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Aktuelle Nachrichten aus Hannover vom 4.Mai 2021

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Rapsfeld bei Hannover © Ulrich Stamm Rapsfeld bei Hannover © Ulrich Stamm

HANNOVER.

Hannoversches Konsortium darf mit 5G-Förderung rechnen

Im 5G-Innovationswettbewerb des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sind Fördermittel von bis zu vier Millionen Euro für das Projekt 5GAPS („5G Access to Public Spaces“) in Hannover reserviert. Das teilte Bundesminister Andreas Scheuer mit. Die Landeshauptstadt Hannover hatte gemeinsam mit Partner*innen aus Wirtschaft und Wissenschaft einen Projektantrag ausgearbeitet und im August 2020 beim BMVI eingereicht.

Das Projektziel von 5GAPS sieht vor, Teile des öffentlichen Raums in Hannover digital nachzubilden. Damit wird sozusagen ein dynamischer digitaler Zwilling des öffentlich zugänglichen Raumes im Außenbereich sowie innerhalb von Gebäuden geschaffen. Dieser Zwilling bildet Veränderungen in Echtzeit ab und sieht Zustandsveränderungen durch lernende Algorithmen vorher. Der neue Mobilfunkstandard 5G macht die Übertragung der dazu benötigten Datenmengen in Zukunft möglich.

Für Oberbürgermeister Belit Onay ist die Förderung ein wichtiger Impuls für die hannoversche Smart City: „Der Auf- und Ausbau digitaler Infrastruktur ist ein wichtiger Standortfaktor. Als weltweiter Messestandort für Digitalisierung freue ich mich, mit unserem Projekt 5GAPS an der zweiten Runde des 5G-Innovationswettbewerbs teilzunehmen. Gemeinsam mit unserem starken Netzwerk wollen wir die Möglichkeiten der Schlüsseltechnologie 5G vor Ort erproben. Davon profitieren Wirtschaft, Wissenschaft und die Hannoveraner*innen.“ 

Zentrale Treiber*innen des Vorhabens sind die hannoverschen Hochschulen. Die Leibniz Universität Hannover ist über diverse Forschungsinstitute, darunter das L3S, die Geodäsie und die Wirtschaftsinformatik vertreten. „Wir bringen unsere Forschung und Erfahrung in der dynamischen Abbildung der Umwelt in das Projekt ein und können somit ein Reallabor zur Flexibilisierung der Bewirtschaftung und Nutzung von Räumen zum Wohl aller Bürger erstellen“, sagt Prof. Monika Sester vom Institut für Kartographie und Geoinformatik. Hinzu kommen die Hochschule Hannover sowie das Fraunhofer Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) aus Kaiserslautern.

Zum Konsortium zählen unter anderem auch die Deutsche Messe AG, hannoverimpuls, Volkswagen Nutzfahrzeuge, eine Reihe kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie Start-Ups aus der Region Hannover. „5G öffnet neue Perspektiven für Mobilfunkdienste und -anwendungen. hannoverimpuls plant hierzu, ein vitales Ökosystem für 5G-affine Unternehmen aufzubauen, um einen substanziellen Mehrwert für den gesamten Wirtschaftsstandort zu schaffen“, erläutert Doris Petersen von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft ihr Engagement.

Der dynamische digitale Zwilling soll als Grundlage für eine Vielzahl von Anwendungen und der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle durch 5G-Technologie dienen. Neben der intelligenten Verwaltung und Bewirtschaftung von Flächen und Räumen sind die Optimierung von Produktionsprozessen sowie der Einsatz von ortsgebundenen Augmented-Reality-Anwendungen geplant. Mit dem Ziel, weitere Innovationen zu schaffen und 5GAPS langfristig zu etablieren, wird der digitale Zwilling offen zugänglich sein und Schnittstellen für Entwicklern*innen aus der Start-Up-Szene, etablierten Unternehmen und Forschung erhalten.

Das Messegelände mit seinem 5G-Campusnetz dient als Testfeld. „Als Partner der ersten Stunde freuen wir uns, mit der Infrastruktur des Messegeländes und unserem 5G-Campusnetz gewissermaßen das Reallabor für dieses ambitionierte Projekt zur Verfügung stellen zu können. Die Schaffung innovativer Anwendungen im Verbund von Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung passt hervorragend auf das hannoversche Messegelände“, erklärt Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG.

