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Aktuelle Nachrichten aus der Region Hannover vom 8. November 2019

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Täglich aktuelle Nachrichten und Informationen aus der Region Hannover (C) Wikipedia / TUBS / CC BY-SA 3.0 /https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de Täglich aktuelle Nachrichten und Informationen aus der Region Hannover (C) Wikipedia / TUBS / CC BY-SA 3.0 /https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

REGION HANNOVER.

 

Frauenschutz und Kinderschutz gehen Hand in Hand - Neu aufgelegt: Arbeitshilfe für Fachkräfte, die Opfern von Häuslicher Gewalt helfen

Schläge, Erniedrigung, Freiheitsentzug: Jede vierte Frau in Deutschland ist von Häuslicher Gewalt betroffen. Um den Frauen und ihren Kindern Rat und Hilfe anzubieten, hat die Region Hannover in den vergangenen Jahren eine Reihe von Beratungseinrichtungen und Notrufangeboten geschaffen. Damit die Beratung von Frauen und Kindern noch stärker Hand in Hand geht, hat das Team Gleichstellung der Region Hannover gemeinsam mit Fachleuten aus dem Frauen- und Kinderschutz eine Arbeitshilfe entwickelt: „Gegen Häusliche Gewalt – Arbeitshilfe für Fachkräfte aus Frauen- und Kinderschutz in der Region Hannover“ heißt das gut 60 Seiten starke Heft, das jetzt neu aufgelegt wurde. Es richtet sich an professionelle Helferinnen und Helfer, die Frauen oder Kinder mit Gewalterfahrungen unterstützen und beraten.

 

„Auf der einen Seite gibt es Beratungsangebote für betroffene Frauen. Auf der anderen Seite kümmern sich Kinder- und Jugendämter um das Wohl betroffener Kinder“, sagt Petra Mundt, Gleichstellungsbeauftragte der Region Hannover. „Beide Fachrichtungen leisten hervorragende und wichtige Arbeit. Wir möchten sie noch stärker zusammenbringen, damit die Hilfen aufeinander abgestimmt erfolgen können.“ Eine interdisziplinäre Projektgruppe hat Informationen über gesetzliche Grundlagen und Arbeitsaufträge in der Broschüre zusammengestellt. Außerdem enthält die Arbeitshilfe alle wesentlichen Adressen und Ansprechpersonen sowie Musterbögen, mit denen Fälle von Kindswohlgefährdung an das jeweilige Jugendamt gemeldet werden können. In der Neuauflage wurden Daten aktualisiert und Arbeitsmaterialien ergänzt.

 

Das frisch aufgelegte Heft ist jetzt an die Fachstellen verteilt worden. Interessierte können die Arbeitshilfe zudem auf www.hannover.de/gleichstellung-region herunterladen oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anfordern.

 

Diskussion im Regionshaus: Vom Wissen zum Handeln im Klimaschutz

400 Gäste bei Veranstaltung des Kuratoriums Klimaschutzregion Hannover

 

 Prof. Dr. Harald Welzer fordert mehr Utopien und einen positiven Blick auf die Zukunft. (C) Region Hannover Prof. Dr. Harald Welzer fordert mehr Utopien und einen positiven Blick auf die Zukunft. (C) Region Hannover

 

Die meisten Menschen wissen, welches Verhalten für Umwelt und Klima schädlich ist. Warum fällt das Umsteuern dennoch so schwer? Antworten gab es am Mittwoch, 6. November 2019, bei der Veranstaltung „Wissen versus Handeln im Klimaschutz“, zu der das Kuratorium Klimaschutzregion Hannover ins Regionshaus eingeladen hatte. Rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten die Vorträge und die abschließende Diskussionsrunde, die von HAZ-Redakteur Jan Egge Sedelies moderiert wurde.

 

In seiner Begrüßung betonte Regionspräsident Hauke Jagau die Bedeutung des Klimaschutzes vor allem mit Blick auf künftige Generationen, hob aber auch hervor, dass man den sozialen Frieden im Blick haben müsse. Es müsse darum gehen, breite Teile der Gesellschaft mitzunehmen. Letztlich komme es aber auf Verhaltensänderungen jedes Einzelnen an. Anschließend begrüßte Werner Backeberg, Kuratoriumsvorsitzender und Bürgermeister der Gemeinde Uetze, die Teilnehmenden. Er berichtete über die erfolgreiche Energiewende in Uetze, mit der sich die Gemeinde zum Ökokraftwerk der Region Hannover entwickelt habe. „Die Wahrheit ist immer konkret, man muss vor Ort die Dinge auf den Weg bringen“, resümierte Backeberg. Danach forderte Prof. Dr. Lars Gusig als Vertreter des Klimaweisen-Rates Schritte zur Mobilitätswende in der Region Hannover ein.

