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Giftiges Gas tritt in einem Universitätsgebäude aus

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Symbolbild © Bernd Günther Symbolbild © Bernd Günther

HANNOVER. Heute Morgen kam es im Forschungsgebäude, Hightec Hannover, der Leibniz Universität, in der Callinstraße 34 A aus einer Gasflasche zu einem Austritt des Gefahrstoffes Bortrichlorid. Spezialkräfte der Feuerwehr bannten die Gefahr. Verletzt wurde niemand.  

Nachdem zunächst ein Gefahrstoffmelder intern bei der Leibniz Universität einen möglichen Gefahrstoffaustritt gemeldet hatte, kontrollierten zwei Mitarbeiter des Instituts für die Entwicklung neuer Faser-Laser-Konzepte die zugehörigen Räumlichkeiten. Sie stellten gegen 08:15 Uhr in einem speziell gesicherten Raum im ersten Obergeschoß des Universitätsgebäudes „Hightec“ eine Nebelbildung fest, die offensichtlich von einem Gefahrstoffaustritt aus einem Gefahrstoffschrank herrührte. In diesem Schrank war eine 10-Liter Gasflasche mit 30 kg hochgiftigem Bortrichlorid gelagert. Den Versuch den Raum mit der ihnen zur Verfügung stehenden leichten Schutzkleidung zu betreten, brachen sie aus Sicherheitsgründen ab und informierten die Feuerwehr.  

Die Regionsleitstelle alarmierte daraufhin den Löschzug der Feuer- und Rettungswache 1, Spezialkräfte für die ABC-Gefahrenabwehr von der Feuer- und Rettungswache 3 und der Freiwilligen Feuerwehr Limmer sowie einen Rettungswagen. Die Erkundung vor Ort bestätigten den Austritt des Gefahrstoffes Bortrichlorid aus einer 10 Liter Gasflasche, die von einer Heizmanschette umschlossen war. Die Einsatzkräfte gingen dann, mit Chemikalienschutzanzügen geschützt, in den Raum vor. Dort verschlossen das Ventil der Falsche und lösten sie von den angeschlossenen Armarturen. Zudem entfernten sie die extrem heiße Heizmanschette, die die Flasche im normalen Laborbetrieb auf lediglich ca. 35 Grad Celsius erwärmen soll, damit das verflüssigte Gas von der flüssigen in die gasförmige Phase übergeht. Wärmemessungen der Feuerwehr zeigten auf der Außenhaut der Flasche jedoch 250 Grad Celsius.

Nachdem die Flasche im Raum ohne weitere Maßnahmen zügig abkühlte wurden von den Spezialkräften weitere Raumluftmessungen durchgeführt. Die Konzentration der sich durch die Reaktion des Bortrichlorids mit der Luftfeuchtigkeit gebildeten Chlorwasserstoffdämpfe nahm innerhalb einer Stunde von der in der Akutphase gemessenen sechsfachen Konzentration des zulässigen Arbeitsplatz-Grenz-Wertes (AGW) auf rund 10 % dieses Wertes ab, so dass eine Gesundheitsgefährdung in der Atemluft nicht mehr gegeben war. Die Einsatzmaßnahmen der Feuerwehr konnten somit gegen 11:30 Uhr abgeschlossen und mit Rückbau der Einsatzstelle begonnen werden. Eine Gefahr für die Bevölkerung und die Umwelt bestand zu keinem Zeitpunkt. In dem Raum, in dem das Bortrichlorid gelagert war herrscht aus Sicherheitsgründen gegenüber der Umgebungsatmosphäre ein ständiger Unterdruck, so dass Gefahrstoffe aus diesem Raum nicht nach außen dringen können. Externe Lüftungsmaßnahmen durch die Feuerwehr waren nicht notwendig, da der Gefahrstoffraum über eine eigene leistungsstarke Be- und Entlüftungsanlage verfügt. Die Feuerwehr Hannover und der Rettungsdienst waren mit 43 Einsatzkräften und 15 Fahrzeugen im Einsatz.

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