Log in

Aktuelle Nachrichten aus Hannover vom 30. November 2021

(0 Stimmen)
In der Altstadt von Hannover in der Vorweihnachtszeit © Ulrich Stamm In der Altstadt von Hannover in der Vorweihnachtszeit © Ulrich Stamm

HANNOVER.

Filmemacher Erwin Wagenhofer kommt zum Auftakt seiner Werkschau ins Kommunale Kino

Der bekannte Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer kommt zum Auftakt der ihm gewidmeten Werkschau am Sonnabend (4. Dezember) ins Kommunale Kino. Zur Präsentation seines Films ALPHABET stellt er sich um 19.30 Uhr den Fragen des Publikums und wird ausführen, woran er aktuell arbeitet, was ihn bewegt und wie er seine Projekte praktisch umsetzt.

Erwin Wagenhofer ist eine Ausnahmeerscheinung unter den Filmemachern. Unbeirrt und konsequent, souverän in der Wahl der Themen und Grenzen austastend. Der Österreicher hat in den vergangenen 20 Jahren vielbeachtete und preisgekrönte Dokumentarfilme im Kinoformat sowie Spielfilme gedreht und produziert. Zuletzt erhielt Erwin Wagenhofer den Bundesfilmpreis der Kategorie Zuschauer in Österreich.

Der Filmemacher stellt unter Beweis, dass der Dokumentarfilm eine Kino-Kunst ist. Die Grenzen seiner Filme und seiner Arbeitsweise bestimmt er selbst. Mit Witz und Verve konfrontiert er Interviewpartner*innen und erhält oftmals ehrliche Aussagen, die neues Licht auf scheinbar bekannte Sachverhalte werfen.

Die Werkschau ist eine Kooperation mit der Hochschule Hannover.

 

Die Termine der Werkschau Erwin Wagenhofer im Dezember 2021 und Januar 2022

 

4. Dezember, 19.30 Uhr

ALPHABET öffnet den Diskurs über das Bildungssystem und vergleicht die Situation verschiedener Länder. Österreich/D 2013, 109 Minuten

 

12. Dezember, 17.30 Uhr

LET’S MAKE MONEY liefert Einblicke in die globalen Geldströme. Österreich 2008, 110 Minuten, dt. U

 

15. Dezember, 20.15 Uhr

WE FEED THE WORLD setzt sich mit der industriellen Nahrungsmittelproduktion auseinander. Österreich 2005, 95 Minuten

 

12. Januar, 20.15 Uhr

BUT BEAUTIFUL fragt nach den Möglichkeiten eines gelingenden Lebens. Österreich/D 2019, 116 Minuten

 

25. Januar, 20.15 Uhr

BLACK BROWN WHITE. Wagenhofers bisher einziger abendfüllender Spielfilm thematisiert die Flüchtlingsfrage. Österreich 2011, 106 Minuten

 

Stadt Hannover sagt Danke an alle Ehrenamtlichen

Viele ehrenamtlich Aktive haben sich auch in diesem Jahr wieder mit großem Engagement für das soziale Miteinander in Hannover eingesetzt -  in einem weiteren herausfordernden Jahr, das durch die Corona-Pandemie maßgeblich beeinträchtigt ist. Die Stadt organisiert aus diesem Anlass gemeinsam mit vielen Organisationen und Initiativen eine Aktion, das sogenannte „Dank-Grundrauschen“ vom 29. November bis zum 5. Dezember. Die 150.000 Ehrenamtlichen in Hannover sollen auf diese Weise in den Fokus gerückt werden und Wertschätzung erhalten. Sie leisten in Summe pro Tag schätzungsweise 120.000 Stunden gemeinnützigen Einsatz.

Viele gemeinnützige Vereine und Organisationen aus Hannover werden zeitgleich Dank-Aktionen für ihre jeweiligen Ehrenamtlichen im Stadtgebiet umsetzen: von Dank-Feiern, über Ehrungen bis hin zu Dank-Worten, Social Media-Grüßen oder Sonder-Newslettern. Die verschiedenen Einzelaktionen verbinden sich zum gemeinsamen, stadtweiten Dank-Grundrauschen‘, das auf der Internetseite www.freiwillig-in-hannover.de/dankesichtbar wird. Neben der Gesamtkoordination unterstützt die Stadt in Form von City-Postkarten und Dank-Plakaten in Bürgerämtern und Stadtbibliotheken.

