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Bezirksrat Döhren-Wülfel: Kleingärtnerprotest wegen Bebauungsplan

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Hier soll ein Neubaugebiet an der Hildesheimer Straße entstehen. Jens Schade Hier soll ein Neubaugebiet an der Hildesheimer Straße entstehen.

HANNOVER. „Wir wurden nicht informiert!“ Gartenpächter aus Wülfel machten in der Einwohnerfragestunde auf der Mai-Sitzung des Bezirksrates Döhren-Wülfel ihren Ärger Luft. Dort, wo sie derzeit Grabeland bewirtschaften – und zum Teil wohl auch ständig wohnen – soll an der Stadtgrenze zu Laatzen ein Neubaugebiet mit Wohnungen und Geschäftsräumen entstehen. Auf der März-Sitzung gab es Bezirksrat – trotz einiger kritischen Nachfragen seitens der SPD hinsichtlich der Gärten und einem geplanten elfstöckigen Hochhaus – letztendlich grünen Licht für den Beginn der vorgezogenen Bürgerbeteiligung. Nun fürchten die Pächter um ihr Grün und ihr kleines Gartenheim. Mitglieder der CDU-Fraktion gaben sich überrascht, dass es zu Problemen kommt. „Das haben wir nicht gewusst“, hieß es. Die Sozialdemokraten wiesen darauf hin, dass der Bezirksrat selbst nun schon entschieden habe. Aber es sei ja nur der Startschuss für die Bürgerbeteiligung gegeben worden. Im Rahmen der sogenanten "vorgezogenen Bürgerbeteiligung" nach dem Baugesetzbuch hätten nun alle die Möglichkeit, Anregungen und Bedenken mitzuteilen und so Einfluss auf einen möglichen zukünftigen Bebauungsplan zu nehmen. „Nutzen Sie diese Möglichkeit“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende, machte aber gleichzeitig auch klar: „Wenn der Grundeigentümer die Pachtverträge kündigt, kann der Bezirksrat nichts tun. Das ist rein privatrechtlich.“ Die Gärten am Brabrinke gelten als Grabeland und unterfallen nicht dem Schutz des Bundeskleingartengesetzes.

Die örtlichen Politiker segneten die Vorlagen der Verwaltung hinsichtlich des überarbeiteten „Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes“ und des „Vergnügungsstättenkonzeptes“  ab und stimmten auch dem Entwurf einer Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren für den Südschnellweg zu. Hier brachten die Grünen noch einen Änderungsantrag ein, der zwar auch beschlossen wurde, aber aus Sicht der SPD eigentlich unnötig war. „Fast alle Punkte stehen beinahe wortwörtlich schon in der Verwaltungsstellungnahme, wo ist hier der Mehrwert? hieß es kritisch. Letztendlich stimmten aber alle dem Antrag der Grünen – mit dem insbesondere Lärmschutz und Rücksicht auf die Anlieger-Sportvereine gefordert wurde -  zu. Motto: „Schaden kann es ja auch nichts.“

In dem Votum zum Nahverkehrsplan plädiert die Stadt Hannover jetzt ebenfalls für eine Anbindung des Maschsees mit Döhren und weiter bis nach Hemmingen. Bezirksbürgermeisterin Antje Kellner erfreut:  „Das hat der Bezirksrat schon 2014 gefordert.“ Kritisch gesehen wurde allerdings die Idee der Stadt,  für die geplante S-Bahnstation Park-und-Ride-Parkplätze vorzusehen. „Es ist doch eine Umsteigeanlage für Menschen, die mit dem Zug aus der Region nach Hannover kommen und mit der Stadtbahn weiterfahren“, meinte etwa der SPD-Fraktionsvorsitzende. Die CDU zog die Vorlage anschließend zur weiteren Beratung in die Fraktion.


Nur noch an dieser Stelle reicht die Südliche Leineaue an die Hildesheimer Straße heran. Doch auch diese Baulücke soll jetzt geshclossen werden.

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