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Polizeidirektor (PD) Ulrich Knappe verabschiedet sich in den Ruhestand

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PD a.D. Ulrich Knappe (mitte) verabschiedet sich in den Ruhestand. © Polizeidirektion Hannover PD a.D. Ulrich Knappe (mitte) verabschiedet sich in den Ruhestand.

Hannover (ots). Nach 45 Jahren verabschiedet sich Ulrich Knappe, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Garbsen, in den wohlverdienten Ruhestand. Ein bisschen anders hatte sich der 61-Jährige das Ende seiner langen Karriere, die am 01.10.1975 als Polizeiwachtmeister begann, eigentlich schon vorgestellt. Aufgrund von strengen Hygienevorschriften sind jedoch feierliche Zusammenkünfte auch bei der PD Hannover in Zeiten von Corona nicht angezeigt.

So gab es am Donnerstag, den 10.11.2020, an seinem letzten Arbeitstag, statt einer großen Abschiedsfeier im Kreise von zahlreichen Kolleginnen und Kollegen sowie beruflichen und privaten Wegbegleitern, eine persönliche Einladung der Behördenleitung zu einer beschaulichen Verabschiedungsrunde im Büro des Polizeipräsidenten.

Neben der feierlich überreichten Urkunde und den herzlichsten Wünschen für den Ruhestand, ließ der PP die überaus ereignisreiche Karriere des unter Kolleginnen und Kollegen sehr geschätzten Polizeidirektors noch einmal Revue passieren: Ulrich Knappe hat die Expo 2000 polizeilich begleitet, mehrere Castor-Transporte und die Fußballweltmeisterschaft.

Nach Verwendungen in Braunschweig und Barsinghausen wurde er nach Absolvierung der Aufstiegsausbildung zum höheren Dienst im Jahre 1993 als Leiter des damaligen Polizeiabschnitts Nienburg eingesetzt. Seit 1994 schlossen sich weitere Verwendungen an. Unter anderem war Ulrich Knappe stellvertretender Inspektionsleiter in Schaumburg, Dezernent Verkehr in der ehemaligen Bezirksregierung Hannover, Leiter Einsatz der Inspektion Hannover-Land, des Polizeikommissariats Lehrte und des Zentralen Verkehrsdienstes Hannover. Darüber hinaus war er Dozent an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster und vor seiner letzten Funktion auch Leiter der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden.

Garbsen ist die längste berufliche Station des scheidenden PI-Leiters. Auf die Frage eines Journalisten, ob es in seiner 45-jährigen Karriere bei der Polizei einen Einsatz gab, den er nie vergessen wird, antwortete der scheidende PI Leiter: "Ja, ich habe mehrere persönliche Highlights. Das Jüngste war der Besuch des damaligen US-Präsidenten Barack Obama in Hannover im Jahr 2016.

Ich war für die Sicherheit seiner Unterbringung verantwortlich. Er übernachtete auf dem Gelände des Seefugiums in Isernhagen. Daneben war ich für die Tagungsörtlichkeiten rund um das Schloss Herrenhauses während des Treffens mit Kanzlerin Angela Merkel und anderen Staatschefs zuständig. Das war eine gewaltige Herausforderung für Hunderte Beteiligte. Allein die Planung hat mehr als ein Vierteljahr gedauert. Wir mussten uns auf alle Bedrohungsszenarien vorbereiten - bis hin zu einem möglichen Terroranschlag." Auf die Nachfrage des Redakteurs, ob der PI-Leiter über die Abreise des damaligen US-Präsidenten froh war, antwortet PD Knappe nach kurzer Überlegung in seiner für ihn typischen Manier: "Nein, das kann ich so nicht sagen. Ich war froh, dass alles so gut geklappt hat und unsere Planung aufgegangen ist."

Wir hoffen, dass seine Planungen bezüglich der bevorstehenden Pension mindestens ebenso erfolgreich aufgehen wie die des unvergessenen Einsatzes und wünschen Ulrich Knappe mit dem folgenden Zitat des berühmten Schauspielers Heinz Rühmann für seinen neuen Lebensabschnitt alles Gute:

"Erst wenn ein Anzug abgetragen ist, beginnt seine Glanzzeit" /K. Wolff

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  • Aktuelle Nachrichten aus Hannover vom 22.September 2021

    HANNOVER.

    Noch freie Plätze für Führungen „Grünes Hannover“ in den kommenden Tagen – Anmeldungen erforderlich

    Der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün hat für die Führungen im Programm „Grünes Hannover“ am kommenden Freitag und Sonntag (24. und 26. September) noch Plätze frei. Interessierte sollten sich beeilen: Weil die Zahl der teilnehmenden Personen weiterhin begrenzt sein muss, ist eine verbindliche vorherige Anmeldung zu den Führungen unter der Telefonnummer (05 11) 1 68 – 4 38 01 unbedingt erforderlich. Bei Anmeldung wird auch der jeweilige Treffpunkt bekannt gegeben. Die Führungen sind kostenfrei.

    Freitag (24. September), 15 Uhr: Stadtfriedhof Ricklingen: Trauerort Friedhof – wie wollen wir um unsere Toten trauern?

    Der Friedhof ist ein sicherer Ort in der Trauer um einen Menschen. Welche Trauerrituale kennen sind bekannt? Wie hat sich die Trauerarbeit über die Jahrzehnte verändert? Was ist heute besonders wichtig? Wie können die Räume der Stille im Trauerprozess helfen? Diese und andere Fragen sind Thema der Veranstaltung.

    Führung durch: Trauerrednerin und Dozentin Susanne Benze sowie Cordula Wächtler, Leiterin der Städtischen Friedhöfe

    Sonntag (26. September), 11 bis 13 Uhr: „Klimazeuge Wald“: Eine Führung für Familien zum Klimawandel und der Eilenriede

    Das Thema Klimawandel ist sehr präsent, aber es auch schon in den Wäldern angekommen? Bei einem Gang durch die Eilenriede nehmen die Teilnehmenden den hannoverschen Stadtwald unter die Lupe. An einzelnen Stationen wird untersucht, welche Auswirkungen Trockenheit und Nässe hinterlassen haben. Welche Bäume überleben und welche Pflanzen haben es in Zukunft schwer? Bei einem gemeinsamen Spaziergang von circa drei Kilometern wird aktiv der Wald erkundet und lässt sich mit kleinen Übungen praktisch mehr über das Thema erfahren. Für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab zehn Jahren (festes Schuhwerk erforderlich).

    Führung durch: Katharina Matuschke-Graf und Annette Greten-Houska (Naturfreundejugend Niedersachsen)

     

    Forstarbeiten am Sonntag an der Waldchaussee zwischen Zoo und Steuerdieb

    An der Waldchaussee in der Eilenriede zwischen Zoo und Steuerndieb führt der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün am kommenden Sonntag (26. September) von 7 bis circa 16 Uhr notwendige Baumpflegearbeiten durch. Die Arbeiten sind im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht erforderlich.

    An einigen Bäumen wird das Totholz entfernt. Darüber hinaus müssen vier Buchen gefällt werden, weil ihre Stand- beziehungsweise Bruchsicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann. Grund sind Trockenheitsschäden der vergangenen Jahre. Im kommenden Frühjahr sollen entlang der Waldchaussee Bäume nachgepflanzt werden.

    Während der Pflege- und Fällarbeiten können Fußgänger*innen und Radfahrende den Weg benutzen, der südlich der Waldchaussee parallel im Wald verläuft (nicht den asphaltierten Radweg direkt an der Straße). Sollten die Pflegearbeiten vor 16 Uhr beendet sein, wird die Waldchaussee entsprechend früher wieder für den Fahrrad- und Inliner-Verkehr freigegeben. Einschränkungen für den Kraftfahrzeugverkehr sind mit den Arbeiten nicht verbunden, weil die Forstverwaltung die sonntägliche Sperrung der Waldchaussee nutzt.

     

    Ausschuss für Umweltschutz und Grünflächen tagt öffentlich

    Der Ausschuss für Umweltschutz und Grünflächen tagt in öffentlicher Sitzung am kommenden Montag, 27. September, um 14 Uhr im Ratssaal des Neuen Rathauses, Trammplatz 2. Die vollständige Tagesordnung steht im Internet unter www.ratsinfo-hannover.de.

    Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sind alle Teilnehmenden und Besucher*innen aufgefordert, die notwendigen Abstände von mindestens anderthalb Metern einzuhalten. Das Tragen von medizinischen Mund-Nase-Bedeckungen oder FFP2-Masken ist auf den Wegen im Gebäude erforderlich. Besucher*innen werden zudem gebeten, die Mund-Nase-Bedeckung auch während der Sitzung aufzubehalten. Hinweise der Mitarbeiter*innen beim Zugang der Gebäude und Räume sowie bei eventuell ausgeschöpften Platzkapazitäten sind zu beachten.

     

    Betriebsausschuss für Stadtentwässerung tagt öffentlich

    Der Betriebsausschusses für Stadtentwässerung tagt in öffentlicher Sitzung am kommenden Montag, 27. September, um 13 Uhr im Ratssaal des Neuen Rathauses, Trammplatz 2. Die vollständige Tagesordnung  steht im Internet unter www.ratsinfo-hannover.de.

    Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sind alle Teilnehmenden und Besucher*innen aufgefordert, die notwendigen Abstände von mindestens anderthalb Metern einzuhalten. Das Tragen von medizinischen Mund-Nase-Bedeckungen oder FFP2-Masken ist auf den Wegen im Gebäude erforderlich. Besucher*innen werden zudem gebeten, die Mund-Nase-Bedeckung auch während der Sitzung aufzubehalten. Hinweise der Mitarbeiter*innen beim Zugang der Gebäude und Räume sowie bei eventuell ausgeschöpften Platzkapazitäten sind zu beachten.

     

    Drei statt zwei Kabinen: Stadt beschleunigt Wahlvorgang am Sonntag

    Die Wahlleitung der Landeshauptstadt Hannover setzt bei der Bundestagswahl sowie der Stichwahl zum*zur Regionspräsident*in am kommenden Sonntag (26. September) auf drei statt zwei Wahlkabinen je Wahllokal. Ziel der Erhöhung ist es, damit jeden Wahlvorgang insgesamt schneller abzuwickeln. „Damit ist der bewährte Zustand der vergangenen Wahlen wiederhergestellt, der zu weitgehend reibungslosen Abläufen geführt hat. Der kritischen Schlangenbildung vor den Wahlräumen wird somit entgegengewirkt“, sagt Wahlleiter Carsten Köller.

    Das notwendige Hygienekonzept konnte zugunsten einer zusätzlichen Wahlkabine pro Raum angepasst werden, weil sich die jeweilige Aufenthaltsdauer der Wähler*innen im Wahlraum gegenüber den Kommunalwahlen am 12 September deutlich verkürzt. Grund des schnelleren „Durchlaufs“ im Wahllokal sind die geringere Zahl der Stimmzettel sowie der Kandidat*innen je Stimmzettel. Auch müssen deutlich weniger Kreuze gemacht werden: eines für die Stichwahl und zwei für die Bundestagswahl (Erst- und Zweitstimme).

     

     

  • Aktuelle Nachrichten aus Hannover vom 21.September 2021

    HANNOVER.

    Öffentliche Informationsveranstaltung: Fertigbauen am Steinbruchsfeld

    In Hannover besteht weiterhin eine große Nachfrage nach Wohnraum. Auf dem östlichen Steinbruchsfeld in Misburg wird mit dem Bebauungsplan Nummer 1835 ein neues Wohngebiet entstehen. Die Landeshauptstadt Hannover lädt am Donnerstag, 30. September, ab 18.30 Uhr zu einer dritten Informationsveranstaltung in die Mensa des Kurt-Schwitters-Gymnasiums Misburg, Hinter der Alten Burg 3, ein. Im Anschluss an die beiden Bürger*innenveranstaltungen im Juni 2017 und Mai 2018 sollen im Rahmen dieses Termins der Planungsstand des Bebauungsplanes vorgestellt und weitere Möglichkeiten der Beteiligung erläutert werden.

     

    Landeshauptstadt Hannover präsentiert Ergebnisse aus zwei Umfragen zum Thema Wohnungslosigkeit

    Unterstützung bei der Wohnungssuche, bezahlbarer Wohnraum, mehrsprachige Beratung, medizinische Versorgung sowie eine bessere Übersicht über die sozialen Angebote: Diese Aspekte sind von entscheidender Bedeutung für Wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen in Hannover, wie eine Online-Umfrage der Landeshauptstadt zum Thema Wohnungslosigkeit ergab.

    Sozialdezernentin Sylvia Bruns präsentierte die Ergebnisse heute (20. September) im Sozialausschuss zusammen mit den Ergebnissen des Bürger*innen-Panels, das sich ebenfalls mit dem Thema Wohnungslosigkeit befasste. Beide Umfragen, die auch Bausteine des Innenstadtdialogs sind, führte die Stadt im April und Juli durch.  

    „Es wird deutlich, dass die neueren Angebote, beispielsweise Housing-First-Projekte, das Modellprojekt „Plan B OK“ und Straßensozialarbeit speziell für Frauen, in die richtige Richtung gehen“, kommentiert Oberbürgermeister Belit Onay die Ergebnisse. „Wohnraum und Unterbringungsangebote zu schaffen - diesen Weg werden wir mit Hochdruck weitergehen. Gleichzeitig wird aber auch der Handlungsbedarf sichtbar, etwa beim Thema ‚Mehrsprachigkeit‘ von Beratungs- und Unterstützungsangeboten.

    Größte Probleme:  Mietpreise, Schulden, Ablehnung

    Die Online-Umfrage „Wohnungslosigkeit“ ergab, dass fast drei Viertel der befragten Betroffenen (73 Prozent) eine Wohnung sucht. Als größte Probleme wurden dabei der Mietpreis, Schulden- oder Schufa-Einträge, ein Gefühl der Überforderung oder Ablehnung des Vermieters angegeben. Ein Fünftel der Befragten gab an, keinen Anspruch auf eine Wohnung in Hannover zu haben. Zwei Drittel der Befragten wünscht sich generelle Unterstützung bei der Wohnungssuche, ein Viertel auch „sprachliche Hilfen“.

    Auf die Frage nach Hilfen in der aktuellen Pandemie-bedingten Situation, entfielen die meisten Antworten - abgesehen von einer „eigenen Wohnung“ (73 Prozent) - auf Soziale Arbeit (51 Prozent), medizinische Versorgung (44 %) Unterkünfte mit Einzelzimmer (42 %) sowie Information und Beratung (32 Prozent), Essensausgaben / Tafeln (32 Prozent), Therapieplätze –  etwa für Sucht- oder Psychotherapie (31 Prozent).

    Wohnungslosigkeit auch in Stadtteilen sichtbar

    Nehmen Sie Wohnungslosigkeit wahr und wenn ja, wo? Das war eine Frage, die sich vornehmlich an die Befragten mit festem Wohnsitz richtete. Mehr als die Hälfte der Antwortenden nannte den Stadtteil Mitte als Ort, an dem Wohnungslosigkeit wahrgenommen wird. Angegeben wurden Standorte rund um den Kröpcke, am Opernplatz und in Bahnhofsnähe. Einen Stadtteil außerhalb der Innenstadt nannten ebenfalls mehr als die Hälfte – beispielsweise Linden, List, Oststadt, Nordstadt oder Südstadt.

    Sozialdezernentin Sylvia Bruns unterstreicht: „Die Ergebnisse ergänzen bereits vorhandenes Wissen und Erkenntnisse über die Situation und Lebenslage wohnungsloser Menschen sowie über die Vielfalt der Haltungen zum Thema Wohnungslosigkeit. Die Angaben zur Wohnungslosigkeit in den Stadtteilen sind von besonderer Bedeutung. Wir prüfen hier eine Verstärkung der Straßensozialarbeit über den Stadtteil Mitte hinaus. Auch die Notwendigkeit der medizinischen sozialen Beratung beispielsweise in den Tagesaufenthalten liegt klar auf dem Tisch. Hierzu führen wir bereits intensive Gespräche über die Neuausrichtung des Mecki-Ladens gemeinsam mit der Region Hannover und der Diakonie.“

    Große Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement

    Das Bürger*innen-Panel ergab, dass über 90 Prozent es wichtig oder sehr wichtig finden, dass es Hilfen und Unterstützung für wohnungslose Menschen in Hannover gibt. Rund 44 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich ein Engagement in der Wohnungslosenhilfe vorstellen können. Insbesondere Sach- und Geldspenden, aber auch Zeitspenden sind für mehr als die Hälfte der Befragten vorstellbar. Meistgenannte Ehrenamtsfelder sind „Essens- und Kleiderausgaben“, „Nachbarschaftshilfe“, „Begleitung zu Ämtern oder Ärzt*innen“ und „organisierte Unterstützung im Rahmen von „Vereinen/Initiativen.“ Zielgruppen, für die sich die Befragten besonders einsetzen möchten, sind vor allem Kinder und Jugendliche sowie Familien/Eltern.

    In der Online-Umfrage gab jede*r sechste Befragte an, sich bereits ehrenamtlich in der Wohnungslosenhilfe zu engagieren, gut ein weiteres Viertel kann es sich vorstellen, ehrenamtlich für wohnungslose Menschen tätig zu sein. Beide Umfragen zeigen deutlich das Potential in Hannover für ehrenamtliches Engagement in der Wohnungslosenhilfe.

    „Dieses Potential gilt es zu nutzen und mit den Wünschen der Betroffenen nach Unterstützung und Begleitung zusammenzuführen“, so Oberbürgermeister Onay. Dazu brauche es professionelle Strukturen, die Ehrenamtliche über die Lebensrealität von Wohnungslosen informierten und mögliche Zugangsbarrieren für den direkten Kontakt abbauten.

    In der Quartiers- und Gemeinwesenarbeit der Stadt liegt schon jetzt ein Fokus darauf, Bewohner*innen in Miet- und Ämterangelegenheiten zu unterstützen, um Wohnungslosigkeit zu vermeiden. „Dieser präventive Ansatz könnte durch einen wohnortnahen Einsatz Ehrenamtlicher noch intensiviert werden“, erläuterte Dezernentin Bruns.  

