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Aktuelle Nachrichten aus Hannover vom 17.Oktober 2020

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Hannover neue Sozialdezernentin Sylvia Bruns und der neue Leiter des Rechnungsprüfungsamtes Alexander Lau (C) LandesHauptstadt Hannover Hannover neue Sozialdezernentin Sylvia Bruns und der neue Leiter des Rechnungsprüfungsamtes Alexander Lau (C) LandesHauptstadt Hannover

HANNOVER

Sozialdezernentin und Leiter des Rechnungsprüfungsamtes nehmen die Arbeit auf

Neue Köpfe für die Landeshauptstadt Hannover: Sylvia Bruns hat ihre Arbeit als Sozialdezernentin aufgenommen. Die Politikwissenschaftlerin war am 24. September von der Ratsversammlung der Stadt für die kommenden acht Jahre in das Amt gewählt worden. Eine neue Leitung hat auch das städtische Rechnungsprüfungsamt. Alexander Lau hat am 1. Oktober seinen Dienst angetreten.

„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, erklärte Oberbürgermeister Belit Onay.  „Sylvia Bruns wird die Führungsriege der Stadtverwaltung verstärken.“ Mit ihrer Expertise und ihrer Erfahrung sei sie für die Aufgabe prädestiniert. Die Stadt habe außerdem mit Alexander Lau eine „hervorragende Besetzung für eine Schlüsselposition innerhalb der Verwaltung gefunden“, betonte Onay.

Die 51-jährige Bruns war zuvor Abgeordnete der FDP im Niedersächsischen Landtag.  Sie war Sprecherin für Soziales, Gesundheit, Gleichstellung und Verbraucherschutz der FDP-Landtagsfraktion. Vor ihrem Einzug in den Landtag im Jahr 2013 war sie in leitender Funktion bei der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Hannover tätig. Sylvia Bruns kennt das Neue Rathaus. Von 2011 bis 2016 war sie Mitglied des Rates der Landeshauptstadt und stellvertretende Vorsitzende der FDP-Stadtratsfraktion. „In den letzten Jahren gab es eine Renaissance der kommunalen Sozialarbeit. Sie ist der Schlüssel zur Lösung von sozialen Problemen vor Ort und damit ein wesentlicher Bestandteil gesellschaftlichen Zusammenhalts“, erklärte Bruns zu ihrem Amtsantritt. Die Integration, die Bekämpfung von Obdachlosigkeit sowie die Pflege benannte Bruns als wichtige Themenfelder.

Auf neue Herausforderungen freut sich auch Alexander Lau. Der 50-jährige Wahl-Hannoveraner, der nun das Rechnungsprüfungsamt leitet, war zuvor 28 Jahre bei der Deutschen Rentenversicherung beschäftigt. Elf Jahre davon arbeitete er in der dortigen Revision. Das qualifiziert ihn in besonderer Weise für seine neue Aufgabe. Diese bringe „viel Verantwortung mit sich“, betonte Lau. Er sieht die Aufgabe seines Amtes nicht nur in der Prüfung der Verwaltung, der Betriebe und des Sondervermögens, sondern auch in der Beratung. „Wir müssen als Kommune mit den uns zur Verfügung stehenden Finanzmitteln sparsam und wirtschaftlich umgehen. Deshalb ist es die Aufgabe des Rechnungsprüfungsamtes, die Verwaltung auf Recht-, Ordnungs- und Zweckmäßigkeit sowie auf Wirtschaftlichkeit zu prüfen und dadurch zur Verbesserung des Verwaltungshandelns beizutragen.“

Das Rechnungsprüfungsamt hat innerhalb der Stadtverwaltung eine besondere Position. Obgleich organisatorisch dem Oberbürgermeister zugeordnet, ist es - anders als alle anderen Fachbereiche - dem Rat der Landeshauptstadt Hannover unmittelbar unterstellt und nur diesem verantwortlich. Die Leitung sowie die Prüfer*innen werden vom Rat berufen und abberufen. Das Amt ist bei der Beurteilung der Prüfvorgänge unabhängig und an Weisungen nicht gebunden.

 

125 Jahre Tummeln im Walde: Hannovers erster Spielplatz „Wakitu“ feiert Jubiläum

Er ist der älteste Spielplatz Hannovers und wird doch niemals alt: Der „Waldkinder­tummelplatz“ – kurz: „Wakitu“ – in der Eilenriede feiert sein 125-jähriges Bestehen. Zum „Geburtstag“ wurde heute (16. Oktober) ein großes Banner auf dem Spielplatz aufgehängt. Ein Zeitstrahl mit Fotos, Texten, Plänen und Zeitungsausschnitten zeigt, was dieser legendäre und quirlige Ort in der Eilenriede in den vergangenen 125 Jahren erlebt hat.

