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Aktuelle Nachrichten aus der Region Hannover vom 10. Oktober 2019

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Täglich aktuelle Nachrichten und Informationen aus der Region Hannover (C) Wikipedia / TUBS / CC BY-SA 3.0 /https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de Täglich aktuelle Nachrichten und Informationen aus der Region Hannover (C) Wikipedia / TUBS / CC BY-SA 3.0 /https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

REGION HANNOVER.

 

Musik aus Israel: Konzert mit Ryskinder und Gelbart am 19.10. - Konzertreihe der Gedenkstätte Ahlem und des Café Glocksee

Ryskinder (C) Noi Fuhrer Ryskinder (C) Noi Fuhrer

 

 

Wenn Ryskinder alias Asaf Eden in seiner Klangküche elektronische Musik, Psych Rock und Hip Hop nach seinem persönlichen Rezept vermengt, kommt dabei eine große Schüssel knuspriger Low-Fi heraus. Wie sich das anhört? Davon können sich Fans der Konzertreihe „Musik aus Israel“ der Gedenkstätte Ahlem und des Café Glocksee am Samstag, 19. Oktober, ein Bild machen. Ergänzt wird das abendliche Menü von Gelbart, einem musikalisch versierten Laptop-Scharlatan, der mit batteriebetriebenen Instrumenten und handgefertigten elektronischen Geräten die Musik zu einem wissenschaftlichen Experiment erklärt. Einlass im Café Glocksee, Glockseestr. 35 (Hinterhof), 30169 Hannover, ist um 20 Uhr, Konzertbeginn und um 21 Uhr. Der Eintritt kostet 8 Euro plus Gebühren im Vorverkauf bzw. 10 Euro an der Abendkasse.

 

Seit inzwischen mehr als zehn Jahren bastelt Ryskinder an seinem Sound, produziert Alben und spielt live. Mit hebräischen Texten, die sowohl das Politische als auch das Surreale in einem poetischen Stil vereinen, mit einem pulsierenden Sound und kraftvollem orientalischem Groove ist Ryskinder eine der bekanntesten Stimmen in der alternativen Musikszene Israels. Sein einzigartiger Sound findet auch weltweit immer mehr Beachtung. Zum Reinhören: Video "Cleopatra"

 

Gelbart ist ein genialer Wissenschaftler und musikalisch versierter Riese in der Szene der Techno-Nerds, der alle Farben und Schattierungen des elektronischen Pop in seinen Reagenzgläsern mischt. Das sieht nicht nur verrückt aus, das hört sich auch verrückt an. Zu seinen alchimistischen Gerätschaften zählen alte analoge Maschinen genauso wie neu verdrahtete Instrumente. Zum Reinhören: Video "Tekno"

Tickets gibt es hier: 25 Music (Kronenstr. 12, 30161 Hannover), Rockers (Weckenstr. 1, 30451 Hannover), Sta Travel (Foyer der Mensa, Callinstr. 23, 30167 Hannover), Monster Records (Oeltzenstr 1, 30169 Hannover) oder online bei Eventbride.

 

Israel-Reise: AfD-Antrag liegt dem Verwaltungsgericht vor - Vorsitzender der Regionsversammlung informiert die Abgeordneten

Der Vorsitzende der Regionsversammlung, Walter Richter, hat die Mitglieder der Versammlung am heutigen Dienstag (8. Oktober 2019) darüber informiert, dass wegen des Beschlusses der Regionsversammlung vom 24. September 2019 auf Basis der Drucksache 2475 (IV) Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung beim Verwaltungsgericht Hannover gestellt wurde.

 

Der Beschluss legt die Zusammensetzung der Regionsabgeordneten fest, die in der Zeit vom 14. bis 23. November 2019 auf Einladung des Landkreises Unter Galiläa Israel besuchen. Er sieht vor, dass jeweils drei Abgeordnete der SPD-Fraktion und der CDU-Fraktion und jeweils ein Abgeordneter bzw. eine Abgeordnete der Fraktion Bündnis90/Die Grünen und der FPD-Fraktion teilnehmen. Änderungsanträge der AfD-Fraktion, die Beschlussdrucksache 2475 (IV) für rechtswidrig zu erklären und die Delegation entsprechend der Sitzverteilung in der Regionsversammlung zusammenzusetzen, hatte die Regionsversammlung mit großer Mehrheit am 24. September 2019 abgelehnt.

 

„Die AfD-Fraktion in der Regionsversammlung hat einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gem. § 123 Abs. 1 Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) beim Verwaltungsgericht Hannover gegen die Regionsversammlung gestellt“, teilt Richter mit. Eine vollständige Begründung liege dem Antrag vom 30.09.2019 nicht bei. Der Vorsitzende der Regionsversammlung kündigt an, dass er die

Regionsversammlung anwaltlich vertreten lassen wolle.