    Informationen zu Hilfsstrukturen bündeln und sichtbarer machen

    Die Ergebnisse der Online-Umfrage wurden durch das, zusätzlich durchgeführte, repräsentative Bürger*innen-Panel im Wesentlichen bestätigt. Deutlich wurde hier allerdings auch, dass Zweidrittel der Befragten in Notsituationen (z.B. drohender Wohnungsverlust, Mietschulden) die städtischen Anlaufstellen nicht kennt. Viele Befragte geben an, dass sie sich mehr Informationen und Aufklärung zum Thema Wohnungslosigkeit wünschen: Ursachen, Anlaufstellen, Ansprechpartner*innen, Hilfsstrukturen und Möglichkeiten, sich zu engagieren. „Hier müssen wir mit Informationsangeboten nachbessern, denn die Landeshauptstadt Hannover bietet umfangreiche soziale Hilfen an“, so Bruns.

    Eckdaten zu den Umfragen:

    Online-Umfrage:

    • Knapp 1.400 Menschen haben im April an einer städtischen Umfrage zur Wahrnehmung von Wohnungslosigkeit in Hannover teilgenommen.
    • Die Umfrage richtete sich sowohl an Menschen mit festem Wohnsitz als auch explizit an wohnungslose Menschen. Um auch nicht deutschsprachigen, wohnungslosen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen, wurde die Befragung durch 16 mehrsprachige* Interviewer*innen unterstützt, Mit Tablets ausgestattet konnten auf diese Weise auch Menschen erreicht werden, die über kein eigenes Smartphone oder Internet verfügen.
    • Teilgenommen haben 1.030 Personen mit festem Wohnsitz und 331 Personen ohne festen Wohnsitz. Unter den 331 wohnungslosen Menschen waren 211 Männer, 59 Frauen und 4 diverse Menschen. Die Teilnehmenden waren überwiegend im Alter von 35 bis 54 Jahren. Es handelte sich dabei zum großen Teil um alleinlebende Männer, aber auch um Paare oder Familien mit minderjährigen Kinder.
    • Unter den 1.030 Teilnehmer*innen mit festem Wohnsitz waren vorwiegend Frauen, im Alter von 25 bis 64 Jahren und ohne Migrationshintergrund.

    * Sprachen (neben Deutsch): Polnisch, Russisch, Rumänisch, Bulgarisch, Englisch, Spanisch

    Bürger*innen-Panel:

    Das Bürger*innen-Panel ist ein Online-Beteiligungsinstrument der Landeshauptstadt Hannover und besteht seit 2012. Von 2012 bis 2018 haben sechs Befragungen stattgefunden. Dabei wurden folgende Themen behandelt: Mobilität, außerschulische Bildung, Sport, Hannover 2020, freiwilliges und ehrenamtliches Engagement sowie Sicherheit und Ordnung. Das Bürger*innen-Panel umfasst derzeit rund 1600 Personen, von denen rund 1000 am aktuellen Panel „Wohnungslosigkeit in Hannover“ teilgenommen haben. Das Bürger*innen-Panel ist hinsichtlich Altersgruppen und Geschlecht repräsentativ für die Einwohner*innen der Landeshauptstadt Hannover ab 16 Jahren.

     

    Zweite Auflage des WortLaut-Festivals im Oktober – umfangreiches Programm macht stadtweit Lust auf Sprache, Lesen und Wörter

    Das WortLaut-Festvial in Hannover geht in die zweite Auflage. Vom 1. bis zum 31. Oktober machen 25 Veranstaltungen stadtweit Lust auf Sprache, Lesen und Wörter und zeigen die sprachliche, kreative und literarische Vielfalt Hannovers.

    Das Programm wird gestaltet von verschiedenen hannoverschen Künstler*innen und Einrichtungen und bietet Veranstaltungsorte in der ganzen Stadt.

    Mit dabei sind Lesungen, zum Beispiel in einfacher Sprache oder von jungen Autor*innen aus Hannover, ebenso wie Workshops zu kreativem Schreiben oder Collagen aus Wörtern, Buchbinde- und Sprech-Workshops oder eine interaktive Ausstellung.

    Den Abschluss bildet eine Podiumsdiskussion am 23. Oktober (Sonnabend) mit Kulturschaffenden zu der Frage, wie mit Sprache und Illustrationen eigene Räume in der Literatur gestaltet werden können.

    WortLaut ist ein gemeinsames Projekt der Stadtteilkultur und der WortLaut-AG, zusammen mit der Lebenshilfe Hannover und dem Kulturtreff Bothfeld unter Beteiligung vieler Kulturschaffender aus Hannover.

    Alle Informationen und das ganze Programm gibt es unter www.stadtteilkultur-hannover.de oder www.wortlaut-hannover.de.

     

     

    „Digital Sounds“ – Treffpunkt für Musik-, Hör- und Digitalwirtschaft

     

    Digital Sounds Netzwerktreffen © Hörregion, UNESCO City of Music Hannover und hannoverimpuls

     

    Wenn sich die Musik-, Hör- und Digitalwirtschaft Hannovers trifft, dann dreht es sich um „Digital Sounds“. Zum neunten Mal lädt die gemeinsame Reihe von Hörregion, UNESCO City of Music Hannover und hannoverimpuls zum Netzwerktreffen ein.

    „Digital Sounds“ bietet Akteur*innen eine Plattform, um sich auszutauschen, Neues zu entdecken, Netzwerke zu knüpfen und Schnittstellen zu identifizieren. Am Donnerstag (23. September) werden im KUBI des MusikZentrums Hannover, Emil-Meyer-Str. 26-28, 30165 Hannover, Trends diskutiert und Ideen gemeinsam weitergeschärft. Einlass ist um 17 Uhr, Beginn um 17.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

     

    Hilfe für Kinder und Jugendliche in Krisensituationen: RIO-Rohdenhof Inobhutnahme wiedereröffnet

    Die Einrichtung RIO-Rohdenhof Inobhutnahme des städtischen Heimverbundes wurde heute (20. September) von Bildungs-, Jugend- und Familiendezernentin Rita Maria Rzyski in Bothfeld wiedereröffnet.

    Die Inobhutnahme für Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren war vorübergehend anlässlich der Corona-Pandemie geschlossen. Das Personal führte seit dem 16. Oktober 2020 die Quarantänegruppe in neu gestalteten Räumen unter dem Namen Inobhutnahme Klein Buchholzer Kirchweg. Seitdem wurden dort Kinder und Jugendliche ab dem Alter von sechs Jahren im Rahmen der Inobhutnahme betreut, wenn durch das Gesundheitsamt eine Quarantäne ausgesprochen wurde.

    Der bisherige Name „Notaufnahme“ wurde oft mit dem klinischen Bereich verknüpft, sodass die Neueröffnung mit einer Namensänderung in RIO-Rohdenhof Inobhutnahme verbunden wurde.

    „Es ist gut, dass diese Inobhutnahme mit dem bewährten bisherigen Team wieder Kindern, die Hilfe benötigen, offen steht“, begrüßte die Dezernentin den Neubeginn.

    Die Einrichtung wird bereits seit dem 1. September 2021 wieder betrieben. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche, die in persönlichen Krisen nicht mehr in ihrem bisherigen Zuhause leben können. Die Gruppe verfügt über acht Plätze und ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr aufnahmebereit. Die Kinder und Jugendlichen bleiben in der Inobhutnahme, bis sich die Lebenssituation stabilisiert hat. Sollte eine Rückkehr in die Familie nicht möglich sein, wird nach einer geeigneten Folgemaßnahme gesucht. Die durchschnittliche Verweildauer liegt bei drei bis sechs Monaten.

    „Der Heimverbund im Fachbereich Jugend und Familie der Landeshauptstadt Hannover hat sehr flexibel auf die Pandemie reagiert. Die Inobhutnahme Klein-Buchholzer Kirchweg wird mit neuem Personal bis zum 31. Mai 2022 weiterbestehen, um das gesamte Inobhutnahme-System weiterhin Corona-resistent zu gestalten“, betonte Rzyski und sagte weiter: „Vielen Dank an das Team, das sich der Corona-bedingten Herausforderung gestellt hat, und viel Glück zum Neustart am vertrauten Ort.“

     

     

     

     

  • Back to Culture: Die Hunde haben gut gearbeitet

    HANNOVER. Am Sonntagabend (19.09.2021) fand mit Fury in the Slaughterhouse das erste von vier Konzerten einer Machbarkeitsstudie statt. Professor Dr. Holger Volk, Leiter der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) sagte: „Die Hunde haben gut gearbeitet und alle Kontrollproben, die wir in die Studie eingebaut haben, angezeigt.“

     

    An dem ersten Konzert konnten 500 Besucherinnen und Besucher teilnehmen. Alle mussten sich vorab tagesaktuell im Schnelltestzentrum in der Karmarschstraße 40, gegenüber der Markthalle (https://schnelltest-hannover.de), testen lassen.

    Im Testzentrum wurden zwei Abstriche für einen Antigen-Schnelltest und eine PCR und zusätzlich eine Armbeugenschweißprobe für die Hunde entnommen. Am Einlass zur Gilde Parkbühne gaben die Gäste eine weitere Schweißprobe ab, an der die Hunde vor Ort gerochen haben.