Oberbürgermeister Belit Onay, der sich mit einem Video-Gruß persönlich an der Aktion beteiligt, brachte die Wertschätzung der Landeshauptstadt Hannover zum Ausdruck: „Ich möchte Ihnen – den ehrenamtlich aktiven Hannoveraner*innen, die sich mit ihrer Zeit, Tatkraft und Energie, mit viel Durchhaltevermögen und Freude für unsere Stadt und Gesellschaft einsetzen, von ganzem Herzen „Danke“ sagen. Klar ist, dass ohne Ihr Engagement unsere Stadt und unsere Gesellschaft nicht dieselbe wären. Sie machen einen Unterschied – denn Sie fördern mit Ihrem Engagement das soziale Miteinander, Sie gewährleisten Teilhabe für Menschen, die unsere Unterstützung brauchen, Sie gestalten den öffentlichen Raum, bringen Ihre Ideen ein und bewirken konkrete Veränderungen“.

Bürgerschaftlich-ehrenamtliches Engagement in Hannover ist vielfältig. Aktive und Engagement gibt es im sozialen Bereich, beispielsweise als Pat*innen in der Flüchtlingshilfe oder in der Obdachlosenhilfe, im Umwelt- und Klimaschutz, in der Entwicklungshilfe, in Sportvereinen, Kirchen und Religionsgemeinschaften, im Kultur- und Musiksektor, in Museen oder Kulturinitiativen, in der Freiwilligen Feuerwehr, im Katastrophenschutz und in Sanitätsdiensten, in Politik und Bildung, Senior*innen- und Jugendarbeit, in Schulen, Kindertagesstätten, Krankenhäusern und Hospizen, in Selbsthilfegruppen, Vorständen und an vielen Orten mehr.

 

Auf dem Rad vom Maschsee bis nach Ricklingen: Informationsveranstaltung zum Verlauf der Veloroute 09

Eine der zwölf geplanten Velorouten soll die Innenstadt Hannovers in Zukunft mit dem Stadtteil Ricklingen verbinden. Auf welcher Strecke die Radfahrenden künftig unterwegs sein werden, das stellt die Landeshauptstadt Hannover (LHH) am Montag, den 13. Dezember, in einer digitalen Informationsveranstaltung vor.

Die Veloroute 09 startet am Arthur-Menge-Ufer, wo sie vom Verlauf der Veloroute 08 abzweigt. Vor dem Stadion biegt sie auf den Lodemannweg ab und führt weiter über die Lodemannbrücke bis zur Stammestraße. Am Ende der Stammestraße knickt die Veloroute 09 dann in den Hahnensteg ab und verläuft weiter über den Mühlenholzweg und Am Grünen Hagen, bis sie schließlich an der Kreuzung Am Sauerwinkel / Bergfeldstraße endet. Die Strecke von circa 5,7 Kilometern verbindet die Stadtteile Mitte, Calenberger Neustadt, Linden Süd, Ricklingen und Oberricklingen.

Die Veloroute 09 befindet sich zwar aktuell noch in der Vorplanung. Für Interessierte gibt es am 13. Dezember von 19 bis 21 Uhr aber eine digitale Informationsveranstaltung zum geplanten Verlauf der Veloroute. Wer teilnehmen möchte, kann sich unter www.hannover.de/VR09 anmelden. Dort sind auch weitere Informationen und Pläne zu finden. Das Angebot findet über Zoom statt und eine Teilnahme ist ohne Installation spezifischer Software über einen Internet-Browser möglich.

Schon im Vorfeld können Interessierte Fragen stellen und Anregungen geben, per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe – bereits am 6. Dezember berichtet die LHH zum Verlauf der Veloroute 06, deren Umsetzung voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2022 beginnen soll.

Auf Initiative des Stadtrates hat die Stadtverwaltung im Jahr 2020 gemeinsam mit den Interessenverbänden – unter anderem mit dem ADFC – ein Veloroutennetz entwickelt, das die Stadtteile für Radfahrende verbindet. Dabei sollen insgesamt zwölf Velorouten entstehen, die vom City-Radring in der Innenstadt aus sternförmig in alle Stadtbezirke führen sollen.Fünf dieser zwölf Velorouten – Nummer 03, 06, 08, 09 und 12 – tragen seit Herbst 2020 eine provisorische Kennzeichnung durch Piktogramme, Banderolen mit GPS-Codes und Fahnen an den Start- und Zielpunkten. Im vergangenen Oktober wurde die Veloroute 08, die interkommunale Veloroute zwischen Hannover und Laatzen, offiziell eingeweiht.