 

„Die Regionsversammlung hat das Für und Wider einer Teilnahme von Mitgliedern der AfD-Fraktion an dem Partnerschaftsbesuch in Unter Galiläa sorgfältig abgewogen und alle Argumente ausgetauscht“, betont Richter und erinnert an die ausführliche Debatte in der Versammlung am 24. September. „Das Abstimmungsergebnis war mit 64 Ja-Stimmen für die Beschluss-Drucksache 2475 (IV), acht Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen sehr klar.“

 

„Die Mehrheit der Regionsversammlung hat argumentiert, dass die Frage der Zusammensetzung der Delegation für die Israel-Reise mehr als eine Formalie ist. Aus Sicht der Mehrheit geht es schlicht und einfach darum, dass wir die gewachsene Partnerschaft und den völkerverständigenden Austausch mit Unter Galiläa nicht gefährden. Unsere Partnerschaft, die im kommenden Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert, wollen wir weiter im gegenseitigen Vertrauen gestalten. Die Argumentation der Mehrheit in der Versammlung war, dass wir unsere Gastgeber nicht vor den Kopf stoßen, Vertrauen nicht verspielen wollen und den für beide Seiten wichtigen Austausch und gegenseitigen Respekt erhalten und weiter ausbauen wollen. Diese Meinung teile ich“, sagt Richter und verweist darauf, dass Vertreter der AfD auch in den Gremien der Regionsversammlung die Gräueltaten des dritten Reichs verharmlosten.

 

Infa kreativ: Anna-Siemsen-Schule präsentiert Mode zum Klimawandel - Modenschau und Workshops in Halle 23 drehen sich um Natur- und Klimaschutz

Mode muss kein billiger Wegwerf-Artikel sein, es gibt auch nachhaltige und gut aussehende Alternativen: Bei der Infa kreativ 2019 vom 12. bis 14. Oktober auf dem Messegelände Hannover präsentieren Schülerinnen und Schüler der Anna-Siemsen-Schule (BBS 7) in Halle 23 unter dem Titel „We can change“ ihre Ideen rund um Mode und Klimawandel.

 

An den drei Messetagen findet jeweils um 12 und 16 Uhr eine Modenschau statt, die den Brückenschlag zwischen Mode und Klima macht: Die ausgefallenen Eigenkreationen sind durch die Natur inspiriert und zeichnen sich durch verschiedene Funktionen und recycelte Materialien aus.

 

Außerdem ist am Stand der Anna-Siemsen-Schule zu sehen, wie man mit Aquarellfarben oder Copic-Markern tolle Modezeichnungen kreiert. Wer mag, kann ein Flechtarmband aus Leder herstellen oder ein Schnittmuster für einen Rock am PC gestalten. Auch eine Farbberatung bieten die angehenden Assistentinnen für Mode und Design, Maßschneider und  Modedesignerinnen an. Die Workshops starten jeweils um 10 und 13.30 Uhr.

 

Gedenkstätte Ahlem: Herrenmenschen im Osten - Vortrag von Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt am 17. Oktober, 19 Uhr, im Regionshaus

Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt (C) Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt (C) Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt

Wie haben die Nationalsozialisten ihren Einmarsch in Polen gerechtfertigt? Welche ideologischen Gründe haben sie für ihre Besatzung herangeführt? Um diese Fragen geht es bei einem Vortrag am Donnerstag, 17. Oktober, im Regionshaus an der Hildesheimer Straße 18 in Hannover. Auf Einladung der Gedenkstätte Ahlem referiert der Historiker Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt über die „Herrenmenschen im Osten“, so der Titel des Vortrags.

 

In seinem Vortrag beleuchtet Lehnstaedt die Absichten der deutschen Besatzer in Polen und die Zusammenhänge von wirtschaftlicher Ausbeutung, Germanisierung und Massenmord: Die Nationalsozialisten griffen in ihrer Argumentation nicht auf preußische Polenpolitik oder die Besatzung im Ersten Weltkrieg zurück, sondern sahen diese als gescheitert an. Rassische Hierarchien sollten über legalistische Bürokratie dominieren, ein ganzes Land ohne irgendwelche Rücksichten auf dessen Bewohner ausschließlich Deutschen zur Verfügung stehen. Nicht zuletzt bedeutete Besatzungspolitik in Polen weitreichende Vertreibungen, großflächige Zerstörungen und Genozid: Rücksichtslosigkeit wurde zum Gradmesser von „Erfolg“.

 

Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt ist Professor für Holocaust-Studien und Jüdische Studien am Touro College Berlin. Dort unterrichtet er im Masterstudiengang Holocaust Communication and Tolerance. Seine Forschungsschwerpunkte sind die deutsch-polnische Geschichte im 20. Jahrhundert, der Zweite Weltkrieg und dessen Wiedergutmachung.

 

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