„Das Gesicht des Spielplatzes hat sich über mehr als ein Jahrhundert immer wieder verändert. Eines aber ist immer geblieben: viel Platz zum Buddeln, Rennen, Klettern, Sich-bewegen und -begegnen – unter, zwischen, auf und mit Bäumen. Das ist sein Markenzeichen und -name: ein Platz zum Tummeln im Wald – ‚Waldkindertummelplatz‘. Besser könnte der Name nicht gewählt sein“, sagt Hannovers Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette.

Was diesen besonderen Spielplatz, der zeitgleich mit dem sogenannten „Sonnen-Spielplatz“ nahe der heutigen Hochschule für Musik, Theater und Medien angelegt wurde, immer schon ausmachte und heute noch prägt, ist seine Lage im Wald: auf einer großen, inselartigen Lichtung liegt er gleichzeitig stadtnah in der Nähe der Markuskirche und ist schnell erreichbar. Das Spielen unter und mit Bäumen macht den Wakitu-Spielplatz zu einem Paradies und Treffpunkt für Generationen von Kindern und Erwachsenen. 

Die Geschichte und Entwicklung des Spielplatzes - am Anfang war nur Sand

Kinder, die heute auf den Wakitu-Spielplatz im Sand buddeln, tun das, was schon Generationen von Kindern vor ihnen getan haben. Mit Sandspiel fing alles an – und damit auch Hannovers Spielplatzgeschichte. Viel mehr zum Spielen gab es nicht, als 1895 ein erster Spielplatz in der nördlichen Eilenriede angelegt wurde: eine große Sandkiste im Wald, darrum herum ein Geländer, das gleichzeitig als Reck- und Kletterstange diente. Auch eine Schutzhütte gab es schon.

Ein Platz extra für Kinder - das war im Jahr 1895 neu

Mitten im Wald wurde extra Platz für Kinder zum Spielen geschaffen, das war neu. Lange Zeit war Spielen noch als unnützer Zeitvertreib gesehen worden. Als aber die Stadt Hannover Ende des 18. Jahrhunderts immer dichter bebaut wurde und die Bevölkerung wuchs, verschwanden mit den freien grünen Flächen in der Wohnumgebung auch die Spielmöglichkeiten für Kinder. Auch die Spielwiesen und -wälder am Stadtrand rückten in immer weitere Ferne.

Darum wurden immer mehr Stimmen aus der Bürgerschaft der Stadt laut, die die Schaffung von Spielmöglichkeiten für Kinder forderten. Was den Stein ins Rollen brachte, war ein „dringendes Schreiben“ des „Naturheilvereins“ an den Magistrat der Stadt aus dem Jahr 1895. Darin wies der Verein darauf hin, dass es in der Stadt keinen einzigen Kinderspielplatz gäbe, und bat um die Freigabe der Schulhöfe zum Spielen. Die Stadt handelte prompt: Der damalige Gartenamtsleiter Julius Trip war 1895 gerade dabei, die „Vordere Eilenriede“ zu einem Waldpark für die Erholungsnutzung umzugestalten. Da bot es sich an, hier auch Raum zum Spielen zu schaffen. Der (heutige) Wakitu-Spielplatz und der zeitgleich angelegte Spielplatz in der Nähe des ehemaligen „Neuen Hauses“ („Sonnen-Spielplatz“) waren jeweils rund 350 Quadratmeter groß.

Vom Sandbecken zum Planschbecken

Der anfangs einfach gestaltete Spielplatz mauserte sich in den Folgejahren: 1915 wurde eine Unterstandshalle gebaut. Ein Jahr später entstand ein Stillstubenhäuschen, das nur stillende Mütter betreten durften.

Erste Spielgeräte wurden aufgestellt: Im Sandbecken gab es nun auch einen Rundlauf, eine Schaukel und eine Bockrutsche.

Nachdem mit dem Wachstum der Stadt auch Seen und Teiche in der Umgebung für Kinder kaum mehr zu erreichen waren, wurde 1927 eine spritzige Idee umgesetzt: Ein Teil des Sandbeckens wurde zum Planschbecken umgebaut. Der Spielplatz ähnelte einer kleinen Badeanstalt: ein überfülltes Becken mit planschenden, juchzenden Kindern im knietiefen Wasser. Das zeigen noch existierende Fotos aus den 1950er-Jahren. Dann verliert sich die Spur des Planschbeckens.

