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Aktuelle Nachrichten aus Hannover vom 17.September 2021

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Blick auf das Heizkraftwerk Linden © Ulrich Stamm Blick auf das Heizkraftwerk Linden © Ulrich Stamm

HANNOVER.

Stadtteilzentrum Stöcken eröffnet: Stadtteilkultur, Stadtteilladen und Leckerhaus unter einem Dach

Das Stadtteilzentrum Stöcken hat heute (16. September) seine offizielle Eröffnung gefeiert. Nach Grußworten von Oberbürgermeister Belit Onay und Bernd Janischowsky, stellvertretender Bezirksbürgermeister Herrenhausen-Stöcken, überreichte Baudezernent Thomas Vielhaber symbolisch das Haus an Kulturdezernentin Konstanze Beckedorf.

„Stadtteilkultureinrichtungen sind wichtige Orte der Begegnung im Stadtteil. Sie stehen allen Menschen offen, unterstützen den gesellschaftlichen Zusammenhalt und fördern bürgerschaftliches Engagement. Es ist gut, dass die Stadtteilkultur in Stöcken nun wieder ein festes Zuhause hat, unter einem Dach mit den Einrichtungen des Vereins Soziales Netzwerk Stöcken e. V.“, betonte der Oberbürgermeister die sozial-kulturelle Bedeutung des Neubaus. Bernd Janischowsky wies auf das umfangreiche Beteiligungsverfahren hin: „Neben den Bürger*innen und Nutzer*innen war auch die Ortspolitik stets in den Entstehungsprozess eingebunden. Bereits im Architekturwettbewerb waren neben der Fachjury Vertreter*innen der Sanierungskommission, aus Bezirksrat und Rat sowie der drei Einrichtungen beteiligt. Das Stadtteilzentrum ist Treffpunkt für die Einwohner*innen. Hier schlägt das Herz von Stöcken.“

„Die heute hier sichtbare besondere Architektur ist das Ergebnis eines Wettbewerbs. Das Gebäude bietet Offenheit und schöne Räume. Die Nutzungen sind klug organisiert, und es entstand ein echtes architektonisches Merkzeichen in der Mitte Stöckens, das die gesamte Stadtteilmitte aufwertet“, hob Baudezernent Vielhaber die markante Architektur hervor. Kulturdezernentin Beckedorf ergänzte: „Unsere strategische Ausrichtung für die Stadtteilkultur, Einrichtungen und Angebote für die Stadtteilbewohner*innen unter einem Dach zu vereinen, die kulturellen Bedarfe im Stadtteil zu erforschen und mit den Menschen gemeinsam weiter zu entwickeln, lässt sich an diesem Ort bereits erkennen. Wir freuen uns auf ein inspirierendes Miteinander und laden alle herzlich ein, dabei zu sein.“

Im neuen Stadtteilzentrum Stöcken finden die städtische Stadtteilkultur, der Stadtteilladen und das Leckerhaus einen Veranstaltungssaal mit 170 Sitzplätzen sowie jeweils eigene Gruppen- und Büroräume vor. Seit der formalen Fertigstellung des Neubaus Ende Juli 2021 konnten bereits erste Veranstaltungen stattfinden.

Im Stadtteilzentrum Stöcken umfasst das Angebot Theaterabende und Workshops, Rad- und Wandertouren, Kreatives und Naturverbundenes, es gibt Lesecafés und mehrsprachige Nachbarschaftshilfe, ein Sonntagscafé, einen kostenlosen Mittagstisch für Kinder und vieles mehr. 

Zum Gebäude

Bauherrin ist die Landeshauptstadt Hannover, die Planung und Bauleitung lag beim Architekturbüro AllesWirdGut, Wien, mit Formation A, Berlin, und VoMA, Wetter/Ruhr. Baubeginn war im Juni 2017, Fertigstellung im März 2021, die Übergabe zur Nutzung im Juli 2021. Die Baukosten betragen für Hochbau und technische Gebäudeausrüstung rund 4,5 Millionen Euro.

Das neue Stadtteilzentrum verfügt über viele Besonderheiten und eine interessante Raumgeometrie. Der Haupteingang ist zum Stöckener Markt orientiert. Er erschließt das gemeinsame Foyer, von dem aus die einzelnen Einrichtungen des Stadtteilzentrums begehbar sind. Jede Nutzungseinheit hat auch noch einen Neben- beziehungsweise Notausgang.

Der Neubau erhielt hochwertige Komponenten aus der Passivhausbauweise wie die hochqualitative Dämmung von Außenwänden, Dach und Bodenplatte und zwei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung im Bereich Saal und Gruppenräume.