    Volk erklärt: „Um zu kontrollieren, dass die Hunde in der Einlasssituation vor Ort in der Lage sind, infizierte Menschen zu erkennen, haben wir inaktivierte positive Proben eingeschmuggelt. Dafür standen in der Einlassschlange Helferinnen und Helfer, die die Proben bei sich hatten und abgegeben haben. Das Ergebnis: Die Hunde haben alle positiven Proben angezeigt! Sie haben also einen hervorragenden Job gemacht.“

     

    Die Ergebnisse der PCR-Tests liegen noch nicht vor. Zu einem späteren Zeitpunkt werden alle Daten zusammengefügt. Ein endgültiges Ergebnis der Studie können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erst nach dem vierten Konzert im Herbst veröffentlichen.

     

    Mit diesem ersten Konzert wollte das Team die Treffsicherheit der Hunde in einer Alltagssituation überprüfen. Zusätzlich ging es uns darum, die organisatorischen Abläufe beim Einlass unter diesen neuen Bedingungen zu testen. Es zeigte sich, dass das Handling am Einlass noch verbessert werden kann.

    „Für das Bosse-Konzert am 27. September werden wir darum Anpassungen vornehmen“, sagte Volk. 

    Die Klinik für Kleintiere der TiHo, Hannover Concerts, ProEvent Hannover und die AWiAS Aviation Services GmbH untersuchen in der vierteiligen Veranstaltungsreihe, ob trainierte Corona-Spürhunde geeignet sind, in Alltagssituationen eingesetzt zu werden. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert das Projekt mit 1,3 Millionen Euro.


    Professor Dr. Holger Volk, Leiter der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) im Interview in der Swiss Life Hall © Ulrich Stamm

    Check-in der KonzertbesucherInnen © Ulrich Stamm

    Abstrichpadsausgabe © Ulrich Stamm

    Probenabgabe in der Swiss Life Hall © Ulrich Stamm

    Die nummerierten Probenbehälter © Ulrich Stamm

    Der Corona-Spürhund beschnüffelt die abgegebenen Armbeugenschweißproben © Ulrich Stamm

    Die Konzertbesucherinnen warten auf den nummerierten Plätzen auf das Probenergebnis, bevor sie das Gelände der Gilde Parkbühne betreten können © Ulrich Stamm

    Die Gilde Parkbühne zum Auftakt der vier Back to Culture - Konzertreihe ©Ulrich Stamm

    Fury in the Slaughterhouse auf der Gilde Parkbühne © Ulrich Stamm

    Fury in the Slaughterhouse auf der Gilde Parkbühne © Ulrich Stamm

    Kai Wingenfelder geniesst das Bad in der Menge der negativ getesteten Fury-Fans © Ulrich Stamm

    v.r. Nico Röger (Geschäftsführer von Hannover Concerts) und Stefan Schreckensberger (Geschäftsführer von ProEvent) freuen sich, daß mit dem Back to Culture - Projekt es einen weiteren Schritt für die Durchführung von Kultur- und Konzertveranstaltungen geben kann © Ulrich Stamm

     

    Die kommenden Konzerte sind:

    • Montag, 27. September 2021, Einlass: 18 Uhr, Beginn: 20 Uhr: Bosse auf der Gilde Parkbühne, mit maximal 800 Gästen

    Registrierungsstart ist: 20. September 2020, ab 20 Uhr

    Zurzeit geplante Sicherheitsmaßnahmen: Es muss Abstand gehalten und eine medizinische Maske bis zum Platz getragen werden.

    • Samstag, 2. Oktober 2021, Einlass: 18 Uhr, Beginn: 20 Uhr: Alle Farben in der Swiss Life Hall, mit maximal 1.500 Gästen

    Registrierungsstart: 27. September 2020, ab 20 Uhr

    Zurzeit geplante Sicherheitsmaßnahmen: Es muss Abstand gehalten, aber keine Maske getragen werden.

    • Samstag, 9. Oktober 2021, Einlass: 18 Uhr, Beginn: 20 Uhr: Sido in der Swiss Life Hall, mit maximal 1.500 Gästen

    Registrierungsstart: 4. Oktober 2020, ab 20 Uhr

    Zurzeit geplante Sicherheitsmaßnahmen: Ohne Abstand und ohne Maske.

     

    Die Registrierung für die einzelnen Konzerte ist jeweils ab dem Montag davor unter https://backtoculture.de möglich. Es können keine Tickets an der Abendkasse erworben werden.

    Die Schutzmaßnahmen für die Folgeveranstaltung werden in den Tagen nach einem Konzert mit dem Gesundheitsamt Hannover abgestimmt.

     

    Bedingungen pro registrierter Person:

    • Max. 2 Tickets je Vorgang und Person buchbar
    • Volljährig: das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
    • Die Teilnehmenden akzeptieren die Teilnahme an einer Studie

     

    Im Laufe der Konzertreihe werden die coronabedingten Sicherheitsmaßnahmen immer weniger werden und die Anzahl der Konzertteilnehmerinnen und -teilnehmer steigt. Die Tickets können nur personalisiert bestellt werden. Eine Impfung ist für die Teilnahme an einem der Konzerte nicht erforderlich.

    Die Platzwahl ist frei. Mit den Hunden haben die Konzertgäste keinen direkten Kontakt. An den Konzerten dürfen nur Gäste, die tagesaktuell im Schnelltestzentrum in der Karmarschstraße 40, gegenüber der Markthalle (schnelltest-hannover.de), getestet wurden – das gilt auch für vollständig geimpfte Personen sowie für Medienvertreterinnen und Medienvertreter.

    Bei einem positiven Antigen-Schnelltest wird der Eintritt zu den Konzerten verwehrt. Mit dem Testzentrum in der Karmarschstraße besteht eine Kooperation. Nachweise anderer Testzentren können leider nicht akzeptiert werden. Für Medienvertreterinnen und Medienvertreter besteht die Möglichkeit, sich vor Ort in der Swiss Life Hall testen zu lassen.

  • Mini-Programm wegen Corona: Döhren kulturlustwandelte wieder

    HANNOVER. Ein ganzes Dutzend Stationen mit Kultur pur waren im Angebot: Am heutigen Sonntag (19. September) kulturlustwandelte Döhren wieder. Nachdem wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr die über die Grenzen des Stadtbezirks hinaus beliebte Kult-Veranstaltung in Gänze ausfallen musste, stellten die rührigen Mitglieder der Kulturinitiative Döhren-Wülfel-Mittelfeld jetzt zumindest ein reduziertes „Not“-Programm auf. Zwar beschränkte sich das Kulturlustwandeln 2021 nur auf einen Tag, dafür gab es immerhin an 12 Stationen Kultur von Bürgern für Bürger.

    Handgemachte Musik, Lesungen eigener Texte, Verkauf von Kunst und Kunsthandwerk: Die Vielfalt blieb auch bei der Mini-Version erhalten. An der Kastanienallee erklangen Klezmer-Musik und Jazz-Melodien, dazu präsentierte eine „Seifensiederin“ ihre handgesiedeten und geformten Seifenstücke und Hobby-Imker offerierten leckeren Honig und ein Korbstuhlflechter zeigte seine Kunst.

    In einem Hinterhofgarten am Lindenhofe wurde gemeinsam gesungen, Texte gelesen und es gab Puppen von Sunnhild Reinckens sowie Originalwerke ihrer Tochter Christine Reinckens, einer bekannten und zudem sehr begabten Malerin zu erstehen. Vor dem Antiquariat in der Helenenstraße las unter anderem Burkhard Wetekam aus seinen Texten. Der Döhrener war in diesem Jahr mit dem Literaturpreis KURT 2021 ausgezeichnet worden.  Die Familie Kreipe hatte in der Bernwardstraße wieder die Pforten ihres schönen Hofgartens aufgesperrt. Unter dem Titel „Llum de Mond“ wurde neben anderen Aktionen ein mallorquinisch-deutsches Musikprojekt dargeboten. Stadtbezirksbürgermeisterin Antje Kellner schaute sehr gerne vorbei. „Absolut sehens- und hörenswert“, meinte sie.


    Kletzmer-Musik an der Kastanienallee

    In Döhren wurde wieder kulturgelustwandelt

    Korbstuhlflechter Hubertus Süllow in Aktion

    Korbstuhlflechter Hubertus Süllow in Aktion

    Hie rgab es leckeren Honig direkt vom Imker

    Kunst aus Nicaragua

    Puppen von Sunnhild Reinckens

    Gemeinsmaes Singen am Lindenhofe

    Honigleckereien

    Werke von Christine Reinckens

    Sunnhild Reinckens las Texte

    Nicht im offiziellen Programm: Am Ginkoo malte Gundula Zimmermann

    Burkhard Wetekam las eigene Werke

    Llum deMond (Mondlicht)

    Jazz-Melodien an der Kastanienallee

    Stadtbezirksbürgermeisterin Antje Kellner (Mitte) im Garten der Familie Kreipe

  • Aktuelle Nachrichten aus Hannover vom 17.September 2021

    HANNOVER.

