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6. Juni ist Tag der Organspende - Jens Spahn: „Rückenwind aus der Debatte um die Organspende nutzen.“

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Symbolbild Orangspendeausweise Quelle: Jasmin777 / Pixabay Symbolbild Orangspendeausweise

FRANKFURT AM MAIN. Jens Spahn: „Im letzten Jahr haben wir eine leidenschaftliche und intensive Debatte zur Organspende geführt. Das war es wert: Das Interesse am Thema ist groß wie nie. Die Zahl derjenigen, die einen Organspendeausweis ausgefüllt haben, ist gestiegen. Die Zahl der tatsächlichen Organspenden auch. Diesen Rückenwind sollten wir jetzt gemeinsam nutzen. Deshalb lautet mein Appell an alle Bürgerinnen und Bürger: Informieren Sie sich, treffen Sie eine persönliche Entscheidung und dokumentieren Sie diese! Das gibt nicht nur Ärztinnen und Ärzten, sondern auch Ihren nächsten Angehörigen die nötige Sicherheit.“

Informieren und aufklären, entscheiden und damit Leben retten – dieses Motto hat der Tag der Organspende seit nunmehr 37 Jahren. Ziel ist es, das lebenswichtige Thema Organspende noch stärker in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken. Der diesjährige Aktionstag, der von zahlreichen Patientenverbänden, Institutionen und Organisationen unterstützt wird, findet in diesem Jahr zum ersten Mal ausschließlich online unter www.organspendetag.de statt. Für die Aktion „Geschenkte Lebensjahre“ hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Schirmherrschaft übernommen.

Das am 1. April 2019 in Kraft getretene „Gesetz zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende“ hat wesentliche Voraussetzungen für eine Verbesserung der Organspende in Deutschland geschaffen. Die zentralen Elemente darin betreffen die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Transplantationsbeauftragten, die aufwandsgerechte Vergütung der Entnahmekrankenhäuser und die verbindliche Einführung von festen Verfahrensabläufen in den Kliniken.

Dr. med. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation: „Diese Maßnahmen haben unserer Einschätzung nach bereits erste Wirkungen gezeigt. Die Frage nach einer möglichen Organspende am Lebensende wird in vielen Kliniken immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Besonders wichtig war, die Transplantationsbeauftragten in den Kliniken zu stärken. Denn sie haben eine Schlüsselrolle im Organspendeprozess.“

Eine der rund 1.600 Transplantationsbeauftragten in Deutschland ist Dr. med. Kati Jordan. Sie arbeitet als Oberärztin im Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum in Berlin und ist dort in die praktische Umsetzung eingebunden: „Die Neuerungen des Gesetzes aus 2019 sind ein klares Signal der Politik und haben relevante strukturelle Verbesserungen für unsere Arbeit als Transplantationsbeauftragte im klinischen Alltag gebracht. Die meisten Transplantationsbeauftragten vor Ort auf den Intensivstationen nehmen ihre Aufgaben sehr ernst und möchten der Verantwortung ausreichend gerecht werden können. Dafür hat das Gesetz endlich die Grundlage geschaffen.“

Während die Corona-Pandemie in einigen Ländern wie Frankreich oder Spanien zu massiven Einbrüchen bei der Organspende geführt hat, konnten in Deutschland Organspenden und Transplantationen fast uneingeschränkt stattfinden.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Organspender in den ersten fünf Monaten des Jahres um über 8 Prozent auf 410 Spender gestiegen. Die Anzahl der gespendeten Organe ist im Vergleichszeitraum von 1254 auf 1300 Organe gestiegen.

Auch ein wachsendes Interesse in der Bevölkerung an dem Thema Organspende ist bereits feststellbar: So hat sich die Nachfrage von Bürgerinnen und Bürgern nach Organspendeausweisen und Informationsbroschüren seit 2018 fast verdoppelt.

Das sind gute Signale für alle Menschen, die sich für die Organspende einsetzen. Und es bedeutet Hoffnung für die über 9.000 Patienten, die verzweifelt auf eine lebensrettende Organspende warten.

Weiterführende Informationen finden Sie unter:

www.bundesgesundheitsministerium.de

www.dso.de

www.bzga.de

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