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Aktuelle Nachrichten aus der Region Hannover vom 3.April 2020

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Täglich aktuelle Nachrichten und Informationen aus der Region Hannover (C) Wikipedia / TUBS / CC BY-SA 3.0 /https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de Täglich aktuelle Nachrichten und Informationen aus der Region Hannover (C) Wikipedia / TUBS / CC BY-SA 3.0 /https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

REGION HANNOVER.

 

Elternsein in der Corona-Krise: vom Druck, alles richtig zu machen-Das Netzwerk Familienberatung rät zu Großzügigkeit mit sich selbst

 

Wirtschaftliche Sorgen, Angst um gefährdete Verwandte und Kinderbetreuung in Vollzeit: Eltern stehen in der Corona-Krise besonders unter Druck. Lehrer und Spielkamerad, Sporttrainerin und Welterklärerin sein, die Arbeit im Homeoffice stemmen und die Gefühle der Kinder auffangen – können Väter und Mütter dieser Rolle überhaupt gerecht werden? Esther Quindt ist Diplom-Psychologin und Familientherapeutin in der Familien- und Erziehungsberatungsstelle Burgdorf. Sie wünscht Eltern in der derzeitigen Ausnahmesituation vor allem Großzügigkeit mit sich selbst. „Mittlerweile sind alle Kanäle voll mit Tipps für Familien. Aus Beratungssicht stimmt mich das nachdenklich, weil die gut gemeinten Ratschläge auch Druck erzeugen können. Nicht alle Eltern haben Zeit oder Nerven für aufwendige Bastelprojekte oder phantasievolle Theateraufführungen – schließlich machen auch Haushalt, Einkauf und Kochen zusätzliche Arbeit, wenn alle Familienmitglieder zuhause sind.“Dabei können die Anregungen durchaus hilfreich sein – wenn die betroffenen Mütter und Väter sich mit ihnen wohlfühlen. „Wer aber versucht, die langen Listen mit Tipps abzuarbeiten, kann sich schnell überfordert fühlen“, meint Quindt. „Besser ist ein wenig Mut zur Lücke, auf die eigene Intuition zu vertrauen und auf die Signale der Kinder zu achten.“Manchmal kann es schon helfen, die Kinder in die täglichen Aufgaben einzubeziehen: „Gemeinsames Kochen, Abwaschen oder Staubsaugen gibt dem Nachwuchs das gute Gefühl, etwas zum Familienleben beizutragen und führt oft zu schönen gemeinsamen Momenten.“ Falls zwischendurch doch mal Langeweile aufkommt, ist das auch kein Beinbruch: „Viele Kinder werden dann kreativ und entwickeln Ideen zur Selbstbeschäftigung – aus Sicht der Hirnforschung ist das viel produktiver als Daueranimation von den Eltern.“

 

Ein guter Leitfaden: Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen treffen, pragmatische Lösungen suchen und dabei die Kinder und sich selbst nicht zu vielen Reizen aussetzen. Also erstmal keine Schulaufgaben machen, weil gerade etwas Anderes wichtig ist? Kein Problem. Keine Langzeitprojekte angehen und die Woche durchtakten, sondern nur für den Tag planen? Auch gut. „Wenn Eltern ihren anspruchsvollen Alltag meistern, ist das auch schon eine Leistung, auf die sie stolz sein können.“Die Expertin beruhigt: „In einer Umfrage für die Zeitschrift „Eltern“ aus dem Jahr 2015 sagten von 700 Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren 92 Prozent ,Meine Eltern sind die besten Eltern, die ich mir vorstellen kann‘ und 91 Prozent ,Bei meinen Eltern fühle ich mich immer sicher und wohl‘. Das ist ein Puffer, auf dem man sich ausruhen darf – auch wenn es mal nicht so rund läuft.“Zum Netzwerk Familienberatung gehören neben den Beratungsstellen für Eltern, Kinder und Jugendliche der Region Hannover auch die Jugend- und Familienberatung der Landeshauptstadt sowie Beratungsstellen freier Träger. Mit Fragen zur persönlichen Familiensituation können Eltern sich per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wenden. Auch telefonisch sind die Beratungsstellen weiterhin für Mütter und Väter da. Einen Überblick mit den Kontaktdaten aller Einrichtungen gibt es unter www.hannover.de/netzwerkfamilienberatung.

