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Der Erweiterungsbau des Sprengel Museum Hannover verläuft genau im Zeit-und Kostenplan

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Der Erweiterungsbau des Sprengel Museum Hannover verläuft genau im Zeit-und Kostenplan „Sprengel Museum extension building Hanover Germany 01“ (C) ChristianSchd
Erweiterungsbau Sprengel Museum Hannover: Endarbeiten laufen, vereinbarte Fristen und Budget werden eingehalten

 

Von der Auslobung des Architektenwettbewerbs Erweiterungsbau Sprengel Museum Hannover im Juni 2009 bis heute, von ehemals insgesamt 11.800 auf nun mehr als 17.000 Quadratmetern und das alles in nur sechs Jahren.

Das ambitionierteste Bau- und Prestigeobjekt der vergangenen Jahre in Hannover geht in die Endphase. Gabriele Heinen-Kljajiæ, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Kulturdezernentin Marlis Drevermann und der Architekt Markus Peter, Meili und Peter Architekten AG, Zürich, haben sich heute (10. Juni) davon überzeugt, dass der Erweiterungsbau Sprengel Museum wie geplant rechtzeitig fertig wird.

"Insgesamt", so Kulturdezernentin Marlis Drevermann, "wird das Gesamtbudget von 35,77 Millionen Euro vor dem Hintergrund der aktuellen Kostenrechnungen und –prognosen zur Fertigstellung des Gebäudes ausreichen. Für das Budget haben wir ein Museum, das sich national und international sehen lassen kann."

Derzeit laufen abschließende Arbeiten weiter, die ohne EU-Förderung finanziert werden. Dazu gehören insbesondere die Arbeiten an den Außenanlagen auf der Rückseite sowie der Südseite des Sprengel Museums.

Die Maßnahmen beinhalten unter anderem die Asphaltierung der Anlieferungsstraße und Parkplätze auf dem Grundstück sowie abschließende Pflanzarbeiten. Parallel dazu wird vom FB Tiefbau die Wiederherstellung der Wallanlage sowie des Fuß- und Radwegs entlang des Rudolf-von-Bennigsen-Ufers ausgeführt. Hierzu gehören neben den aufwendigen Pflasterarbeiten auch die Baumpflanzungen vor der Sichtbetonfassade. Es ist geplant, die Arbeiten bis zur Eröffnung am 18. September 2015 abzuschließen - ausgenommen die Pflanzarbeiten, die jahreszeitbedingt erst im Herbst möglich sind. 

Ab 1. Juli beginnt der Aufbau für die Eröffnungsausstellung, die im Titel das Raumprogramm benennt und zunächst die neuen Räume ins Zentrum rückt, gleichzeitig aber auch künstlerische Akzente setzt: "Zehn Räume, drei Loggien und ein Saal".

Für jeden Raum wurde eine Künstlerin beziehungsweise ein Künstler eingeladen, mit einer Installation oder Intervention den Dialog mit der Architektur zu suchen. Sprengel-Museumsdirektor Dr. Reinhard Spieler: "Wir wollen damit das Augenmerk zunächst auf die Architektur, die Räume und das Licht werfen – allerdings mit einer speziellen Perspektive durch die Kunst, die diese Raumwahrnehmung zum Thema macht."

Die Eröffnungsfeier des Erweiterungsbaus mit Ministerpräsident Stephan Weil und Oberbürgermeister Stefan Schostok und geladenen Gästen ist am 18. September. Am 19. und 20. September heißt es dann "Das neue Sprengel Museum für alle" mit einem Programm für Kinder und Familien, Musik, Diskussionsrunden rund um die Entstehung des Neubaus und einem Kunstfest. Die BesucherInnen können den Eintritt zahlen, den sie als angemessen erachten ("pay what you want").

Die Eröffnungsausstellung "Zehn Räume, drei Loggien und ein Saal" ist bis zum 10. Januar 2016 zu sehen. Im Anschluss wird das Sprengel Museum von Ende Januar bis Ende des Frühjahrs 2016 geschlossen. Danach ist die Eröffnung mit den wertvollen Sammlungsbeständen des Museums geplant. Dazu wird das gesamte Museum umorganisiert, vom Leitsystem über weitere Renovierungsarbeiten im Altbau bis hin zur Neuorganisation von mehr als 1.600 Werken. 