    Stadtteilzentrum Stöcken eröffnet: Stadtteilkultur, Stadtteilladen und Leckerhaus unter einem Dach

    Das Stadtteilzentrum Stöcken hat heute (16. September) seine offizielle Eröffnung gefeiert. Nach Grußworten von Oberbürgermeister Belit Onay und Bernd Janischowsky, stellvertretender Bezirksbürgermeister Herrenhausen-Stöcken, überreichte Baudezernent Thomas Vielhaber symbolisch das Haus an Kulturdezernentin Konstanze Beckedorf.

    „Stadtteilkultureinrichtungen sind wichtige Orte der Begegnung im Stadtteil. Sie stehen allen Menschen offen, unterstützen den gesellschaftlichen Zusammenhalt und fördern bürgerschaftliches Engagement. Es ist gut, dass die Stadtteilkultur in Stöcken nun wieder ein festes Zuhause hat, unter einem Dach mit den Einrichtungen des Vereins Soziales Netzwerk Stöcken e. V.“, betonte der Oberbürgermeister die sozial-kulturelle Bedeutung des Neubaus. Bernd Janischowsky wies auf das umfangreiche Beteiligungsverfahren hin: „Neben den Bürger*innen und Nutzer*innen war auch die Ortspolitik stets in den Entstehungsprozess eingebunden. Bereits im Architekturwettbewerb waren neben der Fachjury Vertreter*innen der Sanierungskommission, aus Bezirksrat und Rat sowie der drei Einrichtungen beteiligt. Das Stadtteilzentrum ist Treffpunkt für die Einwohner*innen. Hier schlägt das Herz von Stöcken.“

    „Die heute hier sichtbare besondere Architektur ist das Ergebnis eines Wettbewerbs. Das Gebäude bietet Offenheit und schöne Räume. Die Nutzungen sind klug organisiert, und es entstand ein echtes architektonisches Merkzeichen in der Mitte Stöckens, das die gesamte Stadtteilmitte aufwertet“, hob Baudezernent Vielhaber die markante Architektur hervor. Kulturdezernentin Beckedorf ergänzte: „Unsere strategische Ausrichtung für die Stadtteilkultur, Einrichtungen und Angebote für die Stadtteilbewohner*innen unter einem Dach zu vereinen, die kulturellen Bedarfe im Stadtteil zu erforschen und mit den Menschen gemeinsam weiter zu entwickeln, lässt sich an diesem Ort bereits erkennen. Wir freuen uns auf ein inspirierendes Miteinander und laden alle herzlich ein, dabei zu sein.“

    Im neuen Stadtteilzentrum Stöcken finden die städtische Stadtteilkultur, der Stadtteilladen und das Leckerhaus einen Veranstaltungssaal mit 170 Sitzplätzen sowie jeweils eigene Gruppen- und Büroräume vor. Seit der formalen Fertigstellung des Neubaus Ende Juli 2021 konnten bereits erste Veranstaltungen stattfinden.

    Im Stadtteilzentrum Stöcken umfasst das Angebot Theaterabende und Workshops, Rad- und Wandertouren, Kreatives und Naturverbundenes, es gibt Lesecafés und mehrsprachige Nachbarschaftshilfe, ein Sonntagscafé, einen kostenlosen Mittagstisch für Kinder und vieles mehr. 

    Zum Gebäude

    Bauherrin ist die Landeshauptstadt Hannover, die Planung und Bauleitung lag beim Architekturbüro AllesWirdGut, Wien, mit Formation A, Berlin, und VoMA, Wetter/Ruhr. Baubeginn war im Juni 2017, Fertigstellung im März 2021, die Übergabe zur Nutzung im Juli 2021. Die Baukosten betragen für Hochbau und technische Gebäudeausrüstung rund 4,5 Millionen Euro.

    Das neue Stadtteilzentrum verfügt über viele Besonderheiten und eine interessante Raumgeometrie. Der Haupteingang ist zum Stöckener Markt orientiert. Er erschließt das gemeinsame Foyer, von dem aus die einzelnen Einrichtungen des Stadtteilzentrums begehbar sind. Jede Nutzungseinheit hat auch noch einen Neben- beziehungsweise Notausgang.

    Der Neubau erhielt hochwertige Komponenten aus der Passivhausbauweise wie die hochqualitative Dämmung von Außenwänden, Dach und Bodenplatte und zwei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung im Bereich Saal und Gruppenräume.

    Durch die günstige Lage der Dachlaternen im neuen Stadtteilzentrum erhöht sich der Südfensteranteil in den Bereichen, die sonst wenig Licht erhalten und fördern darüber hinaus aufgrund ihrer Geometrie und Höhe eine positive Raumluftzirkulation. Die Dachfläche wurde für die Installation einer Photovoltaikanlage statisch vorbereitet.

    Alle Hauptzugänge zum Gebäude sind ebenerdig und barrierefrei. Die Eingeschossigkeit ermöglicht ganz ohne Treppen und Aufzug allen Besucher*innen und Mitarbeiter*innen des Stadtteilzentrums einen leichten und direkten Zugang zu allen integrierten Einrichtungen. Die Zugänglichkeit der Bühne wird durch eine rollstuhlgerechte Rampe gewährleistet. In ausreichender Anzahl sind rollstuhlgerechte WC-Anlagen im Foyer und in jeder einzelnen Nutzungseinheit vorhanden. Ausbau, Ausstattung und die Gestaltung von Oberflächen erfüllen ebenso wie die akustischen und lichttechnischen Maßnahmen die Anforderungen an die vorgeschriebenen integrativen Standards. Um im Sinne der Inklusion auch Hörgeschädigten die Möglichkeit zu geben, Veranstaltungen und Kurse in guter Qualität zu verfolgen, wurde im Saal die Akustik optimiert.

    Bauliche und technische Gebäudeausstattung

    Die Außenwände des Massivbaus wurden als zweischalige Konstruktion mit Sichtmauerwerk hergestellt. Der gewählte Dachbelag korrespondiert mit dem Fassadenmaterial und verleiht dem Haus einen lebendig monolithischen Charakter. Die Decken des Hauses wurden im Wesentlichen als Betondecken ausgeführt, um das Konzept und die spannende interessante Raumgeometrie der sich verschneidenden Dächer auch im Inneren erlebbar zu machen.

    Die Fenster wurden weitestgehend als Elemente aus einem festverglasten Teil und einem Öffnungsflügel in Holz ausgeführt. So wird die natürliche Belüftung in allen Räumen gewährleistet. Elektronisch gesteuerte Markisen bieten sommerlichen Wärmeschutz. Die Lüftung ist geteilt in zwei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung (Saal, Foyer, Gruppenräume) und zwei Anlagen mit reiner Abluft in den Bürobereichen.

     

    Finale dezentrale Impfangebote am Hauptbahnhof und bei Hannover 96

    Gemeinsames Impfzentrum von Region und LHH schließt am 27. September 2021

    Noch eineinhalb Wochen, dann ist Schluss: Wie angekündigt wird das gemeinsame Impfzentrum von Region und Landeshauptstadt Hannover am 27. September den Betrieb einstellen. Zuvor werden in den kommenden Tagen noch weitere dezentrale Impfungen angeboten.

    Aktuell haben die Mitarbeiter*innen des Impfzentrums Hannover rund 795.000 Impfungen verabreicht. Verimpft werden bis zum Tag der Schließung noch Zweitimpfungen mit mRNA-Impfstoffen oder Einmal-Impfungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson. Ab Oktober werden die Corona-Impfungen dann vornehmlich durch niedergelassene Ärzt*innen durchgeführt. Bis zum 27. September sind Impfungen im Impfzentrum noch sowohl spontan als auch mit Voranmeldung auf dem Messegelände möglich.

    Wer den Weg dorthin nicht auf sich nehmen möchte, kann auch von zwei dezentralen Aktionen in der kommenden Woche profitieren:

    Spontan-Impfungen am Hauptbahnhof Hannover

    Am kommenden Sonnabend, 18. September, und am darauffolgenden Sonnabend, 25. September 2021, von 10 bis 17 Uhr steht der Impfbus der Feuerwehr Hannover im Rahmen des City-Impfens wieder auf dem Bahnhofsvorplatz. Wer einen Lichtbildausweis und – wenn vorhanden – einen Impfpass dabeihat, kann sich nach einem ärztlichen Aufklärungsgespräch spontan für eine Impfung entscheiden. Verimpft wird das Vakzin von Johnson & Johnson, mit dem bereits wenige Tage nach einer einmaligen Impfung ein vollständiger Impfschutz hergestellt ist. Darüber hinaus steht der Impfbus in der Kalenderwoche 38, also zwischen dem 20. und dem 24. September 2021, ebenfalls am hannoverschen Bahnhofsvorplatz und macht ein dezentrales Impfangebot – dann zwischen 9 und 17 Uhr.

    Sonderimpfaktion beim Heimspiel von Hannover 96 gegen den SV Sandhausen

    Auch am Sonntag, 26. September 2021 wird es ein dezentrales Impfangebot geben. Im Rahmen des Heimspiels von Hannover 96 gegen den SV Sandhausen werden mobile Impfteams im Nord- und im Südbereich der HDI-Arena ihre Zelte aufschlagen. Zugang zu diesen Impfungen sollen explizit auch Impfwillige bekommen, die kein Ticket für das Heimspiel erworben haben.

