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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 7. Dezember 2019

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Indizes vom 06.12.2019 (C) finanzen.net Indizes vom 06.12.2019 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Mit einem Schlussspurt haben sich Europas Börsen ins Wochenende verabschiedet. Die US-Wirtschaft hat im November 266.000 neue Stellen geschaffen und damit wesentlich mehr als die erwarteten 187.000. Nach den schwachen ADP-Daten dürften die inoffiziellen Flüsterschätzungen noch unter den offiziellen Schätzungen gelegen haben, was die Qualität der nun berichteten Zahlen noch unterstreicht. Der durchschnittliche Stundenlohn stieg um 0,25 Prozent und blieb damit etwas unter der Schätzung von 0,30 Prozent, was allerdings auf keine größere Beachtung traf.

Der DAX legte um 0,9 Prozent zu auf 13.167 Punkte, der Euro-Stoxx-50 stieg um 1,2 Prozent auf 3.692 Punkte. Am Morgen war noch die deutsche Industrieproduktion überraschend schwach ausgefallen, was den DAX etwas belastet hatte. Sie unterstrichen, dass sich das verarbeitende Gewerbe in Deutschland weiter in der Rezession befindet.

Vor allem Analystenkommentare sorgten bei Einzelaktien für größere Kursbewegungen. Im DAX fielen FMC um 1,6 Prozent, nachdem sie von Morgan Stanley auf "Untergewichten" abgestuft worden waren. Lufthansa legten um 1,5 Prozent zu, Mainfirst erhöhte die Titel auf "Outperform". Infineon gewannen 4,0 Prozent auf 20,04 Euro. Im Handel wurde darauf verwiesen, dass Metzler die Aktie mit "Kaufen" und einem Kursziel von 23 Euro bestätigt hat.

Wacker Chemie erholten sich von den Vortagesverlusten nach der gekappten Gewinnprognose und gewannen 3,3 Prozent. Dem Unternehmen haben schwache Preise für Polysilizium in der Solarindustrie einen Strich durch die Jahresplanung gemacht.

AMS kommt bei Osram zum Zuge

Zu spät für den regulären Markt kam die Nachricht, dass die Übernahmeofferte von AMS für Osram erfolgreich war. Wie AMS mitteilte, wurde die Mindestannahmeschwelle für das Gebot von 55 Prozent erreicht. Bis zuletzt gab es Zweifel, ob diese erreicht werden würde. Nachbörslich schossen Osram auf Tradegate genau auf die Höhe des AMS-Gebots von 41 Euro je Aktie.

Tarkett gaben nach einer Gewinnwarnung um 4,3 Prozent nach. Das im Bereich Fußböden und Sportbeläge tätige französische Unternehmen hat in den USA im dritten Quartal auf SAP umgestellt, was im vierten Quartal zu Verzögerungen führt. Dies zeigt nach Auffassung der Analysten von Jefferies, dass der Restrukturierungsplan Risiken beinhalte.

SMCP brachen in Paris um 25,3 Prozent ein: Die seit Monaten anhaltenden Proteste in Hongkong wirkten sich belastend auf das Geschäft des französischen Luxusgüterherstellers aus. Das Label musste seine Geschäfte in der chinesischen Sonderverwaltungszone vorübergehend schließen. LVMH zeigten sich davon unberührt und stiegen um 1,9 Prozent und mit den Übernahmefantasien ging es bei Italiens Moncler 2 Prozent nach oben.

WPP mit Aktienrückkaufprogramm gesucht

WPP stiegen an der Londoner Börse um 2,9 Prozent. Nach dem Verkauf von 60 Prozent der Kantar-Anteile an Bain hat der Werbedienstleister die Auflage eines Aktienrückkaufprogramms über 950 Millionen Pfund angekündigt. Der Aktienrückauf soll bis März 2020 abgeschlossen sein.

Carl Zeiss Meditec brachen um 6,4 Prozent ein. Der Medizintechnikkonzern hat im Rahmen endgültiger Geschäftszahlen Aussagen zu den Margen veröffentlicht, die dieser mittelfristig über 18 Prozent sieht. Dem Markt reichte das jedoch nicht, da nach Händlerangaben bereits Werte um über 20 Prozent erwartet wurden.

Leicht positiv wurde an der Börse gewertet, dass Swiss Re nun doch den Bereich ReAssure verkauft hat. Nachdem der zunächst angedachte Börsengang nicht hatte umgesetzt werden konnte, springt nun die Phoenix Gruppe als Käufer ein. Der Verkaufspreis liegt mit 3,25 Milliarden Pfund leicht oberhalb der Markterwartung. Swiss-Re-Aktien stiegen um 3 Prozent 

Für die gestiegene Risikobereitschaft an den Börsen sorgten auch Aussagen von US-Präsident Donald Trump zum US-China-Handelskonflikt. So hatte Trump gesagt, dass die Handelsgespräche mit China "gut vorankommen" und "etwas am 15. Dezember passieren könnte". Weiter ließ er sich allerdings nicht in die Karten blicken.

TV-Duell zwischen Johnson und Corbyn am Abend

An den Devisenmärkten zog der Dollar nach den US-Daten an. Im Blick stand zudem das Pfund, das gegen den Euro anzog. Am Abend findet das TV-Duell zwischen Premierminister Boris Johnson und Oppositionsführer Jeremy Corbyn statt. In der kommenden Woche ist die entscheidende Parlamentswahl in Großbritannien. Die Umfragen deuten derzeit auf einen Sieg der Konservativen hin.

(Quelle: finanzen.net)

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