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Tanzen gegen die Corona-Krise

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Vorbereitung zur Liveübertragung und einer Videokonferenz zu einem Tanztraining an der Ballettschule Fun-Key in Hannover © Bernd Günther Vorbereitung zur Liveübertragung und einer Videokonferenz zu einem Tanztraining an der Ballettschule Fun-Key in Hannover © Bernd Günther

HANNOVER. Pünktlich zum Welttanztag, der dieses Jahr auf den 29. April 2020 fällt, haben wir uns in einem Interview einmal über die derzeitige schwierige Situation von Tanzschulen durch die Corona-Krise angenommen. Herausgekommen sind einige beachtliche Eindrücke über zwei betroffene Tänzerinnen, die sich eigentlich die Zeit vor zwei Monaten möglichst zurücksehnen.

Schwerpunkt bildet bei unserer Reportage die moderne Ballettschule Fun-Key in Hannover, welche Contemporary Dance, Urban Hip-Hop, Musical und klassisches Ballett unterrichtet. Die Besitzerin und Tänzerin Kirsten Eilmes (47) und ihre Tanzkollegin Nadine Campbell (37), die selber auch in Celle die Tanzschule Body Talk leitet, versuchen die Probleme der Corona-Krise gemeinsam zu meistern. In einem Interview haben wir zehn Fragen zu ihrem Werdegang, ihrem eigentlichen Alltag sowie der derzeitigen Situation seit Corona gestellt. Die Antworten der beiden begeisterten Tänzerinnen zeigen, welche Probleme, stellvertretend für viele andere Tanzschulen und auch freischaffende Künstler, in dieser schwierigen Zeit zu meistern sind.

Wie sind Sie zum Tanz gekommen und welche Ausbildung haben Sie in diesem Gebiet genossen?

Kirsten Eilmes: „Eine kleine Geschichte: Ich war ca. 5 Jahre alt und im Wohnzimmer meiner Eltern lief gerade Ballett im Fernseher. Ich starrte wie gebannt auf den Bildschirm und sagte: “ Das will ich auch machen!” Ich hielt an dem Wunsch fest und habe mir jede Hürde dieser Ausbildung erkämpft. Zusätzlich habe ich Tanzpädagogik studiert und 1993 mein Diplom gemacht. Danach bin ich als Tänzerin für verschiedene Companies national und international tätig gewesen, z.B. in Spanien und den USA.“

Nadine Campbell:Sehr grob zusammengefasst bin ich bereits im Alter von 3 Jahren zum Tanz gekommen, mit 11 Jahren hatte ich meinen ersten Profivertrag am Theater. Nach meinem Fachabitur-Wirtschaft ging es nach Abwägung mehrerer Optionen nach Hamburg, wo ich meinen Abschluss zur staatl. gepr. Pädagogin für Theatertanz und tänzerische Gymnastik machte. Ich arbeitete gleich im Anschluss an verschiedenen Tanzschulen und gründete nach 2 Jahren, im Alter von 24 Jahren zusammen mit meinem Vater die Tanzschule Body Talk in Celle. Der Tanz hat mich bisher mein ganzes Leben begleitet und ich konnte all seine Facetten auskosten, von der Straße, über Theater, TV Shows, Oper, Film, diverse Events und regelmäßiger Podcast Gast,  war schon alles dabei, genauso wie die regelmäßige Teilnahme und Leitung von Fort- und Weiterbildungen  (Universität für Sportwissenschaften, Uni Hildesheim, Leuphana,…) Seit 3 Jahren bin ich auch Aktive im Vorstand des Berufsverbandes für Tanzpädagogik tätig, unterstütze Schüler und andere Kreative mit meinem Wissen.“

Was ist der treibende Motor für Sie, der Sie zum Tanz gebracht hat und Sie täglich vorantreibt?

Kirsten Eilmes: „Schon immer habe ich meine Kreativität in verschiedene Projekte gesteckt und so sind 4 Tanztheater und 4 Musicals meinem manchmal recht eigensinnigem Kopf entsprungen. :)

Doch schon immer habe ich gerne unterrichtet.