 

Stöckener Friedhof am Sonnabend geschlossen

Der Stadtfriedhof Stöcken bleibt am kommenden Sonnabend (4. Dezember) ganztägig geschlossen. Grund ist die Sprengung des benachbarten Kirchturms der ehemaligen Corviniuskirche. Der Friedhof liegt im Evakuierungsgebiet.

 

Diskussion über zwei Entwurfspläne zum Gedenkort KZ Limmer

Zwei Entwurfspläne für den geplanten Gedenkort für das ehemalige Frauen-Konzentrationslager Limmer in der Wasserstadt Limmer werden am Freitag (10. Dezember) um 19 Uhr während einer Online-Videokonferenz öffentlich vorgestellt und diskutiert. Die Einwahldaten zur Zoom-Videokonferenz gibt es unter hannover.de/das-z.

Die beiden Entwurfsvarianten für die Gestaltung des Gedenkortes hat die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis „Ein Mahnmal für das Frauen-KZ in Limmer“ entwickelt, der sich seit 2008 für die Erinnerung an die Geschichte des Konzentrationslagers engagiert.

Das KZ Limmer bestand von Juni 1944 bis April 1945 auf dem Areal der heutigen Wasserstadt in Limmer. Die rund 1.000 weiblichen KZ-Häftlinge mussten für die Continental Gummiwerke u.a. unter anderem Gasmasken in der nahen Fabrik produzieren. Nach dem Krieg verschwanden die KZ-Baracken unter neuen Fabrikgebäuden der Continental AG.

Mit der Entwicklung des neuen Stadtquartiers Wasserstadt Limmer wird der größte Teils des ehemaligen KZ-Geländes überbaut werden. Zur Erinnerung an das ehemalige KZ Limmer und zur Information über die Geschichte des Lagers und seiner Häftlinge soll daher in der nordöstlichen Ecke des früheren Lagers der Gedenkort entstehen.

 

Neue Wegweiser erleichtern die Orientierung in der Eilenriede

65 neue Schilder in der nördlichen und südlichen Eilenriede weisen ab sofort den Weg zu den wichtigsten Orten und Einrichtungen im und am Stadtwald. Die durch die Forstverwaltung angebrachten Hinweise, die im städtischen Layout gestaltet sind, führen zum Beispiel zu den Restaurants, interessanten Sehenswürdigkeiten sowie Spiel- und Sportanlagen. Sie sind damit ein weiterer Baustein für eine bessere Orientierung im Wald. Die Kosten für die Schilder und ihre Installation betrugen insgesamt rund 10.000 Euro.

Viele der alten Wegweiser waren inzwischen stark beschädigt oder nicht mehr aktuell. Der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün hat nun auch das 650-jährige Jubiläum der Eilenriede zum Anlass genommen, die Wegeführung zu überarbeiten. Dabei wurden auch überflüssige Schilder entfernt. Bereits im Frühjahr dieses Jahres waren an den Waldeingängen zwölf neue Tafeln mit aktuellen Übersichtskarten zur nördlichen und südlichen Eilenriede aufgestellt worden.

 

Hintergrund: 650 Jahre Eilenriede

Die Eilenriede ist seit 650 Jahren Hannovers Stadtwald. Im Jahr 1371 erhielten die Bürger*innen der heutigen Landeshauptstadt durch die Herzöge Wenzeslaus und Albrecht die Nutzungsrechte. Dieses Jubiläum hat die Stadt in diesem Jahr mit zahlreichen Aktionen gewürdigt.

 

Programm „80 Jahre Riga-Deportation“ spiegelt Vielfalt des Erinnerns und Gedenkens in Hannover

Am 15. Dezember jährt sich zum 80. Mal die Deportation von 1001 jüdischen Kindern, Frauen und Männern aus Hannover in das Ghetto Riga. Von den 1001 Deportierten lebten im Mai 1945 nur noch 69 Menschen. Es war die zahlenmäßig größte Deportation aus der Stadt, sie nimmt in der Erinnerungskultur der Landeshauptstadt Hannover mit mehreren Veranstaltungen im Dezember eine besondere Rolle ein.