Durch die günstige Lage der Dachlaternen im neuen Stadtteilzentrum erhöht sich der Südfensteranteil in den Bereichen, die sonst wenig Licht erhalten und fördern darüber hinaus aufgrund ihrer Geometrie und Höhe eine positive Raumluftzirkulation. Die Dachfläche wurde für die Installation einer Photovoltaikanlage statisch vorbereitet.

Alle Hauptzugänge zum Gebäude sind ebenerdig und barrierefrei. Die Eingeschossigkeit ermöglicht ganz ohne Treppen und Aufzug allen Besucher*innen und Mitarbeiter*innen des Stadtteilzentrums einen leichten und direkten Zugang zu allen integrierten Einrichtungen. Die Zugänglichkeit der Bühne wird durch eine rollstuhlgerechte Rampe gewährleistet. In ausreichender Anzahl sind rollstuhlgerechte WC-Anlagen im Foyer und in jeder einzelnen Nutzungseinheit vorhanden. Ausbau, Ausstattung und die Gestaltung von Oberflächen erfüllen ebenso wie die akustischen und lichttechnischen Maßnahmen die Anforderungen an die vorgeschriebenen integrativen Standards. Um im Sinne der Inklusion auch Hörgeschädigten die Möglichkeit zu geben, Veranstaltungen und Kurse in guter Qualität zu verfolgen, wurde im Saal die Akustik optimiert.

Bauliche und technische Gebäudeausstattung

Die Außenwände des Massivbaus wurden als zweischalige Konstruktion mit Sichtmauerwerk hergestellt. Der gewählte Dachbelag korrespondiert mit dem Fassadenmaterial und verleiht dem Haus einen lebendig monolithischen Charakter. Die Decken des Hauses wurden im Wesentlichen als Betondecken ausgeführt, um das Konzept und die spannende interessante Raumgeometrie der sich verschneidenden Dächer auch im Inneren erlebbar zu machen.

Die Fenster wurden weitestgehend als Elemente aus einem festverglasten Teil und einem Öffnungsflügel in Holz ausgeführt. So wird die natürliche Belüftung in allen Räumen gewährleistet. Elektronisch gesteuerte Markisen bieten sommerlichen Wärmeschutz. Die Lüftung ist geteilt in zwei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung (Saal, Foyer, Gruppenräume) und zwei Anlagen mit reiner Abluft in den Bürobereichen.

 

Finale dezentrale Impfangebote am Hauptbahnhof und bei Hannover 96

Gemeinsames Impfzentrum von Region und LHH schließt am 27. September 2021

Noch eineinhalb Wochen, dann ist Schluss: Wie angekündigt wird das gemeinsame Impfzentrum von Region und Landeshauptstadt Hannover am 27. September den Betrieb einstellen. Zuvor werden in den kommenden Tagen noch weitere dezentrale Impfungen angeboten.

Aktuell haben die Mitarbeiter*innen des Impfzentrums Hannover rund 795.000 Impfungen verabreicht. Verimpft werden bis zum Tag der Schließung noch Zweitimpfungen mit mRNA-Impfstoffen oder Einmal-Impfungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson. Ab Oktober werden die Corona-Impfungen dann vornehmlich durch niedergelassene Ärzt*innen durchgeführt. Bis zum 27. September sind Impfungen im Impfzentrum noch sowohl spontan als auch mit Voranmeldung auf dem Messegelände möglich.

Wer den Weg dorthin nicht auf sich nehmen möchte, kann auch von zwei dezentralen Aktionen in der kommenden Woche profitieren:

Spontan-Impfungen am Hauptbahnhof Hannover

Am kommenden Sonnabend, 18. September, und am darauffolgenden Sonnabend, 25. September 2021, von 10 bis 17 Uhr steht der Impfbus der Feuerwehr Hannover im Rahmen des City-Impfens wieder auf dem Bahnhofsvorplatz. Wer einen Lichtbildausweis und – wenn vorhanden – einen Impfpass dabeihat, kann sich nach einem ärztlichen Aufklärungsgespräch spontan für eine Impfung entscheiden. Verimpft wird das Vakzin von Johnson & Johnson, mit dem bereits wenige Tage nach einer einmaligen Impfung ein vollständiger Impfschutz hergestellt ist. Darüber hinaus steht der Impfbus in der Kalenderwoche 38, also zwischen dem 20. und dem 24. September 2021, ebenfalls am hannoverschen Bahnhofsvorplatz und macht ein dezentrales Impfangebot – dann zwischen 9 und 17 Uhr.