     

    „Malerei ff.“ im September und Oktober in vier Galerien in der Stadt und der Region

    MALEREI ff.

    Eduardo Flores Abad, Nina Aeberhard, Franz Betz, Sebastian Biskup, Constanze Böhm, Maja Clas, Hauke Johanna Gerdes, Anette Haas, Stefan Lang, Andreas Linke, Maximilian Neumann, Anne Nissen, Gaby Taplick, Antje Smollich, Christina Stolz

    In Weiterführung des kooperativen Projektes „Malerei“ aus 2019 haben sich für 2021 erneut vier Ausstellungshäuser aus Hannover und der Region zusammengefunden: Die Galerie vom Zufall und vom Glück, die Städtische Galerie KUBUS, die Städtische Galerie Lehrte sowie die Region Hannover im Schloss Landestrost in Neustadt am Rübenberge.

    Diese zweite Ausstellung zum Stellenwert der Malerei in der zeitgenössischen Kunst der Region Hannover richtet den Fokus auf die Erweiterung der Malerei in andere Medien hinein, auf Positionen, die weniger direkt mit Malerei arbeiten, aber eine malerische Herangehensweise zeigen. Zu sehen sind Arbeiten, die so etwas wie eine „malerische DNA“ oder ein malerisches Denken vereint, von Zeichnung, Fotografie und Film über digitale Medien bis hin zu installativen und architekturbezogenen Arbeiten.

    Kurator*innen der Ausstellung: Jennifer Bork (Region Hannover, Schloss Landestrost), Julienne Franke (Städtische Galerie Lehrte), Anne Prenzler (Städtische Galerie KUBUS) und Giso Westing (Galerie vom Zufall und vom Glück).

    Zu den einzelnen Ausstellungen

    Eröffnung: Freitag, 17. September 2021, 19 UhrStädtische Galerie LehrteMaja Clas, Andreas Linke, Maximilian Neumann18. September. bis 21. November 2021

    Maja Clas beschäftigt sich mit dem Thema Raum mittels der Malerei und Collage. Beim Malen nutzt die Künstlerin oft Papier als Untergrund, das flach auf dem Boden oder einem Tisch liegt, da sie die Farbe sehr flüssig aufträgt und keine unwillkürlichen Verlaufsspuren entstehen sollen. Der erste Auftrag ist entscheidend, Übermalungen finden nicht statt, da sie die Wirkung verändern würden. Die Wahl des Farbtons und des Bildformats sind bei der reduzierten Arbeitsweise eminent wichtig.Für die Collagen verwendet die Künstlerin bunte Papiere und Druckerzeugnisse unterschiedlicher Herkunft, aber auch selbst bemaltes Papier. Gebrauchsspuren im Papier wie Faltungen und Knicke sind sowohl beim Trägerpapier als auch den aufgeklebten Elementen Teil der Arbeit. Allerdings werden Schrift oder erkennbare Abbildungen vermieden, stattdessen dominieren einfache geometrische, seltener organische Formen. Das Papier wird nicht in Schichten übereinander geklebt und das Blatt auch nicht vollständig beklebt, sondern die frei bleibende Grundfläche ist wichtiger Teil der Gestaltung. In den Collagen finden sich mitunter auch malerische und zeichnerische Eingriffe.Die Papierarbeiten werden selten gerahmt, sondern unmittelbar auf der Wand präsentiert. Dadurch befinden sie sich auf der gleichen Ebene wie die Wand und der Raum. Statt eines Objekts wird der flächige Charakter der Arbeit bewahrt und der Eindruck einer Kostbarkeit vermieden, die sorgfältig hinter Glas im Rahmen geschützt werden muss. Das Werk wird Teil der alltäglichen Umgebung, die dadurch eine veränderte Wahrnehmung erfährt.

    Andreas Linke hat dieses Jahr seinen Abschluss als Meisterschüler an der HBK Braunschweig gemacht. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Malerei lässt sich bereits an den in der Ausstellung gezeigten Werken ablesen. Die Frage nach dem malerischen Gestus, dem genialen Pinselstrich führte ihn zunächst zu einer expressiven Malweise. Diese wurde durch konzeptionelle, teils mathematische Bildgestaltungen erweitert, die sich in grafischen Mustern ausdrücken, deren farbliche Gestaltung jedoch weiterhin intuitiv erfolgen kann. Eine Kombination von Musterflächen und gestischem Farbauftrag ist ebenso möglich wie eine einzelne geometrische Form, die in einem Farbraum oder einer Farbfläche schwebt. Die Reduktion kann so weit gehen, dass eine einzelne Farbe als Fläche zum Bildgegenstand wird. Manche Bildgegenstände scheinen Schatten zu werfen, wodurch mehrerer Bildebenen entstehen ebenso wie durch Brechungen und Irritationen im Farbauftrag. Die Farbigkeit selbst reicht von leuchtend intensiv bis zu zurückhaltend und gedeckt.Oft verwendet der Künstler gefundenes Material als Bildträger wie Sperrholzreste, Tischplatten oder Türen, die eigene Bildformate und Oberflächenstrukturen mitbringen. Das Material lässt die Bilder teils zu Objekten im Raum werden. Auch inhaltlich setzt sich der Künstler mit der Raumwirkung auseinander, allerdings über Farbe und Form, Struktur und Rhythmus und weniger durch perspektivische Verkürzungen. Die Arbeiten von Andreas Linke zeichnen sich durch Autonomie und eine Konzentration auf malerische Frage aus. Der Bildgegenstand bleibt unabhängig von Bezügen zu äußeren Objekten und stellt dennoch eine Zwiesprache mit seiner Umgebung her.

    Maximilian Neumann präsentiert eine Reihe von Arbeiten auf Papier, die das Format eines DIN A 4 Blattes nicht überschreiten. Die Malerei entsteht in einem schnellen gestischen Prozess, der an asiatische Tuschemalerei erinnert, für die sich der Künstler durchaus interessiert. Allerdings sind die hier präsentierten Arbeiten mit flüssiger Ölfarbe ausgeführt, teils in pastoser Manier. Der gestische Auftrag führt zu einer abstrakten, verkürzten Bildsprache, ohne auf Details einzugehen. Dennoch entstehen die Arbeiten an einem konkreten Ort, der in der Signatur genannt wird, oft direkt in der Natur, ohne eine klassische Landschaftsdarstellung mit Horizont und Räumlichkeit anzustreben. Stattdessen werden einzelne Naturformen in den Fokus gerückt oder größere Zusammenhänge dargestellt, wobei der Bezug zum Ursprungsmotiv nur noch zu erahnen ist. Die Farbigkeit ist ausdrucksstark und bedeckt das Papier nicht vollständig, so dass ein skizzenhafter Eindruck entsteht.Mit dem Malen eines Bildes endet für Max Neumann die künstlerische Arbeit noch lange nicht. Sondern nun beginnt der zweite ebenso wichtige Teil seines Werks, die Präsentationsform. Die Bilder werden in eigens von ihm gefertigten Passepartouts eingefügt, die mit Buchbinderleinen bezogen sind. Dabei kommen leuchtende Farben als Bilduntergrund zum Einsatz, die je nach Bildserie variieren. Die Blätter werden nicht einzeln gerahmt, sondern in großformatigen Rahmen sind mehrere Werke leicht vertieft in die textile Oberfläche eingebettet. So entsteht ein neues Gesamtbild, mehrere Rahmen mit derselben Stofffarbe bilden eine Serie.Die Rahmen hängen nicht an der Wand, sondern werden als Objekt im Raum präsentiert. Sie liegen auf vier aus Ton gebrannten Sockeln, die circa 40 cm hoch sind. Diese Präsentationsform verändert die Betrachtungsweise, statt eines Gegenübers fällt der Blick nach unten, wie auf einen niedrigen Tisch oder in eine Vitrine. Erst mit der jeweiligen Präsentationsform, deren zeitaufwendige Herstellung im Kontrast zum schnellen malerischen Gestus steht, ist der malerische Prozess bei Max Neumann zum Abschluss gekommen.

    Eröffnung: Samstag, 18. September 2021, 18 UhrSchloss LandestrostFranz Betz, Sebastian Biskup, Hauke Johanna Gerdes, Stefan Lang, Anne Nissen19. September bis 24. Oktober 2021

    Die Ausstellung im Schloss Landestrost vereint Positionen, denen eine Übersetzung malerischer Ansätze in technische Medien, wie Film, künstliche Intelligenz, Farberkennungs- oder Animations-Software zugrunde liegt. Die Ergebnisse und die inhaltlichen Ansätze der einzelnen Positionen sind sehr vielfältig, die in den Arbeiten stattfindenden Transformationsprozesse entfalten zum Teil eine stark absorbierende Wirkung.

