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6500 Anwohner müssen wegen Bombenfund ihre Wohnungen verlassen

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Die Fliegerbombe im Stadtteil Brink-Hafen ist entschäft und liegt zum Abtransport bereit © Bernd Günther Die Fliegerbombe im Stadtteil Brink-Hafen ist entschäft und liegt zum Abtransport bereit © Bernd Günther

HANNOVER. Die im hannoverschen Stadtteil Brink-Hafen gefundene Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am späten Donnerstagabend erfolgreich entschärft worden. 615 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und Kampfmittelbeseitigungsdienst waren im Einsatz, um die Maßnahme erfolgreich umzusetzen.

Am Donnerstagnachmittag wurde eine britische Fünf-Zentner-Bombe mit einem mechanischen Aufschlagzünder gefunden, die noch in der Nacht unschädlich gemacht werden musste. Hierzu war es erforderlich, einen Sicherheitsbereich mit einem Radius von rund 1.000 Metern um den Fundort zu evakuieren. Betroffen von der Evakuierungsmaßnahme waren etwa 6.500 Menschen in Hannover und Langenhagen, die aufgefordert waren, ihre Häuser und Wohnungen um 19:00 Uhr zu verlassen.

Etwas zeitaufwendig waren die Maßnahmen, die für viele LKW-Fahrer im Gewerbegebiet überraschend kamen. Sie wollten noch kurz vor dem Beginn der Evakuierung entladen bzw. Ladung aufnehmen. Dieses lehnten aber die Firmen ab und so stellten die Fahrer ihre LKW in den Straßen im Evakuierungsraum ab und legten sich teilweise nach einem anstrengenden Arbeitstag schlafen. Dieser wurde dann aber durch Feuerwehrkräfte oder Polizei kurzerhand unterbrochen. Auch sie mussten das Evakuierungsgebiet verlassen.

Insgesamt wurden 386 Personen während der Maßnahme durch die Einsatzkräfte in der Sammelstelle in der Herschelschule betreut. In 62 Transporten mussten betroffene Personen mit Krankentransportwagen in die Betreuungsstelle gebracht werden.

Um 22:54 Uhr meldeten die Räumkräfte Sicherheit im Evakuierungsgebiet.

Mithilfe einer Raketenklemme konnte die Bombe um 23:20 Uhr entschärft werden. Eine "Raketenklemme" ist ein Arbeitsmittel des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, welches auf den Zünder der Bombe aufgeschraubt wird. Zwei mit Pulver gefüllte Kartuschen zünden durch, sodass die Klemme den Zünder herausdreht. Der Bombenentschärfer des Kampfmittelbeseitungsdienstes Niedersachsen, Marcus Rausch, teilte nach der Entschärfung mit, dass bei der Bombe die Schlagbolzenspitze im Detonator festgesessen hatte und deshalb mit speziellen Mitteln entfernt werden konnte.

 


Die Einsatzleitung der Berufsfeuerwehr bei der Bombenentschärfung koordiniert alle Kräfte © Bernd Günther

Bombenentschärfung im Stadtteil Brink-Hafen © Bernd Günther

Evakuierungsmaterial für die Unterbringung Betroffener © Bernd Günther

Bombenentschärfung im Stadtteil Brink-Hafen © Bernd Günther

Erste Anwohner werden in der Herschelschule registriert © Bernd Günther

Aufbau für liegende Patienten in einem Bereich der Turnhalle © Bernd Günther

Immer wieder müssen LKW-Fahrer geweckt werden © Bernd Günther

Bombenentschärfung im Stadtteil Brink-Hafen © Bernd Günther

Die Polizei und Feuerwehr geht von Tür zu Tür zur Kontrolle © Bernd Günther

Insgesamt 62 Transporte waren erforderlich © Bernd Günther

Auch eine Werksfeuerwehr kam zum Einsatz © Bernd Günther

Die Feuerwehr informiert betroffene LKW-Fahrer © Bernd Günther

Zum Glück war die Vahrenwalder Straße nicht betroffen © Bernd Günther

Immer mehr Anwohner treffen in der Behelfsunterkunft ein © Bernd Günther

Die Turnhalle ist gut gefüllt © Bernd Günther

Spieleabend zum Zeitvertreib an einem Tisch mit Betroffenen © Bernd Günther

Auch für Getränke ist in der Turnhalle gesorgt © Bernd Günther

Der Chef der Feuerwehr Dieter Rohrberg (li.) im Gespräch mit dem Pressesprecher Rainer Kunze © Bernd Günther

Neue Informationen kommen aus der Einsatzleitung © Bernd Günther

Ein Feuerwehrkran holt die entschärfte Bombe vom Fundplatz © Bernd Günther

Die Bombe wird verladen © Bernd Günther

Die englische Fliegerbombe nach der Entschärfung © Bernd Günther

Der Chef der Feuerwehr, Dieter Rohrberg, zeigt sich erleichtert © Bernd Günther

Die Bombe wird abtransportiert © Bernd Günther

Dieter Rohrberg, der Leiter der Feuerwehr Hannover, zeigte sich nach Abschluss der Entschärfung höchst zufrieden mit dem zügigen Verlauf der Kampfmittelbeseitigungsmaßnahme: „Die Fliegerbombe konnte durch die hervorragende Zusammenarbeit aller beteiligten Einsatzkräfte entschärft werden. Ich danke den vielen überwiegend ehrenamtlichen Helfer*innen sowie den Spezialisten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst, die mehr als zehn Stunden im Einsatz waren sowie den von der Evakuierung betroffenen Einwohner*innen beider Städte.“

Eingesetzt waren insgesamt 615 Einsatzkräfte der Feuerwehren Hannover und Langenhagen, der Hilfsorganisationen, der Polizei und des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen. Bis 00:00 Uhr gingen beim Bürgertelefon 875 Anrufe ein.

Medien

Videobeitrag zur Evakuierung nach einem Bombenfund am 12.12.2019 im Stadtteil Brink-Hafen © Bernd Günther

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