Im Rahmen des 5G-Innovationswettbewerbs haben 71 Städte und Regionen in ganz Deutschland die Chancen ergriffen, innovative und kreative Konzepte für 5G-Anwendungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln - abgestimmt auf die Bedarfe vor Ort und in Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Verteilt über ganz Deutschland wurden zunächst zehn Projekte ausgewählt, die mit finanzieller Unterstützung vom Bund ihre Konzepte umsetzen werden. Nun kann dieser deutschlandweit erfolgreiche Wettbewerb mit Mitteln des Konjunkturpaketes des Bundes wesentlich ausgeweitet werden. Bis zu 50 weitere Kommunen können jetzt Förderanträge stellen, um die bereits heute schon für sie reserviertenFördermittel abzurufen.

 

 

„Die Töpfe der Gastronomie und Hotellerie sind leer, die Branche braucht eine Perspektive“ – Landeshauptstadt unterstützt DEHOGA-Kampagne

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) macht mit seiner Aktion „Leere Töpfe“ auf die dramatische Lage seiner Branche aufmerksam. Die Landeshauptstadt Hannover unterstützt die Forderungen: Oberbürgermeister Belit Onay und Sabine Tegtmeyer-Dette, Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin, haben deshalb von Jörg Lange, Erster Vorsitzender des DEHOGA-Kreisverbands Region Hannover, heute (3. Mai) symbolisch einen leeren Topf entgegengenommen und eine Öffnungsperspektive für Hotel- und Gaststättengewerbe gefordert.

„Die Koch- und Geldtöpfe der Gastronomie und Hotellerie sind leer, das Wasser steht den Betroffenen bis zum Hals. Die Branche benötigt dringend eine Perspektive für eine Normalisierung des Geschäfts. Das ist trotz aller erforderlichen Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie möglich. Die Hotels und Restaurants haben bereits im Vorjahr bewiesen, was mit guten Hygienekonzepten machbar ist. Deshalb unterstützen wir diese Aktion des DEHOGA ausdrücklich. Bund und Land müssen schnellstens den Weg dafür ebnen“, betonte Oberbürgermeister Onay.

Wirtschaftsdezernentin Tegtmeyer-Dette ergänzte: „Insbesondere in der Außengastronomie ließen sich rasch pandemiegerechte Angebote schaffen. Viele Menschen warten nur darauf, bei den steigenden Temperaturen draußen zu essen und zu trinken. Das würde der Branche einen kleinen ersten Schub geben. Auch die Hotellerie und andere Branchen wie etwa der Veranstaltungs-und Kulturbereich müssen zeitnah einen ersten Schritt aus der Krise machen können. Das geht nur mit vorsichtigen, der Pandemie angemessenen Öffnungskonzepten.“

Jörg Lange vom DEHOGA unterstrich: „Durch das enge Zusammenwirken bei der Erarbeitung der Modelle, die uns schrittweise aus der Pandemie führen können, fühlen wir uns gut unterstützt durch das Rathaus. Wir wünschen uns, dass unser Oberbürgermeister mit den gemeinsamen Forderungen starkes Gehör in der Landes- und Bundespolitik findet, damit wir mit einer raschen Perspektive in die Öffnung gehen können.“

 

Einzelheiten zur DEHOGA-Aktion bietet das Internet unter: https://www.dehoga-niedersachsen.de (Suchbegriff „Leere Töpfe“).

 

Anpassung der Benutzungsgebühren für die Friedhöfe der Landeshauptstadt Hannover

Mit der Aufstellung des Haushaltes für die Jahre 2021/2022 ist vorgesehen, den Zuschussbedarf für die städtischen Friedhöfe um 510.000 Euro zu senken und in der Folge die Friedhofsgebühren zu erhöhen. Das wäre die erste Erhöhung seit zwölf Jahren. Der entsprechenden Beschlussvorlage hat der Ausschuss für Umweltschutz und Grünflächen heute (3. Mai) mehrheitlich zugestimmt. Die abschließende Entscheidung obliegt dem Rat der Landeshauptstadt Hannover.