Sonderimpfaktion beim Heimspiel von Hannover 96 gegen den SV Sandhausen

Auch am Sonntag, 26. September 2021 wird es ein dezentrales Impfangebot geben. Im Rahmen des Heimspiels von Hannover 96 gegen den SV Sandhausen werden mobile Impfteams im Nord- und im Südbereich der HDI-Arena ihre Zelte aufschlagen. Zugang zu diesen Impfungen sollen explizit auch Impfwillige bekommen, die kein Ticket für das Heimspiel erworben haben.

 

„Malerei ff.“ im September und Oktober in vier Galerien in der Stadt und der Region

MALEREI ff.

Eduardo Flores Abad, Nina Aeberhard, Franz Betz, Sebastian Biskup, Constanze Böhm, Maja Clas, Hauke Johanna Gerdes, Anette Haas, Stefan Lang, Andreas Linke, Maximilian Neumann, Anne Nissen, Gaby Taplick, Antje Smollich, Christina Stolz

In Weiterführung des kooperativen Projektes „Malerei“ aus 2019 haben sich für 2021 erneut vier Ausstellungshäuser aus Hannover und der Region zusammengefunden: Die Galerie vom Zufall und vom Glück, die Städtische Galerie KUBUS, die Städtische Galerie Lehrte sowie die Region Hannover im Schloss Landestrost in Neustadt am Rübenberge.

Diese zweite Ausstellung zum Stellenwert der Malerei in der zeitgenössischen Kunst der Region Hannover richtet den Fokus auf die Erweiterung der Malerei in andere Medien hinein, auf Positionen, die weniger direkt mit Malerei arbeiten, aber eine malerische Herangehensweise zeigen. Zu sehen sind Arbeiten, die so etwas wie eine „malerische DNA“ oder ein malerisches Denken vereint, von Zeichnung, Fotografie und Film über digitale Medien bis hin zu installativen und architekturbezogenen Arbeiten.

Kurator*innen der Ausstellung: Jennifer Bork (Region Hannover, Schloss Landestrost), Julienne Franke (Städtische Galerie Lehrte), Anne Prenzler (Städtische Galerie KUBUS) und Giso Westing (Galerie vom Zufall und vom Glück).

Zu den einzelnen Ausstellungen

Eröffnung: Freitag, 17. September 2021, 19 UhrStädtische Galerie LehrteMaja Clas, Andreas Linke, Maximilian Neumann18. September. bis 21. November 2021

Maja Clas beschäftigt sich mit dem Thema Raum mittels der Malerei und Collage. Beim Malen nutzt die Künstlerin oft Papier als Untergrund, das flach auf dem Boden oder einem Tisch liegt, da sie die Farbe sehr flüssig aufträgt und keine unwillkürlichen Verlaufsspuren entstehen sollen. Der erste Auftrag ist entscheidend, Übermalungen finden nicht statt, da sie die Wirkung verändern würden. Die Wahl des Farbtons und des Bildformats sind bei der reduzierten Arbeitsweise eminent wichtig.Für die Collagen verwendet die Künstlerin bunte Papiere und Druckerzeugnisse unterschiedlicher Herkunft, aber auch selbst bemaltes Papier. Gebrauchsspuren im Papier wie Faltungen und Knicke sind sowohl beim Trägerpapier als auch den aufgeklebten Elementen Teil der Arbeit. Allerdings werden Schrift oder erkennbare Abbildungen vermieden, stattdessen dominieren einfache geometrische, seltener organische Formen. Das Papier wird nicht in Schichten übereinander geklebt und das Blatt auch nicht vollständig beklebt, sondern die frei bleibende Grundfläche ist wichtiger Teil der Gestaltung. In den Collagen finden sich mitunter auch malerische und zeichnerische Eingriffe.Die Papierarbeiten werden selten gerahmt, sondern unmittelbar auf der Wand präsentiert. Dadurch befinden sie sich auf der gleichen Ebene wie die Wand und der Raum. Statt eines Objekts wird der flächige Charakter der Arbeit bewahrt und der Eindruck einer Kostbarkeit vermieden, die sorgfältig hinter Glas im Rahmen geschützt werden muss. Das Werk wird Teil der alltäglichen Umgebung, die dadurch eine veränderte Wahrnehmung erfährt.

