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Börsen- und Wirtschaftsnachrichten vom 9.April 2020

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Indizes vom 08.04.2020 (C) finanzen.net Indizes vom 08.04.2020 (C) finanzen.net

FRANKFURT/MAIN. Europas Börsen haben am Mittwoch etwas niedriger geschlossen. Das mit Spannung erwartete Treffen der EU-Finanzminister ist ergebnislos auf Donnerstag verschoben worden. Uneinigkeit besteht über die Instrumente zur Finanzierung der riesigen Hilfspakete. Der Vorschlag, gemeinsame Corona-Bonds aufzulegen, stößt bei der Bundesregierung, aber auch Ländern wie den Niederlanden und Österreich auf Widerstand. Sie lehnen eine Vergemeinschaftung von Schulden ab.

Der DAX verlor 0,2 Prozent auf 10.333, wobei für die Abgaben auch Gewinnmitnahmen verantwortlich gewesen sein dürften. Für den Euro-Stoxx-50 ging es 0,2 Prozent auf 2.851 nach unten. Am Anleihemarkt stieg der Spread zwischen italienischen und deutschen Staatsanleihen zeitweise trotz zuletzt intensiver EZB-Käufe italienischer Papiere nach dem Eurogruppentreffen zeitweise auf über 2 Prozent.

 

Mit Blick auf die Coronavirus-Epidemie hält der positive Nachrichtenfluss in Europa an. Nach den Daten der Johns-Hopkins-Universität ist die Zahl der aktiven Coronavirus-Fälle in Deutschland gesunken. Die Commerzbank weist darauf hin, dass die Regierung die von ihr getroffenen Eindämmungsmaßnahmen erst dann lockern will, wenn sich die Zahl der Infizierten nur noch alle 14 Tage verdoppelt. Nach Berechnungen der Commerzbank dürfte dieses Kriterium bald erfüllt sein.

In den USA ist die Epidemie im vollen Gange

Aus anderen Ländern gibt es dagegen weiter negative Nachrichten. Laut Zahlen der John-Hopkins-Universität vom Dienstagabend erlagen seit dem Vortag 1.939 Menschen in den USA dem Virus - die höchste Zahl von Todesopfern, die seit Beginn der Ausbreitung des Erregers innerhalb eines Tages in einem Land verzeichnet wurde. Die Entwicklung in den USA wird von Strategen als entscheidend für die Finanzmärkte gesehen.

Trotz schwächerer Produktionszahlen im ersten Quartal ging es für OMV kräftig um 3,6 Prozent nach oben. Der Konzern hat eine Verschärfung des Sparkurses in Aussicht gestellt. Zudem wies die LBBW darauf hin, dass der Vorschlag, die Dividende für 2019 von 1,75 Euro je Aktie auf 2,00 Euro je Aktie anzuheben, mangels anderer Aussagen nach wie vor gültig ist.

Tesco verloren 0,6 Prozent nach Zahlen. Im Handel wurde auf steigende Kosten verwiesen. Belastend wirkte auch, dass der größte britische Lebensmittelhändler infolge der Coronavirus-Pandemie mit Abschreibungen in Höhe von bis zu 925 Millionen Pfund rechnet. Ahold schlossen nach ordentlichen Zahlen unverändert.

Veräußerung der M-Bank gerät ins Stocken

Der Konsumgüterhersteller Henkel (plus 0,8 Prozent) hat, wie zu erwarten war, seine Prognose für das laufende Jahr kassiert. Deutsche Post schlossen dagegen 2,1 Prozent im Minus. Der Logistikkonzern hat den Ausblick wegen der Pandemie zurückgezogen. Die Aktie hat sich zuletzt stark erholt, was ein Grund für die Abgaben gewesen sein dürfte. Positiv wertete die DZ Bank den bestätigten Ausblick für 2022.

Nicht gesucht waren Banken. Deutsche Bank verloren 2,8 Prozent. Commerzbank gaben gleich 4,1 Prozent nach. Die geplante Veräußerung der polnischen Tochter M-Bank scheint wegen der Coronavirus-Krise ins Stocken geraten zu sein.

Für Prosieben ging es um 4,6 Prozent nach unten. Im Handel war von einer nachlassenden Übernahmefantasie die Rede. In der Vergangenheit wurde immer wieder Mediaset als möglicher Käufer ins Spiel gebracht. Mediaset gaben in Mailand 0,8 Prozent nach.

 

(Quelle: finanzen.net)

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