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Aktuelle Nachrichten aus Hannover vom 1.Mai 2021

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Marc Blessing wird neuer Pastor der Marktkirche Hannover © Privat Marc Blessing wird neuer Pastor der Marktkirche Hannover © Privat

HANNOVER.

Hannovers OB begrüßt Start des Portals „stark-im-amt.de“ - Belit Onay: Wer Hassbotschaften erhält, braucht Solidarität

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk begrüßte Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay die Initiative der Körberstiftung und der kommunalen Spitzenverbände, die Webseite „stark-im-amt.de“ ins Leben zu rufen. Das Portal, das Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Schirmherr live geschaltet hat, bietet Hilfestellung und konkrete Unterstützung für kommunale Hauptverwaltungsbeamte und Kommunalpolitiker*innen, die von Hass und Gewalt betroffen sind.

Onay sagte dem Sender, die Webseite sei „wichtig für den Informationsaustausch der betroffenen Bürgermeister*innen und Kommunalpolitiker*innen“. Wer sich Bedrohungen ausgesetzt sehe, fühle sich zunächst mal allein und erlebe oft „einen extremen emotionalen Rückschlag“.  Vernetzungs- und Austauschmöglichkeiten, wie sie das neue Portal biete, seien hilfreich. Für Betroffene sei es von großer Bedeutung, dass sie Solidarität erführen.

Onay forderte in dem Gespräch mit dem Deutschlandfunk ein konsequenteres Vorgehen gegen Hassbotschaften in den sozialen Medien. Das Problem von Anfeindungen gegen kommunale Spitzenbeamte und Kommunalpolitiker habe sich im Laufe der Corona-Pandemie insgesamt verstärkt – und das nicht nur in den sozialen Medien, sondern auch in direkten Begegnungen, etwa an Wahlkampfständen.

 

Yüksel Weßling: Dankbar für Solidarität

Sie sei dankbar für die Solidarität, die sie aus Hannover erfahren habe. „Das hat mir Kraft gegeben“, betonte Yüksel Weßling, ehemalige Sozialarbeiterin der Landeshauptstadt, in einem Austausch mit Oberbürgermeister Belit Onay sowie mit ehemaligen Kolleg*innen der Stadtverwaltung. Eineinhalb Jahre hatte die 65-Jährige in der Türkei festgesessen. Nach einem Freispruch durch ein Istanbuler Gericht konnte  sie am Dienstag zurück nach Deutschland reisen.

Die Nachricht vom Urteil war in Hannover mit Erleichterung aufgenommen worden. Die Stadtverwaltung, der Rat und Oberbürgermeister Belit Onay hatten sich in den vergangenen Monaten auf verschiedensten Ebenen für Yüksel Weßling stark gemacht, ihre Freilassung gefordert und gegenüber der türkischen Justiz ein rechtsstaatliches Vorgehen angemahnt.  In der Türkei sah sich Weßling mit dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung konfrontiert. Sie war im Oktober 2019 während eines Türkei-Aufenthalts beim Weg zurück nach Deutschland zunächst festgenommen worden. Sie kam zwar wieder frei, wurde aber mit einer Ausreisesperre belegt. Seitdem wartete sie in ihrem Geburtsort Tunceli im Südosten der Türkei auf den Beginn des Prozesses, der jetzt für sie ein gutes Ende nahm.

Über die gegen sie gerichteten Vorwürfe sei sie schockiert gewesen, berichtete Weßling. Beweise habe die Anklage nicht angeführt. Dennoch rechnete Weßling nach eigenen Angaben nicht mit einem Freispruch. Sie habe das Urteil zunächst gar nicht realisieren können, sei nun aber überglücklich.  Ihr Gesundheitszustand habe sich wieder normalisiert. Oberbürgermeister Onay sagte, „das Thema hat uns in Hannover in Atem gehalten. Jetzt ist mir und vielen Kolleg*innen ein Stein vom Herzen gefallen.“ Onay meinte, der Einsatz für Yüksel Weßling sei wichtig gewesen und habe seine Wirkung nicht verfehlt.

Als Prozessbeobachterin verfolgte Gisela Penteker die Verhandlung in Istanbul. „Mit Rechtsstaatlichkeit hatte das wenig zu tun“, erklärte sie. Eine Einschätzung, die auch der zweite Prozessbeobachter, Gernot Steinhilper, bestätigte. 

Yüksel Weßling war 27 Jahre als Sozialpädagogin bei der Landeshauptstadt Hannover beschäftigt. Sie wirkte an zahlreichen Projekten und Aktivitäten im Bereich der Integrations- und Netzwerkarbeit mit Migranten-Organisationen mit.

 

Marc Blessing wird neuer Pastor der Marktkirche Hannover

 

Marc Blessing wird neuer Pastor der Marktkirche Hannover © Privat

 

Der Verwaltungsausschuss der Landeshauptstadt Hannover hat in seiner letzten Sitzung Marc Blessing als neuen Pastor der Marktkirche Hannover bestätigt. Blessing tritt damit auf dieser Pfarrstelle die Nachfolge von Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann an, die in den Ruhestand geht. Am Sonntag, 9. Mai, wird er um 10 Uhr seinen Aufstellungsgottesdienst in der Marktkirche halten.