Wiederanschwung nach dem Krieg

Was in den Jahren des Zweiten Weltkriegs, in den 1930er- und 1940er-Jahren mit dem Spielplatz passierte, ist unklar. In einem Bericht des damaligen Garten- und Friedhofsamts von 1954 heißt es, dass von den 32 Spielplätzen, die es vor dem Zweiten Weltkrieg in Hannover gab, keiner mehr nutzbar sei. Als Ziel wurde formuliert, dass bis 1955 alle zerstörten Spielplätze wiederhergerichtet und 25 neue Spielplätze gebaut werden. Auf dem Wakitu-Spielplatz wurde 1949 mit dem Aufbau einer neuen Schaukel wieder Anschwung genommen.

In den 1950er-Jahren entwickelte sich der Spielplatz wieder zu einem echten Anziehungspunkt in der Eilenriede: Es wurde wieder gebuddelt und geplanscht, gerutscht und geschaukelt. Auch eine befestigte Fläche gab es, die die Kinder mit Rädern und Rollern bevölkerten. Und auch die Erwachsenen konnten sich vergnügen – nicht nur beim Kaffeeklatsch am Spielplatzkiosk: Für sie wurden Skattische eingerichtet, an denen sich Männer mit Hüten und dicken Zigarren gegenseitig die Karten zuschoben.

Der erste Spielpark der Stadt

1965 führte die Stadt eine Untersuchung des Spielplatzangebotes durch. Das Ergebnis war eindeutig: Kinder haben zu wenig Platz zum Spielen. Das wollte die Stadt ändern und entwickelte ein besonderes Konzept: den Spielpark – ein Ort für freies Spiel mit pädagogischer Betreuung. Der erste Spielpark wurde dort gebaut, wo schon der erste Spielplatz entstand. Das Spielgelände in der Eilenriede wurde erweitert, und 1970 konnte der erste Spielpark eingeweiht werden. Seit einem Namensfindungswettbewerb 1971 trägt er seinen treffenden Namen „Waldkindertummelplatz“ – kurz: „Wakitu“. Bilder aus dieser Zeit zeigen Kinder in Schlaghosen und gelben Regenparkas. Sie werkeln mit Holz, sitzen ums Lagerfeuer und bauen mit Architekturstudierenden einen Backofen.

2003 entstand auf einem Teil des Spielparkgeländes infolge einer Projektinitiative der Jugendarbeit der Hochseilgarten, der heute vom Kompetenzzentrum für Erlebnispädagogik und Jugendarbeit KEJ e.V. getragen wird.

Altes immer wieder neu

In den Folgejahren wurden der Spielplatz und der Spielpark immer wieder erneuert, ergänzt und umgestaltet. In den vergangenen 30 Jahren gleich drei Mal: 1996 kamen aufregende und bewegte Spielgeräte (wie z.B. eine Röhrenrutsche, ein Traktorschwinger, eine Drehscheibe) hinzu. 2004 gab es eine weitere grundlegende Neugestaltung: Dabei wurden die alten Betonmauern, die zum Teil wie Barrieren wirkten, teilweise aufgebrochen und neu geordnet. Aus diesem Jahr stammt auch der Bolzplatz.

Die bislang letzte Erneuerung des Spielparks und des Spielplatzes ist gerade zwei Jahre her. Seit dem Umbau 2017/18 gibt es hier viele Naturmaterialien, Holz und Steine. Im Spielpark kann man über große Findlinge springen und auf einem Kletterparcours balancieren und hangeln. Erlebnispädagogische Angebote laden außerdem zum Schnitzen, Kochen und Feuer machen ein.

Neu überarbeitete Broschüre „Spielen in Hannover“

Soeben erschienen ist die neu überarbeitete Broschüre „Spielen in Hannover“. Es ist bereits die zweite Überarbeitung der erstmals im Jahr 2010 erschienenen Publikation. Herzstück des 52-seitigen Heftes sind 28 besondere Spielplätze im ganzen Stadtgebiet, die ausführlich mit ihren Spielangeboten und Besonderheiten beschrieben werden. Weitere Informationen, etwa zur Spielplatzplanung, zu Beteiligungsformaten und zu inklusiven Angeboten auf Spielplätzen, ergänzen den Inhalt der Broschüre. Das neue Heft liegt ab sofort zur kostenlosen Mitnahme im Foyer des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün, Arndtstraße 1, aus. Im Internet kann es unter der Adresse www.hannover.de/spielplaetze-lhhheruntergeladen werden.

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