Das diesjährige Programm spiegelt die Vielfalt der heutigen Praxis des Erinnerns und Gedenkens in Hannover. Vom 6. Dezember an stellt das ZeitZentrum Zivilcourage auf seinen Kanälen bei Instagram, Facebook und Twitter 80 Biografien deportierter Kinder, Frauen und Männer vor.

Am 15. Dezember finden drei Veranstaltungen statt: um 12 Uhr das zentrale Gedenken am Holocaust-Mahnmal neben der Oper, um 17 Uhr die Illumination des Neuen Rathauses „80 Jahre – 80 Gesichter“ des Lichtkünstlers Farschid Ali Zahedi aus Oldenburg und um 20 Uhr der Poetry-Abend „Vor 80 Jahren nach Riga!“ im Ballhof Eins. 

Für alle Gedenkveranstaltungen gelten die aktuellen Corona-Regeln. Über etwaige Änderungen des Programms wird aktuell informiert. 

 

Das komplette und ausführliche Programm (Stand 28. November 2021)

Zentrale Gedenkveranstaltung

Der zentrale Gedenktag für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus beginnt am Mittwoch (15. Dezember) um 12 Uhr am Holocaust-Mahnmal neben der Oper, wenn Oberbürgermeister Belit Onay, die jüdischen Gemeinden und die Humboldtschule Kränze niederlegen und an einzelne Schicksale erinnern.

 

Lichtinstallation „80 Jahre – 80 Gesichter“

Um die aus Hannover deportierten Menschen und ihre Schicksale wieder in das Bewusstsein der Stadtgesellschaft zu rücken, werden am 15. Dezember ausgewählte Namen und Bilder von Deportierten per Lichtinstallation an die Front des Neuen Rathauses projiziert. Die Projektion beginnt um 17 Uhr mit Oberbürgermeister Belit Onay. Sie ist bis circa 21 Uhr zu sehen.

 

Zum Lichtkünstler:

Der Journalist Farschid Ali Zahedi gründete 1993 den Verein „Werkstattfilm“. Mit Dokumentarfilmen und Ausstellungen engagiert er sich für eine kritische und künstlerische Aufarbeitung des Holocausts. Er hat mit dem Projekt „Wo die Sprache fehlt…“ bereits Lichtinstallationen zu jüdischem Leben in Oldenburg durchgeführt (werkstattfilm.de). 2018 hat ihm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für sein Engagement gegen Antisemitismus und gegen das Vergessen der NS-Verbrechen den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

 

Poetry-Abend im Ballhof

„Vor 80 Jahren nach Riga!“

„Vor 80 Jahren nach Riga!“ lautet der Titel des Poetry-Abends am 15. Dezember um 20 Uhr, dass in Kooperation mit dem Veranstalter „Macht Worte!“ im Ballhof stattfindet. Es lesen und erinnern Ninia LaGrande, Kersten Flenter, Henrik Szanto (Hannover), Tabea Farnbacher (Bochum) und Annika Blanke (Oldenburg). Durch den Abend führen Jörg Smotlacha und Henning Chadde.

Die Künstler*innen stellen Texte vor, die sich mit den ausgewählten Schicksalen von Riga-Deportierten beschäftigen. Die Veranstaltung bietet ein neues innovatives Format der Geschichtsvermittlung. Tickets gibt es über www.macht-worte.com.

 

Social Media und Internet

Vom 6. Dezember an werden auf den Kanälen des ZeitZentrums Zivilcourage bei den Sozialen Medien (Instagram, Facebook und Twitter) 80 Biografien deportierter Kinder, Frauen und Männer vorgestellt. Von vielen der 1001 nach Riga deportierten Jüdinnen und Juden sind nur wenige Informationen überliefert. Zum 80. Jahrestag der Deportation gibt es stichwortartige Einblicke in die Biografien.

Zum 70. und 75. Jahrestag der Deportation wurden im Neuen Rathaus Ausstellungen gezeigt, die über die Deportation und die Opfer informierten. Anlässlich des 80. Jahrestags der Deportation werden am 15. Dezember die Inhalte der Ausstellungen „Abgeschoben in den Tod“, „8 Objekte – 8 Schicksale“ und „Neue Epoche für Juden in Deutschland“ durch die Website juedisches-hannover.org nachhaltig digital zugänglich gemacht. Die Website ist mehrsprachig und wird in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde K.d.ö.R. veröffentlicht.

Schreibe einen Kommentar