Jemandem zu lehren wie man Emotionen mit dieser Kunst ausdrücken kann ist meine (Beruf)ung. So lag es nahe, eine Schule für künstlerischen Tanz und Musical wie das Fun-Key Dance & Theatre zu eröffnen. Dieses Jahr feiere ich mit der Schule 15-jähriges Jubiläum.“

Nadine Campbell:Die treibende Kraft? Es ist mehr als eine Leidenschaft, ich würde sogar so weit gehen und es Berufung nennen. Es ist tief in mir verankert und es gibt nichts Größeres für mich, als anderen Menschen dabei zu helfen ihre Talente zu fördern und verborgenes zu entdecken.

In der Cinderella Story würde ich mich als Fee bezeichnen.“


Die Tanzschule Fun-Key in der Liststadt von Hannover © Bernd Günther

Eigentlich sind die Trainingsstudios voll mit Schülerinnen und Schülern © Bernd Günther

Die Tänzerin Kirsten Eilmes von Fun-Key © Bernd Günther

Trotz Corona-Krise immer eine positive Ausstrahlung © Bernd Günther

Verzweiflung kann man über den Tanz ausdrücken © Bernd Günther

Vorbereitung für das Livetraining © Bernd Günther

Die Tänzerin Nadine Campbell der Tanzschule Body Talk aus Celle © Bernd Günther

Livestream für die Facebook-Fans © Bernd Günther

Entspannte Fröhlichkeit trotz Corona-Krise © Bernd Günther

Gemeinsam für ihre Schüler*innen © Bernd Günther

Elegance beim Ballettunterricht © Bernd Günther

Die Schüler*innen verfolgen per Livekonferenz gespannt das Training © Bernd Günther

Fun mit der Tänzerin Nadine Campbell beim Coronatanz © Bernd Günther

Immer schön Abstand halten beim Training © Bernd Günther

Zu Zweit ist es einfacher © Bernd Günther

Sie betreiben eine eigene Tanzschule und sind gleichzeitig auch noch als Trainerin unterwegs. Wie war eigentlich Ihr Alltag ohne Coronavirus?

Kirsten Eilmes: „Eine Schule bringt viel Administration am Tage mit sich, doch nachmittags und abends tauche ich in den Unterricht ein und gehe darin auf. Der Kontakt mit den Menschen und das fühlen des Körpers während des Trainings tut gut. Neben der Schule habe ich einige Projekte in denen ich als Tänzerin, aber auch als Pädagogin und Coach gefragt bin. Letztendlich arbeitet man 7 Tage die Woche. Doch dieser Beruf gibt einem so viel, dass man es durchhält.“

Nadine Campbell: „Mein bisheriger Alltag vor Corona war sehr strukturiert und straff durchorganisiert. Ich leite etwa 30 Kurse, diverse Projekte, Wettkämpfe, Aufritte und bin als Jurorin unterwegs. Produktivität hat bei mir Priorität.” 

Was hat sich für Sie seit Mitte März durch die Corona-Krise verändert?

Kirsten Eilmes: Es war ein sehr widersprüchliches Gefühl: Endzeit-Kinofilm, Unwirklichkeit, Alptraum usw. Zuerst bin ich in eine Schockstarre gefallen, dann dachte ich wir müssen was tun. Ich habe mich mit meinem Team besprochen und so kamen wir auf die Idee der YouTube Tutorials. Ich habe mich mit vielen befreundeten Tanzstudios und dem Deutschen Berufsverband für Tanzpädagogen (DBfT) in Verbindung gesetzt, auch um in Erfahrung zu bringen welche rechtlichen Konsequenzen auf einen zukommen. Gleichzeitig habe ich Kontakt zu den Mitgliedern des Fun-Key gehalten, um sie auf dem Laufenden zu halten. Als die Verlängerung des Lockdowns kam, war mir die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen meiner Schüler gänzlich genommen. Doch wenn ich frustriert bin, sind es meine Schüler auch und da wollte ich gegensteuern. Deshalb haben wir Livestreams gestartet und geben jetzt auch Online-Klassen. Sogar eine Online-Aktion zum Welttanztag ist geplant. Das Arbeitsgebiet hat sich nun verlagert.