Andreas Linke hat dieses Jahr seinen Abschluss als Meisterschüler an der HBK Braunschweig gemacht. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Malerei lässt sich bereits an den in der Ausstellung gezeigten Werken ablesen. Die Frage nach dem malerischen Gestus, dem genialen Pinselstrich führte ihn zunächst zu einer expressiven Malweise. Diese wurde durch konzeptionelle, teils mathematische Bildgestaltungen erweitert, die sich in grafischen Mustern ausdrücken, deren farbliche Gestaltung jedoch weiterhin intuitiv erfolgen kann. Eine Kombination von Musterflächen und gestischem Farbauftrag ist ebenso möglich wie eine einzelne geometrische Form, die in einem Farbraum oder einer Farbfläche schwebt. Die Reduktion kann so weit gehen, dass eine einzelne Farbe als Fläche zum Bildgegenstand wird. Manche Bildgegenstände scheinen Schatten zu werfen, wodurch mehrerer Bildebenen entstehen ebenso wie durch Brechungen und Irritationen im Farbauftrag. Die Farbigkeit selbst reicht von leuchtend intensiv bis zu zurückhaltend und gedeckt.Oft verwendet der Künstler gefundenes Material als Bildträger wie Sperrholzreste, Tischplatten oder Türen, die eigene Bildformate und Oberflächenstrukturen mitbringen. Das Material lässt die Bilder teils zu Objekten im Raum werden. Auch inhaltlich setzt sich der Künstler mit der Raumwirkung auseinander, allerdings über Farbe und Form, Struktur und Rhythmus und weniger durch perspektivische Verkürzungen. Die Arbeiten von Andreas Linke zeichnen sich durch Autonomie und eine Konzentration auf malerische Frage aus. Der Bildgegenstand bleibt unabhängig von Bezügen zu äußeren Objekten und stellt dennoch eine Zwiesprache mit seiner Umgebung her.

Maximilian Neumann präsentiert eine Reihe von Arbeiten auf Papier, die das Format eines DIN A 4 Blattes nicht überschreiten. Die Malerei entsteht in einem schnellen gestischen Prozess, der an asiatische Tuschemalerei erinnert, für die sich der Künstler durchaus interessiert. Allerdings sind die hier präsentierten Arbeiten mit flüssiger Ölfarbe ausgeführt, teils in pastoser Manier. Der gestische Auftrag führt zu einer abstrakten, verkürzten Bildsprache, ohne auf Details einzugehen. Dennoch entstehen die Arbeiten an einem konkreten Ort, der in der Signatur genannt wird, oft direkt in der Natur, ohne eine klassische Landschaftsdarstellung mit Horizont und Räumlichkeit anzustreben. Stattdessen werden einzelne Naturformen in den Fokus gerückt oder größere Zusammenhänge dargestellt, wobei der Bezug zum Ursprungsmotiv nur noch zu erahnen ist. Die Farbigkeit ist ausdrucksstark und bedeckt das Papier nicht vollständig, so dass ein skizzenhafter Eindruck entsteht.Mit dem Malen eines Bildes endet für Max Neumann die künstlerische Arbeit noch lange nicht. Sondern nun beginnt der zweite ebenso wichtige Teil seines Werks, die Präsentationsform. Die Bilder werden in eigens von ihm gefertigten Passepartouts eingefügt, die mit Buchbinderleinen bezogen sind. Dabei kommen leuchtende Farben als Bilduntergrund zum Einsatz, die je nach Bildserie variieren. Die Blätter werden nicht einzeln gerahmt, sondern in großformatigen Rahmen sind mehrere Werke leicht vertieft in die textile Oberfläche eingebettet. So entsteht ein neues Gesamtbild, mehrere Rahmen mit derselben Stofffarbe bilden eine Serie.Die Rahmen hängen nicht an der Wand, sondern werden als Objekt im Raum präsentiert. Sie liegen auf vier aus Ton gebrannten Sockeln, die circa 40 cm hoch sind. Diese Präsentationsform verändert die Betrachtungsweise, statt eines Gegenübers fällt der Blick nach unten, wie auf einen niedrigen Tisch oder in eine Vitrine. Erst mit der jeweiligen Präsentationsform, deren zeitaufwendige Herstellung im Kontrast zum schnellen malerischen Gestus steht, ist der malerische Prozess bei Max Neumann zum Abschluss gekommen.

Eröffnung: Samstag, 18. September 2021, 18 UhrSchloss LandestrostFranz Betz, Sebastian Biskup, Hauke Johanna Gerdes, Stefan Lang, Anne Nissen19. September bis 24. Oktober 2021

Die Ausstellung im Schloss Landestrost vereint Positionen, denen eine Übersetzung malerischer Ansätze in technische Medien, wie Film, künstliche Intelligenz, Farberkennungs- oder Animations-Software zugrunde liegt. Die Ergebnisse und die inhaltlichen Ansätze der einzelnen Positionen sind sehr vielfältig, die in den Arbeiten stattfindenden Transformationsprozesse entfalten zum Teil eine stark absorbierende Wirkung.