„Ich begrüße Pastor Blessing herzlich in seinem neuen Amt und freue mich auf die Fortsetzung der langen und guten Zusammenarbeit mit der Marktkirche. Soziale Herausforderungen in Hannover weiterhin gemeinsam angehen und lösen, das ist die klare Zukunftsperspektive. Ich danke bei dieser Gelegenheit Pastorin Kreisel-Liebermann ausdrücklich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit“, sagt Stadträtin Konstanze Beckedorf als Patronatsvertreterin der Landeshauptstadt Hannover zur Berufung Blessings.

Die Landeshauptstadt Hannover übt das Patronatsrecht für das Pfarramt der Marktkirche aus, das heißt, die Stadt hat ein historisch bedingtes Mitentscheidungsrecht bei der Besetzung der Pfarrstelle*.

Die Patronatsvertreterin und der Kirchenvorstand haben gemeinsam mehrere Bewerber*innen eingeladen und sich für Marc Blessing ausgesprochen. „Wir sind froh, dass diese besonders wichtige Personalentscheidung mit großer Übereinstimmung im Kirchenvorstand und im Einvernehmen mit der Landeshauptstadt Hannover als Patronin getroffen worden ist“, sagt der Vorsitzende des Kirchenvorstandes der Marktkirchengemeinde, Reinhard Scheibe. „Es ist eine hervorragende Perspektive für die Zukunft unserer Marktkirche, dass Marc Blessing hier Pastor wird."

Marc Blessing ist seit 2009 Pastor in der deutschsprachigen Gemeinde der Evangelisch-lutherischen Kirche in Genf. Er wuchs in Württemberg auf und studierte Evangelische Theologie unter anderem in Bethel, Marburg, Straßburg und Oxford. Auf das Vikariat in Egestorf und im Predigerseminar Loccum folgten zehn Jahre als Pastor in der Kreuzkirchengemeinde in Nordhorn und als lutherischer Moderator der Ökumenischen Stiftung Kloster Frenswegen. Marc Blessing bringt vielfältige Erfahrungen in der internationalen Ökumene, in der Bildungs- und Kulturarbeit und in der Seelsorge mit. Der 53-Jährige ist mit der Theologin Karin Blessing verheiratet, das Paar hat fünf Kinder.

Hinweis:

Für diesen Aufstellungsgottesdienst am 9. Mai in der Marktkirche ist aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung eine Anmeldung für den Gottesdienst erforderlich unter https://marktkirchehannover.gottesdienst-besuchen.de/

 

*Das Patronatsrecht stammt aus dem frühen Mittelalter und ist als eine Art Schirmherrschaft zu verstehen, bei der die Besetzung von Pfarrstellen eine der Aufgaben war. Für die Marktkirche hatten im 14. Jahrhundert zunächst die welfischen Herzöge dieses Recht inne. Nach der Reformation ging das Patronatsrecht auf die Stadt Hannover über und wird seitdem vom Rat ausgeübt.

 

Sitzung des Ausschusses für Integration, Europa und Internationale Kooperation (Internationaler Ausschuss)

Am Donnerstag (6. Mai) findet um 17.30 Uhr im Ratssaal, Neues Rathaus, eine öffentliche Sitzung des Ausschusses für Integration, Europa und Internationale Kooperation (Internationaler Ausschuss) statt.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sind alle Teilnehmenden und Besucher*innen aufgefordert, die notwendigen Abstände von mindestens anderthalb Metern einzuhalten. Das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen ist auf den Wegen im Gebäude erforderlich. Besucher*innen werden zudem gebeten, die Mund-Nase-Bedeckung auch während der Sitzung aufzubehalten. Hinweise der Mitarbeiter*innen beim Zugang der Gebäude und Räume sowie bei eventuell ausgeschöpften Platzkapazitäten sind zu beachten.

Die vollständige Tagesordnung steht im Internet unter www.ratsinfo-hannover.de

 

Stadtentwicklungs- und Bauausschuss: Öffentliche Sitzung am 5. Mai

Am Mittwoch kommender Woche (5. Mai) findet um 15 Uhr im Ratssaal des Neuen Rathauses eine öffentliche Sitzung des Stadtentwicklungs- und Bauausschusses statt. Die Tagesordnung ist im Internet unter www.ratsinfo-hannover.de abrufbar. (ab dem 3.Mai 2021)

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sind alle Teilnehmenden und Besucher*innen aufgefordert, die notwendigen Abstände von mindestens anderthalb Metern einzuhalten. Das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen ist auf den Wegen im Gebäude erforderlich. Besucher*innen werden zudem gebeten, die Mund-Nase-Bedeckung auch während der Sitzung aufzubehalten. Hinweise der Mitarbeiter*innen beim Zugang der Gebäude und Räume sowie bei eventuell ausgeschöpften Platzkapazitäten sind zu beachten.

 

 

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