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Elternräte fordern transparente, klare und ehrliche Perspektiven für Gymnasien

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Elternräte fordern transparente, klare und ehrliche Perspektiven für Gymnasien Verband der Elternräte der Gymnasien Niedersachsens e
Elternräte fordern transparente, klare und ehrliche Perspektiven für Gymnasien

 

Bildungsqualität muss wieder im Zentrum der niedersächsischen Schulpolitik stehen

 

Unter reger Beteiligung zahlreicher Elternvertreter der Gymnasien aus ganz Niedersachsen hat der Verband der Elternräte anlässlich der traditionellen Herbsttagung zu aktuellen schulpolitischen Themen mit Vertretern der im Landtag vertretenden Parteien diskutiert und die Ergebnisse der großen Mitgliederumfrage vorgestellt.Zu Beginn der Tagung löste die kurzfristige Terminabsage der Ministerin Heiligenstadt Befremden unter den Elternvertretern aus. „Auch wenn die Umstände der Absage der Ministerin nicht unserem Anspruch an einen fairen Dialog entsprechen, so bieten wir Ihnen und Ihrem Ministerium sehr gern auch in Zukunft einen offenen und konstruktiven Dialog an“, signalisierte der Vorsitzende, Dr. Oliver Gossel, aus diesem Grund der Staatssekretärin Erika Huxhold, die in Vertretung  für die Ministerin gekommen war.Als einen wichtigen und richtungsweisenden Schritt betrachteten die anwesenden Eltern die Wiedereinführung des Abiturs nach 13 Schuljahren (G9), mit der eine bedeutende Forderung des Verbandes umgesetzt worden ist.In seiner Gesamtheit sei das neue Schulgesetz jedoch nicht als positiv zu bewerten. Eine Schwächung des Elternwillens durch das neue Niedersächsische Schulgesetz wird vom Verband der Elternräte weiterhin kritisiert. Es fehlt eine geregelte Elternbeteiligung für das vorzuhaltende Schulformangebot vor Ort. Stattdessen können – je nach Finanzlage – die kommunalen Schulträger das Schulformangebot beschränken. Zurzeit beginnen sogar vereinzelt Diskussionen, nach denen Integrierte Gesamtschulen alle anderen Schulformen ersetzen sollen. Wenn vor Ort kein ausreichendes Schulformangebot mehr vorhanden sei, so der Vorsitzende, Dr. Oliver Gossel, bestehe auch keine Wahlmöglichkeit für die Eltern. „Daher wird unser Verband in Zukunft sehr genau betrachten, ob die ausgesprochene Bestandsgarantie für die Gymnasien in der Realität standhält und dem flächendeckenden Einheitsschulgedanken mit Entschiedenheit entgegentreten“, erklärte Dr. Gossel.Über 40 ablehnende Petitionen mit teilweise bis zu 33.000 Unterschriften würden deutlich aufzeigen, dass sich die Niedersachsen mit großer Kraft gegen dieses Schulgesetz gestellt haben. „Dass die Landesregierung diese aber in wenigen Minuten vom Tisch gewischt habe, entspricht nicht unserem Verständnis von Demokratie und Berücksichtigung der Bürgermeinung“, so der Vorsitzende in seinem Statement.Auch wenn Klassenfahrten inzwischen weitgehend wieder durchgeführt werden, kritisierte der Vorsitzende des Verbandes die nach wie vor unzureichende Reisekostenerstattung für die Lehrkräfte. Auch zukünftig müssen Lehrer, die Klassenfahrten durchführen, einen großen Teil der entstandenen Kosten privat bezahlen.Nachdem die Landesregierung – auch bis zum heutigen Datum - keine Zahlen zur aktuellen Unterrichtsversorgung an den Gymnasien veröffentlicht hat, sah sich der Verband in der Pflicht, erste Zahlen durch eine Mitgliederumfrage zu ermitteln.  Nach Einschätzung der Elternvertreter an den Gymnasien zeigen sich große Lücken  in der Unterrichtsversorgung. Über 28 % der Schulelternräte melden aktuell eine Unterrichtsversorgung unter 97 %, bei 6 % der Schulen würde diese sogar unter 90 % liegen. Deutlich kritisiert der Verband, dass laut Rückmeldungen der Mitglieder in den MINT-Fächern, aber auch im Fach Musik 40 % der Schulen Unterrichtsausfälle melden und die Landesregierung daher umgehend zum konsequenten Handeln verpflichtet sei, um schnellstmöglich verlässlichen Unterricht sicherzustellen.In der Mitgliederumfrage haben die Elternvertreter ebenfalls Ergebnisse zur Integration von Flüchtlingskindern an den Gymnasien aufgezeigt. Aufgrund der verzögerten Aufnahme- und Integrationsverfahren sei die Gesamtsituation der zu integrierenden Schüler bisher in vollem Ausmaß nicht erfassbar, jedoch würden aktuell bereits 18 % der Schulen Probleme melden. An dieser Stelle forderte der Verband, die Integrationskonzepte auszuweiten und Sprachangebote auf mindestens 3000 Klassen zu erhöhen, um eine verantwortliche und bestmögliche Integration der Kinder, aber auch Bildungschancen für alle Schüler sicherzustellen.„Auf der Herbsttagung zeigte sich erneut, dass die Gymnasien vor großen Herausforderungen stehen, insbesondere aktuell mit einer schlechten Unterrichtsversorgung und Klassengrößen mit bis zu 31 Schülerinnen und Schülern. Die tatsächliche Unterrichtsversorgung an Gymnasien muss jetzt offengelegt und unter Qualitätsanforderungen sinnvoll behandelt werden.“, bewertete Dr. Gossel nach der Tagung. „Es reicht nicht mehr aus, nur dort in kleinen Schritten auf die Gymnasien zuzugehen, wo es gerade rechtlich oder gesellschaftlich unvermeidbar ist. Die Gymnasien brauchen jetzt mehr Transparenz und klare und ehrliche Perspektiven.“ so Dr. Gossel abschließend. Der Verband der Elternräte der Gymnasien Niedersachsens werde daher auch in Zukunft ein wichtiger Gesprächspartner als Vertreter der Eltern bleiben und diese Themen kritisch, kompetent und konstruktiv begleiten.

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