In seinem Vortrag „Alles könnte anders sein“ führte der Sozialpsychologe und Autor Prof. Dr. Harald Welzer vor Augen, wie groß die Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln tatsächlich ist. „Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass immer mehr Wissen zum entsprechenden Handeln der Leute führt.“ Das liege auch an der zentralen Botschaft unserer Gesellschaft: „Du sollst kaufen“. Es sei vielmehr notwendig, lebenswerte Zukunftsgeschichten zu erzählen und positive Visionen zu entwerfen. Als Beispiel hierfür nannte er zum Abschluss die Vision einer autofreien Stadt Hannover.

 

    Celine Gerlica von Students for Future und Michael Nagel von Fridays for Future (Mitte) diskutieren unter anderem mit Regionsdezernentin Christine Karasch und Rapper Spax. (C) Region Hannover Celine Gerlica von Students for Future und Michael Nagel von Fridays for Future (Mitte) diskutieren unter anderem mit Regionsdezernentin Christine Karasch und Rapper Spax. (C) Region Hannover

 

Außerdem sprach Prof. Dr. Florian Kaiser zum Thema „Klimaschutz als Kampf gegen die Bequemlichkeit“. Dabei zeigte er, dass die Motivation beim Klimaschutz eine entscheidende Rolle spielt, um tatsächlich neue Wege zu gehen. Musikalisch griff SPAX das Thema mit einem Rap zum „inneren Schweinehund“ auf. Abschließend gab es eine lebhafte Podiums- und Publikumsdiskussion mit den beiden Vortragsrednern. Michael Nagel und Celine Gerlica von Fridays bzw. Students vor Future, Christine Karasch, Regionsdezernentin für Umwelt, Planung und Bauen, sowie SPAX diskutierten ebenfalls mit.

 

Am Ende des Abends bestand Einigkeit darin, dass für den Klimaschutz mehr Handeln notwendig ist. Darüber, wie dies am besten gelingen kann, tauschten sich die Teilnehmenden auch nach Ende der Veranstaltung aus.

Mehr zum Kuratorium: www.hannover.de/kuratorium-klimaschutzregion

 

Haushalt 2020: Jagau schlägt Kommunen einen Kompromiss vor - Region stellt Hauptverwaltungsbeamten die Planung für 2020 vor

In der offiziellen Anhörung zur Höhe der Regionsumlage hat Regionspräsident Hauke Jagau den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der 21 Städte und Gemeinden am heutigen Donnerstag (7.11.2019) vorgeschlagen, die Kommunen im Jahr 2020 um insgesamt 59 Millionen Euro zu entlasten – verglichen mit den Zahlungen bei unveränderten Hebesätzen für die Regionsumlage. Die Zahlungen der Kommunen an die Region Hannover würde sich dann im kommenden Jahr auf 740 Millionen belaufen – sofern die Regionsversammlung dem Vorschlag folgt. Die beiden Mehrheitsfraktionen in der Versammlung haben bereits angekündigt, diese Planung mittragen zu wollen.

 

Der Kompromiss sieht vor, die Hebesätze der Regionsumlage auf die Steuerkraft von 43,8  auf 42,1 Prozent und die Hebesätze auf die Schlüsselzuweisungen von 29,2 auf 28,1 Prozent herunterzusetzen. Die Einnahmen der Region Hannover würden auf diese Weise von 799 Millionen auf 768 Millionen Euro sinken. Zusätzlich schlägt Jagau eine einmalige Zahlung an die Kommunen in Höhe von 28 Millionen Euro vor. Der Regionspräsident modifizierte damit das Angebot, das er den Hauptverwaltungsbeamten bereits im August unterbreitet hatte. „Der jetzt unterbreitete Vorschlag geht noch einmal leicht über das Angebot aus dem August hinaus und bedeutet natürlich, dass sich die Region Hannover einschränken muss“, sagt Jagau. „Aus meiner Sicht ist diese Lösung gerade noch akzeptabel. Der Vorschlag zeigt, welches hohe Interesse wir an einem guten Miteinander mit den Kommunen haben.“

 

Den Gesprächsverlauf am Donnerstag mit den Hauptverwaltungsbeamtinnen und -beamten beurteilte Jagau positiv: „Nach den Reaktionen denke ich, dass die Mehrheit der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister den Vorschlag akzeptieren kann.“ Die Entscheidung über die Höhe der Regionsumlage fällt die Regionsversammlung am Dienstag, 17. Dezember, im Zuge des Haushaltsbeschlusses.

 

 

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