    Franz Betz zeigt die Arbeit „fern von nah“, die in Kooperation mit Birte Hölscher und Masha Kashyna (Klang) entstanden ist. Die gezeigten Bilder basieren auf einer künstlichen Intelligenz, die durch „machine learning“ trainiert wurde, Bilder mit malerischen Eigenschaften selbstständig zu erzeugen. Grundlage sind Bilder von isländischen Webcams, die im Schloss Landestrost auf einen Fadenvorhang projiziert und damit deutlich abstrahiert werden. Dennoch identifiziert der/die Betrachter*in aufgrund seines/ihres eigenen Bildgedächtnisses das gezeigte Material noch als Landschaft und kann teilweise Bezüge zu bekannten Landschaftsgemälden wie beispielsweise von Claude Monet herstellen. Das menschliche Netzwerk aus neuronalen Verknüpfungen interagiert dabei mit dem künstlichen Netzwerk.

    Sebastian Biskups Animation erzeugt eine Wirkung, die man zunächst als bewegte Farbfeldmalerei beschreiben könnte. Tatsächlich sind es formale Reduktionen von Werbeunterbrechungen eines Samstagabendspielfilms, Biskup spaltet die einzelnen Bilder in ihre kompositorischen Bestandteile (Farbe, Form und zeitlichen Ablauf) auf und lässt diese in der Animation, durch die Erzeugung von Zwischenbildern (Tweening), in eine flüssige Bewegung übergehen. Hinterfragt wird der Raum, der beim Fernsehen als gemeint angenommen wird. Beim Betrachten der in ungegenständliche Grafiken übersetzten Fernsehbilder, setzt man automatisch bestimmte Farben und Formen in einen räumlichen Kontext. Helle Farben scheinen näher, dunkle Farben weiter entfernt. Im Verlauf der Animation werden solche Räumlichkeiten von den Betrachter*innen in deren Verständnis des Gesehenen gedanklich aufgebaut, um dann im nächsten Moment zu kollabieren und sich neu zu strukturieren. Sebastian Biskup arbeitet zumeist mit vorherbestimmten Formen und anderen Parametern, die künstlich erzeugt werden: „Für mich erweist sich, angesichts einer Alltagswelt in der nichts und niemand unästhetisiert /undesignt in die Öffentlichkeit entlassen wird eine eigenständige Bildsprache als nahezu überflüssig. Das visuelle Rohmaterial, das uns umgibt, liefert mir eine Basis, den Blick des Betrachters zurückzuführen auf das Ursprüngliche im Mediendschungel.“

    Hauke Johanna Gerdes kommt ursprünglich aus der Malerei und wandte sich der Fotografie und dem Film zu. Im Schloss Landestrost zeigt sie in einem eigens erstellten Projektionssaal drei Filme (Evaporation, Lascaux, Verwandlung), die in Zusammenarbeit mit Abel Boukich, Rafael Vogel und Klaus Weingarten sowie dem Sector 16-Filmlabor entstanden sind. Hauke Johanna Gerdes versteht sich in der Tradition der Maler, die in den 1920er Jahren dem Film neue, künstlerische Impulse gaben. Die Konzentration liegt in ihren Filmarbeiten auf dem analogen 16 mm-Filmmaterial, welches oftmals experimenteller Bearbeitung im Labor unterworfen wurde. In „Evaporation“ etwa löst sich die Filmschicht eines Zelluloid-Films durch chemische Einwirkungen auf das Trägermaterial für acht Sekunden auf. Auf diese Weise entstehen Zwischenbilder der sichtbaren und unsichtbaren Welt. Das Ausgangsmaterial besteht aus Found Footage eines Lehrfilms über Seidenbau. Der Titel bezeichnet den Übergang von einem flüssigen in einen gasförmigen Aggregatzustand.

    Stefan Langs Arbeiten haben sich aus dem Nachdenken über die Farbe im klassischen Tafelbild entwickelt. Seine pastosen Gemälde bilden den Ausgangspunkt einer Erforschung der räumlichen und zeitlichen Dimension von Farbe, sowie deren Interaktion mit dem Klang. Lang greift dabei auch auf Software zurück die ursprünglich für blinde Personen entwickelt wurde, um Farben in Sprachinformation zu übersetzen.

    Anne Nissen zeigt mit „Laminar“ eine Videoinstallation auf zwei 4K-Monitoren. Dort wird synchron die Ausbreitung farbiger Tuschetropfen in Richtung der Bildmitte eines quadratischen Bildraumes gezeigt. Die schwerelos erscheinende Bewegung und die sich langsam überlagernden, feinen Linien bilden Formen, die ähnlich eines Mandalas eine fast meditative Wirkung entfalten.

    Eröffnung: Sonntag, 19. September 2021, 12 bis 18 UhrStädtische Galerie KUBUSConstanze Böhm, Gaby Taplick, Christina Stolz19. September bis 31. Oktober 2021

    In der Städtischen Galerie KUBUS liegt der Schwerpunkt auf Arbeiten, die die Malerei in bildhauerische Fragestellungen sowie installative Konstruktionen und Architekturen weiterdenkt.

    Constanze Böhm hat einen ortbezogenen Raum für die Städtische Galerie entwickelt, der den Lichteinfall durch die im KUBUS charakteristischen Oberlichter aufgreift und „einfängt“. Ihre dreidimensionale, begehbare Architektur geht ganz im malerischen Sinne aus von Fläche und Farbe. Farbe, die von einer irritierenden Zartheit ist. Constanze Böhm schafft einen Raum im Raum für das Licht und für den Menschen, der zugleich eine kalkulierte Herausforderung und Verunsicherung für unsere Wahrnehmung darstellt. Eine Fortführung findet diese Installation in einer Wandgestaltung, die den Lichtschein wiederum in eine Malerei übersetzt, deren Farbigkeit geradezu ephemer ist. Hinzu treten im Gesamtbild eine Reihe neuer Arbeiten aus Stoffresten, montiert auf zart gestrichene Holzplatten, die als poetisch anmutende „übrig, gebliebene“ Formen eine erstaunliche formale Stärke entwickeln; sowie zahlreiche, kleine emblematische Arbeiten, die grundsätzliche Fragen von Malerei diskutieren. Constanze Böhm schafft mit dieser Installation ein Gesamtkunstwerk, das die Mittel der Malerei einsetzt, um physische und psychische Dimensionen von Raum und Farbe auszuloten.

    Im Treppenhaus des KUBUS hat Gaby Taplick aus recycelten Möbeln ein fassaden-füllendes Bild geschaffen, das mit einer gewissen Strenge wie eine konstruktivistische Farbfeldmalerei in gedeckten Tönen daherkommt. Irritierend gut fügt sich diese Installation in den denkmalgeschützen Raum ein und ermöglicht dabei zugleich eine ganz neue Wahrnehmung der vorhandenen Architektur. Im Obergeschoss hat die Künstlerin zudem eine Landschaft aus japanischen „Berggeistern“ aufgebaut, die mit verschiedenen Kimono-Stoffen bezogen sind. Eine Installation von großer Poesie, die bei aller Farbigkeit eine große Ruhe und Konzentration erzeugt. Gaby Taplick gelingt es mit ihren Installationen klare Bilder zu schaffen, die zugleich von der Lust am Spiel zeugen und den Materialien und Räumen gänzlich neue Qualitäten entlocken.

    Christina Stolz lädt die Besucher*innen in einen bühnenhaften Aufbau ein, in dem farbige Stoffe, Stoffbilder, Zeichnungen, Objekte aus Keramik und Wandgestaltungen auftreten. Displays, die an Tischplatten erinnern oder an Ausstellungspräsentationen aus musealen Zusammenhängen, präsentieren einen Schwarm von 366 kleinen Schalen und andere, sorgsam komponierte Gefäße. An vielen Stellen finden sich formale und farbliche Korrespondenzen – sodass die einzelnen Bestandteile der Installation wie Akteur*innen auf einer interieurhaften Bühne ganz eigene Dialoge entwickeln und regelrechte „Gespräche“ führen. Christina Stolz gelingt es dabei, uns Betrachter*innen – mit einer beiläufigen Unausweichlichkeit – einzubinden in eine malerische, theatrale Erzählung.

    Auch untereinander interagieren die drei künstlerischen Positionen, indem sie ähnliche Materialien und Strategien einsetzen, wenn sie malerische Fragen in den Raum hineinerweitern – und dabei im Ergebnis aber zu sehr unterschiedlichen Fragen und Antworten finden.

    Eröffnung: Sonntag, 19. September 2021, 12 bis 18 UhrGalerie vom Zufall und vom GlückEduardo Flores Abad, Nina Aeberhard, Maja Clas, Anette Haas, Antje Smollich19. September bis 31. Oktober 2021

    Während wir in der Ausstellung vor zwei Jahren Bilder gezeigt haben, die sich im Zentrum der Malerei bewegten, zeigen wir nun Positionen, die am Rand der Malerei angesiedelt sind oder gar in anderen Techniken, wie Zeichnung, Collage und Assemblage ausgeführt sind. Es geht um Konzeptionen, die  man als das malerische Denken bezeichnen könnte, eine radikale Einschränkung als Abstraktion im Sinne eines Verzichts: Diese Bilder stellen nichts dar, bilden nicht ab, sondern repräsentieren nur sich selbst in Farbe, Matereial und Oberflächenbeschaffenheit. Sie sind so gesehen, absolut – weil souverän im Ausdruck, da sie nur sich selbst ausdrücken wollen und keiner weiteren Inhalte oder von außen dazukommender Bedeutungen bedürfen.

