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Aktuelle Nachrichten aus Hannover vom 28.Mai 2020

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Hannover - Aktuelle Nachrichten des Tages (C) Ulrich Stamm Hannover - Aktuelle Nachrichten des Tages (C) Ulrich Stamm

HANNOVER

Stadt vergibt Auftrag zur thermischen Verwertung von jährlich 56.000 Tonnen Klärschlamm an enercity

Die Landeshauptstadt Hannover beauftragt den Energieversorger enercity mit der thermischen Verwertung von jährlich 56.000 Tonnen Klärschlamm. Der Auftrag beginnt am 1. Januar 2023 und hat eine Laufzeit von 25 Jahren. Damit endet ein eineinhalbjähriges Verfahren, das durch Rechtsstreitigkeiten beeinflusst war. In Hannover fallen jährlich rund 56.000 Tonnen Klärschlamm auf den beiden Großklärwerken Herrenhausen und Gümmerwald an. Die Neugestaltung des Rechtsrahmens für die Klärschlammentsorgung machte wie in vielen Großstädten auch für die Stadtentwässerung Hannover ein europaweites Ausschreibungsverfahren notwendig, um die Entsorgungssicherheit in den kommenden Jahren zu gewährleisten.

Novellierung der Klärschlammverordnung als Ausgangspunkt

So wurde im Jahr 2017 die Klärschlammverordnung novelliert, wonach Klärschlamm für Großstädte wie Hannover nur noch bis 2029 bodenbezogen als Dünger in der Landwirtschaft verwertet werden kann. Zugleich wurde den großen Entwässerungsunternehmen die Verpflichtung auferlegt, eine Rückgewinnung des enthaltenen Phosphors sicherzustellen, damit diese wertvolle Ressource dem Kreislauf erhalten bleibt. Neue Techniken, insbesondere zur Rückgewinnung des in der Klärschlammverbrennungsasche enthaltenen Phosphors, werden entwickelt und etablieren sich in zunehmenden Maße.

„Als Landeshauptstadt Hannover haben wir frühzeitig mit einer europaweiten Ausschreibung auf diese Entwicklungen reagiert und können nun die Entsorgung für die kommenden Jahre sicherstellen“, sagt Sabine Tegtmeyer-Dette, Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin. „Mit der nun erfolgten Auftragsvergabe kann eine umweltverträgliche Klärschlammentsorgung durch ein regionales Unternehmen für Hannover verwirklicht werden.“

Drei zu bewertende Angebote

An dem Ausschreibungsverfahren hatten sich mehrere Bietende beteiligt, von denen drei Unternehmen Angebote eingereicht hatten. Die Ausschreibung berücksichtigte neben dem Angebotspreis verschiedene, gewichtete Kriterien. So mussten die Bietenden verschiedene Anforderungen erfüllen und Konzepte vorlegen, die Gegenstand der Angebotsbewertung waren.

Phosphorrückgewinnung als Kriterium

Anbietende Unternehmen hatten beispielsweise mit ihrem Angebot ein Konzept zu erstellen, bis wann und mit welchem Verfahren eine Rückgewinnung des Phosphors erfolgen soll, denn ab 2029 besteht die Verpflichtung zur Rückgewinnung des Phosphors aus Klärschlämmen und Klärschlammaschen. Diese Verpflichtung hat das Unternehmen zu übernehmen, das den Auftrag erhält. Des Weiteren war eine Standortbeschreibung einzureichen und ein Energiekonzept, in dem die Bietenden mögliche Synergien durch die Abnahme von Energieströmen am Standort darzulegen hatten.

Die im Zuge der Klärschlammverbrennung erzeugte elektrische und thermische Energie kann für die Eigenversorgung des Strombedarfes der Behandlungsanlage und des Wärmebedarfes der Klärschlammtrocknung genutzt werden. Darüber hinaus steht in Abhängigkeit von der Größenordnung Energie zur weiteren Nutzung zum Beispiel für die Fernwärmeversorgung zur Verfügung. Kann die Energie abgenommen werden, ergibt sich ein standortspezifisches Potenzial in der externen Energienutzung und damit ein Vorteil bei der Vermeidung von Kohlendioxid-Belastungen. Ferner war ein Transportkonzept vorzulegen, woraus hervorgeht, welche Transporte für den Klärschlamm und welche für die Ascheverwertung entstehen. Auf der Grundlage beschriebener Wertungskriterien erfolgte im Rahmen der Angebotsprüfung eine Gesamtbewertung der Angebote.