Die Gebühren für die städtischen Friedhöfe sind seit 2009 unverändert. In der Zeit bis 2019 waren die Einnahmen konstant, es haben sich jedoch die Ausgaben erheblich erhöht. Im Zeitraum zwischen 2009 und 2019 gab es Steigerungen bei den Personalausgaben um rund 3,5 Millionen Euro, insbesondere in Folge von Tariferhöhungen. Außerdem sind die Kosten für interne Leistungen in der gleichen Zeit um mehr als vier Millionen Euro gestiegen. Dadurch hat sich der Zuschussbedarf für die städtischen Friedhöfe innerhalb von zehn Jahren von 2.640.000 Euro (2009) auf 5.175.000 Euro (2019) beinahe verdoppelt. Die Friedhofsverwaltung rechnet für den Kalkulationszeitraum 2021/2022 mit einem Zuschussbedarf aus dem städtischen Haushalt von 6.245.000 Euro.

„Wir haben in den vergangenen Jahren erheblich gegengesteuert, um die Ausgaben zu reduzieren. Dies ist unter anderem durch Stellenstreichungen erfolgt. Mit neuen Grabarten, wie zum Beispiel der Beisetzung im Wald oder an Bäumen, ist es gelungen, Angehörigen attraktive pflegearme Angebote zu machen. Diese und weitere Grabarten führen dazu, dass die Zahl der Beisetzungen hoch und die Einnahmen konstant bleiben. Leider reichen diese Maßnahmen nicht aus, die Kostensteigerungen aufzufangen“, begründet Hannovers Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette die Notwendigkeit, die Gebühren um rund acht Prozent anzuheben. „Die städtischen Friedhöfe sind ein Kleinod in der Stadt. Die parkähnlichen Anlagen bieten den Angehörigen einen würdigen Ort der Trauer, und Besucher*innen schätzen die besondere Atmosphäre unserer Friedhöfe. Diese Anlagen zu pflegen und zu erhalten, ist der Stadt ein besonderes Anliegen. Daher werden die erforderlichen Maßnahmen zum Erhalt der denkmalgeschützten Anlagen durch einen Zuschuss aus dem allgemeinen Haushalt finanziert und sind nicht Bestandteil der Gebühren. Davon profitieren auch die Menschen, die eine Grabstätte erworben haben“, erläutert die Erste Stadträtin.

Die Gebühren für eine Beisetzung bestehen in der Regel aus mehreren Positionen. Fasst man die Kosten für die Nutzungsrechte, die Beisetzung, die Kapellennutzung und die Nutzung der Leichenhalle zusammen, steigen die Gesamtkosten je nach Grabart zwischen 90 und 226 Euro. „Die Gebühren für die Nutzung der städtischen Friedhöfe werden für 20 Jahre erhoben. Vor dem Hintergrund und auch aufgrund der seit 2009 stabilen Gebühren halten wir es für vertretbar, sie anzuheben. Denn auch mit den vorgeschlagenen Gebührenerhöhungen besteht weiterhin ein erheblicher Zuschussbedarf bei den städtischen Friedhöfen. Diesen zu reduzieren ist aufgrund der vielfältigen Aufgaben und der aktuellen Haushaltslage der Stadt leider unumgänglich,“ führt Tegtmeyer-Dette weiter aus.

Vertretbar seien diese Erhöhungen auch in Relation zu den Umlandkommunen. Auch die Umlandkommunen haben in den vergangenen Jahren die Friedhofsgebühren erhöht, so dass Hannover schon seit einigen Jahren nicht mehr die höchsten Gebühren erhebt. Nach der jetzt beschlossenen Gebührenerhöhung belegt die Landeshauptstadt je nach Art der Grabstätte im Vergleich mit den Friedhofsgebühren der Umlandkommunen die Plätze zwei bis acht.

Wenn der Rat der Stadt der Beschlussvorlage zustimmt, wird die neue Gebührensatzung voraussichtlich zum 1. Juli in Kraft treten.

 

Stadt sucht „Wildnis-Lots*innen“

Im Rahmen des Projekts „Städte wagen Wildnis“ hat sich in den vergangenen fünf Jahren auf zehn Projektflächen im hannoverschen Stadtgebiet eine ganz besondere Stadtwildnis entwickelt. Um die Wildnis auch in Zukunft zu erhalten und Menschen weiterhin für die urbane Natur zu begeistern, werden engagierte Leute gesucht, die als „Wildnis-Lots*innen“ in Kooperation mit der Landeshauptstadt Hannover (LHH) eigene Veranstaltungen und Aktionen auf den Flächen durchführen wollen.

