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GPS (52°22‘14,8‘‘N / 9°44‘10,8‘‘E)-Picknick am Platz des „Diamant II

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GPS (52°22‘14,8‘‘N / 9°44‘10,8‘‘E)-Picknick am Platz des „Diamant II Platz des „Diamant II (C) Stadt Hannover
„GPS (52°22‘14,8‘‘N / 9°44‘10,8‘‘E)“  

„Kunst umgehen“-Picknick am Platz des „Diamant II“, noch ohne das Kunstobjekt

 

GPS (52°22‘14,8‘‘N / 9°44‘10,8‘‘E), das sind die Koordinaten des „Diamant II“ von Sanford Wurmfeld, der 1972 im Rahmen des Straßenkunstprogramms vor der Sparkasse Hannover an der Karmarschstraße installiert wurde. 40 Jahr in der Witterung haben dem empfindlichen Plexiglas zugesetzt, so dass das Objekt vor zwei Jahren abgebaut und ein Restaurator beauftragt wurde, sich dieser anspruchsvollen Aufgabe zu widmen. Über das fehlende Kunstobjekt und die Tücken der Restauration zwischen Material- und Wirkungsgeschichte erzählt Jan Obornik, Künstler und Restaurator, am Sonntag (20. September) von 15 bis 17 Uhr. Die Teilnahme ist frei.

Das beliebte Picknick-Format hat in diesem Jahr einen neuen Namen erhalten: Es heißt jetzt GPS. Aus diesem Grund stehen bei diesen Terminen auch die genauen GPS-Daten der von uns ausgewählten Picknickorte. GPS sind Veranstaltungen vor Ort an einem Objekt oder Ensemble im öffentlichen Raum Hannovers – intensive Auseinandersetzungen mit der jeweiligen Kunst, ihrer Geschichte, ihrer Wirkung vor Ort und ihren Kontexten. Im Zentrum stehen moderierte Gespräche mit ExpertInnen wie zum Beispiel KünstlerInnen, StadtplanerInnen oder HistorikerInnen.

Weitere Informationen unter der Telefonnummer 168-44042. Veranstalter ist das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover.

 

Zum Objekt:

 

Das Objekt „Diamant II“ von Sanford Wurmfeld (*1943 in New York, USA) wurde 1972 im Rahmen des Straßenkunstprogramms installiert und ist eine der wenigen Arbeiten aus dieser Zeit, denen es gelingt, auch heute noch immer neue Ortsbezüge herzustellen. Der zunächst hohe ästhetische Kontrast zu den historischen Fassaden im Umfeld ermöglicht bei näherer Betrachtung sehr fruchtbare Wahrnehmungsverschiebungen, indem die farbigen Flächen als visuelle Filter funktionieren. Die Effekte stellen sich dabei spontan bereits im Vorbeigehen ein – eine sehr niedrige Hemmschwelle, die Vorbeigehende zur weiteren Auseinandersetzung mit Objekt und Umgebung anregt. Die grundsätzliche Form und das simple Prinzip der Arbeit sind hochwirksam und vermögen Räume je nach Tageszeit, Wetter und Lichteinfall auf überraschende Weise zu verdichten.

Leider überdauern viele Materialien die Jahrzehnte nicht unbeschadet. Das empfindliche Plexiglas, das die durchsichtig farbigen Flächen des „Diamant II“ bildete, war nach mehr 40 Jahren nicht mehr durch bloßes Reinigen zu retten. Das Objekt wurde vor zwei Jahren abgebaut und ein Restaurator beauftragt, sich seiner anzunehmen. Eine anspruchsvolle Aufgabe: Wo lassen sich heute Plastikflächen in den originalen Farben herstellen? Wie kann eine höhere Haltbarkeit gewährleistet werden? Der in den USA lebende Künstler muss zurate gezogen werden, die Sache wird kompliziert… Der zuständige Restaurator Jan Obornik, der auch als Künstler und Metalldesigner in Hildesheim arbeitet, trifft sich bei diesem GPS am jetzt leeren Standort des Objektes, das noch in seiner Werkstatt steht, und erzählt von den Tücken der Restauration zwischen Material- und Wirkungsgeschichte. Das Objekt soll voraussichtlich im nächsten Jahr wieder aufgebaut werden.

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