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„Das Bürgeramt Döhren muss wieder öffnen!“ Bezirksrat lässt nicht locker

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Diskussionen um die gerechte Verteilung von Hallenzeiten: Sporthalle der Dietrich-Bonhoeffer-Schule. Jens Schade Diskussionen um die gerechte Verteilung von Hallenzeiten: Sporthalle der Dietrich-Bonhoeffer-Schule.

HANNOVER. Der Stadtbezirksrat Döhren-Wülfel gibt in Sachen Bürgeramt Döhren keine Ruhe. „Für viele Bürger und Bürgerinnen – insbesondere mobilitätseingeschränkte - ist der Weg in das „Ersatz“-Bürgeramt am Schützenplatz zu weit und mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur durch mehrmaliges Umsteigen zu erreichen. Daher sollte das Bürgeramt in Döhren kurzfristig wieder öffnen“, heißt es in einem interfraktionellen Antrag, der einstimmig auf der Oktober-Sitzung des Gremiums am vergangenen Donnerstag (8. Oktober) beschlossen wurde. Die Politiker fordern, dass „gemeinsam mit Vertretern der Fachverwaltung, dem Gesundheitsamt und dem Bezirksrat eine Begehung der Räume im Bürgeramt Döhren durchzuführen.“

Zumindest SPD und CDU zeigten sich auch einig, dem Judoclub Sakura zumindest politisch zur Seite zu stehen. Wie berichtet, waren dem Sportverein Trainingszeiten zugunsten eines Südstädter Sportvereins gekürzt worden. Die Judosportler sehen nun ihr Kindertraining gefährdet. Sozialdemokraten und Christdemokraten hakten jeweils mit Anfragen nach.

Die Antwort aus dem Rathaus fanden die Bürgervertreter wenig überzeugend. „Auch dem Sportverein SV Eintracht soll die Möglichkeit eingeräumt werden, die Sportausübung am gewohnten Wochentag wahrzunehmen“, heißt es in der Stellungnahme. Das sei aus Gründen der Gleichberechtigung notwendig.

 Außerdem forderte der Bezirksrat einstimmig die Stadtverwaltung auf, „umgehend und in Absprache mit dem Judoclub Sakura, die Trainingszeiten für Kinder und Jugendliche so zu gestalten, dass sie nicht in den Abendstunden stattfinden.“

 Interfraktionell ging es auch bei einem weiteren Antrag zu. Die Seelhorster sollen nicht im Regen stehen. „Die Verwaltung wird aufgefordert, sich bei der Üstra und der Firma X-city Marketing dafür einzusetzen, dass an den neuen Bushaltestellen Peiner Straße/ Ecke Wülfeler Bruch zwei Schutzhäuser eingerichtet werden“, lautete ein weiterer Beschluss des Bezirksrates. Nur der Einzelvertreter der Linken vermochte dem allerdings nicht zuzustimmen.

 Obwohl die Finanzanträge zuvor zwischen den Fraktionen und Einzelvertretern abgesprochen wurden, zeigte sich die Bürgervertretung bei dem entsprechenden Tagesordnungspunkt dann doch gespalten.

Einstimmig verabschiedeten die Politiker immerhin einige Anträge.  So erhält die Johanniter Unfallhilfe eine Zuwendung in Höhe von 1.230Euro als Zuschuss zur Anschaffung von Sportgeräten für die Durchführung des Projektes Kraftsport als Mittel gegen Antriebslosigkeit und Depressionen im Bereich des Flüchtlingswohnheimes Mittelfeld Karlsruher Straße. Außerdem bezuschusst der Bezirksrat aus eigenen Mitteln die Anschaffung und Aufstellung eines neuen Bücherschrankes im Stadtteil Mittelfeld mit bis zu 3.500 Euro. Und als Ersatz für eine spurlos verschwundene Sitzbank an der Liebrechtstraße bewilligten die Ortspolitiker bis zu 1.500 Euro. 200 Euro für eine Veranstaltung zum Volkstrauertag wurden ebenfalls gegen die Stimme des Linken-Vertreters bewilligt.

 Dann war es allerdings mit der Gemeinsamkeit vorbei. Die Übernahme der Kosten für die vorgesehenen Legendenschilder im Marahrensweg und Pontenhof in Höhe von insgesamt 390 Euro wurde gegen die Stimmen von Grünen und Linke beschlossen. Mit diesen zusätzlichen Erläuterungstafeln soll auf das problematische Verhalten der Namenspaten im Dritten Reich hingewiesen. Weil aber einigen Bezirksratsmitgliedern offenbar der von Anwohnerinitiativen vorgeschlagene Text nicht passte, votierten sie gegen die entsprechende Mittelvergabe.

 Zu Beginn der wieder rund vier Stunden andauernden Sitzung im großen Saal des Freizeitheimes Döhren stellte die Leiterin der Polizeidienststelle in Döhren, Polizeioberrätin Lehmann, die neue Organisationsstruktur der Ordnungshüter im südlichen Stadtbereich vor. Die Polizeiinspektion Süd gibt es nicht mehr; Döhren hat jetzt wieder nur ein Polizeikommissariat.

 Mit nur 2 Ja-Stimmen von Einzelvertretern stimmte der Stadtbezirksrat dann einer Grenzänderung im südöstlichen Bereich zu. Damit wird ein kleines Gebiet im zukünftigen „Kronsrode“ dem Nachbarbezirk Kirchrode-Bemerode-Wülferode zugeschlagen. Die übrigen Ortspolitiker nahmen die Verwaltungsdrucksache nur zur Kenntnis. „Wir können eh nichts machen; der Rat beschließt sowieso die Verwaltungsvorlage“ lautete die Begründung etwa seitens der SPD-Bezirksratsfraktion.


Der Bezirksrat setzte sich für das Bürgeramt ein

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