Franz Betz zeigt die Arbeit „fern von nah“, die in Kooperation mit Birte Hölscher und Masha Kashyna (Klang) entstanden ist. Die gezeigten Bilder basieren auf einer künstlichen Intelligenz, die durch „machine learning“ trainiert wurde, Bilder mit malerischen Eigenschaften selbstständig zu erzeugen. Grundlage sind Bilder von isländischen Webcams, die im Schloss Landestrost auf einen Fadenvorhang projiziert und damit deutlich abstrahiert werden. Dennoch identifiziert der/die Betrachter*in aufgrund seines/ihres eigenen Bildgedächtnisses das gezeigte Material noch als Landschaft und kann teilweise Bezüge zu bekannten Landschaftsgemälden wie beispielsweise von Claude Monet herstellen. Das menschliche Netzwerk aus neuronalen Verknüpfungen interagiert dabei mit dem künstlichen Netzwerk.

Sebastian Biskups Animation erzeugt eine Wirkung, die man zunächst als bewegte Farbfeldmalerei beschreiben könnte. Tatsächlich sind es formale Reduktionen von Werbeunterbrechungen eines Samstagabendspielfilms, Biskup spaltet die einzelnen Bilder in ihre kompositorischen Bestandteile (Farbe, Form und zeitlichen Ablauf) auf und lässt diese in der Animation, durch die Erzeugung von Zwischenbildern (Tweening), in eine flüssige Bewegung übergehen. Hinterfragt wird der Raum, der beim Fernsehen als gemeint angenommen wird. Beim Betrachten der in ungegenständliche Grafiken übersetzten Fernsehbilder, setzt man automatisch bestimmte Farben und Formen in einen räumlichen Kontext. Helle Farben scheinen näher, dunkle Farben weiter entfernt. Im Verlauf der Animation werden solche Räumlichkeiten von den Betrachter*innen in deren Verständnis des Gesehenen gedanklich aufgebaut, um dann im nächsten Moment zu kollabieren und sich neu zu strukturieren. Sebastian Biskup arbeitet zumeist mit vorherbestimmten Formen und anderen Parametern, die künstlich erzeugt werden: „Für mich erweist sich, angesichts einer Alltagswelt in der nichts und niemand unästhetisiert /undesignt in die Öffentlichkeit entlassen wird eine eigenständige Bildsprache als nahezu überflüssig. Das visuelle Rohmaterial, das uns umgibt, liefert mir eine Basis, den Blick des Betrachters zurückzuführen auf das Ursprüngliche im Mediendschungel.“

Hauke Johanna Gerdes kommt ursprünglich aus der Malerei und wandte sich der Fotografie und dem Film zu. Im Schloss Landestrost zeigt sie in einem eigens erstellten Projektionssaal drei Filme (Evaporation, Lascaux, Verwandlung), die in Zusammenarbeit mit Abel Boukich, Rafael Vogel und Klaus Weingarten sowie dem Sector 16-Filmlabor entstanden sind. Hauke Johanna Gerdes versteht sich in der Tradition der Maler, die in den 1920er Jahren dem Film neue, künstlerische Impulse gaben. Die Konzentration liegt in ihren Filmarbeiten auf dem analogen 16 mm-Filmmaterial, welches oftmals experimenteller Bearbeitung im Labor unterworfen wurde. In „Evaporation“ etwa löst sich die Filmschicht eines Zelluloid-Films durch chemische Einwirkungen auf das Trägermaterial für acht Sekunden auf. Auf diese Weise entstehen Zwischenbilder der sichtbaren und unsichtbaren Welt. Das Ausgangsmaterial besteht aus Found Footage eines Lehrfilms über Seidenbau. Der Titel bezeichnet den Übergang von einem flüssigen in einen gasförmigen Aggregatzustand.

Stefan Langs Arbeiten haben sich aus dem Nachdenken über die Farbe im klassischen Tafelbild entwickelt. Seine pastosen Gemälde bilden den Ausgangspunkt einer Erforschung der räumlichen und zeitlichen Dimension von Farbe, sowie deren Interaktion mit dem Klang. Lang greift dabei auch auf Software zurück die ursprünglich für blinde Personen entwickelt wurde, um Farben in Sprachinformation zu übersetzen.

Anne Nissen zeigt mit „Laminar“ eine Videoinstallation auf zwei 4K-Monitoren. Dort wird synchron die Ausbreitung farbiger Tuschetropfen in Richtung der Bildmitte eines quadratischen Bildraumes gezeigt. Die schwerelos erscheinende Bewegung und die sich langsam überlagernden, feinen Linien bilden Formen, die ähnlich eines Mandalas eine fast meditative Wirkung entfalten.

Eröffnung: Sonntag, 19. September 2021, 12 bis 18 UhrStädtische Galerie KUBUSConstanze Böhm, Gaby Taplick, Christina Stolz19. September bis 31. Oktober 2021

In der Städtischen Galerie KUBUS liegt der Schwerpunkt auf Arbeiten, die die Malerei in bildhauerische Fragestellungen sowie installative Konstruktionen und Architekturen weiterdenkt.