Langfristig wirtschaftlich für die Stadtentwässerung

Ob für die Übernahme des Auftrags eine bereits bestehende Klärschlammmonoverbrennungsanlage oder ein entsprechender Neubau – wie ihn enercity plant – genutzt wird, oblag den jeweiligen Bietenden, die für Genehmigung, Bau und Betrieb selbständig verantwortlich sind. „enercity hat im Verfahren ein Gesamtkonzept eingereicht, welches uns wirtschaftlich und verfahrenstechnisch überzeugt hat“, ergänzt Matthias Görn, Leiter der Stadtentwässerung Hannover. „Der Auftrag sichert uns langfristig wirtschaftliche Ergebnisse und ist auch im bundesweiten Vergleich ein sehr gutes Resultat.“

Die europaweite Ausschreibung wurde bereits mit der Veröffentlichung im November 2018 begonnen. „Durch Rechtsstreitigkeiten der Bietenden untereinander, die bei Verfahren dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich sind, war das Verfahren zeitweise unterbrochen. Hintergrund war die ausschreibungskonforme Anwendung der Vorgaben zum Energiekonzept. Die Vergabekammer und das Oberlandesgericht Celle hatten sich im vergangenen Jahr der Rechtsauffassung der Landeshauptstadt Hannover umfänglich angeschlossen, sodass das Ausschreibungsverfahren nun erfolgreich beendet werden konnte“, erläutert Görn.

 

Seit mehr als 120 Jahren sorgt die Stadtentwässerung Hannover, als Eigenbetrieb der Landeshauptstadt Hannover, auf hohem Niveau für Wasserqualität für derzeit rund 750.000 Menschen im Stadtgebiet und den Umlandgemeinden. Nach Hamburg und Berlin verfügt Hannover mit 2.548 Kilometern Länge über das drittlängste Kanalnetz in Deutschland sowie zwei Großklärwerke mit einer Ausbaugröße von 1.250.000 Einwohnergleichwerten (EW), in denen jedes Jahr rund 60 Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt werden. Mit einem Anlagenwert von 812 Millionen Euro gehören die Entwässerungsanlagen zu den größten Vermögenspositionen der Landeshauptstadt Hannover.

Die Stadtentwässerung schafft damit eine wesentliche Voraussetzung für gesundes und umweltbewusstes Leben in der Stadt. Nachhaltigkeit, Arbeitssicherheit, Umwelt- und Gewässerschutz sowie Gebührenstabilität und beste Beratung bei allen Abwasserfragen sind dabei selbstverständlich. Seit 1996 ist die Stadtentwässerung Hannover ein kommunaler Eigenbetrieb, der mit seiner Arbeit viel für die Bürger*innen der Landeshauptstadt Hannover und der Region leistet.

 

Umsetzung des Modellprojekts „Ampelmenschen“ als Zeichen für Vielfalt

Ampelmenschen als Zeichen für Vielfalt (C) LHH Ampelmenschen als Zeichen für Vielfalt (C) LHH

 

Die Landeshauptstadt Hannover installiert am Donnerstag (28. Mai) anlässlich des kurz darauffolgenden Christopher Street Days am 31. Mai an vier ausgewählten Ampeln in der Innenstadt in den grünen Fußgängersignalgebern neue Signalgeberscheiben mit unterschiedlichen Paaren von Ampelmenschen (Mann und Frau, Frau und Frau sowie Mann und Mann). Mit diesem Modellprojekt soll ein Zeichen für eine offene Stadt und ein wichtiges Signal für ein vielfältiges Miteinander gesetzt werden. Die Umsetzung geht auf einen Beschluss des Verwaltungsausschusses vom 13. Februar 2020 zurück.

Die Maßnahme ist für den dauerhaften Betrieb gedacht. Im Einzelnen handelt es sich dabei um die Ampeln an den Kreuzungen Ernst-August-Platz/Kurt-Schumacher-Straße, Karmarschstraße/Marktstraße und Georgstraße/Baringstraße sowie um die Ampel zur Querung des Steintorplatzes in Verlängerung der Langen Laube. Es werden nur die grünen Signalbilder ausgetauscht, um die verkehrsrechtliche Bedeutung der roten Signalgeber nicht in Frage zu stellen.

 

Veranstaltungsprogramm „Die Offene Pforte“ für 2020 abgesagt

Die beliebte Veranstaltung „Offene Pforte“, bei der Gärtner*innen in Hannover und der Region ihre Privatgärten für Besucher*innen öffnen, hätte eigentlich in diesem Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum feiern können. Aufgrund der weiterhin geltenden Kontakteinschränkungen und Hygienevorschriften im Rahmen der Corona-Pandemie haben die Verantwortlichen dieser Initiative, Region und Landeshauptstadt Hannover, nun gemeinsam beschlossen, dass das komplette Jahresprogramm für 2020 abgesagt wird. Den teilnehmenden privaten Gärtner*innen ist es nicht zuzumuten, in ihren sehr unterschiedlich großen Gartenanlagen für die Einhaltung der Verordnungen des Landes Niedersachsen zu sorgen und die Verantwortung hierfür zu tragen.