 

Allgemeines

 

Mit der Erweiterung des Sprengel Museum Hannover nimmt eines der größten Kulturprojekte der vergangenen Jahre in Hannover Gestalt an. Der Kunstbestand des Hauses ist durch Ankäufe, vor allem durch Schenkungen und Dauerleihgaben, kontinuierlich angewachsen. Seine renommierten Sammlungsbestände der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts haben das Museum in aller Welt bekannt gemacht.

Fläche

Insgesamt gewinnt das Sprengel Museum Hannover rund 5.250 Quadratmeter hinzu, davon an Ausstellungsfläche rund 1.400 Quadratmeter. Im Vergleich dazu hat der Altbau etwa 11.800 Quadratmeter mit rund 5.250 Quadratmetern Ausstellungsfläche (ohne Museumspädagogik und Auditorium). Im Neubau ergänzen Funktionsräume, wie Werkstätten, Depots und speziell klimatisierte Lagermöglichkeiten für fotografische Arbeiten, die Kapazitäten des Hauses auf höchstem Niveau. Damit werden weitere bedeutende Schenkungen Realität. Die Erweiterung ermöglicht es, dauerhaft mehr Kunstwerke der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, die heute in Depots verwahrt werden müssen, und außerhalb des Museums verwahrte Objekte jederzeit verfügbar im Haus zu lagern. Nicht zuletzt bestärkt die Erweiterung langfristig die Entwicklung und Bedeutung des Museums und Hannovers als Kulturstandort.

Lage und Umgebung 

Der Erweiterungsbau umfasst als Ergänzung des bestehenden Museums einen einfachen rechteckigen Körper. Von einem Sockelgeschoss getragen, vermittelt das vorragende Hauptgeschoss einen nahezu schwebenden Eindruck. Der gesamte neue Baukörper behauptet sich zur längsseitig verlaufenden Promenade als eigenständiges Gewicht. Die rückwärtige Südostseite des Gebäudes ist nach Fertigstellung von einer parkartigen Anlage umgeben, durch die ein Weg für Kunsttransporte zur Anlieferung verläuft.

 

Placement – vielseitiges Verbindungsstück mit prominenten Namen: Calder-Saal

Als Verbindung zwischen den verschiedenen Ebenen des Alt- und Erweiterungsbaus fungiert eine doppelgeschossige Halle mit einer großzügigen Rampen- und Treppenspirale. Der Raum wird nach dem Künstler Alexander Calder benannt werden. Eins seiner berühmten Mobiles wird in diesem Raum zu sehen sein. Dieses große Rondell ist nicht nur Durchgangs- und Eingangsbereich, sondern bildet einen Saal mit offener Raumstimmung, der für Veranstaltungen genutzt werden kann. An der Stirnseite unterstützt eine Wandbespannung aus farbigem Stoff die Akustik. Die Deckenhöhe bietet sich für die Installation raumgreifender Kunstwerke an. Für viel Licht sorgt eine ganzseitige Glasfront. Sie lässt sich zum Hof hin öffnen, so dass der Calder-Saal auch zur Verteilung großformatiger Werke in alle Teile des Alt- und Neubaus dient. Die Rampen- und Treppenspirale ist zu diesem Zweck für Schwerlasten ausgelegt.

 

Ausstellungstrakt – Die 'tanzenden' Räume

Die BesucherInnen des neuen Ausstellungstrakts erleben eine klare Raumflucht mit übersichtlicher Wegeführung. Unterschiedliche Raumformate und Deckenhöhen (4.80, 5.10 und 5.70 Meter) verleihen ebenso wie eine leicht versetzte Anlage der Räume im Grundriss dem Rundgang einen Rhythmus: Die Räume scheinen zu 'tanzen'. Drei verglaste Loggien sitzen an der Nahtstelle zwischen Innen- und Außenraum und geben den Blick auf die Umgebung frei. 

