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Bombenevakuierung in Hannover-Anderten verlief reibungslos

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Die Einsatzkräfte bereiten sich auf die Evakuierungsmaßnahmen im Stadtteil Anderten vor © Bernd Günther Die Einsatzkräfte bereiten sich auf die Evakuierungsmaßnahmen im Stadtteil Anderten vor © Bernd Günther

HANNOVER. Die im Hannoverschen Stadtteil Anderten gefundene Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Donnerstagabend erfolgreich gesprengt worden. Mehr als 400 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und Kampfmittelbeseitigungsdienst waren im Einsatz, um die Maßnahme erfolgreich umzusetzen.

Im Zuge von durch Sondierungen begleiteten Bauarbeiten auf einem Grundstück in der Bugstraße wurde am Donnerstagmittag eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe mit zwei mechanischen Aufschlagzünder gefunden, die noch am Abend gesprengt werden musste. Bei der Bombe handelte es sich um einen sogenannten Zerscheller, bei dem durch die intakten Zünder und der noch vorhandenen 40 Kilogramm Sprengmasse nach Einschätzung der Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen eine Sprengung erforderlich war. Hierzu war es erforderlich, einen Sicherheitsbereich mit einem Radius von rund 400 Metern um den Fundort zu evakuieren. Betroffen von der Evakuierungsmaßnahme im hannoverschen Osten waren etwa 2200 Bürger*innen, die aufgefordert wurden, ihre Häuser und Wohnungen um 18:30 Uhr zu verlassen.

Insgesamt suchten 78 Bürgerinnen und Bürger die Betreuungsstelle in der Sporthalle der Kurt-Schumacher-Schule im Eisteichweg auf. Fünf Personen mussten mit Krankentransportwagen in die Betreuungsstellen gebracht werden. Um 20:09 Uhr meldete die Einsatzleitung nach einem Kontrollflug des Polizeihubschraubers Phönix Sicherheit im Evakuierungsgebiet. Die Bombe konnte um 20:53 Uhr erfolgreich gesprengt werden. Nach Kontrollen vor Ort hob die Einsatzleitung den Sicherheitsbereich um 21:04 Uhr auf, alle Anwohner*innen konnten ab diesem Zeitpunkt in ihre Wohnungen zurückkehren.

Dieter Rohrberg, der Leiter der Feuerwehr Hannover, zeigte sich nach der erfolgreichen Sprengung äußerst zufrieden mit dem zügigen Verlauf der Kampfmittelbeseitigungsmaßnahme: „Durch die hervorragende Zusammenarbeit aller beteiligten Kräfte konnte die Fliegerbombe zweieinhalb Stunden nach Beginn der Evakuierung entschärft werden. Hierfür möchte ich den von der Evakuierung betroffenen Einwohnerinnen und Einwohnern, den vielen überwiegend ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie den Spezialisten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst ausdrücklich danken.“

Vom Beginn des Einsatzes bis zum Abschluss der Maßnahmen waren die Einsatzkräfte rund zehn Stunden im Einsatz. Eingesetzt waren insgesamt 408 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Polizei und dem Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen. Beim Bürgertelefon gingen bis um 21:30 Uhr 140 Anrufe ein.


Die Feuerwehr baut die Einsatzleitung auf © Bernd Günther

Vorbereitungsmaßnahmen in der Unterkunft des DRK Hannover © Bernd Günther

Erste Evakuierungskräfte der Freiwilligen Feuerwehr treffen ein © Bernd Günther

Die JUH Kräfte rüsten die Notunterkunft aus © Bernd Günther

Für nicht gehfähige Bevölkerung stehen Transportfahrzeuge bereit © Bernd Günther

Kurze Einweisung von Einsatzkräften der JUH vor der Notunterkunft © Bernd Günther

Evakuierung wegen Bombenfund in Hannover-Anderten © Bernd Günther

Erste Lagebesprechung in der Einsatzleitung der Feuerwehr © Bernd Günther

Christian Berger vom Malteser Hilfsdienst weißt die Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen ein © Bernd Günther

Die Anwohner nehmen die Evakuierung entspannt auf © Bernd Günther

Einer der wenigen notwendigen Transporte während der Evakuierung © Bernd Günther

Feuerwehrkräfte stehen Anwohnern mit Rat und Tat zur Seite © Bernd Günther

Abstimmung zwischen Evakuierungskräften © Bernd Günther

Hand in Hand finden die Evakuierungsmaßnahmen statt © Bernd Günther

Alle Bereiche werden nochmals kontrolliert © Bernd Günther

Aufteilung der Einsatzkräfte © Bernd Günther

Nach abgeschlossener Evakuierung können sich die Einsatzkräfte kurz entspannen © Bernd Günther

Der Leiter der Feuerwehr Hannover, Dieter Rohrberg, gibt einen ersten Überblick in der Einsatzleitung © Bernd Günther

Konzentriertes Abarbeiten der Lage unter dem Einsatzleiter Andreas Hamann (3. v.l.) in der Einsatzleitung © Bernd Günther

Rund 70 Betroffene werden in der Notunterkunft versorgt © Bernd Günther

Um die Versorgung der Evakuierten in der Halle kümmert sich die JUH © Bernd Günther

Die Registrierungsstelle am Eingang der Notunterkunft © Bernd Günther

Der Rücktransport wird organisiert © Bernd Günther

Die Hilfsorganisationen bewältigen die Aufgaben gemeinsam © Bernd Günther

Gespanntes Warten auf die Entschärfung © Bernd Günther

Bei der Sprengung der Bombe durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst war die Erschütterung der Detonation deutlich auch noch über den Boden vor der Einsatzleitung der Feuerwehr an der Sporthalle zu spüren. Nach der Entschärfung machten sich Einsatzkräfte der Feuerwehr sofort daran, etwaige Schäden an den Verkehrswegen oder umliegenden Gebäuden zu kontrollieren. Vor allem die nahgelegene Bahnstrecke wurde genau überprüft. Rohberg hierzu: "Der erste Zug fährt in dem Bereich nur mit Schrittgeschwindigkeit vorbei, damit wir sicherstellen können, dass nichts übersehen wurde." Eine weitere Kontrolle des Umfeldes erfolgt bei Tageslicht.

 

Medien

Evakuierung wegen Bombenfund in Hannover-Anderten am 17.10.2019 © Bernd Günther

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