagen Fresenius mit einem Plus von 3,6 Prozent auf 35,34 Euro. Die Analysten von Berenberg meinten, die Aktie sei "absurd billig" und rieten zum Kauf. Ihr Kursziel liegt bei 59,50 Euro. Sanofi zogen um 2,4 Prozent an und Astrazeneca um 2,3 Prozent.

Der Index der Finanzdienstleister legte um 0,7 Prozent zu. Gewinner Nummer eins in dem Branchenindex und auch im DAX waren Deutsche Börse. Der Kurs des Börsenbetreiber stieg um 4,3 Prozent. Damit profitierte er von starken Zahlen seiner Tochter Tradegate. "Die Zahlen von Tradegate zeigen, dass die Börsen stark von den jüngsten Kurs Kapriolen profitiert haben", sagte ein Händler.

Adidas und MTU mit Schwächeanfällen

Im DAX fielen Adidas um 4,7 Prozent. Der Sportartikel-Konzern verhandelt einem Agenturbericht zufolge wegen der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie mit der Förderbank KfW über einen Kredit zwischen 1 und 2 Milliarden Euro.

Adidas war bereits Ende vergangener Woche in die Kritik geraten. Da hatte der Sportartikelhersteller angesichts der Corona-bedingten behördlich verordneten Ladenschließungen seine Vermieter um das Erlassen der Miete für April gebeten. Adidas hat sich in der Zwischenzeit in großen Anzeigen dafür entschuldigt. Puma gaben in der zweiten Reihe 5,6 Prozent ab.

Auch MTU notierten mit einem Minus von 5,7 Prozent wieder sehr schwach. Wie es hieß, könnte die Luftfahrtindustrie noch vergleichsweise lange von der Pandemie-Krise gedämpft werden.

Dollar verunsichert

Keine große Rolle spielte der US-Arbeitsmarktbericht: Die Zahl der Beschäftigten ist zwar bereits unerwartet stark um 701.000 zurückgegangen. DAX, Renditen, Dollar und Gold bewegten sich aber nach der Bekanntgabe der Zahlen nur noch wenig. Grund: Die Streuung der Prognosen war bereits extrem hoch gewesen.

Dennoch sorgte de Dollar für Verunsicherung. Der Euro fiel unter 1,08 Dollar und markierte damit die tiefsten Stände seit neun Tagen. Eine Phase der Dollar-Knappheit könnte die Wirtschaftskrise weiter anheizen.

In der vierten Reihe des deutschen Markts gewannen Biotest 3 Prozent. Biotest entwickelt nach eigenen Angaben mit Trimodulin einen neuen Therapieansatz für Covid-19-Patienten mit schwerem Verlauf. Dabei gehe es um ein "hochinnovatives Plasmaprodukt mit großem Therapiepotential". Trimodulin könne die Sterblichkeit bei künstlich beatmeten Patienten mit schwerer Lungenentzündung "erheblich reduzieren".

Unternehmen ziehen weiter ihre Prognosen zurück

Beiersdorf legten um 0,1 Prozent zu. Der Konsumgüterkonzern hat die Prognose für 2020 einkassiert, was aber nicht mehr überraschte angesichts einer Vielzahl solcher Nachrichten. Wie die Hamburger außerdem mitteilten, sank der Konzernumsatz im ersten Quartal organisch um 3,6 Prozent auf 1,91 Milliarden Euro. "An der Börse wurde bereits mit einem deutlichen Umsatzrückgang gerechnet", meinte ein Marktteilnehmer dazu.

RTL verloren 5,6 Prozent. Auch wenn das erste Quartal 2020 weitgehend den Erwartungen des Unternehmens entsprach, zog der Vorstand den Dividendenvorschlag für 2019 zurück, um Liquidität zu sichern. Dabei geht es immerhin um 4 Euro je Aktie. Deutsche Euroshop fielen um 1,9 Prozent. Der Betreiber von Einkaufszentren hat wegen der Coronakrise den Ausblick zurückgezogen.

Shop Apotheke krisenresistent

Nach sehr guten Geschäftszahlen stiegen Shop Apotheke um 8,2 Prozent. "Die Kunden kaufen momentan verstärkt online, auch Medikamente", so ein Aktienhändler. Er ging davon aus, dass sich dieser Trend nach der Coronavirus-Krise nicht umdrehen wird.

Der Umsatz stieg im ersten Quartal nach vorläufigen Berechnungen um 33 Prozent auf 232 Millionen Euro. Auch wurde der Ausblick leicht nach oben genommen. Im Fahrwasser gewannen in Zürich Zur Rose 3 Prozent.

 

(Quelle:finanzen.net)

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