Das Schlimme ist jedoch, dass die darstellende Kunst von dem emotionalen Zwischenspiel der Menschen lebt. Das lässt sich schwer online herstellen. Wenn ich in der Klasse mit meinen Schülern arbeite fühle ich sie und ich passe mich der Atmosphäre an. Ich kann in ihren Gesichtern und Bewegungen lesen wie sie sich gerade fühlen. Ich sehe wenn jemand angestrengt guckt und weiß, ich muss die Schritte noch mal erklären. Ich sehe, wenn jemand gelangweilt ist und kann mein Unterrichtstempo erhöhen. Ich sehe, wenn sich jemand mit einer Bewegung nicht wohl fühlt und kann eine Hilfestellung geben. Manchmal hilft eine kleine Berührung, um die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Körperteil zu lenken und schon geht alles ganz einfach. Das alles ist nun nicht mehr möglich und wir Pädagogen müssen dennoch immer Zuversicht ausstrahlen. Es ist manchmal schwer.

Nadine Campbell: „Auf einmal brach die ganze Struktur weg. Die Schüler und Kunden, die mit mir arbeiten, wissen, dass ich keine Zeit zu verschenken habe, anfänglich freute ich mich ein paar Tage unverschuldet ausspannen zu können, da ich mir als Tanzpädagogin nur wenig Freizeit erlaube. Ich begann die Zeit anfangs für mich zu nutzen während ich das Geschehen weiterverfolgte, der Stimmungsumbruch kam für mich, als es in die Verlängerung ging.“ 

Fängt die Corona-Krise an, für Sie zu einem wirtschaftlichen Problem zu werden?

Kirsten Eilmes: „Ich habe vor einer Woche schweren Herzens einen Solidaritätsbrief verfasst. Es ist mir nicht leicht gefallen zu erklären, dass nun existenzielle Sorgen bei mir auftauchen, wenn die Krise noch länger andauert. Die Fixkosten (500qm Miete, Nebenkosten und Versicherungen) laufen weiter. Glücklicherweise wollen viele meiner Mitglieder ihren Beitrag erst einmal weiterzahlen, doch Kündigungen laufen weiter und es kommen keine neuen Schüler nach. So schwindet die Anzahl der zahlenden Mitglieder jeden Monat. Außerdem fühle ich mich verantwortlich für meine freiberuflichen Lehrkräfte und möchte Ihnen weiter einen Teil des Honorars zahlen können damit sie wenigstens etwas haben. Als Freiberufler kann man keinen Antrag stellen, da man keine Betriebskosten hat.

Für mich als Freiberuflerin sind außerhalb meines Studios ebenfalls alle Jobs weggebrochen mit erheblichen Einbußen.“

Nadine Campbell: „Natürlich wird die Krise zu einem wirtschaftlichen Problem, zwar habe ich bisher einen Teil der Einnahmen durch die gemeinsame Tanzschule halten können, dennoch fehlt mir ein beachtlicher Teil, der durch meine freiberufliche Tätigkeit erwirtschaftet wird. Keine Auftritte, keine Tanzstunden, bedeutet kein Honorar.“

Haben Sie Unterstützung durch staatliche Stellen erhalten?

Kirsten Eilmes: „Beim Land konnte ich keinen Antrag stellen. Darin stand, dass man erst liquides Vermögen aufbrauchen muss. Für anstehende Renovierungsarbeiten hatte ich Geld angespart.

Da alle meine Mitarbeiter Freiberufler sind habe ich beim Bund lediglich als Soloselbständige einen Förderantrag stellen können. Das Geld habe ich tatsächlich schon bekommen, muss ich aber wieder zurückzahlen, falls nicht alles für Fixkosten ausgegeben wurde. Private Miete, Essen, Schampon und Zahnpasta sind da nicht drin.“

Nadine Campbell: „Bisher habe ich noch keine Antwort durch staatl. Stellen erhalten, obwohl ich die Anträge bereits vor den Osterferien eingereicht habe. Langsam wird die Zeit knapp, man hängt in der Luft ohne eine Ab- oder Zusage ist es schwer weitere Schritte zu planen. Diese Ungewissheit ist eine neue Situation für mich.”

Womit versuchen Sie sich in der jetzigen Zeit über Wasser zu halten und welche Möglichkeiten der Eigenmotivation gibt es für Sie?

