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Anwohnerinitiative Loccumer Straße geht mit Stadtverwaltung hart ins Gericht

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Einmal ein Moment ohne Autos: Die Loccumer Straße in Wülfel, im Hintergrund die Matthäi-Kirche Jens Schade Einmal ein Moment ohne Autos: Die Loccumer Straße in Wülfel, im Hintergrund die Matthäi-Kirche

HANNOVER. Auf der jüngsten Sitzung des Stadtbezirksrates Döhren-Wülfel haben vor allem die Vertreter von SPD und CDU sich für die Interessen der Anlieger der Loccumer Straße in Wülfel ins Zeug gelegt. Doch bei der Oberbürgermeister Belit Onay unterstehenden Stadtverwaltung stoßen offenbar die Sorgen und Ängste der Wülfeler auf taube Ohren. Das schreibt jedenfalls die Anwohner-Initiative Loccumer Straße (AIL) in einer jetzt verbreiteten Pressemitteilung.

„Die Stadt mauert“, heißt es in dem Presserundschreiben. „In einem Schreiben an die Anwohner-Initiative wischt das Tiefbauamt mit teilweise fragwürdigen Begründungen alle Vorschläge der AIL vom Tisch. Auch eine befürchtete Verlagerung von Teilen des Verkehrs in die Wohngebiete, durch die Wegnahme einer Fahrspur auf der Hildesheimer Straße für die Veloroute, bestreitet sie“, heißt es dort. „Die Verwaltung blockiert von vornherein jeden Dialog mit den Anliegern, Schulen, Bürgerinnen und anderen Fachleuten. Diese sollten nach Vorstellung aller Fraktionen im Bezirksrat ohne Denkverbote, gemeinsam eine effektivere Verkehrsberuhigung erarbeiten“, so AIL-Sprecherin Mirjam Ricklefs.

Der Bezirksrat hat erst vor wenigen Tagen auf Antrag der Sozialdemokraten einen „Runden Tisch“ in Sachen Verkehrsberuhigung Loccumer Straße beschlossen. „Aber welchen Sinn hat ein Runder Tisch überhaupt noch, wenn die Stadtverwaltung schon im Vorfeld allen Alternativen zum heutigen Zustand eine Absage erteilt“, fragt nun Ricklefs.

In der Sitzung der Ortspolitiker am vergangenen Donnerstagabend hatte der Fraktionsvorsitzende der SPD Jens Schade anlässlich der Anhörung zur Veloroute nach einer östlichen Alternativroute durch die Loccumer Straße gefragt. Diese Strecke war von den Fachleuten von der Tiefbauverwaltung gar nicht näher ins Auge gefasst und weiter geprüft worden. Radfahrer würden so eine Strecke eh nicht annehmen, hieß es stattdessen zur Antwort. Die Bürgerinitiativler aus der Loccumer Straße halten demgegenüber eine derartige Fahrradstrecke durchaus für sinnvoll. Christian Stichternath von der AIL: „Ferner lehnt die Verwaltung eine vorgeschlagene Fahrradstraße auf der Loccumer Straße mit fadenscheinigen Argumenten ab, obwohl diese mit ihren beiden Schulen und der Kita dazu einladen würde. Die Stadt spreche von Beschilderungen, die für die Vorfahrt der Radfahrende erforderlich seien. Dabei fordert die AIL nur, das, was zur Beruhigung der Wiehbergstraße seit Jahren geübte Realität ist. „Wir möchten hier lediglich Fahrbahnmarkierungen, die verdeutlichen, dass Radfahrende hier Vorrang haben und keine neuen Vorfahrtsregeln.“

Die Anlieger der Loccumer Straße fürchten durch die städtischen Pläne zur Veloroute 8 eine noch stärkere Verkehrsbelastung. „In Kürze könnten zu den täglichen Liefer- und Schleichverkehren noch hunderte von Fahrzeugen mehr in der Loccumer Straße hinzukommen, die die Hildesheimer Straße künftig meiden“, heißt es in der Pressemitteilung.

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