Constanze Böhm hat einen ortbezogenen Raum für die Städtische Galerie entwickelt, der den Lichteinfall durch die im KUBUS charakteristischen Oberlichter aufgreift und „einfängt“. Ihre dreidimensionale, begehbare Architektur geht ganz im malerischen Sinne aus von Fläche und Farbe. Farbe, die von einer irritierenden Zartheit ist. Constanze Böhm schafft einen Raum im Raum für das Licht und für den Menschen, der zugleich eine kalkulierte Herausforderung und Verunsicherung für unsere Wahrnehmung darstellt. Eine Fortführung findet diese Installation in einer Wandgestaltung, die den Lichtschein wiederum in eine Malerei übersetzt, deren Farbigkeit geradezu ephemer ist. Hinzu treten im Gesamtbild eine Reihe neuer Arbeiten aus Stoffresten, montiert auf zart gestrichene Holzplatten, die als poetisch anmutende „übrig, gebliebene“ Formen eine erstaunliche formale Stärke entwickeln; sowie zahlreiche, kleine emblematische Arbeiten, die grundsätzliche Fragen von Malerei diskutieren. Constanze Böhm schafft mit dieser Installation ein Gesamtkunstwerk, das die Mittel der Malerei einsetzt, um physische und psychische Dimensionen von Raum und Farbe auszuloten.

Im Treppenhaus des KUBUS hat Gaby Taplick aus recycelten Möbeln ein fassaden-füllendes Bild geschaffen, das mit einer gewissen Strenge wie eine konstruktivistische Farbfeldmalerei in gedeckten Tönen daherkommt. Irritierend gut fügt sich diese Installation in den denkmalgeschützen Raum ein und ermöglicht dabei zugleich eine ganz neue Wahrnehmung der vorhandenen Architektur. Im Obergeschoss hat die Künstlerin zudem eine Landschaft aus japanischen „Berggeistern“ aufgebaut, die mit verschiedenen Kimono-Stoffen bezogen sind. Eine Installation von großer Poesie, die bei aller Farbigkeit eine große Ruhe und Konzentration erzeugt. Gaby Taplick gelingt es mit ihren Installationen klare Bilder zu schaffen, die zugleich von der Lust am Spiel zeugen und den Materialien und Räumen gänzlich neue Qualitäten entlocken.

Christina Stolz lädt die Besucher*innen in einen bühnenhaften Aufbau ein, in dem farbige Stoffe, Stoffbilder, Zeichnungen, Objekte aus Keramik und Wandgestaltungen auftreten. Displays, die an Tischplatten erinnern oder an Ausstellungspräsentationen aus musealen Zusammenhängen, präsentieren einen Schwarm von 366 kleinen Schalen und andere, sorgsam komponierte Gefäße. An vielen Stellen finden sich formale und farbliche Korrespondenzen – sodass die einzelnen Bestandteile der Installation wie Akteur*innen auf einer interieurhaften Bühne ganz eigene Dialoge entwickeln und regelrechte „Gespräche“ führen. Christina Stolz gelingt es dabei, uns Betrachter*innen – mit einer beiläufigen Unausweichlichkeit – einzubinden in eine malerische, theatrale Erzählung.

Auch untereinander interagieren die drei künstlerischen Positionen, indem sie ähnliche Materialien und Strategien einsetzen, wenn sie malerische Fragen in den Raum hineinerweitern – und dabei im Ergebnis aber zu sehr unterschiedlichen Fragen und Antworten finden.

Eröffnung: Sonntag, 19. September 2021, 12 bis 18 UhrGalerie vom Zufall und vom GlückEduardo Flores Abad, Nina Aeberhard, Maja Clas, Anette Haas, Antje Smollich19. September bis 31. Oktober 2021

Während wir in der Ausstellung vor zwei Jahren Bilder gezeigt haben, die sich im Zentrum der Malerei bewegten, zeigen wir nun Positionen, die am Rand der Malerei angesiedelt sind oder gar in anderen Techniken, wie Zeichnung, Collage und Assemblage ausgeführt sind. Es geht um Konzeptionen, die  man als das malerische Denken bezeichnen könnte, eine radikale Einschränkung als Abstraktion im Sinne eines Verzichts: Diese Bilder stellen nichts dar, bilden nicht ab, sondern repräsentieren nur sich selbst in Farbe, Matereial und Oberflächenbeschaffenheit. Sie sind so gesehen, absolut – weil souverän im Ausdruck, da sie nur sich selbst ausdrücken wollen und keiner weiteren Inhalte oder von außen dazukommender Bedeutungen bedürfen.