 

Oberlichter und Klimaanlage

Durch die Oberlichter werden diese Räume mit Tageslicht versorgt, das durch die Lichtdecke als diffuses Licht einfällt. Durch eine automatische Steuerung des oberhalb der Lichtdecke angeordneten Kunstlichts wird sichergestellt, dass immer ein gleichmäßiges Lichtniveau in den Räumen herrscht.Eine Klimaanlage hält Temperatur und Luft-feuchte in einem stetig konstanten Niveau mit sehr geringen Schwankungsamplituden.

 

Fassade

Die 'tanzenden' Räume umfasst eine ruhige und elegante Fassade aus Stahlbeton. Angelegt in Reliefbändern entlang der Gebäudelängsseiten entsteht sie als zweischalige kerngedämmte Konstruktion und knüpft an die rhythmische Raumanlage im Innern an. Die Fassade wird in sogenannten Betonierabschnitten von bis zu 18 Metern Länge und zirka 3,5 Metern Höhe hergestellt. Die Oberfläche weist reliefartige Vor- und Rücksprünge auf, die durch unterschiedliche Wanddicken (25, 36 und 47 Zentimeter) entstehen. Die gestalterisch angestrebte Erscheinung "eines Werkstücks" wird durch die Entwicklung einer Ortsbetonkonstruktion realisiert. Die Betonoberflächen sind teilweise und mit unterschiedlichen Techniken handwerklich nachbearbeitet. Die Eigenlast der Fassade wird punktweise auf Gleitlagern in die Querwände der Ausstellungsräume abgetragen. Diese punktweisen Ankerkonstruktionen verfügen in den tangentialen Richtungen über entsprechende Freiheitsgrade. Sie werden in drei Höhenlagen (oben, Mitte, unten) angeordnet.

 

Finanzierung

Der Erweiterungsbau Sprengel Museum Hannover des Schweizer Architekturbüros Meili und Peter wird für 35,77 Mio. Euro realisiert. Die Finanzierung erfolgt aus 11,6 Mio. Euro EFRE-Mitteln und fünf Mio. Euro aus Landesmitteln. Die Landeshauptstadt kommt für 14,1 Mio. Euro auf; weitere fünf Mio. Euro sollen aus Spenden dazu kommen.

 

Chronologie:

 

22.06.2009Auslobung des Architektenwettbewerbs Erweiterungsbau Sprengel Museum Hannover 

22.12.2009Bewerbungsschluss: 56 Entwürfe nationaler und internationaler Architekturbüros werden eingereicht

26.02.2010 Der Entwurf für den Erweiterungsbau Sprengel Museum Hannover des Büros Meili und Peter Architekten AG, Zürich, wird einstimmig als Sieger gewählt - mit dem Hinweis, die Fassade des Entwurfs zu überarbeiten. 

30.08.2011 Die Jury hat sich einstimmig für eine monolithische Sichtbetonfassade ausgesprochen.

16.02.2012Mit Drucksache 0045/2012 N1 hat der Rat die Verwaltung beauftragt, den Neubau des 3. Bauabschnitts des Sprengel Museum Hannover durchzuführen. 

27.11.2012Erster Spatenstich von Ministerpräsident David McAllister und von Oberbürgermeister Stephan Weil für den Erweiterungsbau

21.03.2013Das Budget wird mit einer Summe von 2,5 Mio. Euro auf dann insgesamt 31 Mio. Euro erhöht.

17.07.2014Mit der Drucksache 1301/2014 wurde der Budgetrahmen um 4,77 Mio. Euro auf maximal 35,77 Mio. Euro erweitert.

01.07.2015Der Erweiterungsbau Sprengel Museum Hannover wird an die Nutzer übergeben. 

18.09.2015Eröffnung des Erweiterungsbau Sprengel Museum Hannover mit Ministerpräsident Stephan Weil und Oberbürgermeister Stefan Schostok sowie geladenen Gästen

19./20.09.2015"Das neue Sprengel Museum für alle"

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