Kirsten Eilmes: „Da ich momentan damit beschäftigt bin, die verbleibenden Mitglieder zu inspirieren und motivieren, sowie Erkundigungen über neue Beschlüsse und Auflagen einzuholen, komme ich gar nicht dazu mir noch etwas anderes zu suchen.“

Nadine Campbell: „Ich besinne mich auf meine Kreativität, um Lösungen zu finden, aber auch der Kontakt und Austausch mit Kollegen in dieser Zeit ist sehr wichtig. Jede Krise birgt neue Chancen. Ich habe einige Formen des Online Unterrichts, Einzeln, in Gruppen, Tutorials verschicken, hochladen, live Unterricht ausprobiert. Schon jetzt fühlt sich der Markt überflutet an, weil viele die gleichen Wege nutzen, um weiter zu machen. Zwar kann das theoretisch jeder, da es einem die Technik leicht macht, dennoch ist es ein neues Feld und man misst sich auf einmal mit Menschen, Institutionen die schon länger auf diesen Zug aufgesprungen und sich digital professionalisiert haben. Ich bin ein Profi in meinem Gebiet und ein Amateur in der Online-Welt. Ich sehe diese Situation als kritisch, auch mit Hinblick auf den zukünftigen Unterricht, will aber nichts unversucht lassen. Dennoch bergen diese Möglichkeiten so schnell keinen finanziellen Ersatz für das bisherige Einkommen, schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Es ist jedoch unerlässlich, sich auf diese Option einzulassen bis wir wieder andere Möglichkeiten haben. Meine Motivation ist es weiterhin meinen Lebensunterhalt mit dem Tanz zu verdienen.“

Nach Ihrer Meinung, was wird sich für die gesamte künstlerische Szene ändern, wenn der Zustand der Einschränkungen noch länger anhält?

Kirsten Eilmes: „Viele Künstler, Kollegen, freie Theater und auch Pädagogen bzw. Coaches werden aufgeben müssen. Dadurch vermindert sich die Vielfalt unserer kulturellen Bildung. Meine Angst ist, dass unsere emotionale Intelligenz und Kritikfähigkeit verkümmert, denn Kunst und Kultur machen diese bewusst. Für die Wirtschaft sind wir nicht systemrelevant, aber wie sieht es aus mit der Menschlichkeit? Dafür sind wir Künstler doch zuständig.“

Nadine Campbell: „Ich muss etwas ausholen. Die Künstlerische Szene kämpft meiner Meinung nach immer ums Überleben, das ist für einen Künstler, wenn er nicht geraden den Auftrag seines Lebens bekommen hat immer eine aktuelle Frage. Dennoch hat man sich für diesen Beruf entschieden, weil das Herz dafür schlägt. Klar könnte man einen anderen Job machen, etwas anderes studieren, einen Beruf ausüben, in dem man mehr Sicherheit hat. Als Künstler ist man chronisch unterbezahlt. So verrückt es klingt, man könnte sagen, man hat den Luxus gewählt arm zu sein.

Das ist ein Thema mit dem wir uns immer wieder gegenüber anderen Arbeitnehmern/-gebern zwangsläufig auseinandersetzten müssen. Egal in welcher Kunstform man sich ausdrückt, man folgt dem Ruf seiner Seele, auf die Gefahr hin das das zu esoterisch klingt, aber es wird immer schwer sein das einem außenstehenden zu vermitteln. Doch gerade das ist es was meist dieser Mensch, der uns vielleicht nicht versteht, sucht, wenn er ins Theater, Konzert, ins Museum und zur Aufführung seiner Enkelin geht. Man braucht Zeit um kreativ zu sein, wir müssen das Instrument täglich spielen, den Körper täglich in Bewegung halten, wenn wir zwangsweise zu anderen Berufen greifen müssen, was somit die schlimmste Konsequenz aus einem anhaltenden Zustand wäre, wird uns dies erschwert oder sogar unmöglich gemacht. Ich denke das jeder Künstler solange wie möglich versuchen wird dem zu entgehen und all seine kreativen Möglichkeiten auszuschöpfen, bevor er diesen Finalen Schritt gehen wird. Man ist entweder die Maus, die im Topf voller Sahne ertrinkt oder die, die solange strampelt bis Butter daraus wird und man wieder herausklettern kann.