Eduardo Flores Abad zeigt am Computer generierte Bilder, die nur aus Punkten und dazu gewählten Farben bestehen. Dazu hat er, den Gedanken seiner Bilder aufnehmend, eine etwa fünfminütige Sound-Komposition geschaffen: „Puntos y Formas“ besteht aus Pizzicato-Klängen auf der Violine und dem Klang von in Wasser fallenden Tropfen. Es sind Klangpunkte, die bearbeitet wurden durch elektronische Prozesse wie Granulierung, Spreizung und Amplitudenerweiterung, um eine Entwicklung am Material zu zeigen, die dem der Bilder entspricht. Die Dramaturgie aus Lockerung und Verdichtung wie Überlagerung wechselnder Bewegungen schafft einen Spannungsbogen.

In den Arbeiten von Nina Aeberhard artikuliert sich das malerische Denken in der Fotografie. Es sind Licht und Schatten als hell-dunkel Kontraste und die Graustufen, die in ihren Differenzen Dynamik im Bild wie auch im ganzen Ensemble der drei zusammengestellten Arbeiten erzeugen. Das sind minimalistische und ganz formale Überlegungen. Gerade, weil sie so formal sind, sind sie abstrakt.

Das Minimale ist das Maximale. Das ist kein Paradox, sondern die bildnerische Praxis von Anette Haas. Denkbar einfache Anordnungen werden mit einem hohen Aufwand von subtilem Auftrag der Farbe mit dem Zeichenstift, der Kreiden und Malfarben kleinschrittig entfaltet. Es geht um feinste farbliche Nuancen in der Oberfläche der Farbfelder wie der Beschaffenheit des Bildgrundes überhaupt.

Wie komme ich zu Bildern oder was macht ein Bild aus? Diese Frage treibt Maja Clas an. In einem langwierigen Prozess von schrittweiser Addition entstehen die Papierarbeiten; es wird angefügt und wieder weggenommen, bis eine die Künstlerin befriedigende Zwiesprache aller Elemente im Bild stattfindet. Es ist eine ausgefeilte Arbeit am Poetischen, um die Leichtigkeit, Freiheit und Frische der Improvisation zu erlangen, die die Bilder ausstrahlen.

Antje Smollich verwendet Materialien, die Gitterstruktur aufweisen für ihre Bildkonstruktionen. Durch Überlagerungen farblich unterschiedlicher Texturen entstehen transparente Mischfarben. Dazu kommt noch der Oberflächenglanz und die Art der jeweiligen Flechtung, dass zudem auch changierende Effekte auftreten wie bei Hologrammen. Man sieht auf die Flächen und gleichzeitig durch sie hindurch, was eine verwirrende Fensterwirkung hervorruft.

Was hier kurz zu den Positionen gesagt wird, gilt natürlich nicht nur für die jeweils Einzelne, sondern in gewisser Weise für alle. Schönheit in der Ruhe, der Einfachheit wie Schlichtheit, zieht sich durch die Ausstellung. Die Frage nach dem Bild, nach der Oberfläche, die Idee, das Material zu verwandeln, es neu erscheinen zu lassen und das Interesse an Reduktion als Verdichtung überkreuzt sich in dieser Ausstellung und ist die gedankliche Klammer. So entstehen zwischen den Arbeiten immer wieder überraschende Übergänge und Korrespondenzen.

 

Organisations- und Personalausschuss tagt öffentlich

Am Mittwoch, 22. September, findet um 14 Uhr im Ratssaal, Neues Rathaus, Trammplatz 2, eine öffentliche Sitzung des Organisations- und Personalausschusses statt.

Die vollständige Tagesordnung steht im Internet unter www.ratsinfo-hannover.de.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sind alle Teilnehmenden und Besucher*innen aufgefordert, die notwendigen Abstände von mindestens anderthalb Metern einzuhalten. Das Tragen von medizinischen Mund-Nase-Bedeckungen oder FFP2-Masken ist auf den Wegen im Gebäude erforderlich. Besucher*innen werden zudem gebeten, die Mund-Nase-Bedeckung auch während der Sitzung aufzubehalten. Hinweise der Mitarbeiter*innen beim Zugang in die Gebäude und Räume sowie bei eventuell ausgeschöpften Platzkapazitäten sind zu beachten.