 

Bauvorhaben Südschnellweg: Unterlagen liegen bis Mitte Mai aus - Erläuterungsbericht, Pläne und Untersuchungen können weiter eingesehen werden

Hemmingen seit dem 6. März 2020 öffentlich aus.Die Auslegung endet offiziell am Montag, 06. April 2020. Wegen der Covid-19-Pandemie verbleiben die Unterlagen jetzt an den Orten der Auslegung. So erhalten auch betroffene Anwohnerinnen und Anwohner, die sich in den letzten Wochen außer Stande gesehen haben, in die Öffentlichkeit zu gehen, eine angemessene Möglichkeit zur Einsichtnahme in die Unterlagen. Sie werden bis zum Ende der Einwendungsfrist am 18. Mai 2020 sowohl in Hannover als auch in Hemmingen weiterhin ausliegen.

 

Im Internet bleiben die Entwurfsunterlagen in digitaler Form ebenfalls bis zum 18. Mai 2020 für die Öffentlichkeit verfügbar (www.hannover.de/Bekanntmachungen).

 

Auslegungsort in Hannover: Die Eingangshalle der Bauverwaltung der Landeshauptstadt (Rudolf-Hillebrecht-Platz 1, 30159 Hannover) ist bis auf Weiteres geöffnet. Die Entwurfsunterlagen können dort neben der Pförtnerloge weiterhin montags bis freitags von 6.30 Uhr bis 18 Uhr eingesehen werden.

 

Auslegungsort in Hemmingen: Aufgrund der aktuellen Gesundheitslage ist das Rathaus der Stadt Hemmingen (Rathausplatz 1, 30966 Hemmingen) seit dem 18.03.2020 bis auf Weiteres nur mit geregeltem Zulass zu betreten. Dafür wurden die „Öffnungszeiten“ reduziert (montags 9 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr sowie dienstags bis freitags 9 bis 12 Uhr). Die Planunterlagen liegen weiterhin zu den geänderten Öffnungszeiten aus. Interessierte können klingeln, um ins Rathaus zu gelangen.Dringend empfohlen wird allerdings eine telefonische Terminvereinbarung (Durchwahl 0511/4103-174).

 

Betroffene können sich auch direkt an die Region Hannover, Team Baurecht und Fachaufsicht (Tel. 0511/616-22603) wenden, um Auskünfte zu erhalten.

 

Der neue Südschnellweg soll im Bereich Hildesheimer Straße und Willmerstraße in einem innerstädtischen Tunnel verlaufen und im westlichen Projektbereich über neue, größere Brückenbauwerke geführt werden. Im laufenden Planfeststellungsverfahren wird über die Zulässigkeit der Planung entschieden wird. Es wird überprüft, ob die durch das Bauvorhaben betroffenen unterschiedlichen Belange (zum Beispiel Naturschutz, Luftreinhaltung, Lärmschutz, verkehrliche Aspekte) in der Planung entsprechend berücksichtigt und ausreichend gegeneinander abgewogen wurden.

 

Der am Ende des Verfahrens stehende Planfeststellungsbeschluss stellt die öffentlich-rechtliche Genehmigung zur Durchführung der Baumaßnahme dar. Anhörungs- und Planfeststellungsbehörde im Falle des Südschnellwegs ist die Region Hannover.

 

Zum digitalen Stöbern: Die Leine-Zeitung im Archiv der Region - Bestand reicht zurück bis ins Jahr 1882

Anzeigen, Politische Rundschau, Provinzielles oder Vermischtes – so lauten nur einige der Rubriken in der Leine-Zeitung Nr. 3 aus dem Jahre 1883.

Im Bestand des Archivs der Region auf Schloss Landestrost finden sich mittlerweile digitalisierte Ausgaben der Leine-Zeitung von 1882 bis 1928, in den kommenden Tagen werden die Exemplare bis zum Jahr 1943 erweitert.

Archivar Sebastian Post hat die auch auf Schloss Landestrost eingetretenen vor-Ort-Beschränkungen genutzt, sich verstärkt der Digitalisierungsstrategie des Archivs zu widmen und das Internetangebot entsprechend zu erweitern.

Die frischen Digitalisate sind zu sehen unter https://t1p.de/leine-zeitung, gefolgt von einem Klick in der blauen Menüleiste auf „Zugeordnete Objekte zeigen“.