Im kommenden Jahr haben gartenbegeisterte Menschen dann wieder die Gelegenheit, von Ende März bis Ende November viele verschiedene private Gärten zu besuchen und sich mit ihren Besitzer*innen und anderen Gartenfans auszutauschen. Dazu wird dann rechtzeitig mit den Programmheften 2021 sowie im Internet unter www.hannover.de/offene-pforte informiert. Wer sich schon jetzt mit einem neuen Garten für das Veranstaltungsjahr 2021 anmelden möchte, kann sich dafür unter der E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden.

 

Brunnensaison am Constructa-Brunnen in der Südstadt eröffnet

„Wasser marsch!“: Ab Mittwoch (27. Mai 2020) werden die städtischen Brunnen in Hannover aus ihrem Winterschlaf geholt. Als ersten Brunnen in der diesjährigen Brunnensaison stellt die Landeshauptstadt Hannover gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne den Constructa-Brunnen in der Südstadt an.

Im Umgang mit dem Corona-Virus gelten auch bei den Brunnen und den vielfach integrierten Sitzgelegenheiten die jeweils aktuellen Hygienemaßnahmen, hier insbesondere der Mindestabstand von 1,5 Meter Abstand zum Nächsten. Die Nutzung der Trinkwasserbrunnen ist bei Einhalten der Hygienevorschriften unbedenklich.

Noch heute werden in der Innenstadt weitere Brunnen angestellt:

  • Klaus-Bahlsen-Brunnen auf dem Trammplatz
  • Duve-Brunnen am Leibnizufer
  • „Leute im Regen“ in der Großen Packhofstraße
  • Brunnen am Marstallplatz
  • Gänselieselbrunnen auf dem Steintorplatz
  • „Spielende Kinder“ in der Grupenstraße
  • Oskar-Winter-Brunnen am Holzmarkt
  • Hase-Brunnen am Alten Rathaus
  • Schlossbrunnen auf dem Hannah-Arendt-Platz

Geplant ist, dass bis Ende der Woche nahezu alle städtischen Brunnen in Betrieb genommen werden.

Folgende Brunnen bleiben vorerst abgeschaltet, zum Beispiel, weil sie technisch saniert werden:

  • Ernst-Brunnen in der Posthornstraße (Sanierung)
  • Quellstein Ahrbergstraße (Sanierung)
  • Klagesmarktbrunnen am Klagesmarkt (stillgelegt)
  • Tierbrunnen an der Erlöserkirche (Sanierung)
  • Postbrunnen (Sanierung)
  • Stöckener Marktbrunnen (Neubau)

Die zwölf Trinkwasserbrunnen werden ab heute ebenfalls in Betrieb genommen.

An folgenden Orten und Plätzen kann man sich kostenlos mit Trinkwasser versorgen:

  • Am Bache
  • Oesterleyplatz
  • Fiedelerplatz
  • Bonifatiusplatz
  • Plauener Straße
  • Sallplatz
  • Am Küchengarten/Ecke Haasemannstraße
  • Sahlkampmarkt/Ecke Elmstraße
  • Herrenhäuser Markt
  • Velvetplatz
  • Davenstedter Markt
  • Moltkeplatz

Kosten:

Insgesamt investiert die Landeshauptstadt Hannover in den Brunnenbetrieb jährlich rund 160.000 Euro für Strom, Wasser und die bauliche Unterhaltung.

Seinen Namen verdankt der Contructa-Brunnen der „Constructa“, der bis dahin größten Baumesse Deutschlands, die 1951 in Hannover ausgerichtet wurde. Als Vorzeigeprojekt für die Neuheiten der Baukunst und des Wohnungswesens wurde mit Blick auf die Baumesse in der Südstadt der „Baublock Constructa“ errichtet – eine rundum begrünte Hochhausan-lage mit 500 Wohnungen und Ladenzeile. Im Nachgang wurde im Jahr 1962 nach einem Entwurf von Konstanty Gutschow der Contructa-Brunnen eingeweiht. Der Brunnen besteht aus einer runden Brunnenschale mit einem Durchmesser von drei Metern. Blickfang der Brun-nenschale sind mehrere bunte Blütenblätter, aus denen das Wasser plätschert. Angefertigt wurden die emaillierten Schmuckornamente vom Goldschmied Theodor Blume.

Der Constructa-Brunnen wurde von 2018 bis 2020 saniert. Neben der Restauration der emaillierten Blütenverzierungen und der Brunnenschale wurden beispielsweise auch der Unterbau erneuert und das umliegenden Boden-pflaster ausgebessert. Die Sanierungskosten belaufen sich auf 95.000 Euro.

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