 

„Mein Quartier 2030 – Linden-Limmer“: Start der Bürger*innenbeteiligung

Für den Stadtbezirk Linden-Limmer wird aktuell vom Büro Machleidt GmbH aus Berlin ein Entwicklungskonzept im Rahmen des Projekts „Mein Quartier 2030“ erstellt. Ziel des Konzepts ist die Bündelung der lokalen Expertise, der Chancen und Risiken in den vier Stadtteilen – Linden-Nord, Linden-Mitte, Linden-Süd und Limmer – und der bereits umgesetzten oder in Planung befindlichen Projekte zu einem umfassenden strategisch-konzeptionellen Planwerk. Dieses soll die Leitlinien und Zielrichtungen der Entwicklung des Stadtbezirks in Bezug zur Gesamtstadt aufzeigen. Von besonderer Bedeutung im Prozess ist die Beteiligung der Bewohner*innen Linden-Limmers und der interessierten und engagierten Stadtöffentlichkeit im Gesamten.

Hierzu findet am Donnerstag, 30. September, ab 19 Uhr coronabedingt eine digitale öffentliche Dialogveranstaltung über die Kommunikationssoftware „Zoom“ statt, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Die Einwahldaten und weitere Beteiligungsmöglichkeiten sind auf der Website des Projektes unter www.meinquartier2030-ll.de einzusehen. Dort sind ab sofort als Angebot zur individuellen Vorbereitung drei thematische „Entdeckerrouten“ veröffentlicht, die Ortskundigen ebenso wie allen interessierten Bürger*innen der Stadt besondere, versteckte und spezielle Orte eröffnen sollen. Die Plattform bietet darüber hinaus die Möglichkeit der kontinuierlichen Beteiligung durch das Kommentieren von Arbeitsständen und das Einbringen neuer Ideen.

Im letzten Quartal 2021 ist darüber hinaus eine weitere Beteiligungswerkstatt geplant, zu der ebenfalls im Vorfeld öffentlich eingeladen wird. Im Ergebnis soll innerhalb des ersten Quartals 2022 das Entwicklungskonzept finalisiert und der Öffentlichkeit präsentiert werden.

 

Stimmberechtigte Mitglieder des Jugendhilfeausschusses werden neu gewählt – Vorschläge können jetzt eingereicht werden

Der Rat der Landeshauptstadt Hannover hat die stimmberechtigten Mitglieder des Jugendhilfeausschusses und ihre Stellvertretungen für die Dauer der nächsten Wahlperiode ab 1. November 2021 bis 31. Oktober 2026 neu zu wählen.

Für sechs Sitze im Jugendhilfeausschuss sind die in der Landeshauptstadt Hannover wirkenden und anerkannten Träger der freien Jugendhilfe vorschlagsberechtigt. Diese Träger können ihren Vorschlag zur Besetzung des Jugendhilfeausschusses zusammen mit dem Nachweis der Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe bis zum 15. Oktober 2021 (Freitag), 12 Uhr, bei der Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Personal und Organisation, Bereich Rats- und Bezirksratsangelegenheiten, OE 18.6, Postfach 125, 30001 Hannover, einreichen.

Wählbar als stimmberechtigtes Mitglied ist, wer am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet hat und wessen Hauptwohnsitz sich in der Landeshauptstadt Hannover befindet.

 

Informationen am Mittwoch: „Schwamm drüber“ – Sinnvolle Hygiene im Haushalt

Welche sinnvollen Reinigungshelfer gibt es für den Alltag? Kann Hygiene auch zu weit gehen? Diese und weitere Fragen werden in einer Veranstaltung der Reihe „Informationen am Mittwoch“ des Kommunalen Seniorenservice Hannover (KSH) beantwortet, die am 29. September um 15 Uhr stattfindet.

Die Corona-Pandemie hat „Hygienemaßnahmen“ in den Mittelpunkt gerückt – doch auch viele andere Bakterien und Viren außer dem Coronavirus spielen im Alltag eine Rolle. Eine tägliche Unterstützung in vielen Haushalten ist beispielsweise der Küchenschwamm. Oft ist er mehrere Wochen oder Monate im Einsatz, bevor er ersetzt wird. Ist der Schwamm somit noch ein hygienischer Reinigungshelfer?Im Rahmen eines Vortrags beleuchtet Elke Sandvoß, Beraterin Hauswirtschaft der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, welche sinnvollen Alternativen zum Schwamm im Alltag für Sauberkeit sorgen können und erklärt, ob Hygiene auch übertrieben werden kann. Für Interessierte besteht die Möglichkeit, im Anschluss Fragen zu stellen.

Das Angebot ist kostenfrei und endet gegen 17 Uhr. Es findet im Veranstaltungszentrum des KSH, Ihmepassage 5, statt. Für eine Teilnahme vor Ort ist eine telefonische Anmeldung unter 0511-168-45195 erforderlich. Zudem wird der Vortrag online übertragen – in diesem Fall ist keine Anmeldung notwendig. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite www.seniorenberatung-hannover.de oder telefonisch unter der oben genannten Rufnummer.

 

 

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