Weitere Möglichkeiten, die Region und ihre Geschichte zu entdecken und zu erforschen, finden Bürgerinnen und Bürger auch jederzeit im Bildarchiv der Region. Unter www.bildarchiv.archivrh.delassen sich nicht nur zahlreiche historische Fotodokumente betrachten, sondern auch selber identifizieren. Alle Besucherinnen und Besucher des digitalen Archivs sind herzlich dazu eingeladen, das Bildmaterial in der Kategorie „Suchbilder“ mit Hinweisen zu Motiven und Jahreszahlen zu ergänzen und dieses umfangreiche Zeitdokument mit zu gestalten.

 

Auf dem Kronsberg nähen Frauen mit Fluchterfahrung Mundbedeckungen - Projekt von „Jugend stärken im Quartier“ reagiert auf Corona-Krise

Junge Frauen mit Fluchthintergrund zusammenbringen, Startschwierigkeiten beseitigen und handwerkliche Fähigkeiten vermitteln: Mit diesen Zielen ist Anfang Februar der „Nähtreff Kronsberg“ als Teil des Programms „Jugend stärken im Quartier“ (JUSTiQ) an den Start gegangen. Seit Mitte März pausiert das Gemeinschaftsprojekt von der Region Hannover, der Wohnungsbaugesellschaft VONOVIA und dem Ökumenischen Sozialprojekt Neuland: Das Corona-Virus macht die wöchentlichen Gruppentreffen unmöglich. Weil in der Krise Schutzmasken knapp werden, geht das Nähtreff jetzt andere Wege: „Die Teilnehmerinnen können künftig in ihren Wohnungen Mund-Nasen-Tücher nähen“, berichtet Bettina Theil. Die gelernte Damenschneiderin und Modedesignerin leitet die jungen Frauen an. Anschließend sollen die selbstgemachten Masken an Menschen aus dem Quartier verteilt werden.Die ersten Stoffe für den Neustart sind bereits bestellt. „Wir freuen uns aber trotzdem über Spenden von Gummibändern oder Stoffen, die man heiß waschen kann – zum Beispiel Baumwolle“, berichtet Theil. Die Beteiligten von Region und Neuland übergeben das Material in den nächsten Tagen zusammen mit den Nähmaschinen und Carepaketen an sieben Teilnehmerinnen. Die Nähanleitung gibt es als Erklärvideo aufs Handy, am Telefon steht Bettina Theil jederzeit für Rückfragen der jungen Frauen zur Verfügung. Und auch sonst sind die Projektteilnehmerinnen in der Corona-Krise nicht auf sich allein gestellt: Tanja Seeler von JUSTiQ und Kathrin Osterwald von Neuland haben ein offenes Ohr für alle Fragen und Probleme, die sich durch die Ausnahmesituation ergeben. „Wir freuen uns auch über Spenden von Büchern, Spielen oder Puzzles, die Kindern in sozial benachteiligten Stadtteilen eine Freude machen“, sagt Seeler. Sie ist telefonisch unter 0511 / 616 -26062 oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu erreichen.Das Modellprogramm „Jugend stärken im Quartier“ unterstützt junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund im Alter von zwölf bis einschließlich 26 Jahren, die von den Angeboten der allgemeinen und beruflichen Bildung, Grundsicherung für Arbeitssuchende oder Arbeitsförderung nicht mehr erreicht werden. JUSTIQ ist sozialräumlich ausgelegt und konzentriert sich auf Stadt- und Ortsteile mit erhöhtem Entwicklungsbedarf.

Das Programm gliedert sich in die zwei Teil-Projekte: Das Projekt „JUST YOU“ richtet sich an schulverweigernde Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren und deren Eltern. Mit dem Projekt „VIVO – Vielfalt und Integration vor Ort“ sollen junge Menschen beruflich und sozial besser integriert werden. Dabei geht es vor allem um den Übergang von der Schule in den Beruf. Das Mikroprojekt „Nähtreff Kronsberg“ wird im Rahmen des Programms durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und den Europäischen Sozialfond (ESF) gefördert.

 

Hinweis: Mund-Nasen-Bedeckungen bieten keinen zuverlässigen Schutz vor dem Coronavirus.

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