Für diesen Zweck bietet die LHH dieses Jahr einmalig eine kostenlose „Wildnis-Schulung“ an, die die Teilnehmer*innen für wichtige naturschutzfachliche Themen sensibilisiert und ausbildet. Den Lehrgang leitet der Diplom-Biologe Jan Brockmann, der bereits zahlreiche Schulungen für andere Naturschutzprojekte durchgeführt hat. Gemeinsam mit Referent*innen aus verschiedenen ökologischen Bereichen werden Aspekte zur Bedeutung von Stadtwildnis, Artenschutz in der Stadt, Gestaltung eigener Umweltbildungsaktionen und vieles mehr vermittelt.

Die Teilnahme an der Schulung ist kostenlos (außer einem Beitrag für bereitgestelltes Essen), die Platzzahl ist auf 15 Personen begrenzt. Interessierte können sich im Internet über www.hannover.de/staedte-wagen-wildnis die Unterlagen runterladen und bis zum 21. Mai vollständig ausgefüllt zurücksenden. Eine Rückmeldung erhalten alle Interessent*innen bis zum 28. Mai.

Für alle Interessierten wird vorweg am Mittwoch, 12. Mai, um 18.30 Uhr ein Online-Informationsabend angeboten, an dem grundlegend über die Schulung berichtet wird und Fragen gestellt werden können. Interessierte können sich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anmelden.

 

Hintergrundinformationen:

Das Projekt „Städte wagen Wildnis“ wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert und fügt sich in die kommunale Biodiversitätsstrategie der Landeshauptstadt Hannover ein. Lebensräume sollen geschützt und Artenvielfalt in der Stadt gefördert werden. Weitere Informationen dazu bietet das Internet unter www.hannover.de/staedte-wagen-wildnis und www.staedte-wagen-wildnis.de.

 

Ausschuss für Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Liegenschaftsangelegenheiten tagt öffentlich

Am kommenden Freitag (7. Mai) findet um 14 Uhr im Ratssaal des Neuen Rathauses, Trammplatz 2, eine öffentliche Sitzung des Ausschusses für Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Liegenschaftsangelegenheiten (AWL) statt. Die vollständige Tagesordnung steht im Internet unter www.ratsinfo-hannover.de.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sind alle Teilnehmenden und Besucher*innen aufgefordert, die notwendigen Abstände von mindestens anderthalb Metern einzuhalten. Das Tragen von medizinischen Mund-Nase-Bedeckungen oder FFP2-Masken ist auf den Wegen im Gebäude erforderlich. Besucher*innen werden zudem gebeten, die Mund-Nase-Bedeckung auch während der Sitzung aufzubehalten. Hinweise der Mitarbeiter*innen beim Zugang der Gebäude und Räume sowie bei eventuell ausgeschöpften Platzkapazitäten sind zu beachten.

 

Turmbau in einer Woche – Betonarbeiten auf dem Kläranlagengelände in Herrenhausen

Auf der Kläranlage Hannover-Herrenhausen soll ein kirchhoher Treppenturm von rund 43 Metern Höhe aus Stahlbeton hergestellt werden, der dem Betrieb und der Wartung der beiden neuen, eiförmigen Faulbehälter dienen wird. Das Betonieren muss in einem Zuge erfolgen und soll von Montag (3. Mai) ab circa 2 Uhr morgens bis zum kommenden Sonntag (9. Mai) um etwa 20 Uhr durchgeführt werden. Dabei wird mit Hilfe eines Spezialverfahrens, der sogenannten Gleitschalung, im 24-Stunden-Schichtbetrieb ununterbrochen Beton in die Schalung gegossen. Der Beton härtet aus, während die Schalung kontinuierlich nach oben gezogen wird. Der Turm wächst dabei pro Tag etwa sechs Meter in die Höhe. Für den Bau werden knapp 500 Kubikmeter Beton benötigt, das entspricht etwa einem Volumen von 2.500 Badewannen. Zusätzlich kommen für die Bewehrung des Bauwerks zirka 50 Tonnen sogenannten Stabstahls zum Einsatz, soviel wie gut 35 Mittelklasse-Autos auf die Waage bringen.

Die Baustelle wird durch einen Transportbetonmischer einmal pro Stunde beliefert. Mit den Bauarbeiten sind nicht nur Lärmemissionen von den Lastwagen, sondern auch von den Betonverdichtungsarbeiten verbunden. Diese Emissionen sind nicht vermeidbar, die anliegenden Anwohner*innen werden um Verständnis für die Arbeiten und um Entschuldigung etwaige Unannehmlichkeiten gebeten.

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