Was sich für die Künstler zukünftig ändert? Wenn die Durststecke zu Ende ist werden diejenigen, die es überwunden haben stärker sein als zuvor, sich weiterentwickelt haben und die Möglichkeiten ihrer Ausdrucksformen erweitert haben.“

Was raten Sie ihren Schülerinnen und Schülern in der jetzigen Phase der Kontaktreduzierung? Wie halten Sie Kontakt zu Ihnen?

Kirsten Eilmes: „Wir halten Kontakt per Mail, Chat und durch Online-Klassen. Gerade Bewegung und Musik sind in dieser Zeit besonders wichtig. Es hellt die Stimmung auf, befreit den Geist, um danach wieder konzentriert sein zu können und tut dem Körper gut. Das alles stärkt wiederum das Immunsystem.“

Nadine Campbell: „Es ist schwer mit den Schülern Kontakt zu halten, da auch sie ihre gewohnte Alltagsstruktur verlassen und sich nun anderweitig beschäftigen. Ich kann es ihnen nicht verübeln, alle müssen sich neuorientieren, sich mit sich selbst, ihren Wünschen und Bedürfnissen auseinandersetzten. Einige fallen dabei sicher in ein Loch der Bewegungslosigkeit, es gibt kaum einen Anreiz oder eine Motivation, ein Video kann das Persönliche Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler nicht ersetzten. Für diejenigen, die am Ball bleiben wollen birgt das neue Maß an Freizeit große Chancen, um seine Ziele zu erreichen und um sich weiterzuentwickeln.

Viele hochkarätige Institute gewähren nie zuvor dagewesene Einblicke in ihren Unterricht, mit einem gewissen Maß an Selbstdisziplin kann man gerade jetzt über sich hinauswachsen. Wer mich sucht, weiß genau wie man mich finden kann, dann stehe ich wie bisher gern mit Rat und Tat zur Seite.“ 

Wenn Sie die Möglichkeit hätten, einen ganz persönlichen Tipp für das Verhalten in der Corona-Krise mitzuteilen, wie würde dieser aussehen?

Kirsten Eilmes: „Tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren! (Pina Bausch)“

Nadine Campbell:Mein Rat wäre an alle die tänzerische, künstlerische, aber auch sportliche Ziele verfolgen jetzt Selbstdisziplin an den Tag zu legen, zu lernen und alle möglichen Plattformen dafür zu nutzen. Unternehmen und Gesellschaft möchte ich dazu auffordern auch mal außerhalb der gewohnten Normen denken, zu handeln und das Wissen der täglich Kreativen zu beanspruchen, sie zu buchen, auch gern anders einzusetzen. Künstler sind keine Fachidioten, unsere Offenheit neue Wege zu gehen, zu experimentieren, zu erschaffen und kreieren sind geradezu grenzenlos, weshalb sich viele von uns immer wieder neue Fähigkeiten angeeignet haben. Wir könne mit unserer Kreativität für alle von Nutzen sein, das ist unsere Leidenschaft und unser tägliches Brot. Am besten ist uns geholfen, wenn wir dem weiter in der einen oder andern Form nachkommen können.”

Es war an den zwei Nachmittagen recht beeindruckend zu sehen, wie Kirsten und Nadine die derzeitige Situation versuchen zu meistern. Angefangen von der ansteckenden guten Laune, die ihre Sorgen zumindest während der Liveübertragungen nicht sichtbar werden ließen, bis hin zur stetigen Verbesserung der technischen Mittel, merkte man den Power der beiden Tänzerinnen. Gleichzeitig zeigte das uns, dass man mit viel Ehrgeiz, Ideen und Mut zur Überwindung widriger Umstände, nach vorne schauen kann. Es bleibt zu hoffen, dass die angedachten Lockerungen in Zukunft trotz Coronavirus auch hier ein kleines bisschen den Alltag von früher in die leeren Studios bringen. Jeder der Sport betreibt weiß, Trainingsunterbrechungen bekommen dem Körper nicht gut. Da ist es egal ob Tänzerin oder irgend eine andere körperliche Sportausübung. Das Training zuhause über Bildschirm für die Schülerinnen und Schüler der beiden Tanztrainerinnen kann dort nur ein Ansatz für eine Lösung sein.

Medien

Tanzen gegen die Corona-Krise mit Kirsten Eilmes und Nadine Campbell © Bernd Günther

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