    Eduardo Flores Abad zeigt am Computer generierte Bilder, die nur aus Punkten und dazu gewählten Farben bestehen. Dazu hat er, den Gedanken seiner Bilder aufnehmend, eine etwa fünfminütige Sound-Komposition geschaffen: „Puntos y Formas“ besteht aus Pizzicato-Klängen auf der Violine und dem Klang von in Wasser fallenden Tropfen. Es sind Klangpunkte, die bearbeitet wurden durch elektronische Prozesse wie Granulierung, Spreizung und Amplitudenerweiterung, um eine Entwicklung am Material zu zeigen, die dem der Bilder entspricht. Die Dramaturgie aus Lockerung und Verdichtung wie Überlagerung wechselnder Bewegungen schafft einen Spannungsbogen.

    In den Arbeiten von Nina Aeberhard artikuliert sich das malerische Denken in der Fotografie. Es sind Licht und Schatten als hell-dunkel Kontraste und die Graustufen, die in ihren Differenzen Dynamik im Bild wie auch im ganzen Ensemble der drei zusammengestellten Arbeiten erzeugen. Das sind minimalistische und ganz formale Überlegungen. Gerade, weil sie so formal sind, sind sie abstrakt.

    Das Minimale ist das Maximale. Das ist kein Paradox, sondern die bildnerische Praxis von Anette Haas. Denkbar einfache Anordnungen werden mit einem hohen Aufwand von subtilem Auftrag der Farbe mit dem Zeichenstift, der Kreiden und Malfarben kleinschrittig entfaltet. Es geht um feinste farbliche Nuancen in der Oberfläche der Farbfelder wie der Beschaffenheit des Bildgrundes überhaupt.

    Wie komme ich zu Bildern oder was macht ein Bild aus? Diese Frage treibt Maja Clas an. In einem langwierigen Prozess von schrittweiser Addition entstehen die Papierarbeiten; es wird angefügt und wieder weggenommen, bis eine die Künstlerin befriedigende Zwiesprache aller Elemente im Bild stattfindet. Es ist eine ausgefeilte Arbeit am Poetischen, um die Leichtigkeit, Freiheit und Frische der Improvisation zu erlangen, die die Bilder ausstrahlen.

    Antje Smollich verwendet Materialien, die Gitterstruktur aufweisen für ihre Bildkonstruktionen. Durch Überlagerungen farblich unterschiedlicher Texturen entstehen transparente Mischfarben. Dazu kommt noch der Oberflächenglanz und die Art der jeweiligen Flechtung, dass zudem auch changierende Effekte auftreten wie bei Hologrammen. Man sieht auf die Flächen und gleichzeitig durch sie hindurch, was eine verwirrende Fensterwirkung hervorruft.

    Was hier kurz zu den Positionen gesagt wird, gilt natürlich nicht nur für die jeweils Einzelne, sondern in gewisser Weise für alle. Schönheit in der Ruhe, der Einfachheit wie Schlichtheit, zieht sich durch die Ausstellung. Die Frage nach dem Bild, nach der Oberfläche, die Idee, das Material zu verwandeln, es neu erscheinen zu lassen und das Interesse an Reduktion als Verdichtung überkreuzt sich in dieser Ausstellung und ist die gedankliche Klammer. So entstehen zwischen den Arbeiten immer wieder überraschende Übergänge und Korrespondenzen.

     

    Organisations- und Personalausschuss tagt öffentlich

    Am Mittwoch, 22. September, findet um 14 Uhr im Ratssaal, Neues Rathaus, Trammplatz 2, eine öffentliche Sitzung des Organisations- und Personalausschusses statt.

    Die vollständige Tagesordnung steht im Internet unter www.ratsinfo-hannover.de.

    Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sind alle Teilnehmenden und Besucher*innen aufgefordert, die notwendigen Abstände von mindestens anderthalb Metern einzuhalten. Das Tragen von medizinischen Mund-Nase-Bedeckungen oder FFP2-Masken ist auf den Wegen im Gebäude erforderlich. Besucher*innen werden zudem gebeten, die Mund-Nase-Bedeckung auch während der Sitzung aufzubehalten. Hinweise der Mitarbeiter*innen beim Zugang in die Gebäude und Räume sowie bei eventuell ausgeschöpften Platzkapazitäten sind zu beachten.

     

    „Mein Quartier 2030 – Linden-Limmer“: Start der Bürger*innenbeteiligung

    Für den Stadtbezirk Linden-Limmer wird aktuell vom Büro Machleidt GmbH aus Berlin ein Entwicklungskonzept im Rahmen des Projekts „Mein Quartier 2030“ erstellt. Ziel des Konzepts ist die Bündelung der lokalen Expertise, der Chancen und Risiken in den vier Stadtteilen – Linden-Nord, Linden-Mitte, Linden-Süd und Limmer – und der bereits umgesetzten oder in Planung befindlichen Projekte zu einem umfassenden strategisch-konzeptionellen Planwerk. Dieses soll die Leitlinien und Zielrichtungen der Entwicklung des Stadtbezirks in Bezug zur Gesamtstadt aufzeigen. Von besonderer Bedeutung im Prozess ist die Beteiligung der Bewohner*innen Linden-Limmers und der interessierten und engagierten Stadtöffentlichkeit im Gesamten.

    Hierzu findet am Donnerstag, 30. September, ab 19 Uhr coronabedingt eine digitale öffentliche Dialogveranstaltung über die Kommunikationssoftware „Zoom“ statt, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Die Einwahldaten und weitere Beteiligungsmöglichkeiten sind auf der Website des Projektes unter www.meinquartier2030-ll.de einzusehen. Dort sind ab sofort als Angebot zur individuellen Vorbereitung drei thematische „Entdeckerrouten“ veröffentlicht, die Ortskundigen ebenso wie allen interessierten Bürger*innen der Stadt besondere, versteckte und spezielle Orte eröffnen sollen. Die Plattform bietet darüber hinaus die Möglichkeit der kontinuierlichen Beteiligung durch das Kommentieren von Arbeitsständen und das Einbringen neuer Ideen.

    Im letzten Quartal 2021 ist darüber hinaus eine weitere Beteiligungswerkstatt geplant, zu der ebenfalls im Vorfeld öffentlich eingeladen wird. Im Ergebnis soll innerhalb des ersten Quartals 2022 das Entwicklungskonzept finalisiert und der Öffentlichkeit präsentiert werden.

     

    Stimmberechtigte Mitglieder des Jugendhilfeausschusses werden neu gewählt – Vorschläge können jetzt eingereicht werden

    Der Rat der Landeshauptstadt Hannover hat die stimmberechtigten Mitglieder des Jugendhilfeausschusses und ihre Stellvertretungen für die Dauer der nächsten Wahlperiode ab 1. November 2021 bis 31. Oktober 2026 neu zu wählen.

    Für sechs Sitze im Jugendhilfeausschuss sind die in der Landeshauptstadt Hannover wirkenden und anerkannten Träger der freien Jugendhilfe vorschlagsberechtigt. Diese Träger können ihren Vorschlag zur Besetzung des Jugendhilfeausschusses zusammen mit dem Nachweis der Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe bis zum 15. Oktober 2021 (Freitag), 12 Uhr, bei der Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Personal und Organisation, Bereich Rats- und Bezirksratsangelegenheiten, OE 18.6, Postfach 125, 30001 Hannover, einreichen.

    Wählbar als stimmberechtigtes Mitglied ist, wer am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet hat und wessen Hauptwohnsitz sich in der Landeshauptstadt Hannover befindet.

     

    Informationen am Mittwoch: „Schwamm drüber“ – Sinnvolle Hygiene im Haushalt

    Welche sinnvollen Reinigungshelfer gibt es für den Alltag? Kann Hygiene auch zu weit gehen? Diese und weitere Fragen werden in einer Veranstaltung der Reihe „Informationen am Mittwoch“ des Kommunalen Seniorenservice Hannover (KSH) beantwortet, die am 29. September um 15 Uhr stattfindet.

    Die Corona-Pandemie hat „Hygienemaßnahmen“ in den Mittelpunkt gerückt – doch auch viele andere Bakterien und Viren außer dem Coronavirus spielen im Alltag eine Rolle. Eine tägliche Unterstützung in vielen Haushalten ist beispielsweise der Küchenschwamm. Oft ist er mehrere Wochen oder Monate im Einsatz, bevor er ersetzt wird. Ist der Schwamm somit noch ein hygienischer Reinigungshelfer?Im Rahmen eines Vortrags beleuchtet Elke Sandvoß, Beraterin Hauswirtschaft der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, welche sinnvollen Alternativen zum Schwamm im Alltag für Sauberkeit sorgen können und erklärt, ob Hygiene auch übertrieben werden kann. Für Interessierte besteht die Möglichkeit, im Anschluss Fragen zu stellen.

    Das Angebot ist kostenfrei und endet gegen 17 Uhr. Es findet im Veranstaltungszentrum des KSH, Ihmepassage 5, statt. Für eine Teilnahme vor Ort ist eine telefonische Anmeldung unter 0511-168-45195 erforderlich. Zudem wird der Vortrag online übertragen – in diesem Fall ist keine Anmeldung notwendig. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite www.seniorenberatung-hannover.de oder telefonisch unter der oben genannten Rufnummer.

     

     

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